Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon BrummBrumm » Sa 12. Jan 2019, 02:05

Deutsche Automobilingenieurskunst, und allem voran der breite Einsatz von Kohlefaser war für mich mit der Grund, dass wir uns für den i3 entschieden hatten (obwohl ich mit BMW vorher schonmal daneben gelangt hatte). Klar, ich bin da etwas technikverliebt, aber ich fühle mich bei jeder Fahrt wie in der elektromobilen Zukunft im Vergleich zu einem Auto in klassischer Bauweise, die - wenn elektrisch - oft nur adaptierte Varianten der Verbrenner sind.

Genauso wie ich es schade finde, dass man vom Project i bei BMW nichts mehr hört (da hatte damals echt jemand Visionen [im positiven Sinn]) und ich hoffe, dass der Vorsprung da nicht leichtsinnig verspielt wurde, fände ich es auch schade wenn der i3 der einzige Großversuch in Kohlefaserbauweise bleibt. Hoffentlich wird der nie zusammengeschoben - könnte sein, dass nichts Besseres, nur Billigeres nachkommt ...
BMW i3 60Ah REX als Erstfahrzeug, Mini Cooper S für den Rest
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Beitragvon Norbert W » Sa 12. Jan 2019, 06:47

Sehr gut, genau so sehe ich das auch!

Ich genieße auch bewusst die Vorzüge dieser Bauweise. Der i3 beschleunigt einfach irre, das muss ich immer wieder erleben, trete drauf, kanns nicht lassen :D

Ich werde wohl noch einen i3 kaufen, bevor er eingestampft wird.
Und ich träume von einem Akku mit mehr Kapazität, beim Gewicht des 60er Akkus. Das würde keinerlei Anpassungen bei der Hardware und keine Zulassung benötigen, weil sich ja nichts verändern würde, was die technischen Eigenschaften betrifft, nur eine Softwareanpassung wäre nötig, das wird wohl auch keine große Hürde sein.
Wenn, dann wird das wohl irgendwann ein Akku eines anderen Anbieters werden, von BMW wird das wohl nie kommen.
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon Kabelbaum » Sa 12. Jan 2019, 09:16

Dein Traum könnte bald in Erfüllung gehen und Deine Vorstellungen noch übertreffen ;)
https://www.youtube.com/watch?v=S01l6nFRmt4
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon umali » Sa 12. Jan 2019, 12:06

Ich habe das allein anhand des Produktionsaufwandes gewertet. Wenn man sieht, wie lange die (teuren) Robotis für das Reinigen (+ Padwechseln) und nachfolgendes Auftragen der vielen Klebestellen benötigen, wird klar, dass diese Technik nicht als Massenproduktion taugt.

Nicht dass wir uns falsch verstehen - ich fahre selbst so ein Ding und bin vom Produkt recht angetan, aber WIE man zu diesem Produkt kommt, habe ich gesehen und für mich als nicht zukunftsfähig befunden.

Dass sich der i3 leichter und günstiger reparieren ließe, ist eine absolute Mär!
Schon die Anzahl der befähigten Werkstätten ist weit geringer als die normaler Karosseriebauer.
Auch das Alu-Drive-Modul kann wohl kaum "klassisch" gerichtet werden.

Ich bete jeden Tag, dass das Ding keinen großen Treffer bekommt, da er dann sicher in die ewigen Jagdgründe geht.
btw:
Das Recycling wird ja vielfach hochgelobt, aber mir kann keiner erzählen, dass eine verklebte Gesamtstruktur (Life in Carbon + Drive in Alu) genauso leicht zu lösen ist, wie bei einer zusammengepunkteten Blechkiste, die ich gesamtheitlich verschrotten kann. Presst man den i3-Haufen einfach zusammen, hat man einen super verklebten Materialmix - na Danke.

Aber zum Einschweißen könnte man sich einen der letzten i3 noch gönnen. Der dient dann als Anschauungsmaterial, was 2013 "mal ging," aber sich (berechtigterweise) nicht durchsetzen konnte.

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ps
Dass hier einiger nur Lobeshymnen singen, liegt m.E. daran, dass sie Eigner dieses Produktes sind und es am Endprodukt im normalen Fahrbetrieb auch kaum etwas zu bemängeln gibt.
Hier geht's aber um mehr, nämlch um die CARBONNUTZUNG an sich. Die wird auf absehbare Zeit nicht viel billiger werden, so dass BMW richtigerweise umschwenken musste.
Zuletzt geändert von umali am Sa 12. Jan 2019, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon umali » Sa 12. Jan 2019, 12:17

Norbert W hat geschrieben:
...
Und ich träume von einem Akku mit mehr Kapazität, beim Gewicht des 60er Akkus. Das würde keinerlei Anpassungen bei der Hardware und keine Zulassung benötigen, weil sich ja nichts verändern würde, was die technischen Eigenschaften betrifft, nur eine Softwareanpassung wäre nötig, das wird wohl auch keine große Hürde sein.
Wenn, dann wird das wohl irgendwann ein Akku eines anderen Anbieters werden, von BMW wird das wohl nie kommen.

