Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Beitragvon JuergenII » So 18. Okt 2015, 19:47

Eigentlich könnte ich es kurz machen und einfach eine Werbung einer Weichbrötchenkette etwas umwandeln:

BMW i3 - I´m lovin it!

Wobei etwas mehr, wird es wohl doch. Bestätigen kann ich die meisten Einträge meiner Vorschreiber, deshalb will ich mich hier auch nur auf Punkte konzentrieren, die wir hatten und die noch nicht so ausführlich besprochen wurden.

Wie bei den meisten Bestellern im Jahr 2013/14 waren die Lieferzeiten extrem lang. Eigentlich sollte er Anfang Juli 2014 geliefert werden. Daraus wurde nichts. Dafür gab es völlig problem- und kostenlos einen 1er Diesel, den wir dann 3 Monate fuhren.

Am 2. Oktober war es dann soweit, wir durften unseren Kleinen übernehmen. Alles lief anfänglich gut, bis wir dank Olaf uns Mitte Oktober auf den Weg nach Leipzig machen mussten. Bei Dauerregen und niedrigen Temperaturen ging es dann zur ersten Ladestation in Himmelkron. Nach dem Laden und 1 x Tanken wurde uns eine hier altbekannte Meldung angezeigt:

"Fehler im Antrieb - Weiterfahrt möglich".

Sehr beruhigend, vor allem, weil man ja erst ein paar hundert km damit unterwegs war. Also in Leipzig zur dortigen Vertretung und nach der Werksbesichtigung den Wagen wieder abgeholt. Fazit: Fehler war reproduzierbar, aber da keinerlei technische Ausstattung zur Reparatur vorhanden war (!!!), wurde uns empfohlen, wieder nach München in die Niederlassung zu fahren. Bei der Gelegenheit wurde uns dann auch noch mitgeteilt, dass die Münchner zwei Winterreifen entgegen der Laufrichtung montiert hatten (!!!).

Also ab in die Niederlassung. Die Kurzversion: Der Generator des REX war defekt und wurde ausgetauscht. Kosten ohne Garantie wären > 1.000 Euro.

Die Langfassung: Der Wagen wurde von den FIZ Leuten untersucht, ein Datenlogger wurde eingebaut und damit dann rund 300 km gefahren. Da wir das selber nicht machen wollten, hat das die Niederlassung für uns erledigt. Nach 2 Wochen hatten wir unseren Kleinen wieder.

Im Februar hatten wir dann dank eines "heimtückischen" Randsteins ein kleines Reifenproblem und so stand wieder ein Besuch in der Niederlassung an. Passte aber ganz gut, da die Lenkung leicht knartzte und wir zwei Fehlermeldungen bezüglich der Ladung hatten. Und wieder stand der Wagen 2 Wochen in der Werkstatt und wieder wurde ein Datenlogger eingebaut. Da während der Zeit keine Meldung mehr kam, wurde der Logger im Fahrzeug gelassen und wir sind damit zwei Monate gefahren.

Das Teil wirkt wahre Wunder, in der Zeit gab es keine Meldungen mehr und auch danach sind keine mehr aufgetreten.

Das waren die einzigen zwei Besuche der Niederlassung bei mittlerweile über 25.000 km. Und auch die wären nicht so lange ausgefallen, wenn wir bereit gewesen wären, mit Logger die gewünschten km zu fahren.

Kommen wir zur Reichweite: Keine Ahnung warum, aber die pendelt sich bei uns meist zwischen 100 und 120 km ein. Das reicht uns zwar locker, aber ist doch etwas entfernt von den versprochenen 130 bis 150 km. Dafür fiel positiv auf, dass mit Akkuvorwärmung diese Reichweiten auch im Winter zu schaffen sind. Und das ist uns eigentlich viel wichtiger.

