Winterkorns - Batteriepläne

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon dkt » Sa 18. Jan 2014, 09:16

In der heutigen Ausgabe der tz München erschien ein Interviewergebnis mit dem Entwicklungsvorstand von VW (Dr. Heinz-Jakob Neußer), der zum Thema Elektroauto eine, zumindest für mich, erklärungsbedürftige Botschaft, zur Batterieforschung, im Hinblick auf das Elektroauto, abgab.

Zitat:

Die heutigen 25-Ampere-Stunden-Zellen sind der Anfang. Wir arbeiten derzeit in der Forschung an etwa 80-Ampere-Stunden. Dann wären Reichweiten von bis zu 500 Kilometer möglich.

Zitat Ende

Kann das jemand in verständliches Deutsch umsetzen? So wie ich es interpretiere, hat der E-Up also Zellen mit 25 Ampere-Stunden in der Batterie. Wenn ich einmal von 3,2 Volt Spannung ausgehe, dann hat eine Zelle 80 Wh. Bei 18,7 kWh wären das dann etwas über 230 Zellen.

Würde nun die 80 Ampere-Stunden Zelle kommen, dann hätte die gleiche Anzahl Zellen nahezu 60 kWh. Gut, für den E-Up würde das schon mal zu 500 km, im besten Fall, reichen.

Übrigens, im gleichen Interview wurde auch gesagt, dass VW nicht sicher ist, welcher alternative Antrieb sich durchsetzt, bzw. eine Antwort darauf erst gegen 2020 erwartet.

Musk wird das freuen, hat er doch in VW zur Zeit keinen Konkurrenten zu befürchten.

Doch, was ist mit dem Volumen der Zellen und vor allem mit dem Gewicht? Wäre es für das normale Publikum nicht einfacher gewesen, von der zukünftigen Speicherleistung in kWh, der dann möglichen Batterie auszugehen, als von Ah der Zellen zu sprechen? Es war immerhin ein öffentliches Statement.
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Beitragvon agentsmith1612 » Sa 18. Jan 2014, 10:45

Falls es Lithium-Ionen Zellen sind, sind wir dann nicht bei 3,7 V?

Wieso er von Amperestunden spricht, entweder gezielte Verwirrung/Verschleierung oder er ist so in dem Thema drin, dass er es vorraussetzt die Spannung sei identisch.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Jogi » Sa 18. Jan 2014, 11:06

dkt hat geschrieben:

Doch, was ist mit dem Volumen der Zellen und vor allem mit dem Gewicht? Wäre es für das normale Publikum nicht einfacher gewesen, von der zukünftigen Speicherleistung in kWh, der dann möglichen Batterie auszugehen, als von Ah der Zellen zu sprechen? Es war immerhin ein öffentliches Statement.

Da hast Du Recht, diese Aussage ist so praktisch wertlos.

Was nützt eine Zelle mit dreifacher Kapazität, wenn sie auch dreimal so groß und schwer ist (und womöglich auch dreimal so teuer)?

Aber das weiß ein Dr. Neußer sicherlich auch, oder sollte es zumindest wissen.
Vielleicht war einfach der Interviewer nicht kompetent genug, hier entsprechend nachzuhaken, oder die Passage wurde vom Redakteur entfernt, oder was weiß ich...

Jedenfalls wäre eine kapitalintensive technische Entwicklung, die nicht auf einen effektiven Fortschritt bei der Reichweite, bei den Kosten, etc., abzielt, völlig sinnfrei.

Was für den potentiellen Kunden mindestens ebenso wichtig wäre, wäre eine Angabe zur timeline gewesen, als wann man konkret mit Autos rechnen kann, die alltagstauglich und bezahlbar sind.
Das kann man natürlich nicht sagen, wenn man noch bei der "Forschung" ist. :roll:
Aber so sieht halt mal die Hinhaltetaktik nun schon seit Jahrzehnten aus:
Immer schön auf die zu erwartende, rosige Zukunft verweisen, und den Eintrittstermin immer wieder verschieben (solange sich mit der alten Technologie noch gutes Geld verdienen lässt.)
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon lophiomys » Sa 18. Jan 2014, 12:24

Ich nehme keine Aussage oder Werbeversprechen eines VW/Audi-Mitarbeiters ernst.
Das einzige was gilt, ist ein kaufbares Elektroauto beim Händler.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon dkt » Sa 18. Jan 2014, 13:31

Jogi hat geschrieben:
Jedenfalls wäre eine kapitalintensive technische Entwicklung, die nicht auf einen effektiven Fortschritt bei der Reichweite, bei den Kosten, etc., abzielt, völlig sinnfrei.

