Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

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Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon Es-el » Mi 7. Mai 2014, 12:08

Nach diversen positiven Erfahrungen auf bundesweiten Touren (Breisgau - Hessen und Hessen - Usedom) treffe ich nun erstmals auf einen regionalen Stromanbieter (Kitzingen in Unterfranken bzw. Mainfranken), der an seiner Säule, die im öffentlich zugänglichen Raum steht, nur im Landkreis zugelassene Fahrzeuge laden lässt. Halte ich für ein skandalöses Verhalten.
Nachstehend meine Mailkorrespondenz dazu. Gegen solche Beschränkungen sollten wir uns im Sinne der Förderung der E-Mobilität wehren, wo immer wir darauf stossen.
(Korrespondenz von unten nach oben lesen)


MEINE ANTWORT.

Sehr geehrter Herr ...,

Danke für Ihre Antwort. Aber das was Sie da schildern ist mehr als enttäuschend und steht allen Bemühungen die Elektromobilität voranzubringen entgegen. Konkret: Ich fahre einen Renault Zoe erst seit wenigen Monaten, bin aber schon häufig weiter weg unterwegs gewesen, zuletzt gerade von Hessen über Berlin bis Usedom. Überall bin ich auf im Sinne des Ladens unterstützende regionale Stromanbieter / Stadtwerke gestoßen, die natürlich ihre Ladestationen für E-Autos gleich wo zugelassen bereithalten, ob mit Typ 2 Stecker oder Schukoanschluß.

Was denkt man sich in Kitzingen? Eigentlich nicht zu glauben. Ich vermute mal, daß auch Bundesmittel geholfen haben, die Säule bei Ihnen zu finanzieren.

Über den eigenen Tellerrand sprich die Kreisgrenzen sollte man schon hinausblicken können. Wenn auch vielleicht in Kitzingen bisher nur wenige E-Autos zugelassen sind, diese Fahrer freuen sich doch auch, wenn sie außerhalb des Landkreises nicht im Stich gelassen werden. Das genau aber machen die LKW-Kitzingen. Die Verantwortlichen, wenn sie es denn ernst meinen mit der Propagierung der E-Mobilität, sollten darüber noch einmal nachdenken.

Freundlichen Gruß


ANTWORT DER LICHT- KRAFT- WASSERWERKE KITZINGEN von heute:

Sehr geehrter Herr

schön, dass Sie sich für unsere Stromtankstelle in Kitzingen interessieren.

Der Zugang zu unserer E-Tankstelle ist nur mit unserem eigenen RFID-Chip möglich. Dieser wird allerdings nur für im Landkreis Kitzingen zugelassene E-Fahrzeuge ausgegeben.

Sie haben jedoch die Möglichkeit, in der Alten Burgstr. 1-3 in Kitzingen die von der Firma Belectric Drive (Tel.08000670000)geführte E-Tankstelle zu nutzen. Hier erhalten Sie per SMS oder unter der Telefonnummer 01707808976 Zugang.

Wir bedauern Ihnen keine bessere Mitteilung machen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen GmbH


MEINE ANFRAGE von gestern:

Betreff: Elektroladestation in Kitzingen

Guten Tag,

ich frage an, wie es sich mit dem Laden für Auswärtige bzw. Durchreisende verhält. Wenn ich mit menem Renault Zoe in Kitzingen laden und nicht für € 10 eine Ladekarte kaufen wollte, wie stelle ich das an?

Müßte ich mir eine Ladekarte ausleihen?
Wäre ich dann an Öffnungszeiten einer Ausleihestelle gebunden?

Könnte ich eine RFID-Karte von anderen Anbietern (Stadtwerken in Hessen) verwenden?

Freundlichen Gruß
Es-el
 
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon bm3 » Mi 7. Mai 2014, 12:57

Hallo,

mit der Reichweite unseres Leaf komme ich locker quer durch unseren Landkreis hier und wieder zurück, bei Zoe, i3 ... ist es genauso.
Also braucht man eigentlich die im Kreis vorhanden Ladestellen nicht oder höchst selten einmal,es sei denn man kann grundsätzlich bei seiner Wohnung nicht laden. Wer sie aber gerade braucht sind Leute auf Durchreise !
Solange einzelne Energieversorger noch nicht mal das kapiert haben oder kapieren wollen sehe ich schwarz für die E-Mobilität !
Dann kann man diese Versorger auch nur als subversiv und ignorant bezeichnen.
Der nächste Schildbürgerstreich ist aber dann die vielerorts noch übliche Energieversorger-eigene Ladekarte nur für dieses Netz und für Durchreisende mal eben diese zu bekommen ! Schilda, anders kann man es nicht nennen !