Der REX verrichtet seine Aufgabe sehr unspektakulär - wenn man vom Anfangsdefekt einmal absieht. Benötigt wurde er bis jetzt 3 mal für längere Strecken. Wobei einmal die Situation so war, dass die Ladestationen am Zielort alle belegt waren. Ansonsten läuft er meist nur die letzten paar km, denn es gibt leider keine Möglichkeit, den REX unter einer bestimmten Akkukapazität wieder abzustellen. Es hilft zwar den EcoPro+ Modus einzustellen, aber auch da fängt er irgendwann an zu laufen. Schön wäre es, wenn man den Motor manuell abschalten könnte.

Dank der Auslegung als serieller Hybrid merkt man keinen Unterschied im Fahrkomfort zwischen Akku und Benzinbetrieb. Das Fahrgefühl bleibt unverändert - außer der Akku ist wirklich leer und es geht bergauf. Haben wir zum Glück noch nicht mitgemacht. Die Geräusche im Innenraum sind zu vernachlässigen. Außen ist er deutlich hörbar, aber auch nicht so schlimm wie manche Forenteilnehmer hier immer meinen.

In Summe haben wir ihn wohl bei rund 3-5% der Laufleistung genutzt. Dass hört sich zwar nicht viel an, aber wenn er lief, wurde er auch benötigt. Dank des REX sind wir einige Strecken gefahren, die ohne ihn nicht möglich gewesen wären. So gesehen war der REX mit einer der wichtigsten Extras, die wir beim i3 geordert haben.

Wobei uns nach der Fahrt zur Werksbesichtigung in Leipzig klar war, dass wir auf längeren Strecken (> 300 km einfach) doch lieber unser fossiles Fahrzeug nutzen. Es geht halt besonders bei Tagesterminen doch deutlich schneller als mit einem EV - auch wenn der REX relativ schnell "aufgeladen" werden kann.

Ansonsten gibt es wenig zu berichten: Ladung unproblematisch dank AC 7,4 kW und DC. Klasse die Klimatisierung, vor allem auch im Sommer. Man steigt immer in ein angenehm gekühltes Fahrzeug ein. Die Reifen - sowohl Winter- als auch Sommerbereifung, weisen kaum Abrieb auf und dürften wohl auch noch die nächsten 25.000 km zum Einsatz kommen. Da merkt man halt, dass man trotz der enormen Beschleunigungsmöglichkeiten doch lieber den sanften Stromfuß nutzt.

Vielleicht noch ein Wort zur Ausstattung. Da wir keinen DAP gewählt hatten - der war uns während einer mehrtägigen Probefahrt als doch ziemlich problematisch aufgefallen - haben wir die serienmäßige Ausstattung gewählt. Da uns die hellen Varianten nicht gefallen haben, wäre sowieso nur Atelier oder Leder in Frage gekommen. Wobei im Nachhinein die Wahl nicht die Schlechteste war. In Natura sieht sie deutlich besser aus und die blauen Sitzumrandungen passen sehr gut zum i3. Nur auf die Ambiente-Beleuchtung muss man leider verzichten. Als Farbe haben wir Arravanigrau genommen. Ist mittlerweile sehr exklusiv, da sie eingestellt wurde. :mrgreen:

Wichtig war und ist die Sitzheizung, die DC Ladung inkl. doppeltem (leider einphasigen) AC Lader. Auch ist das Comfort-Paket Pflicht. Für ein Fahrzeug von 35.000 Euro allerdings lächerlich. Das muss einfach serienmäßig dabei sein. Als Fußmatten haben wir die Teile von weather tech gekauft. Sind zwar nicht billig, passen aber optimal in den Wagen und sind deutlich besser als die, die von BMW angeboten wurden. Praktisch ist die Faltbox /Kofferaummatte. Bei Nichtgebrauch schützt sie den Laderaum, wenn man was transportieren will, hat man eine praktische Faltbox dabei.

