Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon erich » So 10. Jul 2016, 20:47

Natürlich "rechne" ich wenn ich eine neue Anschaffung plane.
Noch dazu wenn sie geringfügig mehr als 3.50€ kostet.

Dabei geht es aber wirklich nicht nur um Geld. Nein, es geht auch um Gefühl.

Bei einem Stromer habe ich für mich persönlich auf der "plus" Seite so Dinge wie:
* e-Pionier sein
* Fahrkomfort
* ggf. Vorteile aufgrund von dem E-Kennzeichen
* Verbrauch kW/100km ist günstiger als Liter/100km
* Steuerfrei (wobei es das wirklich nicht raus reisst)
* grosses "Spielzeug"
* neueres Auto als meinen 14 Jahre alten, der nun langsam kränkelt.

Dagegen auf der "minus" Seite hab ich:
* Teurer im Einstieg
* noch wenig Erfahrungswerte mit den Akkus
* gefühlte Übervorteilung bei manchen Herstellern, das heisst ein gefühltes ausnutzen des jungen Marktes auf Kosten der motivierten "Pioniere" und "early adaptors".
* kürzere Reichweite gegenüber Verbrennern
* wahrscheinlich weniger Sitzplätze (Twingo/4 - Smart/2)
* Unsicherheit, weil selbst noch keine echten Erfahrungen mit dem "laden" in der Realität gemacht. (Ladeangst) ;-)
* Je nach Hersteller ggf. Akkuleasing (Gefühlt zu Teuer aber kein Akkurisiko)
* Je nach Hersteller ggf. Kaufakku-Risiko (Könnte sich Rechnen, verteuert aber den Einstieg und bei Problemen wird es richtig Teuer)
* Ladeinfrastruktur zu Hause verbessern (ca. 1000€)

Geld und Gefühle wild gemischt in den Punkten...

Trotz all dem Für und Wider bin ich immer noch der Meinung, dass ich als nächstes einen Stromer haben werde.
Mit mehr Erfahrung bekomme ich die "Minus-Punkte" in den Griff oder kann sie sogar beseitigen.
Ich bin bereit mich darauf ein zu stellen, dass man Fahrten anders planen muss. Aber das sehe ich mehr als Herausforderung, weniger als echten Makel.

Und am Ende siegt dann der kleine "Mann im Ohr", der auch noch vieles aus hebelt...

Der Mann im Ohr, der einfach nur sagt: "Ich will." ;-)

Finanziell schaut es ja nicht so schlecht aus.
15 kWh/100km Das sind bei ~0.25ct/kWh dann ~3,75€
Mein Twingo braucht so ~6 Liter auf 100km. Das sind so knapp 8€
Also zumindest der Punkt geht schon mal an den Stromer, oder rechne ich da falsch?

Versicherung ist vergleichbar.
Steuer ist günstiger, bzw dann nach 10 Jahren auch vergleichbar.

Dass der Stromer am Ende wahrscheinlich doch unterm Strich ein paar € im Monat mehr kostet ist mir schon klar. Dafür habe ich ja die "positiven Gefühlspunkte" die dem "Plus an €" entgegenstehen.

Darum ist das mit dem Akku eben ein Thema was meinen Kopf noch beschäftigt. Dort eine Lösung zu finden, die sich "fair" für mich anfühlt und nicht nach Übervorteilung.
Denn genau wie ggf. die Leasingfirmen will auch ich mein Risiko minimieren und nicht gänzlich die Katze im Sack kaufen müssen.
Ein Geschäft ist nur dann gut wenn beide Seiten dabei ein gutes Gefühl haben.
An dieser Lösung arbeite ich gerade noch etwas, bin aber guter Dinge. ;-)

...erich
// Smart-ED mit Kaufakku aber ohne 22kW Lader. & Renault Zoe
Twitterbeschwerde bei Smart https://twitter.com/eric1000/status/1011571201960038400
erich
 
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Einmal einen Stromer bitte... (kein Leidensbericht)

Beitragvon HH-EV » Mo 11. Jul 2016, 23:27

Ich habe mich vor ungefähr einem Jahr relativ spontan für den Kia Soul EV entschieden, nachdem ich 2 Jahre fast täglich bei Mobile DE nach einem Diesel-Nachfolger für meinen Diesel-SUV gesucht habe und keinen fand, der für mich gut genug war.

