Allego Preisexplosion

Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon eIsNext » Sa 14. Jan 2017, 22:30

Greenhorn hat geschrieben:
Ich habe zu den neuen TNM Preisen bei Allego gehört, dass diese Massiv Beschwerden erhalten haben, weil die Lader auch als Parkplätze missbraucht wurden und nach Ladeende nicht abgesteckt wurde. Nachfolgende Fahrer konnten somit nicht laden.

Um dies zu ändern wurden die Preise nun in einen Zeit und kWh Tarif gesplittet.

Man wird verfolgen, wie sich das jetzt verhält und bei Bedarf weitere Anpassungen vornehmen. Dass es je nach Akku Temperatur ungerecht sein kann ist bekannt. Es wird je nach Reaktion weiter angepasst.


Würde man mit einem Ioniq in 30 Minuten ca. 22kWh laden (was wohl so etwa 150km Reichweite wäre) dann würde man mit PlugSurfing 0,32 * 22 = 7,40 und 0,33 * 30 = 9,90 also EUR 17,30 :shock: rechnen müssen. Das sind EUR 11,53 pro 100km. Das unterbietet jeder moderne Benziner und Diesel locker aus der Hüfte.

Da wird doch nicht etwa die Lobby der Deutschen Autoindustrie mal angeklopft haben, dass die Elektromobilität derzeit zu viel Aufwind bekommt ...? 8-)
Ioniq Elektro bestellt am 23.12.16 (Sangl Nr.68) - Produziert 21.02.17, Ankunft Bremerhaven 05.04.17, Zulassung 04.05.17, Abholung in Landsberg 17.05.17 :thumb:
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon Zoe1114 » Sa 14. Jan 2017, 23:00

Jetzt weiß ich auch warum Renault in Deutschland nur den R90 anbietet: die haben schon vorab von den neuen Preisen an den Schnellladern gehört und sich gesagt: bei den Preisen fährt eh niemand an die Schnelllader zum laden, dann muss der Zoe das auch nicht können.
Und weil die R90 Zoes nicht an die Schnelllader hinfahren, stellen die Betreiber fest, dass keiner die Schnelllader braucht, und wenn die Förderung abgeschlossen ist, werden die Schnelllader wieder abgebaut.

Halt, falsch - Denkfehler: die Schnelllader werden wieder abgebaut, weil keiner mehr ein Elektroauto kaufen will. Denn der Autoverkäufer rechnet ihm vor: Das Elektroauto verbraucht bei konstant 125 km auf der Autobahn im Winter 29 kWh/100 km. Um diese an einer Schnelladesäule wieder zu laden, braucht dies bei 40 kWh Ladeleistung 44 Minuten. Dies kostet als Zeitanteil 44x 0,32€ = 14,08€, nach kWh Anteil 9,28€, zusammen 23,36€ für 100 km. Daher rät der Verkäufer: Kaufen sie sich einen SUV mit Verbrauch von 15 Litern auf 100 km, da fahren sie billiger: 15l x 1,39€ = 20,85€ für 100 km.
Schont auch den deutschen Haushalt, da keine Umweltprämie bezahlt werden muss.
Und Frau Merkel erklärt, dass ihr beim Vorlesen der Zahl von 1 Mio Elektroautos bis 2020 ein Fehler unterlaufen ist, es sollte heißen 3030, nicht 2020.
Und Tesla stellt fest, dass sie 1010 Jahre zu früh dran sind.
Allerdings werden wir 3030 keine Tankstellen mehr finden, der Smog ist zu dicht.
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon Greenhorn » So 15. Jan 2017, 01:04

Und wer sagt, dass EV fahren günstiger sein muss als im Verbrenner?
Zu Hause laden ist noch günstiger und unterwegs muss man halt mehr bezahlen.

Ja, die bekommen einen Großteil der Kosten von unseren Steuern bezahlt. Nun lädt da tatsächlich 2 x am Tag ein EV für 15 €. Ist ja der Wahnsinn. Mit 900 € finanziert man dann die 30.000 € die nicht gefördert sind, die geschätzt 300 € Service Pauschale im Monat und einen Standby Verbrauch von geschätzt 500 Watt (wenn das reicht). Wären dann noch mal so 500 € im Monat. Ach einen Anteil Hotline und Techniker muss auch noch einkalkuliert werden.