Hier mal, die aus unserer Sicht weiteren positiven Punkte des i3 (REX):

+ keinerlei Klappergeräusche - das Teil fährt auch heute noch so wie am Auslieferungstag

+ die Größe des Wagens ist optimal für unser Streckenprofil - Innenstädte, Parkplatzsuche, etc.

+ das Türkonzept - da wir nur max. zu zweit unterwegs sind und öfters was auf den Rücksitzen verstauen, ist die gegenläufige Tür optimal. Das Be- und Entladen geht deutlich einfacher

+ Kofferraum - dank Frunk kann man das ganze Ladeequipment im vorderen Teil des Wagens unterbringen. Aber Ladetasche nicht vergessen. Somit bleibt der Kofferraum frei und man kann ihn zu 100% nutzen

+ die erweiterte Smartphonefunktion - zwar teuer aber unwahrscheinlich zuverlässig und mit narrensicherer Sprachsteuerung

+ der universal Snap-In Adappter für Mobiltelefone - bis 5 Zoll passt da jedes Smartphone rein. Wichtig, wenn unterschiedliche Fabrikate genutzt werden

+ Rückfahrkamera - dank zweier LED-Rückleuchten auch im Dunklen hervorragend nutzbar

+ LED-Scheinwerfer - sehr gute Lichtausbeute, wenn man sich mal an das blaue Licht gewohnt hat

+ Harman Kardon Lautsprecher in Verbindung mit DAB+ - Eigentlich ein muss bei so einem leisen Fahrzeug. Immer wieder erschreckend., wenn man auf UKW umsteigen muss

+ RTTI - funktioniert hier in Bayern hervorragend, Verkehrslage entspricht meist der aktuellen Situation vor Ort

+ die 8 Stations-/Funktionstasten - man kann neben Radiostationen auch beliebige Funktionen speichern. Z.B. An-/ Abschalten des REX, Navigation nach Hause etc.

- Wartungsintervall - 2 Jahre inkl. unbegrenzter km hat was. Wir werden wohl erst nach über 50.000 km zum ersten Mal zur Kasse gebeten.

Punkte, die ich gerne (geändert) hätte:

- Mittelarmlehne - leider schiebt sie sich nicht automatisch mit dem Sitz nach vorne. Ab einer bestimmten Sitzpostion kann man sie als Armauflage vergessen

- Heckklappe - ich bin noch nicht wirklich dahinter gekommen, aber ab und an schließt sie nicht richtig

- Fernlicht - in Anbetracht des sehr guten LED Abblendlichtes eine "kleine" Katastrophe

- undichter Frunk - warum um Himmelswillen ist der vordere Kofferraum nicht gegen Feuchtigkeit geschützt? Ohne den als extra zu kaufenden Sack eigentlich unbrauchbar. Dazu fehlt gerade bei Dunkelheit eine Beleuchtung. So eine LED Birne kann ja nicht die Welt kosten

- Ladedeckel - auch der ist nicht 100% wasserdicht. Und wohin bitte mit den Ladeverschlüssen? Die baumeln in der Gegend umher und es sammelt sich auch dort Wasser an

- automatische Klimatisierung des Akkus - eigentlich sehr praktisch, aber es fehlt ein Menüpunkt, der nur die Klimatisierung aktiviert und nicht immer gleichzeitig auch den Akku volllädt.

- Lademodus - hier kann man leider nur zwei Varianten wählen: Sofortiges Laden oder Laden innerhalb einer bestimmten Zeit. Was fehlt ist die Ladeleistung z.B. auf einen bestimmten Prozentsatz zu begrenzen

- Heizung - bis heute haben wir nicht begriffen, warum immer wieder kalte Luft aus den Düsen entströmt. Auch neigt der i3 zum Beschlagen der Scheiben - vor allem im Ecomodus.

