Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon WinnieW » Do 1. Nov 2018, 13:54

ChristianF hat geschrieben:
...dass der Energieverbrauch durch Elektromobilität in 2050 bei 124.800TWh/Jahr liegen soll

Ersetze den Punkt durch ein Komma und die Größenordnung passt.
--------------------------------------------------------------------------------
Also wenn ich mal die derzeitigen Werte zugrunde lege, dann ergibt sich für mich folgende Rechnung.

Laut Kraftfahrtbundesamt legt jeder PKW in Deutschland jährlich statistisch gemittelt eine Strecke von nur etwa 15.000 km zurück.
Rechne ich mit einem gemittelten Energiebedarf von 17 kWh/100 km u. gehe weiterhin von 44 Millionen PKW aus,
dann ergibt das rechnerisch 2550 kWh pro PKW u. Jahr.
Was bei 44 Millionen PKW rechnerisch 112 TWh pro Jahr für Elektromobilität ergibt. Das ist nicht wenig, aber im Vergleich zu den 500 bis 600 TWh die ohnehin erforderlich sind ist das wenig.

Ich gebe allerdings zu dass hier Faktoren eine Rolle spielen welche schwierig vorherzusagen sind, z.B. ob es wirklich mal
44 Millionen e-PKW in Deutschland geben wird, oder ob zukünftig dank Car-Sharing oder ganz neuen Verkehrs- und Transportkonzepten weniger PKW benötigt werden.

Meine Ansicht dazu:
Das größere Problem ist einen umweltfreundlichen Ersatz für die Stromerzeugung aus Kohle zu finden. Ein paar Millionen Elektroautos sind das kleinere Problem.
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Beitragvon ChristianF » Do 1. Nov 2018, 14:22

Jogi hat geschrieben:
Turbothomas hat geschrieben:
diese Modellrechnung wurde von der FAZ, Zeit Süddeutsche Focus-Online, Welt nicht als Leserbrief akzeptiert.

Völlig zu Recht, denn hier wird eine kurzfristige Entwicklung in unzulässiger Weise auf einen langen Zeitraum hochgerechnet,
ganz offensichtlich um damit eine ganz bestimmte Stimmung zu erzeugen, die wir hier auch nicht haben wollen.
Deshalb wird die entsprechende Textpassage entfernt.
Danke!
Viele Grüße,
Christian

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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon Priusfahrer » Do 1. Nov 2018, 15:39

Bei der ganzen Berechnung sollte man auch berücksichtigen, dass Tankstellen und Raffinerien etwa 10kWh Strom je Kraftstoff für etwa 100km für Herstellung und Transport aufwenden müssen, der dann nicht mehr gebraucht würde.

Die Mehrverbrauch wäre also nur die kWh/100km über 10. Also beim gemittelten Verbrauch von 17 blieben nur ganze 7 übrig. 0,07*15.000*44.000.000=46,2TWh.

Dazu sollte man auch berücksichtigen, dass wir in Deutschland in 2017 über 60TWh exportiert haben. Tendenz steigend.

Was sagt uns das? Wir hätten selbst bei 44M Elektrofahrzeugen noch einige Terrawattstunden Strom übrig.
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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon e-tron2017 » Do 1. Nov 2018, 15:43

Nur mal ne Info als Denkanstoss!! Die Sonne schickt uns jeden Tag ca.7mal mehr Energie zur Erde als das was der Mensch im Moment jeden Tag verbraucht weltweit! Somit könnte man ganz ohne andere Energien gut auskommen. :idea:
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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon AgV8DdmU » Do 1. Nov 2018, 16:13

Priusfahrer hat geschrieben:
Bei der ganzen Berechnung sollte man auch berücksichtigen, dass Tankstellen und Raffinerien etwa 10kWh Strom je Kraftstoff für etwa 100km für Herstellung und Transport aufwenden müssen, der dann nicht mehr gebraucht würde.

Die Mehrverbrauch wäre also nur die kWh/100km über 10. Also beim gemittelten Verbrauch von 17 blieben nur ganze 7 übrig. 0,07*15.000*44.000.000=46,2TWh.

Dazu sollte man auch berücksichtigen, dass wir in Deutschland in 2017 über 60TWh exportiert haben. Tendenz steigend.

Was sagt uns das? Wir hätten selbst bei 44M Elektrofahrzeugen noch einige Terrawattstunden Strom übrig.


Es werden nur ca. 1,5kWh Energie pro Liter benötigt. Davon ist nur ein geringer Teil Strom...

Siehe auch hier: https://www.goingelectric.de/forum/off-topic-stammtisch/energieverbrauch-vs-energiegehalt-bei-fossilen-energietraege-t35637.html
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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon Priusfahrer » Do 1. Nov 2018, 16:29

AgV8DdmU hat geschrieben:
Es werden nur ca. 1,5kWh Energie pro Liter benötigt. Davon ist nur ein geringer Teil Strom...


