Preis i3 ohne Carbon?

Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon Super-E » Fr 26. Jan 2018, 14:30

Man verwendet normalerweise nur Einzelteile aus Kohlefaser.Ddas macht nicht nur BMW. Aber der i3 wurde ja praktisch als Forschungsplattform für Kohlefaser und Elektro entwickelt von dem auch andere (konventionelle) Fahrzeuge profitieren sollen. Das war damals ein gewichtige Begründung vor den Aktionären. Dadurch wurden auch alle Entwickungs- und Investitionskosten als "Forschungsausgaben" abgeschrieben und belasten nicht mehr das Programm, welches sich ohne den Rucksack halbwegs selber trägt.

Anmerkung: Die Fertigung mit Fahrgestell und nicht tragender Zelle ist zudem über 50k Stück nicht wirtschaftlich. Das heißt von dem Konzept muss man sich eh verabschieden.

Die Frage ist aber - Hätten sich denn genau so viele Kunden gefunden so viel Geld für einen BMW Kleinwagen aus Blech auszugeben? Sprich, man hätte dann das eingesparrte Geld durch eine Preissenkung auch wieder verloren. Zudem hätte man aber nicht den Erfahrungsgewinn für andere Modelle gezogen und dadurch nicht rechtfertigen können...
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon motion » Fr 26. Jan 2018, 15:33

Die Frage ist aber - Hätten sich denn genau so viele Kunden gefunden so viel Geld für einen BMW Kleinwagen aus Blech auszugeben?


Die meisten sicherlich. Siehe BMW 2er Active Tourer. Hat mit einem BMW eigentlich nichts mehr zu tun, wird aber trotzdem gekauft. Hauptsache das Logo ist drauf. Das Selbe sieht man bei der A-Klasse von Mercedes, diese hat mit einem richtigen Benz gar nichts zu tun.
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon Tho » Fr 26. Jan 2018, 16:28

Das ist mittlerweile bei allen Marken so, das scheint der Modellvielfalt bzw. des Volumenanspruchs geschuldet.
Die Volumen Modelle bei Porsche empfinde ich z.B. auch nicht als Porsche.

Ein i3 ohne Carbon ist aus meiner Sicht blödsinn, weil er sich dann garnicht mehr differenziert.
Dann kann man auch gleich die klassische Linie elektrifizieren. (2er, 3er, 5er...)
Zuletzt geändert von Tho am Fr 26. Jan 2018, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon zuhörer » Fr 26. Jan 2018, 16:28

petermaxkoller hat geschrieben:
...Faszinierend wie die Carbonteile gebaut und geklebt werden, genau so sieht die Zukunft des Automobilbaus aus, viel weniger Energie (pressen) und Wasser (Lackiererei) werden für die Produktion gebraucht und die Energie wird vor Ort mit Windkraft produziert. Das Auto ist zum grossen Teil reziklierbar. ...

Ganz sicher sieht die Zukunft so nicht aus.
Es wurde versucht, Karbonteile wie Blechteile zu pressen und dann anstelle des Punktschweißens zu verkleben. Das ist zwar gut zu automatisieren aber nicht optimal. Man verschenkt sehr viel vom Karbon. Schauen Sie sich an wie z.B. Karbon-Fahrradrahmen hergestellt werden - da wird der Rahmen wie ein Pullover auf einer Strickmaschine gestrickt und erst dann laminiert - nur so kann man strukturelle Vorteile aus dem Karbon ziehen. Das geht aber mit so großen Teilen wie einer Auto-Karosserie schwer bzw. gar nicht.
Weniger Energie - ja in Leipzig schon, die Herstellung der Kohlefaser ist extremst energieintensiv und deshalb nach Moses Lake (USA) verlagert worden - billigster Strom dort.
Recycling von Karbon sieht in etwa so aus: entweder Shreddern und als Füllstoff anderen Kunststoffen beimischen oder Verbrennung im Hochtemperaturofen. (Fragen sie ihren I-Agenten, bei dem Punkt wird er Rumdrucksen)

motion hat geschrieben:
Experten schätzen den technischen Vorsprung von BMW in der Massenfertigung von CFK auf mindestens 10 Jahre, gegenüber den Mitbewerbern.

Der vermeintliche "Vorsprung" nützt nur nichts - kein Hersteller wird wirkliche MASSENfertigung von Karbon-Karossen anstreben. Es wird immer die Nische für teure Sportwagen-Kleinserien bleiben.

Wir werden sehen, wenn es ihn denn irgendwann gibt, was mit dem Nachfolger vom i3 passiert.
Zuletzt geändert von zuhörer am Fr 26. Jan 2018, 16:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon Tho » Fr 26. Jan 2018, 16:31

zuhörer hat geschrieben:
Weniger Energie - ja in Leipzig schon, die Herstellung der Kohlefaser ist extremst energieintensiv und deshalb nach Moses Lake (USA) verlagert worden - billigster Strom dort.

Die ist nicht verlagert worden, die war schon immer dort. Begründung: billige Wasserkraft.
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon zuhörer » Fr 26. Jan 2018, 16:32

Das ändert aber nichts an der Gesamt-Bilanz ;)
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon kriton » Fr 26. Jan 2018, 16:37

Hat sich doch nicht durchgesetzt. Welcher PKW wurde denn anschließend so gebaut? Außer Spesen nichts gewesen!
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon Tho » Fr 26. Jan 2018, 16:38

Ein für für mich absolut wichtiger und unterschätzer Punkt ist bei solchen edlen, bzw. energieaufwändigen Materialien die Haltbarkeit:
Ich sehe das z.B. an meinem 15 Jahren alten Audi A2 aus Aluminium, der wäre auch nochmal für weitere 10 Jahre gut. Da finde ich keine Stelle, wo das Material angegriffen wäre.
Hingegen bei den Stahlvarianten findet man nach 10Jahren+ schon erste Rostellen.
Klar, das passt nicht in den Wegwerf Produktlebenszyklus. Aber ein modulares Fahrzeug aus edlen Materialien wäre immernoch mein Traum. Sodass man nach 10-15 Jahren Motor, Akku und Entertainment ersetzt (quasi moderniersiert) und die Konstruktion dann nochmal 10 Jahre fährt.
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon kriton » Fr 26. Jan 2018, 16:42

Vom Carbonzeitalter nichts zu sehen

Vor fünf Jahren kündigte BMW eine Revolution im Automobilbau an: Carbon sei der Werkstoff der Zukunft. Doch beim neuen 5er setzt BMW wieder auf herkömmliche Materialien.


Ein guter Artikel, der die Sackgasse beschreibt.


http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-11/b ... -leichtbau
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Re: Preis i3 ohne Carbon?

Beitragvon zuhörer » Fr 26. Jan 2018, 16:43

@Tho
Aber da sind wir schon eher die Ausnahmen (mein Auto ist auch 16 Jahre alt).
Die meisten Autos werden gekauft, weil man mal wieder "was neues haben will" und nicht weil sie kaputt sind.
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