Was für den potentiellen Kunden mindestens ebenso wichtig wäre, wäre eine Angabe zur timeline gewesen, als wann man konkret mit Autos rechnen kann, die alltagstauglich und bezahlbar sind.
Das kann man natürlich nicht sagen, wenn man noch bei der "Forschung" ist. :roll:
Aber so sieht halt mal die Hinhaltetaktik nun schon seit Jahrzehnten aus


Was mich bei dieser Information besonders gestört hat war:

Eigentlich ist es doch nur dann sinnvoll, wenn vom E-Up und seiner Batterietechnik ausgegangen worden wäre, um dann die zukünftige Entwicklung zu erklären. Aber hier haben wir wieder ein gutes Beispiel für die "Behäbigkeit" mit der der Konzern in Sachen E-Auto umgeht.

Ich wiederhole:

Erst 2020 werden wir wissen wohin die Reise geht (alternative Antriebe).

Wir forschen, um die Zellen von 25 Ah auf 80 Ah zu bringen.

Oder jetzt von mir salopp formuliert:

Forschen tun wir schon aber mit angezogener Handbremse.

Zusatz:

Wir verkaufen über 9 Millionen "Verbrenner" im Jahr was jukt es uns.

agentsmith1612 hat geschrieben:
Falls es Lithium-Ionen Zellen sind, sind wir dann nicht bei 3,7 V?

Wieso er von Amperestunden spricht, entweder gezielte Verwirrung/Verschleierung oder er ist so in dem Thema drin, dass er es vorraussetzt die Spannung sei identisch.


Du hast schon recht mit 3,7 Volt. Ich habe mir zur schnellen Beispielrechnung einfach eine Voltzahl aus den Fingern gesogen. Kommt nicht wieder vor.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Jogi » Sa 18. Jan 2014, 13:38

dkt hat geschrieben:

Was mich bei dieser Information besonders gestört hat war:

Eigentlich ist es doch nur dann sinnvoll, wenn vom E-Up und seiner Batterietechnik ausgegangen worden wäre, um dann die zukünftige Entwicklung zu erklären.

So funktioniert aber eine moderne Vermarktungsstrategie nun mal nicht.

Ich kann doch nicht mein eigenes, soeben erst am Markt platziertes Produkt als entwicklungsbedürftig hinstellen... :mrgreen:
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Robert » Sa 18. Jan 2014, 14:32

lophiomys hat geschrieben:
Ich nehme keine Aussage oder Werbeversprechen eines VW/Audi-Mitarbeiters ernst.
Das einzige was gilt, ist ein kaufbares Elektroauto beim Händler.

Danke.
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: AW: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Karlsson » Sa 18. Jan 2014, 14:54

3,2V ist auch nicht verkehrt. Wäre LiFePo.

Forschen und verkaufen reicht noch nicht so richtig. Zu einem Durchbruch gehören für viele auch Erfahrungswerte.
Wenn die Zellen sich in 5 Jahren noch gut zeigen, weiß man mehr.
Außer bis dahin werden in den neuen Fahrzeugen wieder andere verbaut, von denen man dann im Alter wieder nichts weiß.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon dkt » So 19. Jan 2014, 08:38

Jogi hat geschrieben:
So funktioniert aber eine moderne Vermarktungsstrategie nun mal nicht.

Ich kann doch nicht mein eigenes, soeben erst am Markt platziertes Produkt als entwicklungsbedürftig hinstellen... :mrgreen:


Naja, da ist schon was dran. Die Frage ist immer, wie intelligent die Zukunft dargestellt wird. Natürlich wird der Hersteller für ein neues Auto nicht gleich sagen, wartet bitte bis die Batterien besser und billiger werden.

Aber ein paar Worte zum neuen Auto wären schon hilfreich um die Einstellung zur Elektromobilität zu demonstrieren. Das könnte z. Bsp. so klingen.

Wir glauben an die Zukunft der Elektromobilität. Die Autos und Elektromotoren sind robust und wartungsarm. An der Reichweite werden wir weiter arbeiten. Die Batterietechnik ist unsere Kernkompetenz. u.s.w.

Stattdessen im Orginalton:

Wir wissen noch nicht welche alternativen Antriebe sich durchsetzen werden. Wir können das erst bis 2020 sagen. Da frage ich mich als Kunde schon einmal. Warum sollte ich jetzt den E-Up kaufen, wenn VW nicht sicher ist, dass der Antrieb Zukunft hat? Sollte ich doch auf die Brennstoffzelle mit Wasserstofftank warten?

Die VW Haltung soll wissenschaftlich klingen und ist doch nur, in meinen Augen, der untaugliche Versuch, noch möglichst viele Kunden der Verbrenner, bei Laune zu halten. Es klingt, für mich, wie eine Entschuldigung dafür (für den Verbrennerkunden), dass VW jetzt schon ein E-Auto gebaut hat. Das halte ich für einen untauglichen Spagat.
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Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Eberhard » So 19. Jan 2014, 09:35

VW setzt auf das selbe Zellenformat wie Tesla 18650. Wie der da auf 25 Ah kommt ist mir ein Rätsel. Aber VW hat ja den Tesla Gründer Martin Eberhard als Berater.

lg

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