3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon mlie » Di 19. Aug 2014, 12:22

Wäre ja auch unverschämt, wenn der bereits beim Neubau des Hausanschlusses bezahlte Netzausbau auf einmal auch tatsächlich stattfinden muss und kein Geld mehr für die Aktionäre übrig bleibt. Abgesehen davon muss man nicht mit 22kW laden, aber es ist gut, wenn man das bei Bedarf (Urlaub, Termindichte) kann!

Momentan ist es einfach so, dass die Onboardladegeräte der Hersteller, die den Kundenwunsch kapiert haben, sehr viel zuverlässiger sind als die DC-Säulen, die mehr oder weniger ungeplant zufällig irgendwo rumstehen. Und wenn das Onboard-Gerät kaputt ist, wird man sich ASAP um die Reparatur kümmern, bei einer Ladesäule ist die Motivation des Betreibers derzeit nicht ganz so hoch. Von den zugangsmodalitäten mal abgesehen.
Beim zukünftigen Autokauf betrachte ich DC-Lademöglichkeiten (ausser Tesla SC) jedenfalls bis 2020 als nicht existent, also muss das Auto 22kW onboard haben. DC spielt seine Vorteile aus bei 50 oder 100kW in Verbindung mit größeren Akkus, und die werden garantiert kommen, auch beim i3 und seinen Nachfolgern, denn der Weg weg vom Elektroauto ist nicht mehr möglich. Da kann man nur noch mitspielen oder vom Markt verschwinden.

Und mit CCS braucht man sogar nur eine Buchse, AC zum reinen Aufladen und CCS zum Smartgrid/Smarvehicle/Grid2car oder wie auch immer das im Marketingdeutsch heisst. Dann wären wir von den klobigen Scheisdemosteckern erlöst und haben mit Typ2 und CCS Hausfrauentaugliche Lademöglichkeiten bis 100kW.

BMW wäre gut beraten, WENIGSTENS die Option auf ein echtes Ladegerät anzubieten, es gibt ja wohl doch den einen oder anderen Kunden, der nicht neben einer CCS Säule wohnt und der mit dem jetzigen Havarieladegerät nicht glücklich wird...
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon lingley » Di 19. Aug 2014, 13:30

chris_bonn.de hat geschrieben:
... Was soll ich sagen? ... Da ist mir die Kinnlade runtergefallen: Beim Laden! Smart mit 22,2kW an der Uhr! Drei mal so schnell wie mein unkastrierter i3! 6 mal so schnell wie der i8!!! Ich war voll im Geschwindigkeitsrausch beim Glotzen auf den Stromzähler.


So ist es, wenn man mal 3ph >=22 genascht hat ... 8-)
Was hat man mich angefeindet als ich postete "11kW? Die Säulen fahre ich gar nicht mehr an!"

Nun kann man Euch nur wünschen das dass mal Realität wird mit AC 3ph.
Aber ... ich denke das wird genauso ausgehen, wie die 350km Akku Nachrüstoption beim ZOE 1 :cry:
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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon TeeKay » Di 19. Aug 2014, 13:39

@chris_bonn.de: Du unterstellst, dass mit den aktuellen Batteriegrößen jemals eine Rentabilität für CCS über reine Stromverkäufe erreicht werden kann. Das bezweifle ich. Zudem unterstellst du, BMW und VW würden den Aufbau einer CCS-Infrastruktur geplant und mit dem Ziel des rentablen Betriebes betreiben. Auch das ist erkennbar nicht der Fall.

Zur Rentabilität: Entweder du nimmst so hohe Preise, dass kaum noch einer laden kommt oder du nimmst Preise, die noch akzeptiert werden, schaffst dann aber selbst bei sehr guten Auslastungen niemals den Breakeven. Nehmen wir mal einen Aufpreis von 10 Cent auf den Haushaltsstrompreis an, dann must du schon für Abschreibung und Wartung der ABB-Säule rund 50.000kWh pro Jahr verkaufen, wenn die Säule 10 Jahre halten sollte (was noch bewiesen werden muss).

Dann hast du aber weder den Netzzugang bezahlt, noch die Kapitalkosten erwirtschaftet, noch einen Gewinn. 50.000kWh pro Jahr bedeuten bei einer durchschnittlichen Ladung von 10-15kWh 3333-5000 Ladevorgänge. Also 9-14 pro Tag. In Norwegen werden Schnelllader an guten Standorten derzeit 4x, in den Niederlanden 2 pro Tag genutzt. Du must also norwegische Verhältnisse nehmen, um den Faktor 2-3,5 steigern und bist immer noch nicht beim Break Even.

