Schnellladestationen - Anschlusskosten

Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon eMarkus » Di 11. Mär 2014, 15:29

Hallo liebes Forum,

Ich versuche immer noch mit guten Ideen und in der Hoffnung dass die Preise für die Ladesäulen fallen das deutsche CCS Problem zu lösen, hab das aber bisher nicht geschafft. :lol:

Heute gab es wieder einen Rücksetzer was die Installationskosten anbetrifft.

Das habe ich anhand der Preistabelle vom Versorger EnBW und der Ladestation Terra 53 von ABB analysiert. Die nimmt bis zu 125A Strom ab, kann dann gleichzeitig DC und AC laden, kann allerdings nicht gleichzeitig Chademo und CCS laden. Siehe auch den letzten Screenshot für die Spezifikation.

Möchten wir diese Station dann mit 160 Ampere anschliessen (um noch einen Puffer zu 125A zu haben), kostet das:
4700 Euro an den Versorger als Gebühr (siehe erste Tabelle)
2500 Euro fürs Verlegen vom Kabel (siehe zweite Tabelle, ich bin einfach von 10 Meter Kabellänge ausgegangen)
------------
7200 Euro nur für den Anschluss !

Möchten wir eine Station anschliessen, die gleichzeitig Chademo und CCS laden kann, und würden 200 Ampere benötigen, würde das kosten:
6300 Euro an den Versorger als Gebühr (siehe erste Tabelle)
2500 Euro fürs Verlegen vom Kabel (siehe zweite Tabelle, ich bin einfach von 10 Meter Kabellänge ausgegangen)
------------
8800 Euro nur für den Anschluss !

Das heisst wenn wir 5 Euro Gewinn pro Ladung machen würden, müssten im ersten Fall 1440 eAutos allein für die Anschlusskosten laden und im zweiten Fall 1760 eAutos allein für die Anschlusskosten !

Leider hat ein eAuto nur einen maximalen Kunden- Einzugsbereich wie die Reichweite ... selbst wenn wir alle i3, Nissan Sowieso und Renault Sonstnochwas mitzählen bräuchten wir da ganz Europa um nicht im finanziellen Disaster zu enden ...

Liebe Grüsse

eMarkus


Anschlusskosten.png


Anschlusskosten pro Meter.png


Terra 53 CJG.png
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Beitragvon achimha » Di 11. Mär 2014, 16:10

Diese Anschlussgebühren sind Wucher, da entsteht dem Versorger überhaupt gar keine Kosten, das ist nur eine seit Jahrzehnten etablierte Möglichkeit abzukassieren. Da niemand so etwas nachfragt außerhalb der Industrie, stört es auch keinen. Selbst um meinen Hausanschluss von 63A auf 80A aufzubohren (was nach Auskunft der EnBW nur den Tausch der Sicherung im Anschlusskasten zur Folge hätte) wollen die fast 500 €.

Was kostet diese ABB-Säule eigentlich?
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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon eMarkus » Di 11. Mär 2014, 16:31

Preise vom letzten Jahr sind hier:

infrastruktur/kosten-einer-oeffentlichen-dc-ladestation-t2299.html

Wenn man die Materialkosten sieht ist da noch kräftig Luft nach unten ... ich hoffe die gibt es in 3 Jahren für 10 000 Euro, was aber nicht passieren wird, wenn keine ernsthafte Konkurrenz und keine grössere Stückzahl in Serie gefertigt wird ...

Bei 10 000 Euro plus 10 000 Euro Fundament, Anschluss, Genehmigung etc ...also 20 000 Euro und 10 Leute die pro Woche laden kann man die in 10 Jahren abbezahlen ...
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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon Ampera » Di 11. Mär 2014, 16:57

Man müsste es wie bei Tesla machen. Die Händler von E-Fahrzeugen müssten jeweils eine Schnellademöglichkeit bei Ihrem Firmensitz aufstellen und öffenlich zur Verfügung stellen. Wie es in der Schweiz auch schon gemacht wird. Leider nicht alle Händler stellen Ihre Schnellademöglichkeit öffenlich zur Verfügung. Wenn jeder E-Fahrer 1000 oder mehr Euro mehr für sein Fahrzeug zahlt. wäre das schon die halbe Finanzierung und wir hätten ein flächendeckendes Netz von Schnellademöglichkeiten. Die Supercharger von Tesla werden sicher auch von den Kunden mitfinanziert. Oder glaubt Ihr Tesla verschenkt da Geld. ;)
Gruss Joe

