Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon geko » Do 15. Feb 2018, 12:13

Der Begriff "Autofahren" erfährt ja auch eine Veränderung. Womöglich ist es in 20 Jahren nur noch ausnahmsweise gestattet, ein Fahrzeug selbst zu lenken. Die Vorstellung, dass "Autofahren" bedeutet, sich mit 100 Euro reinsetzen und losfahren zu können, wird nach und nach überholt sein. Mit einem BEV (außer Tesla) sieht die Realität doch schon so aus: Ziel überlegen, Ladung planen, beste Ladelösung mitnehmen. Daraus wird vielleicht nun schon bald Ziel überlegen, an jeder beliebigen Raststätte rausfahren und per App die Ladung starten. Und in 20 Jahren heißt es: Fahren verboten, nur noch fahren lassen gestattet.

Das Heathrow-Beispiel ändert nichts daran, dass Android-/iOS beim überwiegenden Teil der Bevölkerung im Haushalt angekommen sind und genutzt werden. gerade die Altersgruppe Ü65 zeigt hier hohes Wachstum. Es geht nicht um Verkaufszahlen von Smartphones, sondern die Verbreitung. Wer diese bestreitet, macht sich selbst etwas vor. Wer sich bewusst gegen ein Smartphone entscheidet, kann dies gut und gerne tun. Aber es gibt kein Anrecht auf gleiche Teilhabe an allem technologischen Wandel.
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon malbrecht » Do 15. Feb 2018, 12:46

Ich habe eben mit einer guten Bekannten telefoniert und sie mal auf diesen Thread verwiesen. Vielleicht ist der eine oder andere hier aufnahmefähig genug für eine "andere Perspektive" (B. wird mir den Scherz verzeihen):

Hallo. Ich bin seit fast dreißig Jahren Rolliefahrerin. Im Auto fahre ich mit Handgas. Ich würde mir gerne ein eCar kaufen, kann es mir aber nicht leisten. Die Preise sind schon eine Barriere.
Liebe Geko, ich vermute, dass Sie Politikerin oder Managerin sind oder familiär so gut ausgestattet, dass Sie mit den Problemen normaler Menschen wenig befasst sind. Sonst wüssten Sie, dass Bargeld überhaupt nicht "barrierefrei" sein kann, solange Tresen und Kassen so hoch angebracht sind, dass man vom Rollstuhl aus nicht gut bezahlen kann. Kreditkarten werden in Deutschland doch gar nicht flächendeckend akzeptiert. Wie sollen die dann barrierefrei sein?
Bargeld mit Münzen ist auch nicht wirklich toll. Ein Freund hat einen Geldbeutel am Rollie. Das mag ja gehen, ist aber nichts für mich.
Was für mich gut geht sind EC-Karten. Die helfen aber nicht, wenn die Automaten nicht barrierefrei gebaut sind (frau muss an die Lesegeräte auch rankommen).
Was ich bis jetzt an eCar Tankstellen gesehen habe, ist nicht barrierefrei. Da sind die Säulen mit Bordsteinen blockiert. Kein Rankommen. Da sind die Lesegeräte viel zu hoch angebracht. Da werden verschiedene Karten gebraucht, die frau gar nicht alle dabei haben kann. Die Anleitungen kann ich von meiner normalen Position auch nicht lesen.
Ich habe ein iPhone, aber ein altes. Warum soll ich mir ein neues kaufen, wenn mein Telefon noch funktioniert? Zumal es ja heißt, dass man mit den neueren iPhones nicht mehr gut telefonieren kann, die Spiele sind da wichtiger. Ich brauche ein Telefon, das lange läuft und zuverlässig ist. Irgendwelche allerneusten Apps brauche ich nicht, will ich auch nicht. Immer das neueste iPhone vorauszusetzen ist nicht barrierefrei. Das dient nur Apple und Google. Aber die bauen ja wohl keine eCar-Tankstellen im Gegenzug, oder?
Ich würde mir gerne ein eCar gönnen. Aber solange die Benutzung unterwegs nicht barrierefrei ist, fahre ich weiter mit Autogas.
B.
Ich habe verstanden: Eine persönliche Meinung zu äußern gilt manchen hier als Gotteslästerung, Dummheit, Angriff und Abscheulichkeit. Diese Menschen bitte ich kurzfristig mich zu ignorieren und mittelfristig auszusterben.
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon geko » Do 15. Feb 2018, 12:59

Ich kann die Punkte deiner Bekannten gut nachvollziehen. Es ist um die wirkliche Barrierefreiheit in Deutschland (und vielen anderen Ländern Europas) nicht gut bestellt. Vieles kann man schon gut nachvollziehen, wenn man mit Kinderwagen unterwegs ist. Dann wird einem sehr schnell bewusst, wieviele Dinge für Rollstuhlfahrer aufgrund von Treppen unerreichbar werden. Dass die Triple Charger von ABB und efacec ihre Bedienfelder so weit oben haben, ist tatsächlich aber ein Unding und eine völlig überflüssige Barriere für Rollstuhlfahrer. Das behalte ich im Hinterkopf.