Kurzum, es geht nicht. Ob VW und BMW da nun Schnarchlader oder beschleunigte Lader in ihre Fahrzeuge einbauen, spielt keine Rolle. CCS Infrastruktur bleibt bei den aktuellen Batteriegrößen ein Zuschussgeschäft.

Das ändert sich erst, wenn pro Ladung und gleicher Zeit zum Beispiel 50kWh abgegeben werden. Die enormen Fixkosten verteilen sich dann auf wesentlich mehr kWh, was niedrigere Preise oder höhere Deckungsbeiträge für den Betreiber bedeutet.
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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon JuergenII » Di 19. Aug 2014, 13:44

ulmerle hat geschrieben:
Und wieder ist die Ladetechnik der Schlüssel zum Erfolg!

Interessante, aber nicht haltbare These, zumindest in Deutschland. Wenn die 3-phasen Lader so essentiell sein sollten, verstehe ich nicht, warum der Zoe mit lächerlichen 555 Verkäufen in Deutschland dahindümpelt? Ausgerechnet die sogenannten "Schnarchlader" führen die Absatzstatistik an. Und der Smart ist nur bedingt aussagefähig, da die meisten Einheiten in Carsharing Unternehmen landen.

Im Regelfall reicht den Käufern dieser Fahrzeuge die hauseigene Steckdose, auch wenn das für die penetrante Zoe Gemeinde nicht nachvollziehbar ist. Die Zukunft wird DC sein - auch im häuslichen Bereich. Und da reichen für die heutigen und auch zukünftige EV's (Reichweite bis 350 Km) ganz normale 32 A DC Stationen.
Noch sind die zwar teuer, aber die Preise werden fallen. Und DC Stationen haben gewaltige Vorteile: Die komplette Ladeelektronik steckt bereits in denen und man spart sich das in den einzelnen EV's.

Ist natürlich ein Alptraum für Fahrzeuge, die nur mit veralteten AC Ladern ausgestattet sind.

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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon endurance » Di 19. Aug 2014, 13:47

Der Absatz ist stark Image getrieben.

Fuer mich ist 22kw Ladung zur zeit aber extrem hilfreich. 11kw ac und vernünftiger DC Ausbau ist auch ok und evtl ein guter Kompromiss. Langfristig finde ich rein DC sinnvoller.
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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon NotReallyMe » Di 19. Aug 2014, 13:50

green_Phil hat geschrieben:
Wenn sich BMW schon entschieden hat, weshalb schreiben sie dann, dass sie es noch nicht haben? Da liegt irgendwo ein Fehler... Also alles wie bisher: Die Zukunft ist unbekannt, man kann fast gar nicht planen.


Warum sollten sie denn schreiben, daß es dafür keine Chance gibt? Das wäre vom Marketing ungeschickt, und diese Aussage kostet sie ja nichts. DIe Fakten lassen sich aber nicht verleugnen, es wird für den aktuellen I3 keine 3phasenladung geben. Keine Chance. Deshalb muss BMW den CCS Ausbau forcieren, das ist ihre Pflicht und das müssen wir einfordern.
Zuletzt geändert von NotReallyMe am Di 19. Aug 2014, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon TeeKay » Di 19. Aug 2014, 13:55

i3 und VW werden gekauft, weil sie deutsch sind und die Nutzer derzeit meistens nicht diejenigen sind, die entscheiden. Genutzt werden sie derzeit vor allem von Flotten- und Projektfahrern, die das Ding vorgesetzt bekommen, weil es aus Deutschland kommt. Ich traf letztens erst einen solchen Flottenfahrer, der davon überzeugt und nicht abzubringen war, dass sein E-Up in 2-3h vollgeladen hätte. Die wissen nichtmal, was sie da fahren und können es auch gar nicht wissen, weil sie die Fahrzeuge vom Arbeitgeber aufgedrückt bekommen und nur um kleinen Umkreis bewegen.

