Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

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Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon Eifeler » Do 7. Dez 2017, 14:17

Vielleicht kann jemand meine Frage beantworten.
Ein Elektroauto kann die Bremsenergie zurückspeisen.
Meines Wissens wirkt der Motor als Generator und erzeugt einen Drehstrom (Wechselspannung)der dann gleichgerichtet wird und in die Batterie zurückgespeist wird.
Mein Leaf hat eine Bremsleistung von 30 kw.
Also muss doch ein Gleichrichter mit einer Leistung von 30 kw vorhanden sein. Kann man diesen Gleichrichter denn nicht auch benutzen um Wechselspannung aus dem Stromnetz gleichzurichten und in die Batterie zu speisen?
Da bräuchte man doch kein separates Ladegerät einzubauen welches dann oft eine sehr geringe Leistung hat.

Wer kann mir das erklären?
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon Tigger » Do 7. Dez 2017, 14:41

Imho macht Die ZOE das so. Das mir bekannte Ergebnis als Nicht-ZOE-Fahrer:
* Du hast eine Ladezicke.
* Du musst darauf achten, dass Du einen schweineteuren FI einbaust, weil irgendwie nicht sauber zwischen den Phasen getrennt wird.

Mögen die ZOE-Fahrer jetzt auf mich einprügeln. ;-)

Aber Conti hat da wohl auch was in Mache: https://www.goingelectric.de/2017/06/02/news/continental-allcharge-universelles-ladesystem-fuer-elektroautos/
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon ensoniq2k » Do 7. Dez 2017, 15:08

Tigger hat geschrieben:
Imho macht Die ZOE das so. Das mir bekannte Ergebnis als Nicht-ZOE-Fahrer:
* Du hast eine Ladezicke.
* Du musst darauf achten, dass Du einen schweineteuren FI einbaust, weil irgendwie nicht sauber zwischen den Phasen getrennt wird.


Eine Ladezicke ist die Zoe hauptsächlich als Vorsichtsmaßnahme gegen Schäden. Das Auto kann ja nicht wissen, was an der Installation der Wallbox alles verbrochen wurde.

Der teure FI ist heute schon bei vielen Wallboxen nicht mehr nötig, sofern eine DC-Fehlerstromerkennung eingebaut ist. Der Grund dafür ist dass keine Galvanische Trennung im Motor stattfindet und daher Batteriestrom zurück ins Netz fließen könnte.

Als Option zusätzlich zum DC-Lader fände ich sowas eine gute Idee, auch für den Leaf. Die Zoe hat ja gar keine DC-Option.
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon AbRiNgOi » Fr 8. Dez 2017, 09:58

Sobalt ein Laderät im Auto verbaut ist, wird die Galvanische trennung nicht mit 50Hz Trafos gemacht sonder mit höheren Frequenzen. Um die zu erzeugen wird bei allen Netzgeräten zuerst gleich gerichtet! In Falle von drei Phaden kann es in diesem Gleichstrom Zwischenkreis zu einem gleich- Fehlerstrom kommen. Alle AC dreiphasen Netzgeräte benötigen daher einen FI Typ B. Es gibt aber Hersteller (Brusa) die diesem DC Zwischenkreis so gut Isolieren das die sagen kein Typ B ist notwemdig. Dazu kenne ich aber nur die Aussage der Hetsteller.
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon R4MP » Fr 8. Dez 2017, 14:25

AbRiNgOi hat geschrieben:
Sobalt ein Laderät im Auto verbaut ist, wird die Galvanische trennung nicht mit 50Hz Trafos gemacht sonder mit höheren Frequenzen. Um die zu erzeugen wird bei allen Netzgeräten zuerst gleich gerichtet! In Falle von drei Phaden kann es in diesem Gleichstrom Zwischenkreis zu einem gleich- Fehlerstrom kommen. Alle AC dreiphasen Netzgeräte benötigen daher einen FI Typ B. Es gibt aber Hersteller (Brusa) die diesem DC Zwischenkreis so gut Isolieren das die sagen kein Typ B ist notwemdig. Dazu kenne ich aber nur die Aussage der Hetsteller.


