Der Akku des Ioniq

Re: AW: Der Akku des Ioniq

Beitragvon KyRo » Mo 20. Mär 2017, 10:24

Ein wenig Offtopic zu diesem gern genannten Thema:

Helfried hat geschrieben:
KW/h gibt's übrigens nicht.


Grundsätzlich "gibt" es erstmal jede erdenkliche Einheit. Richtig wäre zu sagen, die Einheit ist im Kontext falsch gewählt.

kW/h würde einen Leistungsgradient beschreiben, d.h. man könnte z.B. die Drosselung der Ladeleistung am Ende von Schnellladevorgängen in kW/h angeben.

:klugs:

Zum Thema,

es gibt einige Infos auf der Webseite des Lieferanten (LG-Chem) zu deren BEV Pouch Zellen. Hier ein leider auch nicht soo viel sagendes, wenn auch trotzdem recht schönes Werbevideo von deren Batterie mit dieser Technologie für den Fluence (=> nicht der OEM Akku)
Hyundai Ioniq Electric seit 19.11.16 :idea:
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Re: AW: Der Akku des Ioniq

Beitragvon Wiese » Mo 20. Mär 2017, 12:45

Helfried hat geschrieben:
alter Falter hat geschrieben:
Das reicht nicht für den IONIQ, denn er zieht mehr Saft unter Volllast.


Aber nur beim Beschleunigen für wenige Sekunden. Sekundenbereiche zählen nicht so. Spannend wird die C-Rate erst richtig bei Dauerlast (Minuten).

KW/h gibt's übrigens nicht.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn der Hersteller 8 Jahre Garatie gibt, kann er sich nicht darauf verlassen, dass der Kunde vernünftig fährt. Der Akku muss Vollgas und anschließendes rekuperieren im Wechsel aushalten, und da kann man auf der Autobahn oder im Gebirge den Akku richtig quälen. Wenn der das nicht ab kann ist er nach 3 Jahren im Eimer, oder die Elektronik dreht den Saft ab, was aber auch nicht erwünscht ist. Wenn mir dann am Berg nach 2 km der Dampf aus geht, kann der Händler das Teil zurück nehmen.
Lithium-Polymer-Akkus sind ja normalerweise sehr leistungsstark, aber dafür nicht so Zyklenfest wie andere, und da hab ich ein bisschen Bedenken.
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Re: AW: Der Akku des Ioniq

Beitragvon Helfried » Mo 20. Mär 2017, 12:51

Wiese hat geschrieben:
Wenn der das nicht ab kann ist er nach 3 Jahren im Eimer, oder die Elektronik dreht den Saft ab, was aber auch nicht erwünscht ist. Wenn mir dann am Berg nach 2 km der Dampf aus geht, kann der Händler das Teil zurück nehmen.


Wenn der Kunde permanent Vollgas fährt und wild rekuperiert, wird er sich die Garantie wohl wohin stecken können. Das BMS loggt den Fahrstil bestimmt heimlich mit (das macht sogar teilweise mein Fahrrad von 2012).

Es gibt meines Erachtens keine Akkus, die 8 Jahre wildes Fahren vertragen würden. Die C-Rate von Akkus ist eine seeeehr vage Angabe und von zu vielen Faktoren abhängig. Ungefähr wie die Schönheit einer Frau, die kann man auch nicht in klaren Zahlen definieren.

Die Ansicht, alles, was das BMS erlaubt, wäre für 8 Jahre erlaubt und gut für den Akku, kann ich überhaupt nicht teilen, zumal ich das Gefühl nicht loswerde, Hyundai hat nicht allzu viele Schutzmaßnahmen programmiert, sondern pocht auf fair use.

Vergleich: Ein Car sharing Auto kannst du theoretisch auch fahren wie ein Irrer. Der Fair use-Gedanke verbietet dies aber bildungstechnisch normalen Menschen.
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Re: Der Akku des Ioniq

Beitragvon juliusb » Mo 20. Mär 2017, 13:39

SamMum hat geschrieben:
ist eigentlich bekannt wieviel Ah (Ampere Stunden) der Ioniq-Akku hat?
In der Modellfliegerei lassen sich ja daraus der maximale Lade- und Entladestrom ableiten.
Gruß Sam

Hallo Sam, eine grobe Herleitung kann ich anbieten, genauere Daten gibts sicher irgendwo im Forum.

- Unser Ioniq hat bekanntlich ca. 28kWh netto Kapazität, das dürften brutto um die 32kWh sein.
- 32.000Wh / 360V = 89Ah.

Der Akku unseres Ioniq dürfte also um die 90Ah aufweisen.

Die Frage ist jedoch: was willst Du damit anfangen? Viel interessanter ist doch die Kapazität in kWh, weil an öffentlichen DC-Schnellladern werden ja Ladeleistungen in kW "gehandelt", und nicht Ladeströme in Ampere. Jedenfalls wissen wir, daß unser Ioniq an 100kW-Schnellladern mit ca. 70kW laden kann, was für einen rd. brutto 32kWh Akku schon ganz flott ist. Da es erst relativ wenige von diesen 100kW Ladern gibt, werden wir wohl nicht so schnell ein Feedback bekommen, was der SOH des Ioniq macht bei häufigen 70kW Ladungen...

Ciao Julius
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Re: Der Akku des Ioniq

Beitragvon Twizyflu » Mo 20. Mär 2017, 13:56

Deshalb haben Taxi bzw. Mietwagen wohl andere Bestimmungen ;) Also bei der Garantie...
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Re: Der Akku des Ioniq

Beitragvon SamMum » Mo 20. Mär 2017, 14:25

Also, wenn der Akku tatsächlich eine Kapazität von ca. 90Ah hat, würde er bei einem Ladestrom vom 90A mit 1C geladen. Ich habe gelesen, dass Akkus diesen Typs mit 0,7 - 1C geladen werden sollten, alles andere verkürzt die Lebensdauer.
Ich weiß nicht, mit welcher Spannung beim Schnellladen gearbeitet wird aber ich vermute, dass da mit mehr als 1C geladen wird.