Wir sind halt Testballons und davon noch recht wenige. Unternehmen, die den Mut eines Elon Muss haben und ohne Ende in Vorkasse gehen gibt es selten. Vor allem in Deutschland.
In den Niederlanden ist man mit Fastned mutiger. Bei uns traut sich keiner, weil er weiß, dass er 70% der Arbeitnehmer, entsprechende Anzahl an Unternehmen und die Politik gegen sich haben wird.

Also, wogegen jammern wir? Selbst wenn wir uns alle in Berlin vor dem Reichstag versammeln würden. Wir würden auf der großen Wiese, mit unseren vielleicht 5000 nicht aus Förderprojekten stammenden EV, aussehen wie eine Picknick Gruppe und nicht auffallen.

Irgendwann werden wir mehr sein, oder es gibt ein weiteres ausländisches Unternehmen, dass in Deutschland das Geschäft macht. Danach geht dann halt nach dem Tankstellen sterben das Sterben der Energiekonzerne los.

Wir werden sehen, was passiert.

Jeder hat die Möglichkeit sich zu beschweren. Und zwar nicht hier, sondern bei den Anbietern, der Politik, den Energiekonzernen.

Ich für meinen Teil gehe davon aus, dass sich das alleine regulieren wird. Bis dahin freue ich mich über jede neue Säule und lade halt auf Touren teurer als zu Hause.

Edith: aus sichere Quelle habe ich erfahren, dass unsere Hauptstadt nicht mehr Bonn, sondern Berlin mit dem Reichstag ist. Hab es mal angepasst ;-)
Zuletzt geändert von Greenhorn am So 15. Jan 2017, 10:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon Langsam aber stetig » So 15. Jan 2017, 01:25

Greenhorn hat geschrieben:
Ich habe zu den neuen TNM Preisen bei Allego gehört, dass diese Massiv Beschwerden erhalten haben, weil die Lader auch als Parkplätze missbraucht wurden und nach Ladeende nicht abgesteckt wurde. Nachfolgende Fahrer konnten somit nicht laden.

Um dies zu ändern wurden die Preise nun in einen Zeit und kWh Tarif gesplittet.


Finde ich prinzipiell auch richtig, aber:

1. Der Preis pro kWh sollte dann deutlich gesenkt werden, so dass er nur noch etwas über den Kosten liegt (was würde das sein, 15 bis 20 Cent vielleicht? )

2. 30 Cent pro Minute scheint mir sehr hoch gegriffen. Schon 10 Cent pro Minute scheint mir reichlich.

Und bei einem Tarif von 20 Cent pro kWh und 10 Cent pro Minute sieht das ganze auch schon sehr viel akzeptabler aus.
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon geko » So 15. Jan 2017, 07:58

Greenhorn, genau so sehe ich es auch. Ich habe beim Umstieg von Diesel auf ein BEV eher damit gerechnet, dass die Mobilität nun teurer wird, zumindest für einige Jahre des Übergangs. Für mich auch vollkommen in Ordnung. Ich will nicht billiger unterwegs sein, sondern umweltverträglicher. Mobilität ist viel zu günstig, das ist einer der Hauptgründe für unser Abgas-Dilemma.

Bei einem muss ich dir aber widersprechen: Der Reichstag ist in Berlin. :lol:
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon Misterdublex » So 15. Jan 2017, 08:43

Ich bin auf der TheNewMotion Website mal einige Allego-Standorte entlang der A2 in NRW und Niedersachen durchgegangen. Dort fiel mir auf, dass an den reinen Typ 2/CCS-Säulen für AC (Normalladen) 0,06€/min verlangt wurden und für DC 0,36 €/min. Aus meiner Sicht akzeptabel.

