Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

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Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon SWISS-I » Sa 10. Jun 2017, 10:43

Guten Tag zusammen
Es begann vor einem Jahr. Da wurde der Wunsch, ein Elektro-Auto zu besitzen, konkret. Ich sammelte Prospekte, las stundenlang in diesem Forum, recherchierte im Internet, überlegte hin und her und rechnete. Es stellte sich heraus, dass der KIA Soul EV erstens ein tolles Auto ist und zweitens mein „Vergnügungsbudget“ nicht übermässig strapazieren würde. Ich war sicher, ich würde einen KIA Soul EV kaufen.
Also kontaktierte ich den örtlichen KIA-Vertreter und erkundigte ich nach der Möglichkeit einer Probefahrt mit einem KIA Soul EV. Da müsse er zuerst schauen und er wüsste jetzt im Augenblick nicht so recht und überhaupt und er würde sich zeitnah wieder bei mir melden. Nachdem ich weder zeitnah noch sonst irgendwie etwas hörte, rief ich wieder an und wieder und wieder und wurde auch immer wieder vertröstet. Nach gefühlten 15 Telefongesprächen und vielen vergangenen Wochen Wartezeit kam eines Morgens der erlösende Anruf. Ich könnte heute Nachmittag (!) den KIA Soul EV ausprobieren. Natürlich sprang ich sofort ins mein Auto, düste zum Händler und da stand er. Ein KIA Soul EV blau mit weissem Dach. Freudig stieg ich ins Auto, nahm den Schlüssel in Empfang und fragte, wie lange ich ihn denn ausprobieren könnte. Antwort: „In spätestens einer Stunde müssen Sie wieder hier sein!“ Meine Stimmung sank unter Null. Das war keine Probefahrt, das war allenfalls ein kurzes Schnuppern. Der ganze Aufwand, das wochenlange Warten und unzählige Telefonanrufe für eine knappe Stunde Probefahrt. Trotzdem fuhr ich die wenigen Kilometer, die möglich waren, brachte den Wagen pünktlich zurück und bat um eine Offerte für einen Kauf. Das ginge leider nicht, weil dieses Auto schon verkauft sei. Ein anderes würde er aber nicht erhalten. Das war vor einem halben Jahr. Das Auto steht jetzt immer noch beim Händler, ist mit einem Schild „zu verkaufen“ versehen und bei einschlägigen Online-Portalen eingetragen.....
Nun versuchte ich es bei einem grösseren Autohaus, das sich auch Kompetenzzentrum nennt. Dort hatte ich einen gebrauchten KIA Soul EV mit extrem wenigen Kilometern auf der Uhr zu einem annehmbaren Preis gesehen. Probefahrt vereinbart, 20 km hingefahren. Der Verkäufer war freundlich und hatte keine Ahnung von EVs. Er holte den Schlüssel, drückte wie wild auf dessen Tasten herum, doch der KIA hatte keine Lust, die Türe zu öffnen. Also – wie früher – mechanisch die Tür geöffnet. Doch auch da keine Reaktion, kein Lämpchen im Display, nichts, niente, nada. „Ich glaube, der Akku ist nicht aufgeladen“ kam die weise Erkenntnis des Verkäufers. „Könnten Sie in ein paar Tagen wieder kommen?“ Natürlich könnte ich, wollte ich aber nicht. Auf meine Frage, wie lange denn das Auto schon in diesem Zustand hier stehe, meinte er: „Ein halbes Jahr.....!“). Soviel zum Thema Kompetenzzentrum.
Missmutig machte ich mich auf den Heimweg. Auf dieser Strecke fuhr ich zufälligerweise an einem BMW-Autohaus vorbei. Einen BMW i3 sah ich dort stehen. Da diese aber bestimmt jenseits meiner finanziellen Vorstellungen lagen, schaute ich wieder auf die Strasse. Zu Hause liess es mir dann aber doch keine Ruhe und ich rief dort an. Ich wollte jetzt keine Probefahrt mehr, ich wollte einen BMW i3 eine Woche lang ganz offiziell mieten. Dies wäre eine vernünftige Zeit, um die Alltagstauglichkeit zu testen. Als ich meine Bitte dem zuständigen Verkäufer vorgetragen hatte, kam die Antwort: Nein, Sie können bei uns keinen BMW i3 mieten, aber Sie können ihn einfach so eine Woche haben. Ohne Bedingungen, ohne Kosten, ohne Verpflichtung, ohne Kilometerbegrenzung, einfach so! Nach einer Woche bringen Sie ihn zurück und gut ist!
Ich glaubte nicht, was ich da hörte, nahm aber das Angebot dankend an. Die Woche ging vorüber und ich brachte das Auto zurück und ging nach Hause. Kein aufdringliches Verkaufsgespräch störte meine Stimmung. Der Verkäufer nahm den Schlüssel in Empfang, schaute nicht einmal, ob das Fahrzeug irgendwelche Schäden hatte und wünschte mir ein schönes Wochenende.
Auf meine Bitte hin kam dann von diesem Händler ein Angebot für einen gebrauchten BMW i3, EZ Nov 2015, nur 9000 km auf der Uhr mit einer Superausstattung.
Ich konnte nicht anders, mein Sparschwein ist kaputt und mein Vergnügungsbudget für die nächsten paar Jahre aufgebraucht.
Nun habe ich seit genau einer Woche den BMW i3 und freue mich jeden Tag darüber.
Vielleicht sollten die KIA-Vertreter zu den BMW-Leuten in einen Kurs: „Wie verkaufe ich ein Auto“ gehen.
Das war meine Geschichte zum Samstag.
Roland (SWISS-I)
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Re: Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon M-M » Sa 10. Jun 2017, 11:22