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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon mlie » Di 11. Mär 2014, 17:26

Die Anschlussgebühren sind durchaus sinnvoll, denn davon wird bei Bedarf der nächtgrößere Trafo und sonstiger Netzausbau finanziert. Euer Stromnetz endet nicht am Bürgersteig!
Dass es bis 50A nix kostet liegt daran, dass ein Privathaushalt in der Regel gar keine große Dauerlast hat und man sich das so ein wenig schönrechnet, weil eigentlich pro Anschluss eher nur 3x25A bereitgestellt werden.

Die Säule liesse sich doch schön mit 125A absichern, spart ja ein paar Euros und lässt sich später, bei echtem Bedarf problemlos hochstufen. Die 22kW Option lässt sich über eine Wallbox am nornmalen Haushaltsstrom günstiger darstellen...

Ich wollte 2008 mal 3x400A Hausanschluss für eine Kompressorenstation haben, das Angebot war wirklich nicht schlecht, aber hat mich dennoch von den Socken gehauen...

Also kein leichter Weg zur Schnelladung, da müsste man einen Industriebetrieb in der Nähe finden, der noch Reserven hat...
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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon kai » Di 11. Mär 2014, 19:05

Hi Leute,

wenn dann gleich mit schnellem AC Laden dazu -> 43kw AC.
Dann hat auch jede Lademöglichkeit ihr festes Kabel.

Bei 22kw muss der Fahrer sein Kabel dabeihaben (unpraktisch für ne Autobahntanke )

http://www05.abb.com/global/scot/scot34 ... CJ-CJG.pdf

Ansonsten bin ich absolut bei Euch: 500 Stück in D und gut ist.
Wie ich unsere Politiker kenne, landen 380 in Großstädten und 20 an den Autobahnen / Feriengebieten.
Hamburg will ja alleine 70 Stück.

Gruß

Kai
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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon mlie » Di 11. Mär 2014, 19:52

Na ja, irgendwo muss man ja Geld für Leuchtturmprojekte versenken. Es ist natürlich hochgradig sinnvoll, 30 Schnellader im Umkreis von 40km zu haben, aber bis zum nächsten "Leuchtturm" 150km Abstand ohne Schnellader zu lassen... :?

Ansonsten, wer schon mal unter einem Leuchtturm stand - ringsum ist alles hell, untendrunter ists duster.
Warum macht man das mit den Ladesäulen nicht genauso, um jede Ladesäule einen Zirkelstrich mit ~50km Radius, und darauf die nächsten Schnellader, das sollte doch bundesweit zu schaffen sein...
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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon meta96 » Di 11. Mär 2014, 22:53

Hallo eMarkus,

weiss nicht, wie es bei Euch in D ist. Bei uns müsstest Du einmal beim eVersorger persönlich vorsprechen, bei kleineen Anlagen können die Anschlussgebühren auch schnell "inoffiziell" kleiner werden, weil bis dato auch noch niemand wirklich an die Elektromobilität gedacht hat. Wenn du Ihnen einfach so mit der Leistung kommst, glauben sie, du bist ein Großbetrieb, da sind dann 5.000€ eh nix. Im Notfall musst Dich nach oben hanteln, d.h. vom Vorgesetzten zum nächst höheren Vorgesetzten ...
... 100% Garantie gibt's keine, weil es Orte/Gebiete gibt, wo sie wirklich nicht wollen.
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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon kai » Mi 12. Mär 2014, 11:57

Hi,

gerüchtehalber sollen die 70 CCS in Hamburg zusätzlich mit AC Ladung ausgestattet werden.

-> Aber nur einphasig mit 3,7kw <-

Mal sehen ob das wirklich stimmt, wäre fantastische Lobbyarbeit der deutschen Autobauer.

Gruß

Kai
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Re: Schnellladestationen - Anschlusskosten

Beitragvon Mike » Do 13. Mär 2014, 11:11

Ähhhh, wozu braucht man 70 CCS in Hamburg ???? :shock:

Ziehen alle i3 Fahrer nach Hamburg um :?:
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