Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Lindum Thalia » Sa 18. Mär 2017, 09:11

Wer nicht will der hat schon , warum machen sich manche immer Gedanken um das große Ganze anstatt einfach nur ein E -Auto zu kaufen und mit einem Grinsen im Gesicht davon zu schweben . Mein Spaß ist mir wichtiger als ob D die Wende schafft oder nicht also dieses Thema wieder schließen.
BMW i 3 BEV ,Sion bestellt , kein Model 3 reserviert..Worte sagen viel, Taten die Wahrheit..
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon JuergenII » Sa 18. Mär 2017, 09:30

Auch wenn das hier jetzt etwas länger wird, mit etwas Realismus und Phantasie sind die Probleme durchaus lösbar. Nein, sie werden in Zukunft keine Probleme mehr sein!
meikel66 hat geschrieben:
1. Es ist nicht möglich, eine flächendeckende Lade-Infrastruktur aufzubauen.

Eigentlich besteht die Infrastruktur bereits. Ich kenne jetzt außer Strom kein Energiemedium, dass wirklich überall und im letzten Winkel der Republik vorhanden ist, und von jedem genutzt werden kann. Noch dazu reichen bereits unsere heutigen Kraftwerke aus um alle, wirklich alle fossilen Straßenfahrzeuge mit dem benötigten Strom zu versorgen.

Außer Kosten spricht überhaupt nichts dagegen, jeden Tiefgaragenplatz und jeden Parkplatz schon heute mit einem Stromanschluss zu versorgen. Im übrigen steht das autonome Fahren kurz vor dem Durchbruch. Selbst in Mietsilos ohne genügend festen Parkraum würde dann die Möglichkeit bestehen, E-Parkhäuser, bzw. Parkplätze zu konstruieren, in die die Fahrzeuge über Nacht autonom fahren, sich aufladen und zum gewünschten Zeitpunkt vor der Haustür des Eigners stehen.
Und wo bitte ist denn der Steckerstandard so komplex? Jedes EV kann an Typ 2 AC Ladern angeschlossen werden, egal aus welcher Weltregion es stammt. DC läuft noch über CHAdeMO und CCS, letzterer wird sich aber in Europa als Standardanschluss etablieren, bevor es andere Ladesysteme wie z.B. Induktion geben wird. Dazu noch das Ladenetz von Tesla.
2. Elektrofahrzeuge sind unwirtschaftlich in Anschaffung und Kilometerkosten.

Ohne richtigen Wettbewerb und hoher Verbreitung wird das E-Fahrzeug nicht billig werden. Wobei das auch nur am Rande stimmt. Vor einem Jahr hat man für ein Fahrzeug mit einem 60 kW Akku noch weit über 70.000 Euro bezahlt, heute gibt es den Bolt mit gleicher Akkugröße für weniger als die Hälfte.

Das Wort vom hohen Strompreis kann ich und will ich nicht mehr hören bzw. akzeptieren. Fast jeder hat die Möglichkeit einen günstigen Anbieter auszuwählen. Aktuell zahle ich - Festpreis inkl. EEG-Umlage bis Ende des Jahres - gerade mal 22 Cent für die kWh. Noch gibt es genügend freie Ladestationen, die - vor allem bei Vielfahrern - die hohen Anschaffungskosten minimieren. Alleine an gesparten Spritkosten bei knapp 25.000 km p.a spare ich gegenüber einem Benziner mit rund 6,5 Liter Verbrauch bei heutigen Benzinpreisen rund 2.000 Euro. Da sind günstige Wartung und KFZ-Steuer noch gar nicht berücksichtigt.
Für Käufer, die im Nahbereich über 20.000 km im Jahr unterwegs sind, ist heute schon fast jedes EV kostengünstiger als ein vergleichbarer Benziner.

Es gibt Hersteller, die ihre Altkunden am technologischen Fortschritt der Akkuentwicklung teilhaben lassen und entsprechende leistungsstärkere Akkus als Austausch anbieten. Einen höheren Wertverlust zu prognostizieren halte ich für übertrieben ängstlich. Die wenigen heutigen E-Fahrzeugbesitzer können ihre Fahrzeuge locker 10 Jahre bewegen ohne dass durch Degression die Akkuleistung so stark abnimmt, dass sie für den normalen Alltagsverkehr nicht mehr nutzbar sind. Je nach Fahrleistung und Benzinpreisentwicklung dürften damit Einsparungen von 10 bis über 20.000 Euro möglich sein, und das für Einstandspreise von 35.000 Euro.
3. Ein Elektrofahrzeuge kann das Auto mit Verbrennungsmotor nicht vollständig ersetzen.