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon TeeKay » Mi 7. Mai 2014, 13:09

Das Problem gibts in Dänemark übrigens nicht. Da haben sich fünf Versorger zusammengetan, Clever gegründet, ordentlich mit Kapital ausgestattet und das Land mit 50 (bald 100) 50kW DC-Schnellladern und 50 22kW AC-Ladern gepflastert. Klingt wenig, reicht im kleinen Dänemark aber für problemlose Kreuz- und Querfahrten durchs gesamte Land.

Hochgerechnet auf Deutschland wären es 1600 Lader. Bei 40.000 pro Stück macht das 64 Mio Euro Investment. Das wäre etwa ein Drittel des RWE-Jahresetats für Marketing. Nehmen wir die drei anderen großen Versorger EnBW, Eon und Vattenfall hinzu, sind 64 Mio ein Klacks.
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon MarkusD » Mi 7. Mai 2014, 13:23

Wir sollten jetzt einfach mal alle dahinschreiben und um eine RFID-Karte bitten.
Mal sehen, wann sie anfangen, nur noch mit Textbausteinen zu antworten.

Irgendwann fragen Sie sich, warum kaum einer lädt.
Und dann verschwindet diese Ladesäule.
Gibt es eigentlich noch mehr Ladesäulen, die von den LKW Kitzingen betrieben werden?

Gruß
Markus
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon Deef » Mi 7. Mai 2014, 14:20

Ha des isch doch uhmehglich! wo i net lade tu isch dohoim im ort. des mached doch faschd alle dohanne in der garahsch. wenn i emol wo annaschda lade tu, hana isch des uff de halbe schdreck nach kallsruh! also minndeschtens 50 killomeder weg von dohenne.
Des isch die ßidduatziohn. Die blickets net.

do kamma goa nix ernschthaffts mehr schreibe dadezu!

Aber es isch haldemol genau so uhmehglich das mer dohenne imer noch koi schadehmo henn, im ganze südweschtdeutsche Raum nedde. neddemol in kallsruhe - des isch echt de bringer.

Vollpfoschde wo d hinguggsch!
Leaf 2 Zero bestellt in schwarz - 60tkm Pendelei mit dem Japan-Leaf seit 2013
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon lingley » Mi 7. Mai 2014, 14:45

Somit ist mein Plan A Fulda - Pfronten gescheitert. :evil:
Die Säule sollte schnellstens aus dem Verzeichnis gelöscht werden !!!!!

Die größte Frechheit ist auf eine Schukosäule von Belektrik zu verweisen !!!

Danke an es-el für die Nachricht ...

Barrierefreie Route Fulda - Pfronten gesucht ??????
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon goldhamster » Mi 7. Mai 2014, 15:17

Wenn überhaupt etwas Chancen auf Erfolg haben könnte, dann vielleicht diesen Unfug über das Forum hinaus öffentlich zu machen: Möglichst viele der hier Versammelten schreiben Geschäftsführer und Hauptgesellschafter höflich an und bitten um Angabe von Gründen für diese Regelung sowie eine Erklärung dafür, wie diese substantielle Einschränkung der Ladeinfrastruktur denn mit dem E-Mobilitätsplan der Bundesregierung zu vereinbaren sei.

Antworten sammeln und sich dann an Zeitungen wenden, erst die örtlichen, dann die AutoBild.
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon Pivo » Mi 7. Mai 2014, 17:36

Was mich wundert ist wo diese angebliche Regel, nur in KT zugelassene EVs laden zu lassen, herkommen soll bzw. womit es gerechtfertigt werden soll.
Der Witz ist doch dass das zuständige EVU, die LKW, eigentlich nur für Kitzingen und Ortsteile zuständig ist. Im restlichen Landkreis ist die N-ergie (in der das damalige FÜW aufgegangen ist) zuständig.
D.h. die LKW ist praktisch nur städtisch und hat mit dem Landkreis, der die Zulassungsstelle verwaltet, nichts zu tun.
Von daher kann die Begründung "nur im Landkreis zugelassen" eigentlich nur frei erfunden worden sein.
Zumal es auch in Würzburg zugelassene EVs gibt, deren Fahrer einen Chip haben und in KT laden.
Mein Stand war eher, dass es auf Stromkunden der LKW begrenzt ist und unter Angabe eines Grundes (z.B. Arbeitsplatz/Verein/Oma in KT) und nach gut dünken eine Ausnahme gemacht wird.
Vielleicht hat damals der Landkreis einen Anschaffungszuschuss gemacht und ein Politiker hat die Worte benutzt "für unsere Bürger im Landkreis" und bei der LKW hat man es wörtlich genommen.

