Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

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Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon Kim » So 20. Apr 2014, 20:21

Als vor ca. 6-8 Jahren (lange vor Tesla) in England das erste Super-Elektroauto (Lightning GT) in Entwicklung war, war auf deren Homepage von der Lithium-Titan Batterientechnologie zu lesen.
12 000 Ladezyklen, Superschnelladefähig und 100% recyclebar war dort zu lesen.

Weiss jemand, was aus diesem Stromspeicher geworden ist? Der Lightning GT ist ja leider nie in Serie gegangen, obwohl es echt ein Hammer Auto war....
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Re: Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon PowerTower » So 20. Apr 2014, 22:12

Hallo,

siehe hier weiter unten. Habe die Lithium-Titanat Akkus diese Woche bekommen und sie werden bald getestet.

Was aus dem Lightning GT wird ist unklar. Die Firma gibt es aber noch. Es ist ein tolles Auto, keine Frage. Laut Mitteilung sollen 50 Fahrzeuge in den nächsten zwei Jahren gebaut werden. Tot ist das Projekt nicht, aber weit weg von Serienfertigung. Es gibt aktuell nur zwei Elektroautos mit dieser Akkuchemie, beide ausgerüstet mit den Toshiba SCiB Zellen. Zum einen der Mitsubishi i-MiEV "M" mit 10,5 kWh und zum anderen der Honda Fit EV mit 20 kWh. Beide nicht erhältlich in Deutschland.

Die damals im Lightning beschriebenen Akkus waren von altairnano. Davon hat man sich aber getrennt und wird vermutlich auch auf die Toshiba Zellen zurück greifen. 90 Wh/kg sind eben deutlich besser als 52 Wh/kg, gerade wenn man 44 kWh verbauen will.

Die Akkus sind halt recht teuer und besitzen eine vergleichsweise geringe Energiedichte (Standardakkus auf Basis von Lithium-Metalloxid Kathode und Graphit Anode bringen es auf etwa 200 Wh/kg). Die sonstigen Eigenschaften sind ausgezeichnet, aber ein Elektroauto mit 100 km Reichweite + 10 Minuten Ladezeit verkauft sich trotzdem schlechter als eines mit 200 km Reichweite + 60 Minuten Ladezeit. Zumal die Infrastruktur diese Ladeleistungen überhaupt bereit stellen muss. Als Speicher für erneuerbare Energien sind sie perfekt geeignet, weil Gewicht nicht so wichtig, aber mehrere Jahrzehnte Haltbarkeit notwendig für den wirtschaftlichen Betrieb.

Gruß
Micha
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Re: Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon fred36 » Di 22. Apr 2014, 22:49

Hi,

gibt es, seht mal hier:

http://www.leclanche.eu/

Leclance und Fraunhofer. 15000 Ladezyklen bei 100% Entladetiefe. Mind 20 Jahre Lebensdauer.

...Die Leclanché-Speicherlösungen mit Lithium-Titanat-Anode zeichnen sich durch hohe Leistungsfähigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit aus.

...Die neue Produktionsanlage für grossformatige Lithium-Titanat-Zellen wird eine Gesamtkapazität von bis zu 1 Million Zellen oder 76 MWh pro Jahr haben.

Die Linie steht bereits, erste Aufträge werden bedient. Werk steht in Deutschland, Willstätt

LG
BMW i3 BEV 60AH. Fahrspaß. Nach 82.000 km noch immer. Software: I001-17-07-500 (seit 10. Nov. 2017)
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Re: Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon dkt » Mi 23. Apr 2014, 07:22

fred36 hat geschrieben:
Leclance und Fraunhofer. 15000 Ladezyklen bei 100% Entladetiefe. Mind 20 Jahre Lebensdauer.


Der Grund, warum die Li-Titanat Zelle den Zugang zum E-Auto noch nicht gefunden hat, liegt in dem ungünstigen Gewicht. Schon Altairnano hatte damit zu kämpfen.

Leclanché produziert den langlebigen und robusten Zelltyp mit 62,73 Wh auf das Kilo.

D.h. eine Batterie fürs Auto wird damit fast doppelt so schwer wie die von Tesla.

Für Interessierte das Link dazu:

http://www.leclanche.eu/img/PDF%202014- ... 1-G002.pdf
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Re: Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon ATLAN » Mi 23. Apr 2014, 07:34

Wären eigentlich somit die perfekten Zellen für zB. einen PV-Speicher im Haus, da hier das Gewicht eher nebensächlich ist...

MfG Rudolf
Ab 18-11-2013 Fluence, seit 16-6-2015 MS 85D, seit 16-6-2017 MX 90D :-D Gratis SuC gefällig? :) http://ts.la/rudolf798
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Re: Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon dkt » Mi 23. Apr 2014, 07:48

ATLAN hat geschrieben:
Wären eigentlich somit die perfekten Zellen für zB. einen PV-Speicher im Haus, da hier das Gewicht eher nebensächlich ist.


Leider kenne ich den Preis der Speicher nicht. Aber es ist zu vermuten, dass der noch zu hoch ist. Willstädt ist - für mein Gefühl - erst der Anfang. Dabei hat man große Speicher für die Netzstabilisierung im Auge. Wenn ich eine Prognose riskiere, dann wird Leclanché sicherlich an der Massenfertigung kleinerer Anlage zu verträglichen Preisen arbeiten. Ansätze mit Partnern gibt es bereits.
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Re: Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon TeeKay » Mi 23. Apr 2014, 12:03

Das Leclanche Speicher zur Netzstabilisierung in Willstätt fertigen will, bezweifle ich. Das sagen sie vielleicht. Aber die Winzigkeit der Fabrik spricht dagegen. Pro Jahr sollen dort nur Batterien mit einer Speicherkapazität von 76.000 kWh entstehen. Das ist ausreichend, um den Photovoltaikertrag Deutschlands zu speichern... Den Ertrag von 11 Sekunden.

Um die Leistung der deutschen Pumpspeicherkraftwerke zu erreichen, müsste die Fabrik 92 Jahre lang Batterien herstellen.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: Was ist aus den Lithium-Titan-Akkus geworden?

Beitragvon zitic » Mi 23. Apr 2014, 14:30

Längeres Speichern ist ja nun auch noch etwas weiter weg. Und mit Netzstabilisierung hat das auch wenig zu tun. Da sind für einzelne Projekte gar nicht so viel Kapazität nötig um regional kurzfristig auszugleichen. Da geht es dann um Projekte wie Younicos 5MWh in Schwerin.

Für längerfristiges Speichern(Stunden/Tag) braucht es billigeren Speicher. Gerade bei dem noch relativ seltenen und flachen Preishub momentan. Da ist dann momentan noch Blei recht weit vorn(u.a. in Kombi mit LiIon), aber auch NaS oder generell Redoxflow. Aber das führt zu weit ab.
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