Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon katinka.koenigstein » Do 22. Okt 2015, 11:00

Ich bin von LichtBlick und möchte gerne unsere Version zum Thema Ladeinfrastruktur für Elektroautos einbringen. Zuallererst: wir sind kein Unternehmen, dass Infrastruktur aufbaut, sondern wir kümmern uns seit unserer Gründung vor gut 15 um die Versorgung von Haushalten und Firmen mit Ökostrom. Um dies zu ermöglichen, haben wir keine eigenen Netze gebaut, sondern die bestehenden Netze genutzt. So wie wir Haushalte mit Ökostrom versorgen, möchten wir auch Elektroautofahrern die Möglichkeit geben mit LichtBlick-Strom zu fahren. Das ist in der Form aber noch nicht möglich. Da wir als unabhängiger Anbieter - das wurde hier im Forum auch schon genannt - keinen Zugang zu den Ladesäulen haben. Das ist nicht nur ein Problem für uns als Anbieter, sondern auch für alle Elektroautofahrer, die an einer öffentlichen Ladesäule tanken möchten. Denn pro Ladesäule wird dem Fahrer nur ein Produkt angeboten. Die Produkte sind teuer und die Stromqualität darüberhinaus unklar. Wir fordern daher von der Politik, dass sie Bedingungen schafft, die einen Wettbewerb zulässt und somit für verbraucherfreundliche Tarife sorgt.

Schöne Grüße
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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon Tho » Do 22. Okt 2015, 11:03

Gibt es eine wirtschaftliche Kalkulation zu diesem Modell?
Der Strom der von der Ladesäule abgegeben wird ist ja relativ preiswert, da kleine Abgabemengen, die Ladesäule im Gegensatz dazu recht teuer.
Nun Frage ich mich, wie hoch die "Netzgebühr" der Säule sein müsste, damit der Netzbetreiber die Säule finanzieren kann.
Mir erscheint dieses Modell nicht schlüssig.
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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon harlem24 » Do 22. Okt 2015, 11:15

Und wie soll das technisch funktionieren?
Der Strom der aus der Ladestation kommt ist ja immer der gleiche, egal welcher Anbieter dahinter steckt.
Lichtblicke kann den Strom doch auch nur nach Verbrauch ersetzen und das am besten zeitgleich.
Wo wäre jetzt das Problem, dem Beispiel ecotricity zu folgen?
Die Wahrscheinlichkeit, dass es "öffentliche" also betreiberunabhängige Säulen geben wird, ist doch sehr gering...
Gruß

CHris

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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon green_Phil » Fr 30. Okt 2015, 11:41

katinka.koenigstein hat geschrieben:
Da wir als unabhängiger Anbieter - das wurde hier im Forum auch schon genannt - keinen Zugang zu den Ladesäulen haben.

Oh ja, das ist schon ein schweres Los. Kein anderer investiert die Hauptkosten, die beider Ladeinfrastruktur anfallen (Hardware) und stellt dann die Säulen selbstlos den Stromanbietern für ihre Produkte zur Verfügung.
Hier müssten wohl die Energieanbieter wie Lichtblick einsehen, dass derjenige, der die Stromabgabepunkte bezahlt auch derjenige ist, der seinen Strom dort verkaufen kann. Das, was Lichtblick da verlangt kommt vielleicht irgendwann in ferner Zukunft, so wie es meiner Ansicht nach wohl mit Allego funktionieren soll. Dass dann, wenn die politischen Rahmenbedingungen angepasst sind und das Ladesäulennetz weitestgehend exisitert auch die größten Stücken vom Kuchen bereits verteilt wurden und Lichtblick wieder nur in die Röhre schaut versteht wohl keiner in der entscheidungsfällenden Führungsschicht. Dann kann man zurückblicken und sagen: Wir wollten erst, und dann war es zu spät - wir haben keinen Beitrag zu umweltbewussteren Mobiliät beigetragen und bis heute haben wir kaum Kunden für unser viel zu spät initiiertes Öko-Mobilitäts-Stromprodukt...
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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon Matze » Fr 30. Okt 2015, 21:33

TeeKay hat geschrieben:
Berndte hat geschrieben:

PS: Kennen Sie schon unser neustes Angebot? Ab sofort bekommen Sie die bei TNM kostenlose TNM Karte bei uns für nur 1 Euro pro Monat. Am besten gleich jetzt bestellen unter http://www.lichtblick.de/deppenkarte"



Hallo Teekay,

bitte bei den Fakten bleiben - die LichtBlick-Karte kostet zwar monatlich 1 Euro, aber es fällt keine Transaktionsgebühr an.

Also nichts mit Deppenkarte ;)

Grüße,
M
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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon TeeKay » Sa 31. Okt 2015, 08:49

Auch nicht bei den Berliner Be Emobil Säulen? Dann lohnt ja die Lichtblick-Karte schon ab 2 Ladungen pro Monat. Und im Ausland auch kein Startentgelt? In dem Fall zieh ich meine Aussage zurück und behaupte das Gegenteil.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: AW: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbiete

Beitragvon Volker.Berlin » Sa 31. Okt 2015, 08:54

TJ0705 hat geschrieben:
Und ich hatte die EWS mal an höchster Stelle auf Ladenetz hingewiesen und wie schade es ist, daß ich unterwegs für mein EV nicht den sauberen Strom laden kann wie zu Hause. Da kam leider zwar eine nette und individuelle Antwort, aber draus geworden ist offenbar nichts. Ich finde das auch ziemlich traurig.

Dito! Bei mir dasselbe. Ich frage trotzdem regelmäßig wieder nach...