Man sollte mal konkret nachfragen wo die diese Vorschrift schriftlich zu finden ist.
Und falls es sie gibt, womit die begründet wurde.
Dann kann man sehen ob das überhaupt haltbar ist.

MarkusD hat geschrieben:
Gibt es eigentlich noch mehr Ladesäulen, die von den LKW Kitzingen betrieben werden?

Nein es ist die einzige.

Immerhin funktioniert die zuverlässlich, die beiden Stellplätze sind relativ zuparksicher, die Lage ist gut und ne Videoüberwachung gibts auch noch.
Sie wird auch benutzt - ich stehe nicht immer alleine dort.

Die andere Ladestation von der Belectric in der Alten Burgstrasse ist leider oft zugeparkt oder auch belegt. Ausserdem gibts dort nur Schuko.

Ansonsten gäbe es in KT noch eine ganze Menge Belectric Stationen im "Innopark". Karten dazu angeblich beim Pförtner, manche gehen auch per SMS. Leider sind die über Nacht hinter verschlossenem Tor

Ob man notfalls die CEE-blau Stromsäulen am Womostellplatz verwenden kann habe ich noch nicht probiert.
Jedenfalls wurden die erst wieder aufgebrochen, um das bisschen Münzgeld zu stehlen.
http://www.kitziblog.de/2014/05/06/aufgebrochen-geld-geklaut/

Den Sachverhalt sollte man dem Stadtmarketingverein bzw. den Touristeninstitutionen zukommen lassen.
Mit dem netten Hinweis, dass man als durchfahrender Emobilist an KT vorbei fahren muss, anstatt in den 2-4h Ladezeit der Kitzinger Gastronomie zu zusprechen.
Oder dass man z.B. als Bamberger o. Nürnberger nicht nach Kitzingen fährt, sondern lieber dorthin wo man sicher laden kann und so die Fahrt erst möglich wird.

Die 10€ Pfand (man kauft den Chip streng genommen nicht) gehen, finde ich, eigentlich völlig i.O..
Ob es eine Ausleihmöglichkeit, wenigstens zu Geschäftszeiten der LKW (wäre in Fußweite zur Säule), gibt weiß ich leider nicht.
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon dibu » Mi 7. Mai 2014, 19:47

Bevor alle auf die Barrikaden steigen, möchte ich meine Erlebnisse mit der LKW von vergangenem Sommer schildern. Ich habe dort als Durchreisender problemlos (und bei extrem freundlichen Mitarbeitern!) gegen Pfand während der Geschäftszeiten einen Chip (keine Karte) bekommen und habe damit an der Säule zwei- oder dreimal laden können. Ich weiß nicht, ob dieser Chip noch funktionieren wird, aber ich werde es demnächst probieren.

Ich könnte mir vorstellen, dass man bei LKW viele Chips ausgegeben und dann festgestellt hat, dass sie nur selten benutzt werden (so wie bei mir). Aber das ist ein Mangel des gewählten Systems. Vielleicht bringt es mehr, die Firma darauf anzusprechen, ob sie andere Zugänge zur Säule schaffen kann. Die Säule ist bestimmt ein Zuschussgeschäft für die Firma und sie sind nicht gut darauf zu sprechen - deshalb verspreche ich mir wenig davon, noch Beschwerden einzureichen.
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Re: Skandalös: Kreisfremde E-Autos vom Laden ausgeschlossen

Beitragvon TeeKay » Mi 7. Mai 2014, 19:57

Hat schonmal jemand herausfinden können, worin der Sinn einer Freischaltung für kostenlose Säulen besteht? Das ist eine zusätzliche Kostenkomponente ohne Nutzen für irgendwen. Die haben mehr Arbeit und Kosten, die Ladenden haben mehr Arbeit und können schlimmstenfalls nicht laden.
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