2 Ladesäulen, Lastverteilung & Abrechnung

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2 Ladesäulen, Lastverteilung & Abrechnung

Beitragvon Mad » Di 11. Apr 2017, 09:48

Hallöchen,

ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Vermieter für mich gestritten hat und die Eigentümerversammlung des Mietshauses in dem ich wohne, der Installation von einer, bzw. zwei Ladesäulen zugestimmt hat. Hurra.
Jedoch gibt es da ein für mich neues Problem, denn eigentlich wollte ich ja nur eine Ladestation für mich haben, da die Eigentümer aber vorrausschauend gedacht haben und man bedenken musste, dass andere Mieter ja demnächst auch mit einem Elektroauto kommen könnten, ist das Konzept auf 2 Ladestationen oder Ladepunkte ausgeweitet worden, ein Ladepunkt auf der Seite, auf der ich meinen Stellplatz habe und ein weiterer auf der gegenüberliegenden Seite, auf der die anderen Fahrzeuge parken.
Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen (Kabelverlegung zur Hausverteilung) soll noch dieses Jahr stattfinden, man dachte von Seiten der Eigentümer darüber nach, statt "nur" einem Kabel zu der Ladestation auf meiner Seite zu legen ein Leerrohr zu verlegen in das man später das Kabel für eine zweite Ladestation nachziehen kann. Ich frage mich nur gerade, ob es nicht geschickter wäre das Pflaster nur einmal aufzureissen und gleich beide Kabel zu verlegen.

Soweit so gut. Nun zu meinen Fragen.

Ein einzelner Ladepunkt mit 22kw wäre machbar, aber 2 Ladepunkte mit 22kw würden den Hausanschluß überlasten, wenn gleichzeitig geladen werden würde. Würde man beide Ladestationen auf 11kw fest einstellen, wäre der Hausanschluß nicht überfordert, man würde aber langsamer laden, Gebraucht wird also eine Lastverteilung, die idealerweise bei 2 angeschloßenen Autos die Leistung reduziert oder abwechselnd lädt.

Bei mehreren E-Autos von unterschiedlichen Mietern müsste man auch ein Abrechnungs- und Authentifizierungssystem haben, per RFID-Chip oder Smartphone oder ähnlichem.

Sind beide Anforderungen mittlerweile Standard bei Wallboxen und einfach machbar oder wird das eher kompliziert, so dass ich lieber darauf hin arbeiten sollte, eine Ladestation für mein zukünftiges Elektroauto zu schaffen und mir erst dann um eine zweite Station Gedanken machen sollte, wenn es soweit ist?

Zur baulichen Seite: Die Verlegung eines Stromkabel nebst eines Datenkabels sollte für den Anwendungsfall genügen, oder könnte ich hier mehr brauchen und lieber zum Leerrohr tendieren?

Das Ganze ist eher ein Privatprojekt und soll mit Eigenleistung und nicht zu teuer realisiert werden, daher bin ich für alle Vorschläge und Hinweise offen.

Danke & Gruß


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Re: 2 Ladesäulen, Lastverteilung & Abrechnung

Beitragvon Major Tom » Di 11. Apr 2017, 12:38

Die einfachste Lösung wäre meiner Meinung nach erst einmal eine Ladesäule zu installieren und entsprechende Kabel für die 2. zu legen. In der Auslegung so, dass 2x22kW möglich wären (Kabelquerschnitt).
Danach kommt es sehr darauf an welche Fahrzeuge geladen werden sollen. Ein i3 kann z.B. maximal mit 11 kW laden, d.h. hier gäbe es gar keine Probleme mit der Leistung.
Viele andere Fahrzeuge können nur 1-phasig laden, hier könnte man mit 22 kW somit 3 solche Fahrzeuge ohne Problem laden.

Ich vermute, dass meistens nachts geladen wird, d.h. hier wären u.U. bereits 3,7 kW ausreichend.

Was ist notwendig? Abrechnung- oder Authentifizierung?
Bei einem privaten Stellplatz wäre die einfachste Variante ein Schlüsselschalter. Wenn immer das gleiche Fahrzeug dort stehe wäre das einfach undkostengünstig.
Was verstehst du unter Abrechnung? Reicht nicht ein Zähler in der Unterverteilung?
Wenn das nicht reicht würde ich mir eine Lösung von NewMotion anschauen.
ciao
Tom
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Re: 2 Ladesäulen, Lastverteilung & Abrechnung

Beitragvon Mad » Mi 12. Apr 2017, 08:08

Ein Abrechnungssystem wird gebraucht, da geht für mich eigentlich die Authentifizierung des jeweilig Ladenden mit einher.