Aha, weil eine neue Akkutechnologie immer die gleichen Zellspannungen wie die Vorgängergeneration aufweist? Schon mal was von BMS und dortigen Einstellparametern gehört?

Das ist blankes Wunschdenken und ich setze 50,-, dass Du das in Deinem i3 nicht erleben wirst. Das ist schließlich kein Smartphoneakku, der mal schwups vom Fremdanbieter geliefert werden kann (welcher natürlich für ev. Schäden infolge von Akkuproblemen am Fahrzeug haftbar wäre).

Bei BMW dagegen musst Du froh sein, wenn Du einen Austauschakku oder ein upgrade angeboten bekommst. Bis jetzt gab es das nur 1x als Versuch von 60 auf 94Ah und dort auch nur beim BEV no Rex.

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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon Norbert W » Sa 12. Jan 2019, 12:52

Das sollte doch keine große Sache sein. Ein von einem alternativen Anbieter hergestellter Akku müsste die gleiche Spannung haben, dann sollte es gehen. Den Akkupack kann man doch so zusammenbauen, dass das passt.

Wenn der i3 keine Garantie mehr hat, ists egal, was die Garantieleistung von BMW betrifft.
Der Markt wäre sicher da, jeder i3 mit 60er Akku wäre ein potentieller Kandidat.
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon umali » Sa 12. Jan 2019, 12:58

Norbert W hat geschrieben:
Das sollte doch keine große Sache sein. Ein von einem alternativen Anbieter hergestellter Akku müsste die gleiche Spannung haben, dann sollte es gehen. Den Akkupack kann man doch so zusammenbauen, dass das passt.

Wenn der i3 keine Garantie mehr hat, ists egal, was die Garantieleistung von BMW betrifft.

Sorry, aber Deine Vorstellungen lassen nicht erkennen, dass Du Dich in der Akkutechnik gut auskennst.
Eine Akku in neuer Technologie (nach LiIon) müsste ähnliche Einzelzellspannungen und ähnliche Spannungskurven haben. Das ist extrem unwahrscheinlich (sieht man auch beim Sprung von NiCd/NiMh auf LiIon). Selbst LiIon kannst Du nicht einfach durch LiFePo4 ersetzen.

Man hat max. eine Chance, wenn man bei LiIon bleibt und nur die neuen höherkapazitiven Zellen nutzt.
Aber wir driften ab - hier geht's um CfK :back to topic: !

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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon TurboK » Sa 12. Jan 2019, 13:07

umali hat geschrieben:
Aha, weil eine neue Akkutechnologie immer die gleichen Zellspannungen wie die Vorgängergeneration aufweist? Schon mal was von BMS und dortigen Einstellparametern gehört?

Das ist blankes Wunschdenken und ich setze 50,-, dass Du das in Deinem i3 nicht erleben wirst. Das ist schließlich kein Smartphoneakku, der mal schwups vom Fremdanbieter geliefert werden kann (welcher natürlich für ev. Schäden infolge von Akkuproblemen am Fahrzeug haftbar wäre).
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Warum so pessimistisch? Die Batterieentwicklung befindet sich derzeit in den Kinderschuhen. Das wird sich rasant ändern. Warum? Weil der Bedarf jetzt da ist.
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon Norbert W » Sa 12. Jan 2019, 13:09

Ich kann ja keine Erfahrung mit Akkutausch haben, da ich noch keinen machen lassen habe :D

Aber am Ende muss doch die Spannung vom Gesamtakkupack stimmen, nicht die Spannung der einzelnen Zellen, oder?
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Beitragvon umali » Sa 12. Jan 2019, 14:23

Norbert W hat geschrieben:
...
Aber am Ende muss doch die Spannung vom Gesamtakkupack stimmen, nicht die Spannung der einzelnen Zellen, oder?

Beides muss stimmen, wenn Du einen Akku 1:1 (Voraussetzung für Verzicht auf Hardwareanpassungen im EV) ersetzen möchtest. Das BMS überwacht nicht nur die Gesamtspannung, sondern auch alle Einzelzellenspannungen. Das ist wichtig, weil es eine lange Reihenschaltung ist, um auf 400 oder sogar 800V zu kommen.
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An Akku forscht man nicht erst jetzt intensiv, sondern schon seit Jahrzehnten.
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