Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem aus?

Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem aus?

Beitragvon ratzfatz » Sa 20. Dez 2014, 23:31

Liebes Forum.

Ich bin beratend für einen Dienstleister tätig, der sich auf Bezahlsysteme spezialisiert hat. Das Unternehmen arbeitet mit den führenden Banken im EU-Raum zusammen und hat sich im IT-Bereich der Banken einen guten Ruf erarbeitet.

Ich werde in Kürze mit dem Geschäftsführer einen Termin haben und ihm uneigennützig (darauf könnt ihr euch verlassen!) die aktuelle Situation der "Insellösungen" schildern, was die Abrechnungsmodalitäten beim Strom tanken betrifft.

Das dürfte angesichts des herrschenden "Chaos" nicht schwierig sein. Was mir allerdings fehlt - und deshalb starte ich dieses Thema - ist eine aus der Praxis gewonnene "Wunschdenke", wie denn ein Europaweit funktionierendes Bezahlsystem aussehen könnte.

Im Grunde läuft meine Idee darauf hinaus, "eine Karte für alles" zu haben. Liege ich damit falsch? Was soll diese "Karte für alles" können? Welche Details sind dabei wichtig? Gäbe es für so eine Karte eine Akzeptanz? Wenn ja, zu welchen Konditionen?

Mein Plan ist, dass ich während des Beratungsgesprächs diesen Thread aufrufe, um ihn mit der "Stimme des Verbrauchers" bekannt zu machen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr euch (ausnahmsweise) mal nicht in die Feinheiten der Ladetechniken verästelt und statt dessen dem Thema substanziell Futter gebt. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass eure Wünsche in Erfüllung gehen (schließlich ist ja bald Weihnachten).

Deshalb bedanke ich mich schon jetzt für eure sehr geschätzten sachorientierten Beiträge.
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon Maverick78 » Sa 20. Dez 2014, 23:48

Warum das Rad ein 5. mal erfinden. EC, Kreditkarte, SMS. Punkt.
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon e-lectrified » So 21. Dez 2014, 00:48

Maverick78 hat geschrieben:
Warum das Rad ein 5. mal erfinden. EC, Kreditkarte, SMS. Punkt.


Schließe mich an. Es gibt inzwischen auch Kreditkarten mit NFC - insofern braucht man auch nicht unbedingt eine RFID-Karte für kontaktloses Bezahlen. Wichtig ist m.E. die Preistransparenz! D.h.: wenn schon kein Vertrag abgeschlossen wird, in dem die Konditionen vorher fixiert wurden, muss an jeder Säule die entsprechende Preisstruktur erkennbar sein.
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon Marcel_S » So 21. Dez 2014, 00:55

Lösung: eine RFID-Karte des eigenen Stromanbieters und Roaming bei anderen Betreibern.
Die Roaming-Plattformen gibts bereits und werden immer mehr. Ebenso die kompatiblen Ladesäulen-Backends.

Für Spontankunden ohne Vertrag gibts Pay-per-Charge - Karten ähnlich den Handy-Prepaid Tarifen oder Lösungen über Paypal oder sonstige Online-Bezahldienstleister.

Derzeit scheitert es m.M.n. nicht mehr an den Konzepten, sondern an der Hard- und Software.
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon NotReallyMe » So 21. Dez 2014, 01:06

Wie machen es denn automatische Tankstellen jetzt, die wollen daß es genutzt werden kann;-)? EC/Kreditkarte und manchmal zusätzlich Bargeld. Mir würde EC/Kreditkarte reichen. Was ich umständlich finde sind Apps oder SMS Freischatung, die eine fehlerträchtige Indirektion bedeuten (wie neulich in Köln wieder gesehen). Es muss auch funktionieren, wenn der Kunde kein Telefon mit Internetverbindung hat (z.B. im Ausland).

Aber: Die Kunst würde ja darin bestehen, die tausenden bereits existierenden Ladesäulen in ein System mit EC/Kreditkarte und ohne Internet/Smartphone einzubinden. Diese Investition wird niemals passieren, bei den kleinen Umsätzen rechnet sich das ja gar nicht. Also bleibt es bei einem System mit Smartphone und NFC Karte, und das gibt es ja schon mehrfach (jeweils mit Lücken).
Bisher I001-16-11-502 Max.Kapa. 29.9 kWh, jetzt I001-17-07-500 Max.Kapa. 28.6 kWh
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon ratzfatz » So 21. Dez 2014, 01:10

Hallo und erst mal vielen Dank für die ersten Antworten.

Ich sehe, dass ihr euch in das aktuelle System "gefügt" habt. Karte hier, SMS da, usw.