Mein Fazit fällt einfach aus: Der i3 ist ein richtig ge**es Fahrzeug. Hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß beim Autofahren. Wer ihn sich leisten kann und ein EV haben möchte, sollte zuschlagen. Auch die Angst vor dem Liegenbleiben wird von Tag zu Tag der Nutzung geringer.

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Re: Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Beitragvon Apple » So 18. Okt 2015, 20:07

Sehr schön geschrieben.

Da wir auch sehnsüchtig nach unserem i3 warten (soll Ende November angeliefert werden), lesen wir gerne solche fazit's. :)
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Re: Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Beitragvon endurance » So 18. Okt 2015, 21:16

Zum Rex kann ich ja nix sagen - aber sorry dass Ihr meinetwegen das Generatorproblem gefunden habt ;)

Ladedeckel - zumindest bei nur ausgesteckte AC Teil kann man den Deckel mit der Schnur an der Klappe einhängen.

Wenn ich jetzt noch den Diesel VW meiner Frau ersetzen würde, wäre der i3 REX als serieller Hybrid die erste Wahl. Aber noch tut es der Polo und ein funktionierendes Fahrzeug zu verschrotten oder verlustbringend zu verkaufen macht keinen Sinn. Das sieht evtl. anders aus wenn der gerade erneuerte Tüv abgelaufen ist (2017 sollte es auch mehr Auswahl mit größerer Reichweite geben:
PV 18,2kWp - BHKW EcoPower 1.0, 30kWh LiON Sunny Island System
BMW i3 60Ah (Verbrauch ca. 13,8kWh/100km; SW: I001-16-07-506) - Technikblog: https://okedv.dyndns.org/wbb/wcf/
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Re: Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Beitragvon Hasi16 » Mo 19. Okt 2015, 07:58

:thumb:

Noch eine Frage zum Rex: Funktionierte der grundsätzlich noch bis zum Austausch oder ist er komplett ausgefallen?

Viele Grüße
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Re: Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Beitragvon Rudi L. » Mo 19. Okt 2015, 09:39

Glückwunsch, weil Du mit Deinem Auto sehr zufrieden bist.

Weiterhin gute Fahrt damit
Rudi
Rudi L.
 

Re: Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Beitragvon JuergenII » Mo 19. Okt 2015, 13:03

endurance hat geschrieben:
aber sorry dass Ihr meinetwegen das Generatorproblem gefunden habt ;)

Ja diese "hinterlistige" Tat werden wir Dir nie verzeihen. ;)
Natürlich auch nicht die Mengen an MC Do Essen, die wir auf Grund des Ladens zu uns genommen haben. Noch heute leiden wir darunter ....... :mrgreen:
Hasi16 hat geschrieben:
Noch eine Frage zum Rex: Funktionierte der grundsätzlich noch bis zum Austausch oder ist er komplett ausgefallen?

Ja, eigentlich funktionierte alles wie es sollte. Auch auf der Rückfahrt. Auch muss der Generator funktioniert haben, da wir ja Teile der Strecke mit Benzin gefahren sind und die Akkuleistung ging nur sehr moderat bei 120 km zurück. Habe mich auch gewundert, warum sie den Generator gewechselt haben. Aber seitdem ist die Meldung nicht mehr aufgetreten.

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Re: Mein Fazit nach einem Jahr i3 Rex

Beitragvon RegEnFan » Di 20. Okt 2015, 05:23

Die gleiche Meldung hatte ich auch dieses Jahr im April auf der Rückfahrt von Meran.
Bei mir wurde angeblich nur eine neue Software installiert.
Auf der Rückfahrt von Kroatien hatte ich nochmal die gleiche/ähnliche Meldung. Da war dann ein Isolationswert zu niedrig und damit CCS-Laden nicht mehr möglich. Hier wurde angeblich ein Kabel getaucht (wie auch immer das kaputt gehen kann).
40 qm Solarthermie mit 10,5m3 Pufferspreicher. 26,6 kWp Photovoltaik mit 16,2 kWh LiIon-Speicher.
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