Klar, wir könnten jetzt 2 dumme Wallboxen installieren, die jeweils mit einem Zähler ausgestattet sind, dann müsste aber sichergestellt sein, dass eine Ladesäule nur einem Mieter oder einem Elektroautobesitzer zugewiesen ist und das ist es, was je nachdem wie die Zukunft aussieht nicht garantiert werden kann.

Danke für den Hinweis mit NewMotion, das schaut schon sehr gut aus und mit 4 EUR im Monat ist der Service auch nicht so teuer wie ich erwartet hätte.

Noch lieber wäre mir aber etwas, das ich unter Kontrolle habe, sowas wie ein kleiner Rechner mit Anschluß an den Zähler, der einfach mitschreibt wenn jemand seine RFID-Karte an die Ladestation gehalten hat und dann den verbrauchten Strom auf dessen Konto zählt.

Wenn es sowas aber derzeit nicht gibt, dann wäre es wirklich einfacher erstmal nur eine dumme Wallbox zu installieren, die mir fest zugeordnet ist und dann, wenn der Fall eintritt, dass ein anderer Mieter sich ein Elektroauto anschafft nochmal den Markt zu checken ob er die von mir gewünschte Lösung mittlerweile anbietet.

Danke & Gruß


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Re: 2 Ladesäulen, Lastverteilung & Abrechnung

Beitragvon Sewi » Mi 12. Apr 2017, 11:27

NewMotion bietet für Firmen (so deren Kategorisierung, aber Du wirst bestimmt auch privat bestellen können) Wallboxen an, bei denen bis zu 5 Stück sich eine Zuleitung teilen und selbst untereinander das Lastmangement erledigen können.

ZapCharger geht weiter: Dort unterhalten sich beliebig viele Wallboxen (bis zu 88 Stück an einem Standort wurden schon installiert) über das Stromkabel und machen ebenfalls Lastmanagement. Außerdem sucht der Hersteller gerade nach einem Pilotprojekt in Deutschland (u.a. in Norwegen und der Schweiz gibt es schon ein paar). Zusätzlich interessant: Die Wallbox besteht aus zwei Teilen: Eine Backplane die vermutlich kostengünstig überall hingeschraubt werden kann, dort ist das Stromkabel angeschlossen und der Wallbox selbst, die auf die Backplane gesteckt wird. So könnte der zweite Ladeplatz (und evtl. weitere) schon mit Backplane vorbereitet werden und wird dann einfach mit einer Wallbox bestückt, wenn der zukünftige Nutzer da ist.

Grundsätzlich würde ich immer so viel wie möglich auf einmal installieren. Kabel kostet (fast) nichts, der Arbeitsaufwand drumherum dagegen eine Menge. Leg das Kabel so, dass problemlos 32A durchpassen und fang nur nicht mit einphasigem Kleinkram an. Selbst wenn am Ende derzeit nur eine Abzweigdose mit losem Kabelende liegt, spart das später Unmengen an Geld.

Klar, wir haben auch anfangs über Nacht mit 2kW Schuko immer voll geladen, aber wenn Du Dich jetzt drauf verlässt und in ein paar Jahren sind 90kWh / 22kW völlig normal geworden, dann muss alles wieder aufgerissen werden. Für 10 Euro weniger Materialkosten?
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Re: 2 Ladesäulen, Lastverteilung & Abrechnung

Beitragvon Mad » Mi 12. Apr 2017, 12:35

Ich glaube ich hab mich missverständlich ausgedrückt ;)

Die Kabel werden dann schon zu 2 Punkten gezogen, d.h. aus dem Haus gehen jeweils 2 Strom- und CAT7-Datenkabel raus, aber angeschloßen wird erstmal nur der Ladepunkt für mein Elektroauto und dann kommt eine dafür passende Wallbox ran.

Dann muss ich, wenn es soweit ist dass das zweite Elektroauto im Haus angeschafft wird meine Wallbox durch ein anderes Exemplar ersetzen und es werden dann beispielsweise 2 NewMotion Wallboxen oder was es im Markt halt gibt installiert, aber bis es so weit ist, kann ich mir die monatlichen Kosten sparen, die ich im ersten Step dann ja alleine zahlen müsste.

Ansonsten stimme ich Dir, Sewi voll zu, die Erdarbeiten machen wir nur einmal und mit dem dicksten Kabel, anschließen kann man dann immer noch.

Danke auch für den Hinweis zu ZapCharger.

Gruß


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