Glückwunsch zum i3 ,
aber da sieht man mal wieder, wieviel Interesse bei manchem Händlern besteht, EV´s zu verkaufen .
Nissan Leaf Tekna von Mai 2016 bis Juni 2017
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Re: Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon INRAOS » Sa 10. Jun 2017, 17:39

Glückwunsch zu deinem i3 - und allzeit gute Fahrt.

Bei mir war es ähnlich - nur ohne den Umweg über KIA :mrgreen:

Ich hatte bei Facebook eine Anzeige von BMW zum i3 mit dem neuen Akku gesehen.

Habe dort wegen einer Probefahrt-Möglichkeit nachgefragt und bekam die Kontaktdaten eines BMW-Händlers in BI mitgeteilt.

Dort per Mail nachgefragt, und innerhalb einer Woche die Möglichkeit bekommen, den nagelneuen i3 für 2 Tage probezufahren. Zu meinem Erstaunen auch komplett kostenfrei.

Bei Abholung eine kurze Einweisung mit Fahrt unter Anleitung des VK - dann konnte ich das Auto mitnehmen. Auch bei mir nach Rückgabe nur ein kurzes Gespräch wie es mir gefallen hätte.

Habe mich dann innerhalb 2 Wochen entschieden - musste gut 2 Monate warten - und fahre meinen i3 jetzt seit fast einem halben Jahr vollkommen beschwerdefrei.

Meinem Händler bin ich immer noch sehr dankbar für die tolle Beratung - er hat auch mit keinem Wort versucht mir ein anderes Auto zu verkaufen
BMW i3 BEV 94 Ah seit 29.12.2016. Mittlerweile schon über 14.000 km vollelektrisch gefahren
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Re: Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon fridgeS3 » So 11. Jun 2017, 20:28

Herrliche Geschichte, vielen Dank dafür. Letztlich bestätigt das auch meine Erfahrungen mit BMW, die Jungs wissen ganz genau, dass ihr Auto überzeugt, da braucht man nichts anderes.