Ich hab bis jetzt noch keinen der so oft gekauften elektrischen VWs gesehen, der nicht in irgendeinem Förderprojekt oder für ein Stadtwerk bzw. Autohaus fuhr. Wer privat kauft, kauft wohl eher günstig (Drilling, Botschafter-Leaf, Smart) und/oder schnell (Zoe). Wirf mal einen Blick in die GE-Garage.

Bei Zulassungszahlen von wenigen hundert im Monat ist es zudem verfrüht, Mutmaßungen darüber anzustellen, welches Fahrzeug nun erfolgreich ist und welches nicht. Die sind alle unerfolgreich und die Verkaufsbemühungen sind bei allen Herstellern mehr schlecht als recht.
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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon endurance » Di 19. Aug 2014, 14:02

Nicht ganz richtig zumindest beim i3 ist der Privatanteil sehr hoch.
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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon e-beetle » Di 19. Aug 2014, 14:34

Zur Rentabilität: an einem Liter Benzin oder Diesel verdient der Tankstellenpächter auch nicht seinen Unterhalt.
Wenn Du dort einen Stickers oder Deine Morgensemmel und den Kaffee kauft, hat er mehr von Dir.
Und nun stell Dir mal vor, die kommen nicht nur zum Bezahlen zu Dir, sondern müssen mindestens eine halbe Stunde rumkriegen … da ist sicher noch einiges an Potential.

Zum Stand heute bin ich auf der Durchreise auch bereit einen deutlich höheren Obolus zu zahlen, damit ich überhaupt von A zum weit entfernten B komme.
In Dänemark bei clever.dk z.B. 80ct - 88ct / kWh.
Die "Zu Hause Lader" werde ich natürlich nie an meiner Säule sehen, aber um die geht es in der Regel auch nicht.

Nun aber wieder zum 3-Phasen BMW zurück :-)

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Re: 3-Phasen-Laden: BMW kann sich nicht entscheiden

Beitragvon eDEVIL » Di 19. Aug 2014, 15:27

JuergenII hat geschrieben:
Im Regelfall reicht den Käufern dieser Fahrzeuge die hauseigene Steckdose, auch wenn das für die penetrante Zoe Gemeinde nicht nachvollziehbar ist. Die Zukunft wird DC sein - auch im häuslichen Bereich. Und da reichen für die heutigen und auch zukünftige EV's (Reichweite bis 350 Km) ganz normale 32 A DC Stationen.
Noch sind die zwar teuer, aber die Preise werden fallen. Und DC Stationen haben gewaltige Vorteile: Die komplette Ladeelektronik steckt bereits in denen und man spart sich das in den einzelnen EV's.

Ob ich nun 32A DC, also je nach Akkuspannung 10-13KW, ortsgebunden zu hause installieren oder es gleich in meinem Fahrzeug habe, macht aber nicht den Unterschied. Klar ist es zu hause etwas günstiger, weil der platz nicht so eine Rolle spielt, aber dafür wird wieder ein Gehäuse benötigt.

Gerade zu hause brauchen viele Wirklich nicht mehr als 3,6KW. ich selbst lade in 95% der fälle mit Schuko 2,3KW - der Wagen steht ja eh meist herum und kann sich ganz gemütlich voll laden. Vom Ansatz der Ladung mit Sonnenstrom wäre aber zumindest die 6,6KW vom EU-Leaf besser, weil mein PV-Strom nun mal ungleichmässig verfügbar ist und ich bei herrlichen Sonnenschein unnötig auf die 3,6 KW beschränkt bin.

Unterwegs kann es nicht schnell genug gehen und solange die DC-Technik mit 50KW nicht 5K EUR kostet, wird das auch nicht ohne Förderung aufgestellt, weil Verlustgeschäft. Ein 43KW AC Säule ist für 2-3K EUR machbar und somit deutlich rentabler, wenn es nicht nur ein Fahrzeug gäbe, das diese voll nutzen kann.

Zum Zoe ist noch zu sagen, das die Akkumiete nicht wenige abschreckt. großer Kritikpunkt aus meiner Sicht ist die fehlende geteilt klappbare Rückbank. Trotzdem bin ich kurz davor meinen Leaf abzugeben und mir eben so ein Anno 2014 fernreisetaugliches Elektroauto zu zulegen, da ich es satt habe, darauf zu warten, das es irgendwann mal eine flächendeckende DC-Infratruktur gibt. Ich würde den zoe sogar nehmen, wenn ich meine Fenster per Hand kurbel müßte. :evil: :evil:
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