Grund waren u.a. die zufriedenen Berichte der Kia-Fahrer hier im Forum.
Der Soul fährt sich super, hat innen auch für große Menschen ausreichend Bein- und Kopffreiheit, ist ein 5 Sitzer, hat beim Komfortpaket allen erdenklichen Schnickschnack und einige sehr gute Features inklusive, hat ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, 7 Jahre Garantie auf alles (inkl. Batterie) und neuerdings gibt es jetzt auch noch die Förderung in D..

Selbst, wenn man sich nach 5 Jahren entscheiden sollte, den Wagen wieder zu verkaufen, hat der dann noch volle 2 Jahre Garantie, was für den Käufer sicher ein schlagkräftiges Argument ist.

Ich habe mich gefragt, ob es mich ärgert, nicht noch ein Jahr auf die Förderung gewartet zu haben.
Die Antwort ist nein!
Ich habe jetzt in dem halben Jahr, seitdem ich den Soul fahre (musste 4 Monate auf "meine" Farbe warten), schon so viel Spaß gehabt (Freude am Fahren :P ), dass es die fehlenden 2000,- Euro (ein bischen hatte ich ja auch schon heruntergehandelt) durchaus wert war!

Also, nichtlange überlegen, umschauen, welches E-Auto am besten ins Fahrprofil und ins Budget passt und zugreifen!
... Seit dem 23.12.2015 going electric: Kia Soul EV Komfort, es ist ein Schlumpf! ;)
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Karlsson » Mo 11. Jul 2016, 23:37

Ich hatte auch erst nach einem elektrischen Erstwagen als Ersatz für mein Auto gesucht und nichts gefunden, auch nicht als PHEV.

Die Lösung war dann, dass wir den Wagen meiner Frau als Langstreckenwagen definiert haben, ich also nicht mehr einen Alleskönner gesucht habe mit großem Kofferraum, AHK und Langstreckeneignung, sondern einen elektrischen Alltagsheld, der 75% der Haushaltskilometer übernimmt. Sowas gibts halt doch schon zu kaufen.
Wobei es das, was ich gesucht habe, eigentlich noch nicht gibt. Das wäre ein E-Up mit 250km reell, 22kW Lader + 50kW CCS und Kaufakku für höchstens 15.000€ als Jahreswagen gewesen und die Akkuerneuerung hätte höchstens 5000 kosten dürfen bei einer erwarteten Lebensdauer von 10 Jahren.
So musste ich mich dann entweder mit Langsamladung und komischer Optik oder eben dem blöden Mietakku arrangieren, sonst würde ich heute noch Diesel fahren. Aber jetzt sind es doch schon 13 Monate und so schlimm ist Renault und Akkumiete dann auch nicht.
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Deef » Di 12. Jul 2016, 05:55

Ich habe bei Deinen Angaben auch gleich an den E-Up gedacht. Es gibt hier und da im Netz Angebote für unter 20k mit CCS-Buchse. Der Akku gehört dabei Dir. Die Garaniezeit ist doch ok bei VW.
Bei mir wurde es genau aus den gleichen Rechnereien ein LEAF Vorführer und keine Zoe, obwohl mir die Zoe eigentlich von der Größe her besser gepasst hätte. Leider habe ich mich jetzt an den Komfort und die Größe vom Leaf gewöhnt... :-)
Die angegebenen Händerpreise sind verhandelbar!
Gruß, Deef
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Think » Di 12. Jul 2016, 07:57

MJ007MJ hat geschrieben:
Schöner Leidensbericht Erich! Kann da mitfühlen und auch deinen Argumenten fast zu 100 % zustimmen.

