Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon e-future » Mi 10. Aug 2016, 21:12

Hallo, lest mal hier: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-mobilitaet/tankrechnung-fuer-e-autos-kuenftigt-per-smartphone-bezahlbar-14376524.html

Man möchte erst meinen, wieder so ein irrer Gag der Regierung, kommt aber von der EU und mündet (hoffentlich schnell) in nationales Recht.
Kann ich nur begrüßen - einheitliche Authentifizierung, moderne Zahlungsmittel, Schluss mit dem Kleinstaaterei-Chaos und Kartenwirrwarr. Kommen wir doch noch zu mehr Benutzerfreundlichkeit bei den Ladesäulen?
Viele kleine Menschen, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern.
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Beitragvon mweisEl » Mi 10. Aug 2016, 21:37

Mir wären - wie bisher - 3-5 roaming fähige RFID-Kärtchen viel lieber als dieses Ladeapp-Chaos mit diesen umständlichst bei jeder Ladung minutenlang herumzufingernden bzw. bei starken Regen oder Schnee gar nicht zu bedienenden Smartphone-Dreck, wo ich immer 4 verschiedene aufgeladenen Premium-Prepaid-SIM-Karten mitführen muss, weil der eine Mobilfunkdatenprovider mal an dieser, der andere Mobilfunkdatenprovider mal an jener Ladesäule keine Netzabdeckung hat.
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon drilling » Mi 10. Aug 2016, 22:47

e-future hat geschrieben:
Schluss mit dem Kleinstaaterei-Chaos und Kartenwirrwarr.


Da geb ich dir recht aber die App Lösung ist keine Lösung. Um in dieser schönen neuen Welt zu 'tanken', ist man dann gezwungen ein modernes Smartphone zu besitzen (Apps sind oft nicht mit älteren OS Versionen kompatibel), wahrscheinlich darf es nur ein Android oder ein IOS Smartphone sein, denn für alle anderen Betriebssysteme wird es die Apps nicht geben, dann muß bei der Ladesäule Mobilfunk-Empfang vorhanden sein, die Batterie im Smartphone muß noch genug Saft haben und dann muß man natürlich noch eine Kreditkarte oder ein Paypal Account haben... :shock:

Von Vereinfachung kann keine Rede sein. Kein wunder das die allermeisten beim Verbrenner bleiben wo man an jeder Ecke gegen Bargeld (oder wenn man möchte auch mit Karten) tanken kann!

Eine echte Vereinfachung wäre eine RFID prepaid Karte die man an jedem Supermarkt, Kiosk und Tankstelle kaufen kann und die dann an allen Ladesäulen akzeptiert werden muß.
Das wäre günstig, sicher und anonym (also datenschutzrechtlich unbedenklich, im Gegensatz zu den jetzigen Lösungen).

Die RFID Geldkarte (auch girogo genannt) wäre auch noch eine akzeptable Lösung, die die meisten eh schon in der Brieftasche haben (ist in den meisten Bankkarten integriert).
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon Hachtl » Do 11. Aug 2016, 04:47

Nein die girogo haben mitnichten alle. Die Laufzeiten der Karten sind ja einige Jahre, da dauert es schon, bis alle ausgetauscht sind.
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon Hamburger » Do 11. Aug 2016, 06:08

Musste tatsächlich erstmal schauen was girogo eigentlich ist ?
Die Weiterentwicklung Girocard kontaklos liest sich für mich passender.
http://t3n.de/news/e-fuchs-irrsinn-geldkarte-girogo-girocard-kontaktlos-672091/
seit 16.09.16 : i3 94Ah :)
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon mlie » Do 11. Aug 2016, 07:30

Trotzdem unpraktisch, aber als Option ganz nett.

Der Artikel liest sich so, dass jetzt The New Motion nochmal erfunden werden soll, aber nicht in einfach (TNM Karte an Leser ranhalten, fertig. Rechnung kommt.), sondern App basierend. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, weiß ich nicht.
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon TechnikEn­thu­si­ast » Do 11. Aug 2016, 08:36

Was ist eigentlich das Problem von VPay/VISA/MasterCard/... ? Wenn ich z.B. ein Ticket in der Bahn kaufe ist da eigentlich IMMER ein EC/Kreditkarten-Gerät mit drin. Warum nicht einfach das gleiche für die Ladesäulen?
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon gthoele » Do 11. Aug 2016, 08:37

Der Artikel beschreibt die "Ladesäulenverordnung 2".
Die FAZ schreibt nur die Hälfte, es gab da vorher in Berlin verschiedene Diskussionen und es gibt ein paar wichtige ergänzende Aspekte.