Hmm... also generell ist die Lösung in der ZOE eher unschön gelöst. Damit begrenzt sie sich gerade als 41kW/h Variante unnötig selbst! CCS rein und ich kann Typ2 bedienen und den Vorteil des wirklichen Schnellladens ab 50kW/h aufwärts!
Das wäre ein riesen Schritt!

Ansonsten Verstehe ich generell das Problem des FI Typ B nur bei e-Autos und das bedingt. Weshalb muss ich außerhalb des Fahrzeugs absichern? Ich habe doch für Kraftstrom 400V im Haushalt auch keinen FI Typ B (RCD) verbaut.
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon Schwani » Fr 8. Dez 2017, 18:34

Lasst mal die Zoe sein und beantwortet die Frage des Erstellers - die interessiert mich nämlich auch. :D

Mein Outlander kann max. 60kW rekuperieren - warum kann er nur mit 3,7kW AC laden?
Die Frage finde ich wirklich gut!
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon Yorch » Fr 8. Dez 2017, 19:24

Schwani hat geschrieben:
Lasst mal die Zoe sein und beantwortet die Frage des Erstellers - die interessiert mich nämlich auch. :D

Mein Outlander kann max. 60kW rekuperieren - warum kann er nur mit 3,7kW AC laden?
Die Frage finde ich wirklich gut!


Ein Frequenzumrichter benötigt immer Schaltelemente (z.B. IGBT oder MOSFET) und Speicherelemente (Spulen und Kondensatoren).
Der Frequenzumrichter, welcher den Motor speist, hat keine Drosselspulen, da die Spulen im Motor den Strom ausreichend begrenzen. Wollte man nun also diesen Frequenzumrichter ans Netz anschließen, bräuchte man zusätzliche, relativ schwere Drosselspulen.

Weiterhin ist es notwendig, die Isolation des Hochvoltsystems zu überwachen, das geht am einfachsten bei galvanischer Trennung.
In dem kleinen 3,7kW Netzteil ist dies realisiert, indem der Strom zuerst aktiv gleichgerichtet wird (cos phi=1), dann wieder in einen Hochfrequenten Wechselstrom zerlegt wird, über einen Trenntrafo übertragen (Trafos mit hoher Frequenz sind günstiger und leichter als welche mit Netzfrequenz) und wieder für die Batterie gleichgerichtet wird. Dies in groß zu realisieren ist erheblich teurer, siehe DC-Ladesäule, die schnell mal 20-30k Euro kostet.


Also zusammengefasst: Man kann den eingebauten Frequenzumrichter nicht ans Netz anschließen, weil die Drosselspulen fehlen und man sich zur besseren Isolationsüberwachung/Fehlersicherheit eine galvanische Trennung wünscht.
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon Kelomat » Fr 8. Dez 2017, 19:33

Schwani hat geschrieben:
Mein Outlander kann max. 60kW rekuperieren - warum kann er nur mit 3,7kW AC laden?

Weil er nur ein 3,7kW Ladegerät eingebaut hat. So wie Alle E-Autos ausgenommen Zoe und Tesla. Bei vielen gibt es das Ladegerät auch in Doppelter ausführung aber es ist noch immer kein Drehstromlader.

Ich wünsch mir auch dises Ladegerät in meinem Leaf... Vielleicht bastel ich es mir mal rein..
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Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon Jan » Fr 8. Dez 2017, 19:34

Das war doch gerade der Vorteil der alten Zoe und des darin verbauten Continental Motors. Er konnte das Fahrzeug antreiben und gleichzeitig als Ladegerät genutzt werden. Aber dann wollte Renault Geld sparen und baute den neuen Motor selber, mit den bekannten Folgen.
Continental hat die Idee allerdings wiederbelebt und hat jetzt ein neues Produkt im Angebot. Vielleicht würde er ja zukünftig in E Autos verbaut. Dann gibt es tolle Ladeleistungen am DC und AC Lader. :)
Kommt bei Dir auch schon Strom vom Dach? :) https://www.youtube.com/watch?v=bBPRBxziQOI
Der Ioniq wartet schon auf die ersten Sonnenstrahlen. :)
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Re: Warum kein Schnelladen mit Wechselstrom?

Beitragvon Schwani » Fr 8. Dez 2017, 20:54

@Yorch
Danke für die Erklärung - das leuchtet ein!
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