Doch das können sie. Es wird unterschiedliche Speicherkonzepte geben, für unterschiedliche Fahrzeugtypen. Wir werden spätestens in 10 Jahren Energiespeicher sehen, die uns auch im Winter an die 500 km Marke bringen werden. Von heute auf morgen könnten wir dank Tempolimit auf den Autobahnen, die Schadstoffemissionen der fossilen Fahrzeuge drastisch reduzieren. E-Fahrzeuge profitieren hiervon noch einmal deutlich mehr, da bei Geschwindigkeiten von 110 bis 130 km/h der Strombedarf sich deutlich in Grenzen hält und die Reichweite erhöht wird.

Und zu guter Letzt wird sich auch in Deutschland der PKW-Bestand drastisch reduzieren. Nicht von heute auf morgen aber in absehbarer Zukunft werden wir dank Carsharing und (teil-) autonomen Fahrzeugen eine Revolution bekommen. Da reicht dann die App im Smartphone und auf Knopfdruck bekommen wir ein entsprechendes Fahrzeug vor die Tür, dass wir für unsere Fahrten nutzen können. Das muss noch nicht mal ein reines EV sein, serielle Hybride schaffen in Zukunft jeden Punkt in Europa zu verbinden, auf Autobahnen voll autonom und abseits davon mit Hilfe des Fahrers.

Und sollten wir bei Urlaubsfahrten immer noch Probleme mit der Reichweite haben, kein Problem. Die Fahrzeuge fahren auf den Parkplatz, ein Ersatzwagen steht bereit, Roboter werden die Gepäckstücke automatisch umladen, man setzt sich ins neue Fahrzeug und fährt nach 5 Minuten weiter.

In Europa existiert ein hervorragend dichtes Eisenbahnnetz. Es ist ein leichtes dieses für Fernstrecken in modernen E-Autoreisezügen zu nutzen. Stuttgart - Paris in 3 Stunden, inkl. voll geladenem Fahrzeug am Zielpunkt. Das beschleunigt die Urlaubsfahrten fast auf Flugzeugniveau.

Das waren nur ein paar wenige Punkte. Also, wenn man mal etwas die Phantasie benutzt, bekommt man eine Vorstellung, wie das in Zukunft alles gehen kann. Wer natürlich in der Jetztzeit verweilt, und in alten Strickmustern denkt, für den ist die Zukunft fast unvorstellbar.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Helfried » Sa 18. Mär 2017, 09:45

Rudi L hat geschrieben:
Wenn sich nicht signifikant der Standard verbessert, werden wir noch sehr lange Sprit verbrennen müssen.


Das kommt mir jetzt ein wenig engstirnig vor. Bei Henne-/Ei-Problemen ist es normal, dass sie sich nur langsam lösen und dass dies anfangs nur mit gutem Willen machbar ist.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Rudi L » Sa 18. Mär 2017, 10:03

Wieso engstirnig, die Elektroautos kommen jetzt ganz langsam aus der Witzecke raus, was die Reichweite und die Alltagstauglichkeit betrifft. Ich kann das auch nicht ändern, habe aber anscheinend mehr Geduld.

Ich sehe das übrigens ähnlich wie JürgenII, die Digitalisierung wird unseren Alltag massiv verändern, das Auto ist da nur ein Teil davon.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Cavaron » Sa 18. Mär 2017, 10:54

Hi meikel66,

dein Post ähnelt vielen Aussagen die ich in den Jahren 2008-2012 über E-Mobilität gehört habe.

Jedem der sich ein bisschen in die zukünftigen Pläne der Autoindustrie einliest sollte klar sein, dass Mobilität in sehr naher Zukunft so abläuft:

Mobilität ist eine Dienstleistung geworden, die man bei Bedarf abruft. Man besitzt kein Automobil mehr, sonder lässt sich ein autonom steuerndes Fahrzeug kommen, wenn man es benötigt. Diese Autos laden sich selbständig zwischen den Fahrten auf (spezielle Parkplätze mit Robo-Ladearmen oder Induktions-Stromübertragung). Strassenmobilität wird den Endkunden im Schnitt* ca. 10-15 Cent pro Kilometer kosten, was günstiger ist als die Gesamtkosten eines Fahrzeugbesitzes (man addiere Anschaffung, Versicherung, Wartung und Reparaturen sowie Treibstoffkosten und teile durch die Lebenszeit des KFZ in Kilometern).

