Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdauer?

Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdauer?

Beitragvon iWalter » Fr 7. Mär 2014, 16:31

Gestern wurde in einem anderen Thread http://www.goingelectric.de/forum/bmw-i3/uebergabe-i3-frankfurter-ring-muenchen-t3821.html
ein interessanter Link gepostet in dem ein Tester seine Langzeiterfahrungen mit dem Akku in einem ActiveE mitteilt. http://www.bmwblog.com/2013/04/25/understanding-battery-capacity-loss/
Dieser Artikel hat neue Überlegungen bei mir angeregt, ob und wie man die Akkulebensdauer beim i3 per "individuellem Lademanagement" möglichst hoch halten kann.

Wie bekannt ist, ist es für Li-Ion Akkus besser, wenn sich ihre Ladung über die Lebensdauer möglichst lange im Bereich zwischen Hausnummer 20-80 % Ladung befindet. Tiefentladungen und Volladung über lange Zeit in denen das Fahrzeug nicht benutzt wird sollen weitgehend vermieden werden.
Mir ist durchaus bewusst, dass es das i3 Akkumanagement ohnehin nicht zulässt die volle Bandbreite der verbauten Akkukapazität zu nutzen - keine Tiefentladung und auch keine Volladung bis zur Maximalkapazität zulässt und somit den Akku in einem Bereich hält, der den Alterungsprozess verlangsamt.
Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass es besser für den Akku ist, wenn ich ihn nicht jede Nacht voll lade, gerade wenn ich weiß, dass die verbliebene Kapazität für die Fahrten am nächsten Tag noch locker reicht.
Bei unserem sehr regelmäßigen Fahrprofil könnte ich mir vorstellen, dass vermutlich 2 Volladungen pro Woche reichen.

Ich stelle mir das so vor: Jeden Tag nach Rückkehr in die Garage wird der i3 an die Ladebox gesteckt. Die Ladebox ist per Steuerung aktiviert und beginnt sofort oder zu einer bestimmten Uhrzeit zu laden. Der Stromzähler überwacht die Stromaufnahme. Bei etwa 80% Ladung sinkt der Ladestrom ab, wenn er eine bestimmte Stromstärke unterschreitet deaktiviert die Steuerung die Ladebox, und der Ladevorgang wird unterbrochen, die Vollladung nicht erreicht. An zwei ausgewählten Tagen pro Woche aber, am besten an denen wo am nächsten Tag volle Kapazität gefragt ist, wird die Ladung nicht unterbrochen sondern voll geladen.
Für die täglich geplanten Abfahrtstermine wird die Ladebox rechtzeitig aktiviert um die Vorkonditionierung aus dem Netz durchführen zu können.

Jetzt meine Frage an die Experten in der Runde:
Ist es schädlich für die Lebensdauer des Akkus die Ladung vor Vollladung abzubrechen und soll man wenn man lädt immer Vollladen?
Was meint Ihr zu meiner Theorie vom individuellen Lademanagement?
Interessant - verbesserungswürdig - sinnlos
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon TeeKay » Fr 7. Mär 2014, 16:45

Schädlich ist das Vermeiden von Vollladungen sicherlich nicht. Im Gegenteil ist es für die Batterien am besten, wenn die Extrema bei 0 und 100% SOC möglichst oft und möglichst weit entfernt bleiben. Allerdings ist es für eine Batterie besser, von 100% auf 20% als von 80% auf 0% entladen zu werden.

Das Balancing findet aber nur bei Vollladungen statt. Machst du nie eine Vollladung, werden die Zellen auseinanderdriften. Deshalb steht zum Beispiel in der Anleitung vom C-Zero, dass man mindestens alle zwei Wochen einmal Vollladen soll, bis das Auto die Ladung von sich aus beendet.
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon NixNutzz » Fr 7. Mär 2014, 18:51

iWalter hat geschrieben:
[...]Ich stelle mir das so vor: Jeden Tag nach Rückkehr in die Garage wird der i3 an die Ladebox gesteckt. Die Ladebox ist per Steuerung aktiviert und beginnt sofort oder zu einer bestimmten Uhrzeit zu laden. Der Stromzähler überwacht die Stromaufnahme. Bei etwa 80% Ladung sinkt der Ladestrom ab, wenn er eine bestimmte Stromstärke unterschreitet deaktiviert die Steuerung die Ladebox, und der Ladevorgang wird unterbrochen, die Vollladung nicht erreicht. An zwei ausgewählten Tagen pro Woche aber, am besten an denen wo am nächsten Tag volle Kapazität gefragt ist, wird die Ladung nicht unterbrochen sondern voll geladen.
Für die täglich geplanten Abfahrtstermine wird die Ladebox rechtzeitig aktiviert um die Vorkonditionierung aus dem Netz durchführen zu können. [...]