Den Satz "ich vermute, dass Sie Politikerin oder Managerin sind oder familiär so gut ausgestattet, dass Sie mit den Problemen normaler Menschen wenig befasst sind." finde ich als einziges angreifbar im sonst sehr guten Statement deiner Bekannten. Pauschales Einsortieren von Menschen hilft ja nicht wirklich weiter. Ich kenne Politiker mit sehr starkem Bezug zum Alltag und welche ohne jeglichen, bei "Managern" (da kann man schon über die Definition streiten) ist es nicht anders. Und was ist schon "normal"?
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon Helfried » Do 15. Feb 2018, 13:39

Leute, es geht hier gar nicht um Barrierefreiheit bezüglich Behinderter, der Begriff ist nur leider missverständlich.

Die Zugänglichkeit für Behinderte muss man im GE-Verzeichnis textuell und extra erläutern, wenn gewünscht.
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon INRAOS » Do 15. Feb 2018, 13:52

Ich liebe ja so Leute, die sich - unabhängig vom Themenbereich - hier einfach nur zum 'auskotzen' angemeldet haben, und fast jeden Beitrag mit irgendwelchen skurrilen Schimpfwörtern ausschmücken müssen.

Super - malbrecht - weiter so - damit machst Du täglich das Forum um eine Ecke schlechter :roll:

Zum Thema barrierefrei und der Definition 'Barrierefrei im Sinne von körperlichen Hindernissen wie z.B. Bordsteinkanten' gegenüber 'Barrierefrei im Sinne von Laden ganz ohne Hindernisse' hatten wir ja schon einige Threads.

Ein Laden komplett ohne Hindernisse scheint momentan ja noch nicht möglich - vielleicht schaffen wir das irgendwann mal. Als Zwischenlösung wird wohl nur irgendein Bezahlsystem wie z.B. Bargeld, Kreditkarte, EC-Karte, RFID-Karte oder eine App funktionieren.
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon LiquidCrystal » Do 15. Feb 2018, 21:32

emdur hat geschrieben:
Hallo zusammen,

im Stromtankstellenverzeichnis gibt es ja bereits die Kategorie "barrierefrei - ohne Registrierung oder Vertrag nutzbar".
Soweit, so wichtig. (*1)

Mein persönliches Problem besteht darin, dass ich ein Smartphone mit exotischem OS benutze. Damit meine ich nicht Windows oder Blackberry sondern in diesem Fall Sailfish. Bei allen Apps die mir bisher für Ladesäulen untergekommen sind, bin ich damit außen vor. Genauer gesagt ist jeder außen vor der nicht Android oder iOS verwendet. Das ist daher aus meiner Sicht nicht barrierefrei.

Na sowas, noch ein Sailfish-Nutzer ;)
Lustigerweise ist es ja sogar so, dass Android-Programme von Haus aus eigentlich kompatibel mit Sailfish sind, weil es eben auch ein UNIX-basiertes System ist und sogar den tollen Android-Emulator von Myriad mit an Bord hat, mit dem eigentlich alle Programme reibungslos laufen. Das Problem entsteht dann, wenn Developer meinen, es wäre schlau, die Installation ihres Programms an bestimmte Voraussetzungen zu knüpfen, die nur auf Stock-Android vorhanden sind. So funktioniert z.B. die ekWh-App noch ohne Probleme auf Sailfish, die neue Innogy-App jedoch nicht. Und die alte erkennt natürlich zufälligerweise nicht meine Kundennummer an... :roll:
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon brushless » Do 15. Feb 2018, 22:17

Barierefreies, im Sinne einer körperlichen Behinderung, Laden ist meiner Meinung nach, derzeit nur mit dem Tesla SuC oder extra niedrig montierter Wall Boxen, möglich. Ob es allerdings auch schon umgebaute Modell S,X oder sonstige E-Cars (Brake & Accelerator) gibt, weis ich nicht.
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon Fluencemobil » Fr 16. Feb 2018, 01:46

Da die LSV verlangt, das neue ladesaeulen ein ad hoc Laden (Notfalls mit xyz App. + xyz Kreditkarte) ermöglichen, wird der punkt sowieso bald überflüssig.

Man könnte ihn in, ohne RFID aktivierbar oder ähnliches umbenennen.