An den Triplladern Typ 2 (Schnellladen), CHAdeMO, CCS allerdings für AC und DC 0,30 €/min zzgl. 0,3 €/kWh.

Das klingt für mich nach einer Fördervorgabe von EU/Bund. Viele der Allego-Säulen sind doch entsprechend geförderte Säulen und nur die Säulen mit dem Angebot an nicht EU-konformen Standards bieten diese Wucherpreise an.

Ich habe mir jetzt drei Allego-Standorte angeschaut und überall bin ich auf dieses Phänomen gestoßen. Meine Meinung: Die EU/Bund wollen die Nutzung von CHAdeMO und Typ 2 (Schnellladen) madig machen um Ihren Standard CCS und Typ 2 (Normalladen) durchzusetzen.
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon geko » So 15. Jan 2017, 10:16

Interessant. Dann würde ich aber doch vorschlagen, diesen "Zuschlag" ausschließlich bei CHAdeMO und Typ 2 43 KW zu erheben und CCS davon auszunehmen. Aber vermutlich richtet sich die Vorgabe dann an die gesamte geförderte Säule und nicht nur an die beiden genannten Stecker.
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon Yorch » So 15. Jan 2017, 10:22

Vielleicht sollte ich doch einen R90 anstatt einem Ioniq bestellen, und statt teuer auf der Autobahn zu laden lieber alle 250km in ein Dorf und güntig Strom laden und für das gesparte Geld lecker essen?

Wie verschweige ich diese Preise vor Verbrennerfahrern?

Ich rechne es nochmal vor. Günstigstes mögliches Szenario wäre für mich folgendes:
Ein Schnelladeanschluss 50 kW kostet 10 000, hält 10 Jahre, kostet 500 Euro/Jahr an Wartung, es laden pro Tag 10 Fahrzeuge je 20 kWh -> 10 * 365*10 *20 kWh = 730 000kWh über die ganze Lebensdauer. Kosten: 15 000 Euro. -> 15 000 /730 000 = 2 cent/kWh Aufpreis zum Bezugspreis, das wäre OK.


Typische Situation jetzt: Lader kostet 30 0000 -15 000 Förderung, hält 5 Jahre, 1000 Euro Wartung / Jahr, pro Tag laden 2 Fahrzeuge 15 kWh
-> Kosten 20 000 Euro, umgesetzte Energie 5*365*30 kWh -> 54 750 kWh -> 36 cent/kWh -> Zu teuer!
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon Karlsson » So 15. Jan 2017, 10:37

Greenhorn hat geschrieben:
Und wer sagt, dass EV fahren günstiger sein muss als im Verbrenner?
Zu Hause laden ist noch günstiger und unterwegs muss man halt mehr bezahlen.

Das EV ist eher auch mit dem Strom von daheim teurer. Wenn jetzt noch so Hammerpreise für Touren oben drauf kommen, macht mir das die Entscheidung schon noch leichter, längere Strecken mit dem Verbrenner zu fahren. Weil Wartezeit und höhere Kosten ist schon eine doofe Kombi.
Da hab ich halt den Eindruck das ist alles noch nicht so weit. Früher war die Infrastruktur halt noch schlechter (von gut sind wir immer noch weit entfernt), dafür in der Regel gratis. Jetzt soll es irgendwann mal in selbsttragende Modelle übergehen, aber es fehlen die Kunden und die Akkus der wenigen Kunden sind auch noch so klein, da kann man kaum Umsatz machen.
Das wird wohl hoffentlich für beide Seiten besser werden, wenn E-Mobilität mehr in die Breite kommt.
Die Verkaufszahlen im letzten Jahr waren aber ja sogar noch rückläufig.
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Re: Allego Preisexplosion

Beitragvon Greenhorn » So 15. Jan 2017, 10:57

@Yorch
Deine Preise für die Infrastruktur Stimmen nicht.
Ein normaler 50 kW Tripple kostet je nach Eunkaufsmenge und Typ 25-50.000 €. Wenn Du einen größeren Standort hast und nicht ein Trafo dazu kommt, bist Du bei 250.000 je Standort.
Gruß Bernd
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