Das würde wiederum bedeuten, dass Schnellladen die Lebensdauer verkürzt. Ich hoffe mal, dass der Akku das abkann und die Konstrukteure das berücksichtigt haben.

Gruß Sam
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Re: Der Akku des Ioniq

Beitragvon Helfried » Mo 20. Mär 2017, 14:32

SamMum hat geschrieben:
Ich habe gelesen, dass Akkus diesen Typs mit 0,7 - 1C geladen werden sollten, alles andere verkürzt die Lebensdauer.


Das kommt aber darauf an, auf was die Akku-Chemie getrimmt worden ist:

* Masse und Maße
* Geld
* Temperaturfenster
* Lagerfähigkeit
* Leistung beim Fahren
* Ladeleistung
* u.a.

Leider weiß das keiner, wohl nicht einmal Hyundai selber so genau.
Alle diese Parameter (bis auf beiden Leistungswerte) widersprechen einander.
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Re: Der Akku des Ioniq

Beitragvon Tho » Mo 20. Mär 2017, 14:37

Wie ist eigentlich der Ersatzteilpreis, sollte der Akku nach Garantieende ausfallen? :lol:
Renault Zoe Zen Q210 + Intens R90, S-Pedelec Grace MX,Tesla Model ≡ reserviert
PV, Speicher zu Hause + Bürger Energie Drebach eG http://www.buerger-energie-drebach.de
Wir müssen uns für unseren Wunsch nach Glück nicht rechtfertigen.(Dalai Lama)
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Re: Der Akku des Ioniq

Beitragvon Wiese » Mo 20. Mär 2017, 17:23

Hallo

Die Reaktion des Herstellers auf einen verschleißtreibenden Fahrstil wäre schon interessant.
Aber ich kann Euch dazu eine kleine Geschichte erzählen.
Ich fahre einen Honda Civic Hybrid. Der hat einen relativ kleinen NIMH-Akku. Ich konnte mit dem Auto mit etwas Geschick zwischen 20 und 40 km/h rein elektrisch fahren, sogar sanftes Beschleunigen war möglich. In einem Autoforum berichteten auch andere Civic Besitzer dass sie das gerne nutzen und so durch 30er Zonen fahren. Nach etwa 3 oder 4 Jahren wurde ich von Honda zum Update gebeten. Die Begründung war, dass man ein Update aufspielen müsse um die Akku-Lebensdauer zu erhöhen. Nach diesem Update war es nicht mehr möglich rein elektrisch mit 30 bis 40 durch die 30er Zone zu fahren. Honda hatte wohl bemerkt, dass diese Belastung dem Akku nicht gut tut, und hat die Software geändert. Trotzdem war mein Akku nach 7 Jahren am Ende und hatte nur noch 8% Kapazität. Von einer Garantiebeschränkung war wegen meiner Akkuquälerei der ersten Jahre nicht die Rede. Wie auch? Ich habe ja nichts verbotenes getan, sondern wie andere auch nur ein bischen mit dem Gaspedal getrickst.

Was ich damit sagen will: Der Hersteller kann niemanden zwingen ordentlich zu fahren, er kann nur die Statistik zur Hand nehmen und die zu erwartenden Garantiefälle in den Preis einrechnen.
Hat man z.B. einen BMW der diese Ampelstartpowerautomatik hat, verliert man seine Garantieansprüche, wenn man die zu oft nutzt. Das steht aber im Kaufvertrag.
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Re: Der Akku des Ioniq

Beitragvon juliusb » Mo 20. Mär 2017, 17:26

SamMum hat geschrieben:
Also, wenn der Akku tatsächlich eine Kapazität von ca. 90Ah hat, würde er bei einem Ladestrom vom 90A mit 1C geladen. Ich habe gelesen, dass Akkus diesen Typs mit 0,7 - 1C geladen werden sollten, alles andere verkürzt die Lebensdauer. Ich weiß nicht, mit welcher Spannung beim Schnellladen gearbeitet wird aber ich vermute, dass da mit mehr als 1C geladen wird.

Sam, ich hab Dir doch schon weiter oben alle Zahlen geliefert für Deine Antwort:

- wenn ein 32kWh Akku mit 50kW geladen wird (typische, derzeit weit verbreitete DC-Schnellladung), dann sind das rd. 1,6C.

- wenn man an der 100kW-Säule lädt, zieht der Ioniq maximal rd. 70kW, damit käme man auf 2,2C.

Ich persönlich sehe der Lebensdauer-Thematik relativ gelassen entgegen, hauptsächlich wegen der 8 Jahre Akku-Garantie. Vielleicht wird es ja ein paar User geben, die jahrelang hauptsächlich mit DC und 50kW laden, vielleicht lösen die auch irgendwann einen Garantiefall aus. Dann hätten wir Gewissheit.

Beim üblichen Nutzerprofil - meistens AC-Schnarchladung + einige DC-Ladungen pro Jahr - werden die Akkus aber vermutlich die 8 Jahre halten. Warum? Hyundai setzt sicher nicht so leichtfertig seine Reputation aufs Spiel und riskiert Milliarden, wie VW das getan hat. Dh. die haben sicher ihre Hausaufgaben gemacht. Mangels Langzeit-Erfahrungswerten und genauen technischen Spezifikationen bleibt aber im Grunde nur das "Urvertrauen" in die Seriösität von führenden asiatischen Unternehmen (=Hyundai + LG).

Ciao Julius
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