Diese Vorgehensweise ist nach meinem Verständnis optimal. Duch die "flache" Ladung werden die Zellen so wenig wie möglich gestresst. Die Vorkonditiononierung am Netz schafft auch optimale Bedingungen und optimiert die Reichweite. Ab und zu würde ich auch mal auf 100% laden, wegen dem Balancing.
Den angesprochenen Link habe ich gepostet. Ich fand daran sehr interessant, dass die Akkukapazität nach 1.000 Ladezyklen nur 8% nachgelassen hat. Ich glaube aber kaum, dass Tom die Zellen so vorsichtig behandelt hat, wie Du es vorhast. Offenbar ist dass Akkumanagement bei BMW so gut, dass man sich eigentlich keine Gedanken machen muß.
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon BattGuy » Fr 7. Mär 2014, 19:36

Das Verhalten wie eine Zelle in Abhängigkeit von SOC, Temperatur altert hängt von der verwendeten "chemischen" Mischung ab.
Kann man nicht generell sagen und vergleichen. :!:
Am Besten Hersteller fragen....,
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon iWalter » Fr 7. Mär 2014, 19:59

Ja, Danke NixNutzz für den nutzzlichen Link. ;)
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon Greenhorn » Fr 7. Mär 2014, 20:17

Meint ihr denn, das die Hersteller wirklich die volle Kapazität angeben.
Ich könnte mir vorstellen, dass die die 20% nach oben sowieso in Reserve haben. Zum einen um auf der sicheren Seite zu sein, was ihre Garantien angeht und auf der anderen Seite zum chinchen. Sollte mal ein Kunde kommen und sagen: schau mal meine Anzeige, mir fehlt trotz Volladung Kapazität, geht es ab in die Werkstatt und es wird von der Reserve was freigegeben.
Das ganze heißt dann wahrscheinlich, wir haben ihren Akku einem refresh unterzogen, nun ist er wie neu.
Gruß Bernd
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon Twizyflu » Fr 7. Mär 2014, 20:30

Beim ZOE ist das ja so.
Er hat 25900irgendwas (26 kWh) Akkukapazität, aber nur 22kWh können wir nutzen.
Das heißt die 100% SOC (100% Ladung), die der ZOE einem anzeigt sind die 22 kWh (wenn überhaupt).
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon mlie » Fr 7. Mär 2014, 20:52

Bei Laptops gibt es doch auch die Option "Batterieschonung - nur 80% laden". Also wäre doch beim i3 so eine Option auch nicht verkehrt, wenn man die Reichweite nicht benötigen sollte. würde die Bastelei mit der Wallbox ersparen.

Für mich wäre das nix, ich rufe ja nicht umsonst nach einem größeren Akku (damit ich den nicht ca jeden dritten Tag auf 1-6% runterfahren muss, trotz Zwischenladung).
Aber ich kann mir vorstellen, dass es Leute gibt, die nur mal kurz zum Kindergarten, zum Briefkasten und zum Fleischer fahren und dann wieder den halben Tag im Homeoffice rumstehen - da wäre die 80% Option vielleicht brauchbar.

Ansonsten vertraue ich aber auf das BMS meines Autos, dies wird den Akku schon in der gegebenen Situation korrekt und sinnvoll behandeln. Ich für meinen Teil kann nicht auf den Akku achten, da ich wirklich jedes % SOC dringend brauche, und dann ist der eben von 100% auf nahe 0% entladen bei meiner normalen Benutzung. Ich kann ja nicht mitten im Wald halten, einen Dieselgenerator rauspacken und dem Akku 10% SOC dazugeben, weil es dem Akku gut tun KÖNNTE.
Leider gibt es keinen kleinen REX für den Kangoo, beim i3 habt ihr aber wenigstens diese Option.
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon Twizyflu » Fr 7. Mär 2014, 20:59

Bei meinem Laptop ist es eine 50% Grenze
"Maximale Akkulebensdauer" nennt sich das. Ist ein Lenovo Laptop.

Er ist jetzt 2 Jahre alt, ich hatte diese Funktion an, aber seit einiger Zeit nicht mehr.
Ich benutze es eigentlich zu 99% nur mit Netzkabel:

Tjo und laden tut er nur mehr bis 99%. 100% Volladen tut er seit einiger Zeit nicht mehr.
Aber das ist ein Laptop, ein Verschleißteil geringen Wertes. Der wird alle 4 Jahre sowieso ersetzt und solang hält er das schon aus :)
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Re: Nicht immer Vollladen für eine längere Batterielebensdau

Beitragvon green_Phil » Mo 10. Mär 2014, 09:50

So viele Sorgen um den Akku im i3 mache ich mir auch nicht. Er ist netto auf 18,8 kWh beschnitten, brutto hat er 22 kWh, d. h. man nutzt nur 85,5% des Akkus. Vergleichbar also mit dem Li-Ionen-Akkus für's Basteln, die ich ja im Normalfall mit 100% Leistung benutze und nur aus Alterungsgründen auf 80% beschränken kann.
Im i3 sind also 100 % nicht 100% und 0% nicht 0%. Alles gut.
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