Sicher wären zusätzliche Filter besser für den der nicht die Neueste Technik haben will. In der Regel Braucht man die aber schon um zu sehen was das Laden kostet. Und aktuell ist das Problem ja nicht ob man Strom bekommt, sondern eher herauszufinden was er über welchen weg kostet.
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon Frosch_1977 » Fr 16. Feb 2018, 03:38

Hallo emdur & alle Andren,
ich(#1) habe eben länger überlegt ob ich überhaupt Antworte. Nachdem etliche Beiträge hier zwischenzeitlich weniger die Frage "was man selbst als 'Barrierefrei' bezeichnet" beantworten, als die einzelnen Meinungen zu diskutieren. Dennoch gehe ich mal das Risiko ein als Forumsneuling und noch unerfahrener E-Mobilist meine Meinung einzubringen und mich damit evtl. unbeliebt zu machen.
Ich möchte hiermit ausdrücklich nur meine Meinung zum primären Topik äußern und keine der Meinungen hier kommentieren.

@"Barrierefreiheit"(#2) in meinen Augen
Ich für meinen Teil fände Barrierefreiheit dann gegeben, wenn die Landestypischen Zahlungsmittel für Kleinbeträge ohne Registrierung & Anmeldung o.ä. akzeptiert werden. Zur Barrierefreiheit würde für mich auch noch eine Preisauszeichnung an der Säule gehören. (#3)
Für Deutschland landestypisch wären somit in meinen Augen Bargeld, EC-Karte (PIN oder Unterschrift) und Kreditkarte, das bestätigt auch eine (zwar schon ältere) Erhebung der Bundesbank Link zum Beitrag aus 2012 aber ich denke nicht, dass sich das schon so gravierend geändert hat.
Realistisch währen hier wohl nur Karten ob nun mit Magnetstreifen oder Kontaktlos wegen des Aufwands bei Barzahlung.
Kleiner Zwischengedanke: In Zonen mit Parkscheinpflicht wäre eine Kobi-Säule aus Parkscheinautomat und Ladesäule schon mal eine Option. In Parkhäusern könnte man ja evtl. über die Zahlautomaten was machen. Ok das müsste dann in die Richtung vorauszahlen, oder Pauschale gehen, aber ist ja nur ein Gedanke.

@Smartphone-APPs
Diese halte ich nicht für Barrierefrei, schon alleine wegen der Netzverfügbarkeit. Die Thematik "Smartphone-Betriebssystem" braucht man da erst gar nicht anstoßen.

@Weblink
halte ich wie die APPs wegen der Netzverfügbarkeit schon nicht ok.

@Smartphone / Mobiltelefon
Hier halte ich trotz oder gerade wegen meines Berufes ein Smartphone auch heute noch nicht für die Regel, ein Mobiltelefon das Anrufen und SMS-Versand/Empfang beherrscht jedoch schon daher wäre ein Anruf mit Tarif-Ansage und Bestätigung dieses Tarifes durch drücken einer bestimmten Taste für mich Barrierefreiheit.
Natürlich müsste man da dann eine Abrechnung über die Mobilfunkrechnung sicherstellen und Ladesäulenbetreiber dürften keinen Nachteil durch irgendwelche Drittanbietersperren auf dem Mobilfunkvertrag erleiden.

@Kreditkarte
Hier stimme ich "emdur" zu. Ich besitze zwar eine aber würde es wie die Erhebung der Bundesbank auch zeigt in DE nicht für allgemein gültig annehmen.

#1 Ich arbeite im Bereich EDV- & TK-Service
#2 im Sinne des Topics und der Verwendung des Wortes einzig und alleine im Sinne des Lade- und Bezahlvorgang
#3 Das mit der Preisauszeichnung, Preistransparenz lasse ich aber mal weitestgehend raus danach war ja nicht wirklich gefragt.

P.S. Meine Rechtschreibschwäche bitte ich zu entschuldigen, da mir aber Word keine Fehler mehr angezeigt hat gehe ich davon aus, dass alles richtig ist, was gewiss nicht so ist.
MfG
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An die Rechtschreibpolizei: Bitte ignorieren Sie mich, da ich ihren Ansprüchen aufgrund meiner Lese-& Rechtschreibschwäche nicht gerecht werde.
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Re: Definition barrierefrei (Anlass: Apps)

Beitragvon Helfried » Fr 16. Feb 2018, 06:52

Frosch_1977 hat geschrieben:
schon daher wäre ein Anruf mit Tarif-Ansage und Bestätigung dieses Tarifes durch drücken einer bestimmten Taste für mich Barrierefreiheit.


Was ist am akustischen Vorlesen Lassen des Tarifs besser als wenn man ihn visuell lesen kann am Handy? Den Wetterbericht liest man doch auch selber und keiner ruft den Wettermann an deshalb.
Sehen ist barrierefrei, Hören hingegen nicht (bei Autofahrern).
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