*Natürlich wird man für mehr Leistung auch mehr bezahlen können, wenn man das will (autonomer Limousinenservice oder ähnliches).

Das sollte jetzt in 2017 eigentlich schon für jeden absehbar sein, der die Augen davor nicht verschließt. Spätestens ab 2020 wird sich diese Entwicklung deutlich im Alltag und an der Börse abzeichnen. Wehe denen, die auf die falschen Pferde gesetzt haben. Die meisten, deutschen Autokonzerne sind meiner Meinung nach ohnehin schon "the walking dead".
Zuletzt geändert von Cavaron am Sa 18. Mär 2017, 10:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon drilling » Sa 18. Mär 2017, 10:57

@Cavaron: Träum weiter, vollautonome Autos (die fähig sind überall und jederzeit selbstständig zu fahren, nicht nur auf der AB bei gutem Wetter) werden auch 2030 noch Wunschdenken sein.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Cavaron » Sa 18. Mär 2017, 11:14

@drilling:
Ja, so ist das mit der "Vorhersage" von offensichtlichen Veränderungen. Vor deren Eintreffen wird man ausgelacht und wenn es dann so kommt, dann heißt es "da hat zur Abwechslung mal ein Spinner richtig geraten" :lol:
Meine Aktien sind positioniert. Wir werden sehen. 8-)
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon HubertB » Sa 18. Mär 2017, 11:39

Ladeinfrastruktur wäre überhaupt kein Problem. Alle bestehenden Tankstellen neu zu bauen wäre erheblich teurer.
Die Verbrenner sind nur billiger weil die Umweltschäden sozialisiert werden.
Alltagstauglichkeit ist schon gegeben wenn man ein paar liebgewonnene Bequemlichkeiten in Frage stellen kann.

Zoe, Twizy, PV, CF Ladestation
Zoe Zen / Twizy
CF Box 43kW Typ2 Kabel / 11kW Typ2 Buchse / 2x32A CEE / 2x CEE blau
PV 8,25 kWp / 10m² Solarthermie
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Schneemann » Sa 18. Mär 2017, 11:49

Ich mache es mal kurz:

meikel66 hat geschrieben:
1. Es ist nicht möglich, eine flächendeckende Lade-Infrastruktur aufzubauen.

2. Elektrofahrzeuge sind unwirtschaftlich in Anschaffung und Kilometerkosten.

3. Ein Elektrofahrzeuge kann das Auto mit Verbrennungsmotor nicht vollständig ersetzen.


1. 1880: Podiumsduskussion über Thomas Alva Edisons verbesserte Glühlampe: Es ist nicht möglich, alle Haushalte und Straßenlaternen mit diesen Glühlampen auszustatten und mit Strom zu versorgen. Heute ist das so selbstverständlich wie die leider nicht mehr so saubere Atemluft.

2. 1965: Videorekorder sind unwirtschaftlich in Anschaffung und Versorgung mit Aufzeichnungsträgern. John Lennon und Paul McCartney waren einige der ganz wenigen, die sich so etwas leisteten. In der Bundesrepublik Deutschland wurden 1979 etwa 270 000 Geräte verkauft. 1981 waren es bereits rund 750 000 und 1983 1,4 Millionen. 1985 stand in etwa sieben Millionen Wohnungen ein Videogerät und damit in jedem vierten Haushalt.

3. Ein Elektroauto kann das Auto mit Verbrennungsmotor in den Köpfen der Menschen noch nicht vollständig ersetzen.
Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität auf Kennzeichen E

In the year 5555
Your arms hanging limp at your sides
Your legs got nothing to do
Some machine’s doing that for you
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Weg. » Sa 18. Mär 2017, 12:17

4. Der E-Motor ist dem Knalltreibling in jedem Aspekt überlegen - Punkt.
(ausser man ist Knecht Rubrecht und steht auf Krach und Gestank)
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