AC 7.4 kW Ladung und PV

AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon JuergenII » Di 20. Mai 2014, 18:01

Mal eine Frage an die Spezialisten unter uns:

Wenn ich mit PV Strom den I3 laden will brauche ich doch eine Einspeiseleistung von mindestens 22,2 kW (3 Phasen á 7,4 kW), damit der i3 seinen Strom beziehen kann. Was aber passiert mit den restlichen 14,8 kW der anderen zwei Phasen?
Das gleiche Spiel läuft doch auch mit den 4,6 kW ab. Da bräuchte ich doch auch 13.8 kW Leistung vom Dach.
Anders sähe es ja nur aus, wenn ich einen DC Lader hätte, der aus 3-Phasen AC Gleichstrom generiert. Dann würden ja auch schon knapp 8 kW Einspeiseleistung ausreichen.

Stimmt das so?

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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon Hasi16 » Di 20. Mai 2014, 18:27

JuergenII hat geschrieben:
Stimmt das so?


Nein, die Stromzähler saldieren die drei Phasen.

edit: Schau mal hier unter "Maximaler Eigenverbrauch":
http://www.sma.de/produkte/batterie-wechselrichter/sunny-island-zur-eigenverbrauchsoptimierung.html

Viele Grüße
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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon JuergenII » Di 20. Mai 2014, 18:38

Hasi16 hat geschrieben:
Nein, die Stromzähler saldieren die drei Phasen.

Danke für die schnelle Antwort. Bei dem Beispiel geht es ja um einen Strompeicher. Wie sieht es aber mit den normalen 3-phasen Wechselrichtern aus? Und wie verhält sich die Schieflast, wenn da vom Dach sagen wir mal 8 kW ins Hausnetz eingespeist werden?

Stehe da noch auf der Leitung. Antwort auch gerne mittels PM.

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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon Hasi16 » Di 20. Mai 2014, 18:49

JuergenII hat geschrieben:
Bei dem Beispiel geht es ja um einen Strompeicher. Wie sieht es aber mit den normalen 3-phasen Wechselrichtern aus? Und wie verhält sich die Schieflast, wenn da vom Dach sagen wir mal 8 kW ins Hausnetz eingespeist werden?

Der EVU wird nicht zulassen, dass du Wechselrichter mit einer zu großen Schieflast installierst. Daher sind die Wechselrichter für große Anlagen heute fast immer dreiphasig - es geht von ihnen also keine Schieflast aus.

Deine 22 kW- oder 7,4 kW-Wallbox ist davon unabhängig zu sehen - da gab es ja schon viele Diskussionen hier im Forum, man braucht auf jeden Fall das Okay des EVU.

Der Hauptzähler saldiert immer, so dass es sein kann, dass auf zwei Phasen jeweils mehrere kW rausgehen, und auf einer Phase Strom bezogen wird. Der Zähler verrechnet das aber, so dass das Energiespeicherbeispiel von SMA auch passt. Die gleiche Situation entsteht ja auch, wenn man eine kleine Solaranlage mit einem einphasigen Wechselrichter hat und z. B. der Herd läuft.

Viele Grüße
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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon energieingenieur » Di 20. Mai 2014, 18:52

Wenn du technisch betrachtet den i3 zu 100% mit den Elektronen laden willst, die von deiner PV-Anlage kommen, dann brauchst du tatsächlich mindestens 3x7,4kW = 22,2kW PV-Anlage und bestes Wetter. Den Überschuss musst du anders verbrauchen oder ins öffentliche Netz einspeisen.

Bilanziell kannst du aber den i3 natürlich auch nur mit einer 7,4kW-PV-Anlage (3 Phasen zue je 2,5kW) laden. Das sieht dann so aus:
Die PV-Anlage liefert auf L1, L2, L3 jeweils 2,5kW
Der i3 fordert von der L1 7,4 kW ab.
Das bedeutet (technisch), dass die L1 5,0kW aus dem Netz zieht, damit der i3 mit 7,4kW an L1 laden kann.

Gleichzeitig speisen L2 und L3 jeweils 2,5kW von deiner PV-Anlage ins öffentliche Netz ein.