Eigentlich geht es darum, EU-weites (die anderen Länder müssen das auch irgendwie machen) vertragsbindungsfreies Laden zu ermöglichen, und Ladesäulenbesitzern sollen dazu mehrere Möglichkeiten angeboten werden wie sie diese Pflicht umsetzen können. Betreiber können auswählen wie sie das vertragsfreie Laden anbieten, und zwar so:
* Gar nicht bezahlen
* Bargeld annehmen (zum Beispiel an 24/7 besetzten Tankstellen per Anbindung ans eh vorhandene Kassensystem)
* EC-/Kreditkartenleser
* und eben Internetbasierte Systeme
Premium-SMS-Bezahlung gilt nicht als Erfüllung der Pflicht, weil beispielsweise Ausländer das nicht machen können.

Zwischen den Zeilen liest sich da für mich heraus "Intercharge direct ist ein solches System das die Pflicht erfüllt". Kein Wunder - ist doch gerüchteweise ein gewisses Berliner Unternehmen in der maßgeblichen Arbeitsgruppe im Ministerium stark vertreten.
Ich habe über meinen Kontakt dorthin darauf hingewiesen, das App-Installationspflicht aus meiner Sicht gar nicht klargeht, weil dann Elektroautofahren mit dem Besitz eines Smartphones und der Akzeptanz der Nutzungsbedingungen amerikanischer Großunternehmen verknüpft wird. Geht gar nicht das vorzuschreiben finde ich. Ob mein Wunsch bis in die Arbeitsgruppe vorgedrungen ist weiß ich nicht. Und eine Zahlung per Sofortüberweisung geht auch nicht klar. Ich darf nur Autofahren wenn ich die AGB meiner Bank verletze? Neee.
Intercharge direct und ähnliche Systeme geht mit jedem Browser und zur Not sogar, indem man einen Freund anruft der zu Hause vor einem Rechner sitzt. Das finde ich zumindest irgendwie akzeptabel. Wo ja demnächst die Roamingkosten für EU-Bürger entfallen wird das dann auch für Ausländer zumindest irgendwie vertretbar zu nutzen, finde ich.

Das ist zukünftig die Pflicht.

Es steht Betreibern von Ladeinfrastruktur frei, beliebige weitere Zahlungsmethoden, zum Beispiel wie bisher per RFID-Karte, zusätzlich anzubieten. Es würde mich doch wundern, wenn jetzt die RFID-Karte ausstirbt, wo sie gerade am Markt eingeführt wurde. Das rumfuchteln mit Apps halte ich aus Alltagserfahrung auch für viel zu nervig und dysfunktional, das taugt echt nur im Notfall irgendwas.

Wer auch Einfluss nehmen will: Es gibt aus jedem Bundesland irgendwen, der in dieser Arbeitsgruppe ist. Findet raus wer das ist und ruft die oder den an und redet mit denen. Lobbyismus ist nicht nur Großunternehmen vorbehalten.
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon gthoele » Do 11. Aug 2016, 08:48

Bei EC/Visa und Co. in der Variante zum Reinschieben sind die Transaktionsgebühren für den winzigen Umsatz an so einer Säule zu hoch, sagt man immer, und deshalb kann man das nicht machen, sagt man immer.
Die Volksbanken wussten wohl nicht das das nicht geht (oder haben anderen Zugriff, ist ja immerhin eine Bank) und haben das trotzdem in ihre Säulen eingebaut.
Wobei so ein zertifiziertes, verschlüsselndes Kartenlesegerätemodul mit Tastenfeld usw. nicht ganz billig ist und daher Normalladepunkte zu teuer macht. In Schnelllader kann man sowas auf jeden Fall einbauen, finde ich.

Die kontaktlose Bezahlvariante per NFC-Kreditkarte, wie bei Aldi, hat brauchbar niedrige Transaktionskosten und ist auch vandalismusresistent weil man ja keinen Schlitz braucht. Bloß haben irgendwie nicht besonders viele Menschen eine solche Karte.
Ich wünschte mir, dieses System würde sich mehr durchsetzen.
Bei ABB-Schnelladern kann man das zum Beispiel als Option gleich eingebaut bekommen (oder nachgerüstet).
http://www.abb.de/cawp/seitp202/71e1255 ... ca0db.aspx
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Re: Ende der Ladekartenvielfalt in Sicht?

Beitragvon HubertB » Do 11. Aug 2016, 10:00

Ich bin mal gespannt wie z.B. die Stadtwerke Düsseldorf oder die Rheinenergie (TankE) das mit ihren proprietären Systemen umsetzen wollen. Die sind zwar bisher nicht unbedingt Kundenunfreundlich (Noch gibt es den Strom kostenfrei) aber alles andere als barrierefrei (Karte beantragen oder Mobilfunknummer registrieren lassen). Bisher wurde dort wohl am Backend gespart. Entweder werden die ein Backend aufbauen müssen oder alle Säulen frei schalten.
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