Für mich wäre die Zoe auch das optimale E-Auto wenn nicht die überteuerte Batteriemiete wäre. Von der Größe als Zweitwagen (mit Kind), von der Reichweite (neues 240er Model) und vom Fahrkomfort völlig ausreichend. Ich würde max. 15000 km im Jahr fahren und müsste monatlich 86 EUR für die Batteriemiete zahlen. Natürlich kommt dann noch der Ladestrom dazu (etwa 40-50 EUR monatl. wenn nur zu Hause geladen würde). Ich würde umgeschlagen auf ca. 120 EUR im Monat kommen.
Mit meinem Diesel (Erstfahrzeug) komme ich großzügig gerechnet auf 90 EUR monatl. Dieselkosten (15000 km, 6,5 l/100 km, 1,10 EUR/l) und + Steuer = monatl. Gesamtausgaben: 115 EUR

Somit wäre die Zoe sogar etwas teurer im Unterhalt, als mein großes Dieselauto!

Somit kam ich zum Entschluss, dass ich erst ein mal mit der Anschaffung eines E-Autos warten werde und bei einem günstigen 30kWh Leaf oder Kia Soul EV zuschlagen werde. Zoe ist leider aufgrund der Batteriemiete ein NO GO!

Die Zoe würde sich doch viel besser verkaufen, wenn es die Batteriemiete nicht gäbe! Ich verstehe nicht, warum Renault da so an der Batteriemiete festhält. 2000-3000 EUR teurer, dann aber ohne Batteriemiete und viele würden zuschlagen!

Gruß

Michi


Bei diesem knappen Unterschied zum vorhanden Stinker dürfte der ZOE sogar letztendlich günstiger kommen im Unterhalt, denn Du hast nicht berücksichtigt dass Du beim ZOE sozusagen eine "Motorschadenversicherung" hast welche Dir beim Diesel fehlt....damit meine ich dass ein defekter oder stark nachlassender Akku kostenlos getauscht wird u.beim Diesel kommt im Gegensatz früher oder später eine teure Motor-Reparatur die Du selbst bezahlen musst...... :o
Bürstenlose Elektromotoren können ohne Materialfehler locker das Autoleben übertreffen........ :lol:
Ohnehin gibts am Stinker mehr Reparaturen als am Elektroauto was ich mittlerweile an meiner E-Karre mit 16 J. u. über 140tkm Laufleistung bemerkte, da ich bisher keinerlei Reparaturen am elektr. Antriebsstrang hatte(ausgenommen sind bei mir die alten NiCd-Akkus aber ich zahle ja auch keine Miete dafür......)
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Karlsson » Mi 13. Jul 2016, 13:15

Deef hat geschrieben:
Ich habe bei Deinen Angaben auch gleich an den E-Up gedacht. Es gibt hier und da im Netz Angebote für unter 20k mit CCS-Buchse.

Das ist ja das Drama. Das entsprach, als ich kaufte, den Kosten eines Zoe + 8 Jahre Akkumiete, da ist der E-Up dann schon 2 Jahre aus der Garantie raus. Dazu hat der Zoe mehr Reichweite, den schnellen Lader, Wärmepumpe und er ist größer. Die 8 Jahre Garantie sind zwar nicht wenig, trotzdem wäre mir Akkuersatz zum vertretbaren Preis wichtiger - wie beim Leaf.
Also meine Alternative wären Leaf (als unnötig großer Zweitwagen) oder Ampera (als zu kleiner Erstwagen ohne AHK) gewesen.
Der E-Up müsste schon günstiger als ein Leaf sein, zur Zeit ist der für mich vom Preis her fürs gebotene einfach raus.