Im TFF-Forum gibt es einen eigenen Thread dazu, allerdings schon etwas älter und ohne greifbare Ergebnisse:
http://tff-forum.de/viewtopic.php?t=1853
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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon eDEVIL » Sa 31. Okt 2015, 09:23

Gibt es die Lichtblick-Karte nur für deren Haushaltsstromkunden?
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Umfrage: ZOE Fahrwerk frühzeitige Defekte
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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon Fluencemobil » Sa 31. Okt 2015, 10:00

katinka.koenigstein hat geschrieben:
Ich bin von LichtBlick und möchte gerne unsere Version zum Thema Ladeinfrastruktur für Elektroautos einbringen. Zuallererst: wir sind kein Unternehmen, dass Infrastruktur aufbaut, sondern wir kümmern uns seit unserer Gründung vor gut 15 um die Versorgung von Haushalten und Firmen mit Ökostrom. Um dies zu ermöglichen, haben wir keine eigenen Netze gebaut, sondern die bestehenden Netze genutzt. So wie wir Haushalte mit Ökostrom versorgen, möchten wir auch Elektroautofahrern die Möglichkeit geben mit LichtBlick-Strom zu fahren. Das ist in der Form aber noch nicht möglich. Da wir als unabhängiger Anbieter - das wurde hier im Forum auch schon genannt - keinen Zugang zu den Ladesäulen haben. Das ist nicht nur ein Problem für uns als Anbieter, sondern auch für alle Elektroautofahrer, die an einer öffentlichen Ladesäule tanken möchten. Denn pro Ladesäule wird dem Fahrer nur ein Produkt angeboten. Die Produkte sind teuer und die Stromqualität darüberhinaus unklar. Wir fordern daher von der Politik, dass sie Bedingungen schafft, die einen Wettbewerb zulässt und somit für verbraucherfreundliche Tarife sorgt.

Schöne Grüße
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Hallo Frau Königstein,
Um eine ladestation zu betreiben brauchen sie keine eigenen Netze. Sie beantragen einen stromanschluss, wählen einen stromanbieter aus ;) bauen eine Box ( wie zum Bsp. Eine TNM Lolo) auf und schon kann man ein Auto mit ihrem Strom Laden.
An jeder Steckdose (nicht anderes ist eine ladestation) seinen eigenen hausstrom Laden zu können, würde die Elektromobilität nur unnötig verteuern und damit vorzoegern.

MfG Gerd Thiele
Frage nicht was Berlin für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. ;)
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Re: Die totale Untätigkeit der deutschen Ökostromanbieter

Beitragvon kai » Sa 31. Okt 2015, 13:23

Die Welt ändert sich.

Wer sich nicht neu erfinden kann, wird untergehen.

Tesla als Betreiber des größten Schnelladenetzes Europas wird mit PV und Batterieunterstützung sich seinen eigenen Strom produzieren und speichern. Tesla wird Firmen wie Lichtblick usw. mit Speichern beliefern und treibt Innovation voran.
Ökostromanbieter werden massiv Konkurrenz durch Privathaushalte und Mieterstrommodelle bekommen.

Alleine an meinem Haushalt sehe ich ja das ich immer weniger Netzbezug habe.
Mit Hausspeicher demnächst bei 2 E-Autos und Wärmepumpe nur noch 15% und ca. 800 kWh.
Und ich bin der klassische Ökostromkunde.
Was wollen die alle denn noch verdienen, wenn PV+Batterie Strom vom eigenen Dach günstiger ist ?

Im Prinzip ist der Zug für ein Ladenetz abgefahren. IKEA, Aldi uvm. haben Strategien für Ladestationen, fast jede Firma mit realen Kunden wird demnächst (in 10 Jahren) Ladesäulen als Service anbieten MÜSSEN.
Große, relevante Ladenetzte (an guten Standorten wie Autobahnen ) haben aktuell nur TNM, Fastned, Clever, RWE, Tesla.
Denke das es bei denen irgendwie weitergehen wird

Was innovativ vei Lichtblick ist, ist die Schwarmstrom Software und Steuerung. Da geht noch so einiges. Ich hoffe Schwarmstrom wird offen für alle Stromanbieter.

Ich bin ja Naturstrom Kunde. Als Ökostromanbieter sehen die den individuellen Kunden, und bieten Rabatte für private Ladestationen, jährliches Sponsoring für Aufkleber auf E-Autos, Einmalige Umweltprämie usw.
Das emfinde ich als das mindeste.

Das einige Stadtwerke wesentlich mehr tun, wie z.B. die Stadtwerke Sylt ( 1 x Jahresstrombedarf geschenkt bei E-Auto Anschaffung) zeigt, das thematisch einige Stadtwerke weiter sind als viele Ökostromanbieter (Bei Kundenbindung)
siehe:
http://www.energieversorgung-sylt.de/e- ... obilitaet/

Wir werden es in den nächsten Jahren sehen. Die kreativen Stromanbieter werden gewinnen. Die die immer das weiterverkaufen wollen, was sie immer schon verkauft haben, werden untergehen.

Das Greenpeace Energy erst jetzt ein PV-Panel für den Balkon als Thema sieht, zeigt doch wie weit z.B. GP-Energy hinter den Kundeninteressen hinterher ist. GÜ-Energy hat noch nicht einmal das Thema E-Auto auf der Webseite, geschweige denn irgendwelche Ideen das Thema seinen Kunden näherzubringen.

Gruß

Kai
BildZOE Zen, CrOhm Box mit 22kw, PV seit 2009 mit Eigenverbrauch und 9,43 kWp (Hausspeicher mit 25 kWh geplant)
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