Da der Stromzähler die Summe bildet, bewegt er sich trotzdem nicht. Bilanziell hast du deinen i3 dann zu 100% mit dem von dir erzeugten Strom geladen.
Rein technische betrachtet hast du den i3 mit 2,5kW von der Anlage und 5,0kW aus dem öffentliche Netz geladen. (Zeitgleich aber eben auch 5,0kW PV-Strom ins Netz eingespeist.)
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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon bm3 » Di 20. Mai 2014, 19:49

Sehr schön erklärt :D
In jedem Fall verringert eine einspeisende PV-Anlage also die Belastung des Netzes und die Schieflast. Der richtige Weg um den PV-Strom aber wirklich im Gebäude zu belassen wäre die Einspeisung der PV-Leistung auf der Phase auf der sie auch vom Auto bezogen wird . Da geht die momentan praktizierte Eigenverbrauchs-Philosophie mit über alle 3 Phasen saldierendem Zähler dann auch noch etwas daran vorbei. Bei Autos mit Drehstrom-Ladern und PV-Anlagen mit Drehstrom-Wechselrichtern passt es dagegen schon bestens.

Viele Grüße:

Klaus
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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon Hasi16 » Di 20. Mai 2014, 19:57

bm3 hat geschrieben:
In jedem Fall verringert eine einspeisende PV-Anlage also die Belastung des Netzes und die Schieflast. Der richtige Weg um den PV-Strom aber wirklich im Gebäude zu belassen wäre die Einspeisung der PV-Leistung auf der Phase auf der sie auch vom Auto bezogen wird . Da geht die momentan praktizierte Eigenverbrauchs-Philosophie mit über alle 3 Phasen saldierendem Zähler dann auch noch etwas daran vorbei.

Das Netz wird bestimmt entlastet, weil der Strom nicht weit transportiert werden muss, aber mit der Schieflast hat das wenig zu tun.
Da ein Auto sicher nur eine geringe Anzahl von Stunden lädt, die Photovoltaikanlage aber immer läuft, wenn die Sonne scheint, ist ein einphasiges Einspeisen sicher kontraproduktiv.
Warum der saldierende Zähler nichts mit der Eigenverbrauchs-Philosophie zu tun hat ist mir rätselhaft. Wenn man sich mal von der romantischen "alle eigenen Elektronen sind im Tank"-Vorstellung trennt, dann wird man schnell feststellen, dass es auch noch andere Haushalte gibt, die am Netz angeschlossen sind. Und die mathematische Gleichverteilung besagt dann wieder, dass die allgemeine Schieflast schon nicht so schlimm sein wird, weil irgendwo auf einer anderen Phase gleichzeitig ein anderes Auto lädt.
Ist sicher nicht so schön erklärt, stimmt mathematisch aber.

Viele Grüße
Hasi16
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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon Spüli » Di 20. Mai 2014, 20:00

Oder Du baust eine Anlage mit 5-6kWp mit der 70% Regel. Dann kannst Du zumindest 4,6kW vom eigenen Dach abdecken.
Das Ganze dann am Besten als Ost-West-Anlage um eine lange Abdeckung zu bekommen.

Ein Auto sollte man nicht über einen Speicher laden. Dieser hat meist einen Wirkungsgrad von 80-85%. Du hast also doppelte Verluste und liegst damit über den derzeitigen Bezugspreisen.
Gruß Ingo
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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon Hasi16 » Di 20. Mai 2014, 20:07

Spüli hat geschrieben:
Ein Auto sollte man nicht über einen Speicher laden. Dieser hat meist einen Wirkungsgrad von 80-85%. Du hast also doppelte Verluste und liegst damit über den derzeitigen Bezugspreisen.

Ich hab's mal durchgerechnet - ohne EAuto: Trotz täglichem nächtlichem Verbrauch von 10 kW selbst im Hochsommer ist ein Speicher nicht wirtschaftlich zu betreiben. (bei einer Vergütung von ca. 14 Cent)
"Normale Angestellte" haben ja leider nicht die Möglichkeit am Tag zu Laden...
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Re: AC 7.4 kW Ladung und PV

Beitragvon Spüli » Di 20. Mai 2014, 20:23

Das ist auch ganz schön viel Holz. Bei 3kW lässt sich das schon viel eher darstellen. So ein Speicher bleibt auf jeden Fall eine schlecht zu kalkulierende Sache.
Habe bei mir ein Sundepot mit 24V/420Ah das hoffentlich lange hält. Bin damit von März bis Oktober autark, so lange ich nicht versuche Nachts das Auto zu laden. Meinen Wagen lasse ich derzeit mit 2-5kW tagsüber laden. Regeln muss ich das derzeit aber noch per Hand. Mit 3kW auf einer Phase über den Ziegel geht das ganz gut auch wenn andere Verbraucher wie Wasch-und Spülmaschine tagsüber laufen sollen.

Heute habe ich übrigens 50kWh vom Dach bekommen von denen ich 12 im Smart versenken konnte. Über 30kWh wurden noch ins Netz geschoben.
Gruß Ingo
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