Think hat geschrieben:
enlose Elektromotoren können ohne Materialfehler locker das Autoleben übertreffen........

Grundsätzlich richtig. Wenn Elektroautos genausi millionenfach bewährte Produkte wären...mein Zoe hat bei 25tkm aber schon einen neuen Motor bekommen und in den ersten zwei Jahren beim Vorbesitzer noch vielen anderen Kram. Bis jetzt noch alles auf Garantie, aber ob so ein Exot nach der Garantie dann im Alter billiger kommt als ein millionenfach gebauter Diesel....
Der Zoe Motor ist im übrigen auch nocht bürstenlos.

Think hat geschrieben:
Ohnehin gibts am Stinker mehr Reparaturen als am Elektroauto was ich mittlerweile an meiner E-Karre mit 16 J. u. über 140tkm Laufleistung bemerkte, da ich bisher keinerlei Reparaturen am elektr. Antriebsstrang hatte

Passt auf meinen Zoe bisher überhaupt nicht, was der alles schon neu gekriegt hat auf unter 30tkm...
Mein Corsa hatte nach 90tkm ein defektes Radlager, hat aber nichts mit dem Antrieb zu tun.

Nach 6 Jahren und 120tkm kamen dann die ersten größeren Geschichten. War über 11 Jahre aber auch echt überschaubar. Das meiste hatte mit dem Antrieb nichts zu tun, eher Fahrwerk, was beim E-Auto nicht anders ist.
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Tho » Mi 13. Jul 2016, 13:28

Beim Corsa meiner Freundin war gerade die Steuerkette im Eimer (7Jahre alt) und keine 100.000km.
Bei der Zoe war in 50.000km noch nicht eine Reparatur.
Renault Zoe Zen Q210 + Intens R90, S-Pedelec Grace MX,Tesla Model ≡ reserviert
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Flünz » Mi 13. Jul 2016, 13:50

Tho hat geschrieben:
Beim Corsa meiner Freundin war gerade die Steuerkette im Eimer (7Jahre alt) und keine 100.000km. ...

Kein Wunder, dass die Corsa so laut sind: Wenn da ein extra Eimer für die Steuerkette mitgeführt wird...
Zuletzt geändert von Flünz am Mi 13. Jul 2016, 18:10, insgesamt 1-mal geändert.
120 Kühe weniger ergeben 120 Kilometer mehr Reichweite :D (Q210 -> Q90 = 135km -> 255km)9,9KWp PV + 12KWh Sonnenbatterie
Håbt's Ihr de Gerddää gsäng? :lol:
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Karlsson » Mi 13. Jul 2016, 16:53

Die Steuerkette ist bei einigen Corsa Motoren ein Schwachpunkt. Wobei wir auch noch einen 1.0 haben (der ist besonders berühmt für die Steuerkette), der bald 11 Jahre wird und noch kaum echte Defekte hatte. War am Motor genau ein Öldruckschalter für 10€ und ein O-Ring für 1€. Am Fahrwerk war mal eine Buchse fällig, Auspuff ist noch der erste. Ach ja, 12V Akku nach 7 Jahren. Beim Zoe hab ich den nach Wartungsbuch ja schon nach 3 Jahren getauscht.
Wobei selbst die Steuerkette einen nicht in den Ruin treibt, wahrscheinlich im Gegensatz zu einem Ampera Akku, dessen Preis Opel mir ja nie mitteilen wollte.
Den Corsa repariert auch der Schrauber um die Ecke sonst billig. Für die Elektrokarren muss es immer eine Spezialwerkstatt sein, weil die Fachhhändler ja oft auch nicht ran dürfen oder selbst wenn sie dürfen nicht kompetent sind.
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Re: Einmal einen Stromer bitte... (ein Leidensbericht)

Beitragvon Majaleia » Mi 13. Jul 2016, 17:33

Kann man dir irgendwie die "Ladeangst" nehmen? ;)
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