Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon MarkusD » Sa 6. Sep 2014, 21:39

egonalter hat geschrieben:
4. Öffentliche Nah- und Fernverkehr mehr Priorität einräumen.
Das kann nur von Leuten kommen, die das nicht nutzen (müssen).

Aktuell gleicht für meinen Fall der Versuch, mit dem ÖPNV von zu Hause zur Arbeit zu kommen und wieder zurück, einem Vabanquespiel.
Selbst wenn es reibungslos funktioniert und ich die eine einzige vorhandene optimale Verbindung mit der kürzesten Zeit benutzen kann (mitten am Tag, vmtl. nur für Halbtagskräfte geeignet), bin ich 50% länger unterwegs als mit dem dem Auto. Der Normalfall mit ÖPNV ist die doppelte Zeit - und die dreifachen Kosten (Versicherung, Wartung etc. anteilig schon reingerechnet).

Bevor ich wieder ÖPNV nutze (habe es über 10 Jahre gemacht, dann hatte ich die Schnauze einfach voll), muß sich etliches zum Besseren wenden.

Gruß
Markus
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon TeeKay » Sa 6. Sep 2014, 22:14

Das ist ja mit "mehr Priorität einräumen" gemeint. Pro Einwohner gibt die Schweiz zehnmal soviel für den Schienenverkehr aus wie Deutschland. Deutschlands öffentlicher Verkehr ist chronisch unterfinanziert.
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon Elektrolurch » So 7. Sep 2014, 08:45

egonalter hat geschrieben:
beim aktuellen Strommix sind E-Autos auch nicht viel CO2 effizienter als effiziente Verbrenner.

Das stimmt nicht. Nimm bei Sprit die ganze Produktionskette mit in die Rechnung hinein.
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon umberto » So 7. Sep 2014, 10:03

Elektrolurch hat geschrieben:
Das stimmt nicht. Nimm bei Sprit die ganze Produktionskette mit in die Rechnung hinein.


Ich habe was von 30g CO2/km im Kopf. Hast Du Zahlen?

Gruss
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon graefe » So 7. Sep 2014, 12:02

umberto hat geschrieben:
Elektrolurch hat geschrieben:
Das stimmt nicht. Nimm bei Sprit die ganze Produktionskette mit in die Rechnung hinein.


Ich habe was von 30g CO2/km im Kopf. Hast Du Zahlen?


Wie soll man brennende/leckende Ölförderstellen, Tankerunglücke und kriegerische Auseinandersetzungen in Zahlen ausdrücken?

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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon umberto » So 7. Sep 2014, 18:37

Ich fürchte, angesichts der schieren Menge an Erdöl, die wir regulär verblasen, fallen die Unglücke nur am Rande ins Gewicht.

Die Kriege, nun ja...da wären mir die Menschenleben und die Schicksale wichtiger als das CO2.

Gruss
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon egonalter » So 7. Sep 2014, 20:54

umberto hat geschrieben:
Elektrolurch hat geschrieben:
Das stimmt nicht. Nimm bei Sprit die ganze Produktionskette mit in die Rechnung hinein.

Ich habe was von 30g CO2/km im Kopf. Hast Du Zahlen?


Ich habe da mal ne Studie gelesen... aber leider nicht mehr auf Anhieb gefunden. Hier ist eine aber Kurzfassung http://www.vwi.tu-dresden.de/~treiber/publications/langfassungFinal.pdf. Kurz gesagt, in den meisten Zensarien ist ein Diesel besser als ein Stromer. Einzige Ausnahme: 100% Ökostrom.

Dabei ist jedoch zu bedenken, dass diese Berechnungen teilweise empfindlich von einigen Annahmen bzw. heutigen Istzuständen abhängen. Neben Stromproduktion gehört auch die Massenproduktion oder die Optimierung von Produktionsprozessen hinzu, also Dinge, die sich beim Diesel nicht mehr stark ändern dürften, beim EA aber quasi noch am "Hochlaufen" sind.
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon MarkusD » So 7. Sep 2014, 21:35

egonalter hat geschrieben:
..., in den meisten Zensarien ist ein Diesel besser als ein Stromer. ...
Freud'scher Vertipper?