Ich wünsche dir weiterhin viel Freude damit, du wirst feststellen, diese hält noch sehr sehr lange an.
BMW i3 - 60Ah - BEV (Baudatum 09-2013) - I001-17-07-500 - max. SoC 19,4kWh nach 17,8kWh (Erläuterungen zum kWh-Update siehe hier)

Mach' mit und sei ein Teil des BMW i-Team zur eRuda 2018 ; wir freuen uns auf jeden i3-Driver
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Re: Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon nono » So 11. Jun 2017, 20:49

Genau das deckt sich mit meiner Erfahrung.
Sowohl Kia, Renault als auch Hyundia haben mir 1h Probefahrt angeboten. Das habe ich dankend abgelehnt.

Denn bei BMW hatte ich ein ganzes Wochenende schon vorher ausgiebig testen und unterwegs laden können. So verkauft man E-Autos.
Wenn der Kunde auf die üblichen Wege abfahren kann, Ladestationen testen kann, etc., dann schwindet ganz schnell die Hemmschwelle und die Reichweitenangst.
Viel Spaß mit deinem i3!

Ach ja, da zitiere ich gerne meinen i-Agenten als ich ihm meine Erlebnissen schilderte: "wir sind halt cool!". :D
17.02.2017 Born Electric | 20.000 km rein elektrisch | Verbrauch: ø 14,0 kWh/100km
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Re: Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon Widdy2000 » So 11. Jun 2017, 21:39

Bei mir identisch!

Über die BMW Website meinen iAgenten vermittelt bekommen und ohne Nachfrage einen i3 für Freitag 10 Uhr bis Montag 15 Uhr bekommen.
Auf meine Anmerkung das ich min. 500km brauche um zu sehen ob der Wagen für mein Streckenprofil taugt, kam nur die Antwort:

Kein Problem!

War übrigens der selbe Wagen den Dennis Witthus in seinem Youtube Blog gefahren hat :-)
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Re: Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon wrzlpfrmft » Mi 21. Jun 2017, 12:34

Ich habe seinerzeit die gleichen positiven Erfahrungen gemacht. Ich habe den i3 damals übers Wochenende bekommen.

Weil ich während der Lieferfrist die 3 Monate ohne Auto war, mailte ich den Händler an, um ihm zu erklären, dass sich inzwischen doch so einiges an Einkäufen und dringenden Besuchen bei den Eltern unerledigt angestaut hatte, und ob ich nicht nochmal 2-3 Tage ein Auto haben könnte. Bekommen habe ich nochmal den i3 - eine ganze Woche. Natürlich wieder kostenlos.
i3 94 Ah nonREX, Protonic Blue, seit 20.10.16
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Re: Wie aus einem KIA Soul EV ein BMW i3 wurde

Beitragvon Basslo » Mi 21. Jun 2017, 13:08

Eine krasse Story eigentlich, aber sehr lesenswert. Da sieht man wieder mal wie stark unterschiedlich das ist.
Bei BMW Häuser welche einen Product Genius haben hatte ich mich eigentlich auch immer sehr wohl gefühlt, weil man eine Ansprechperson hat der einem nichts verkaufen will, sondern auf deine Bedürfnisse eingeht damit du mit einer positiven Erfahrung wieder nach Hause fährst. Denn nur so kommen Kunden auch wieder und machen danach keinen Bogen um den Händler weil sie keine Lust auf aufgezwungen Kaufdrang haben.

Auch was E-Auto Zubehör Anfragen angeht kann ich bis jetzt nur positiv über meinen Händler reden. Er bemüht sich sehr um Infos zu den neuen BMW Wallboxen oder ähnlichem zu bekommen. Sobald ich eine techn. Frage habe wird die sofort an die Zentrale nach Salzburg weitergeleitet und spätestens 2 Tage später bekomme ich eine Antwort.
Was mich sehr gewundert hat ist das Typ 2 ladekabel und Wallbox relativ günstig sind im Vergleich zu dem was sonst so am Markt ist. Den BMW typischen Zubehör Aufschlag sehe ich bei den Teilen nicht :)
BMW i3 BEV 60Ah BJ 4/2016
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