Was im Raum steht ist folgendes: An irgendeine Säule in EUROPA (ich schreibe das extra mal in Großbuchstaben) ranfahren, mit dem Plastik rumwedeln und der Strom fließt. Wollt ihr das oder wollt ihr das nicht?
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon LeafVille » So 21. Dez 2014, 08:21

Meine Meinung dazu nach 17.000 km mit sehr viel öffentlichem Laden:

Wahrscheinlich ist die Welt nicht so einfach. Es gibt ja schon einige Anbieter, die sich genau das zum Ziel gesetzt haben (eine Karte für alles), z.B. TNM und Plugsurfing.

ABER: Solche Meta-Roamer (nenne ich jetzt mal so) werden in den meisten Ladeverbünden höhere Preise haben, ganz einfach und nachvollziehbar, weil jeder Anbieter seinen eigenen Kunden (mit denen er einen Vertrag für seinen Ladeverbund geschlossen hat, evtl. sogar mit Grundgebühr) bessere Konditionen bieten will als anderen.

Wenn also jemand in einem RWE-Gebiet wohnt und dort regelmäßig lädt, wird er dort z.B. über einen Vertrag mit den Stadtwerken Lübbecke laden. Wenn er dann mal einen Ausflug in ein Ladenetz-Gebiet macht, kann er dort mit seiner TNM Karte ohne Grundgebühr laden.

Wenn jemand im EnBW Gebiet wohnt und dort regelmäßig einen Zoe lädt, wird sich vermutlich die Elektronautenkarte mit Grundgebühr lohnen, da er dann für 2 Euro pro Stunde mit 22KW laden kann (oder Schuko für 50 Cent). Für Fahrten ins RWE Gebiet wird er vermutlich trotzdem einen Lübbecke Vertrag abschließen (ohne Grundgebühr). Und im Ladenetz-Gebiet kann er kostenlos mit der Elektronautenkarte laden.

Insgesamt sehe ich also eine Berechtigung für solche Meta-Roamer, die Umsätze darüber werden aber nur begrenzt sein, da solche Karten immer nur für den Notfall sind und nicht zum alltäglichen Laden in der Home Zone, solange das Preisproblem nicht gelöst ist (und dafür sehe ich aktuell keine Lösung).
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon mlie » So 21. Dez 2014, 08:29

Ideal FÜR MICH wäre eine (präziser: GENAU eine) RFID Karte, entweder vom lokalen Stromanbieter oder von einer "europa Ladesäulen GmbH", und ich bekomme monatlich meine Rechnung. Sollte es nicht EU weit möglich sein, oder jemand hat Angst vor Datensammeln, dann müsste man als Fallback ZUSÄTZLICH aufladbare RFID Karten mit Guthaben an Tankstellen für Verbrenner und Lebensmittelmärkten anbieten, ähnlich der Handykarten. Wer dann unbedingt EC, bargeld oder Kreditkarte nutzen möchte, kann das dann dort tun. An den Säulen reicht dann der RFID Leser, der eigentlich recht Wartungsarm ist. So hätten alle was davon.

Ich würde mir übrigens dann für jedes Auto drei RFID-Tags wünschen, eine als Karte fürs Portmonney, und zwei mit festem Kleber zum aufkleben ans Ladekabel(ich habe zwei)- das hab ich schliesslich eh in der Hand, dann halte ich eben kurz den Stecker vor die Säulen. Wie immer MEINE Meinung, andere werden es genau gegenteilig sehen.
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon Spürmeise » So 21. Dez 2014, 09:24

Meine Meinung dazu: ideal ist eine kontaktlose Karte (RFID, geht auch als RFID-Tag) zur problemlosen&schnellen Authentifizierung an der Ladesäule, darauf basierend verbrauchsbasierte Abrechnung per Abbuchung vom Konto.

Für problematisch halte ich:

- kontaktbasierte Kartenleser an den Ladesäulen, da diese nicht vandalismusresistent sind. Wegen des relativ geringen Umsatzes an einer einzelnen Ladesäule sind Wartungskosten, wie sie an EC-Automaten notwendig ist, nicht darstellbar.

- Bezahlung per Authentifizierung über eine Smartphone-App Die Freischaltung erfordert einen Mobilfunk-Datentarif, einen nicht leeren Smartphone-Akku, ein funktionierenden Mobilfunknetz, und dauert im Erfolgsfall ziemlich lange, was z.B. bei Schneeregen besonders unangenehm ist. Des weiteren sind QR-Codes oder andere an den Ladesäulen angebrachte Identifikationsmerkmale, die man in die Smartphone-App eingeben muss, nicht vandalismusresistent, da je nach Ladesäulenstandort bald überklebt.
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Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon eDEVIL » So 21. Dez 2014, 09:55

RFID und als Plan B App. Am besten noch mit bezahlungvon kleinbveträge für Kaffee o.ä. während der Ladeweile
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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