In der Studie wird aber auch viel mit Annahmen gearbeitet.
Und bei den volkswirtschaftlichen Sektoren fehlt mir ein entscheidender Punkt: Die durch die Emissionen entstehenden Krankheiten, Lärmbelästigung und deren Kosten durch Arbeitsausfälle, Heilung etc.
Dann fehlen noch die Nachteile bei Unfällen, wenn Öl und Betriebsstoffe auslaufen, was es bei E-Fahrzeugen nicht bzw. nur in erheblich geringerem Maße gibt.

Klar, eine gesamtheitliche Betrachtung ist schwierig, aber will man einen seriösen Vergleich über Umweltfreundlichkeit von Verbrennern gegenüber E-Fahrzeugen anstellen, dann muß das mit rein.
Andernfalls ist das auch nur wieder die halbe Wahrheit.

Gruß
Markus
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon Alex1 » So 7. Sep 2014, 21:58

Die EMPA spricht so: http://www.empa.ch/plugin/template/empa/3/99073/---/l=1

"Die Bilanz der Empa-Forschenden: Ein Benzinauto müsste zwischen drei und vier Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, um etwa gleich umweltfreundlich zu sein wie das untersuchte, mit europäischem Strommix aufgeladene Li-Ion-Elektroauto."

Dabei wurde allerdings nur der Einfluss der Li-Ion-Akkus genauer unter die Lupe genommen.

Dabei ist die Rechnung für den Verbrauch recht einfach. Nimmt man 530 g CO2/kWh für deutschen "Graustrom", ergeben sich für
14,6 kWh/ 100 km (Zoe "offiziell"): 77 g CO2/km,
13.0 kWh/ 100 km: 69 g CO2/km,
12,0 kWh/ 100 km: 64 g CO2/km,
11,0 kWh/ 100 km: 58 g CO2/km,
10,6 kWh/ 100 km (inlovewithzoe): 56 g CO2/km.

77 g CO2/km entspricht 3,3 L Benzin/100 km,
oder aber 2,9 L Diesel/100 km.

Welches Auto schafft das heute :?:

Mit Öko-Strom ist nochmal mindestens der Faktor 10 drin, je nach Anbieter bzw. dessen Strommix.

Und ich bin mir sicher, dass die 530 g CO2/kWh noch lange nicht Ende der Fahnenstange sind. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
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Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
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Re: Wenn ich nur aus dem VCD austreten könnte!

Beitragvon TeeKay » Mo 8. Sep 2014, 07:31

Man müsste auch mal schauen, inwiefern denn der NEFZ-Zyklus die Gesamtheit aller Fahrten in einem Land abdeckt. NEFZ untertreibt in der Stadt gnadenlos bei Verbrennern - gerade hier spielen Elektroautos riesige Vorteile heraus. Auf der Autobahn bei Tempi >120 kommen die Verbrenner langsam mal in einen Bereich, den man effizient nennen könnte. Effizient in dem Sinne, dass sich der Leistungsoutput Richtung Effizienzmaximum des Verbrennungsmotors bewegt. Aufgrund der extremen Ineffizienz im Stadtverkehr steigen die Verbräuche bei diesen hohen Geschwindigkeiten weniger stark als bei Elektroautos. Daher ist die Frage, wie viel Prozent der Gesamtfahrleistung der deutschen Automobilflotte in diesem Bereich stattfindet. Ich denke, es ist ein sehr kleiner Teil. Der Großteil der Fahrten findet in einem Geschwindigkeitsbereich statt, in dem Elektroautos merkliche Vorteile haben.

Dazu bleiben, wie schon erwähnt, "externe" Vorteile wie weniger Lärm, weniger Feinstaub und weniger Abgase in unmittelbarer Nähe der Menschen, die Möglichkeit, 100% (auch selbst erzeugte) regenerative Energien zu nutzen etcpp bei solchen Untersuchungen in der Regel unberücksichtigt.
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