Geht doch - Reisebericht Mannheim - Fladungen/Meiningen

Geht doch - Reisebericht Mannheim - Fladungen/Meiningen

Beitragvon Manfred Heck » Di 23. Sep 2014, 22:55

Nach einer abgebrochenen Fahrt, geplant war von Mannheim nach Idar Oberstein und zurück plante ich nun einen Kurzurlaub bei Meiningen als Reminiszenz an meine Kindheit. Das ist zwar deutlich weiter, aber etwas besser elektrisch erschlossen als die erste Strecke.

Meiningen als Ziel ging erst mal nicht, denn ich wollte nur einmal nachladen und das war nicht zu schaffen. Dann entdeckte ich das Hotel Sonnentau in Fladungen und das hatte den Vorteil einer eigenen Ladestation. Der Betreiber fährt einen Renault Fluence Z.E. und stellt seine Wallbox den Gästen zur Verfügung. Überhaupt: Man lernt als E-Mobilist Strecken und Orte kennen, die man sonst nie gesehen hätte.

Nachdem das Reiseziel feststand, begann die Anfahrt am Freitag, den 19.09.14 etwa um 10 Uhr beginnend. Erste Zwischenetappe war die BMW-Niederlassung in Frankfurt via Autobahn mit 90 km/h, Tempomat und Eco Pro +. Ich hatte mich schon vorher angemeldet und wir konnten kaum den kostenlosen Kaffee trinken, da war Fridolins Akku voll. Ernüchternd wieder einmal die angegebene Reichweite von 125 km.

Jetzt kamen Zweifel hoch, ob es wirklich bis Fladungen reichen könne. Deshalb plante ich nun doch eine Zwischenladung bei der Baywa in Hanau. Keine wirklich gute Idee, denn der Akku war noch ziemlich voll und für die "volle Drönung" dauerte es über 1 1/2 Stunden. Jedenfalls war das ursprüngliche Ziel, mit nur einer Zwischenladung in Frankfurt auszukommen, nicht erreichbar.

Ich war erstaunt, dass Fridolin mich in Hanau warnte, die Reichweite wäre bis zum Zielort nicht ausreichend. Also fuhr ich die sogenannte Eco-Strecke, somit fast keine Autobahn, quer durch viele Dörfer, deren Namen ich noch nie gehört hatte. Am Ende hatte ich mit viel Segeln und rekuperieren sogar eine Restreichweite von 25 km heraus gefahren. Die Angaben über die Reichweite sind recht konservativ und bei entsprechender Fahrweise gut zu realisieren. Dafür war die Fahrzeit mindestens doppelt so lange als mit einem Verbrenner, nämlich rd. 6 1/2 Stunden incl. Ladestops und das Ganze wardoch ziemlich ermüdend. Im Hotel über Nacht wieder voll geladen standen wieder etwa 125 km zur Verfügung. Durchaus ausreichend.

Am Samstag stand eine Fahrt nach Meiningen an, Entfernung 30 km. Sehr schönes Städtchen mit zentral gelegenem Parkhaus incl. kostenloser Stromtankstelle, dafür Parkgebühren für den Nachmittag = 3 €. Laden völlig unproblematisch.

Sonntag Verwandtenbesuch in der Nähe von Meiningen, 24 km entfernt. Abends zurück und der Stromparkplatz des Hotels ist besetzt. Nicht vom Fluence des Besitzers, sondern von einem Ford Kuga. Den gibt es doch noch nicht elektrisch? Da ich für die Heimfahrt am Montag Morgen auf eine volle Batterie angewiesen war, kam ich ins Schwitzen. Aber irgendwann war der Platz frei und ich konnte Fridolin doch noch voll laden.

Montag Rückreise. Warum Montag? Die BMW-Ladestelle in Frankfurt steht hinter der Einfahrtsschranke und so kann man dort nur während der Öffnungszeiten laden. Eine sonntägliche Heimfahrt war somit ausgeschlossen. Gleiches gilt für die Baywa-Ladestation in Hanau. Diese wurde wieder besucht, wobei dieses Mal das Nachladen wesentlich schneller ging, weil der Akku fast leer war und es nur darum ging, die restliche Strecke bis zur BMW-Niederlassung in Frankfurt, Hanauer Landstraße zu absolvieren.

Dann nach Frankfurt wieder die CCS-Ladestation von BMW genossen. 50 kW sind schon sehr angenehm schnell. Hier gerade soviel nachgeladen, um problemlos nach Mannheim zu gelangen.

Fazit: Es geht, aber man muss mindestens doppelt soviel Fahr- und Ladezeit einplanen und das stundenlange Fahren über die entlegenen Dörfer ist ziemlich anstrengend und ermüdend. Das Durchrauschen über die Autobahn geht schneller, strengt weniger an und ist bestimmt sicherer.

Wünsche: 1. Größere Batteriereichweite. 40 - 50 km mehr Reichweite hätte den zweimaligen Ladestop in Hanau erspart. 2. Die Möglichkeit, dreiphasig zu laden wie bei Tesla oder 50 kW-Ladestationen. 3. Ladestationen in regelmäßigen Abständen an den Autobahnen und auf Bundesstraßen.

Die Ladezeit liegt bei einer 50 kW-CCS-Ladestation in einem absolut tolerierbaren Bereich. Dagegen sind die lahmen 20 kW- und niedrigere Stationen für Durchreisende völlig unzumutbar.

Für den Alltag jedoch ist bei meinem Fahrprofil die Reichweite eines Leaf / i3 / E-Golf etc. völlig ausreichend.

Gruß, Manfred
Manfred Heck
 
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Re: Geht doch - Reisebericht Mannheim - Fladungen/Meiningen

Beitragvon Spürmeise » Mi 24. Sep 2014, 08:14

Den Bericht noch angereichert mit den jeweiligen Streckenkilometern, fände ich interessant.
Spürmeise
 

Re: Geht doch - Reisebericht Mannheim - Fladungen/Meiningen

Beitragvon Hamburger Jung » Mi 24. Sep 2014, 09:37

Moin,

guter Bericht und spiegelt meine Erfahrungen wieder.

Du solltest dich jedoch einmal mit dem Geheimmenü vertraut machen. Hier ist der aktuelle Batterie Wert zu sehen.
Dann sind deine Reichweitensorgen auch bald Vergangenheit.

Die 50 KW Lader sind wirklich toll. Damit kann man wirklich weite Strecken fahren.
Wenn jede BAB Tanke sich solch Mischladestation hinstellt, dann wäre es einfacher mit der E Mobilität.

Lg HH Jung
Hamburger Jung
 


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