Alleine eine konventionelle Tankstelle benötigt mehr für Beleuchtung, Pumpen und so weiter. Dazu kommt noch der Transport über Pipelines. Auch hier arbeiten Pumpen. Ebenso für die Verladung und Löschung auf Schiffen- LKW und Eisenbahn. Auch hier werden immer sehr leistungsstarke Pumpen benötigt.

Alleine in der Raffinerie kommen die 1,5kWh vielleicht hin. Aber der restliche Weg vom Bohrloch bis in den Tank?
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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon hgerhauser » Do 1. Nov 2018, 16:38

WinnieW hat geschrieben:
Meine Ansicht dazu:
Das größere Problem ist einen umweltfreundlichen Ersatz für die Stromerzeugung aus Kohle zu finden. Ein paar Millionen Elektroautos sind das kleinere Problem.


Großbritannien zeigt, dass man Kohle ganz schnell platt machen kann, 2012 noch 42%, 2017 auf 7% Anteil runter. Und dass ohne neue Kernkraftwerke und fast ohne neue GuD Grundlastgaskraftwerke.

https://sandbag.org.uk/project/coal-to-clean/
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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon AgV8DdmU » Do 1. Nov 2018, 17:15

Priusfahrer hat geschrieben:
AgV8DdmU hat geschrieben:
Es werden nur ca. 1,5kWh Energie pro Liter benötigt. Davon ist nur ein geringer Teil Strom...


Alleine eine konventionelle Tankstelle benötigt mehr für Beleuchtung, Pumpen und so weiter. Dazu kommt noch der Transport über Pipelines. Auch hier arbeiten Pumpen. Ebenso für die Verladung und Löschung auf Schiffen- LKW und Eisenbahn. Auch hier werden immer sehr leistungsstarke Pumpen benötigt.

Alleine in der Raffinerie kommen die 1,5kWh vielleicht hin. Aber der restliche Weg vom Bohrloch bis in den Tank?


Transport und Pumpen verbrauchen nicht soviel Energie/Strom wie man meint.

Der ADAC nimmt bei der Well-to-Tank Betrachtung ca. 15% "Schwund" an...

Ich habe zwar keine Quellen aktuell verfügbar, aber ich jongliere einfach mal ein paar Zahlen :)

Tankstelle:
* Beleuchtung via NEON-Lampen/LED => Peanuts bezogen auf die verkaufte Spritmenge
* Pumpen => Meine ineffiziente Gartenpumpe (2 Zoll Schlauch) schafft 2000ltr/h bei 3m Höhendifferenz und verbraucht dabei 80Wh => 0,04W/ltr => Peanuts
* Tankwagen transportiert ca. 20.000ltr Sprit und braucht für max. 150km ca. 40ltr. Diesel => 0,2% "Schwund" => Peanuts

Öltanker 380m - 440.000 tdw:
* Strecke bis zu 15.000km
* Geschwindigkeit ca. 30km/h => Reisedauer ca. 500h => 21Tage
* Leistung ca. 37.000kW
* Verbrauch ca. 200 g/kWh => 7,4T/h => 3.700t für 500h
* 3.700t Schweröl für 440.000t Öl => 0,85% "Schwund"

Ölquelle:
* auch hier sind die Pumpverluste meist nicht so hoch
* das Öl kommt meist freiwillig raus => siehe div. Ölunfälle (leider)
* Ölschiefer und Fracking kostet sicher einiges an Energie => lohnt sich erst ab einem bestimmten Ölpreis

Raffinerie:
* Aufgrund der nötigen Prozesswärme beim Destillationsprozess (Verdampfen) wird rel. viel Energie verbraucht
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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon SRAM » Do 1. Nov 2018, 18:17

hgerhauser hat geschrieben:
Großbritannien zeigt, dass man Kohle ganz schnell platt machen kann, 2012 noch 42%, 2017 auf 7% Anteil runter. Und dass ohne neue Kernkraftwerke und fast ohne neue GuD Grundlastgaskraftwerke.

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Und was ist das ?

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Re: Stromverbrauch durch Elektromobilität in 2050

Beitragvon Alex1 » Do 1. Nov 2018, 18:32

Sieht aus wie Hinkley Point C. Das wäre dann eine Baustelle für einen ganz großen Beschiss an der Gesellschaft. Man kann das auch Korruption nennen: Privatwirtschaftliche Interessen über die der Volkswirtschaft stellen.

Zur Info vor allem für die, die so gerne von "Wirtschaftlichkeit" reden: Hinkley C soll 15 Ct pro kWh bekommen. Auf Lebenszeit. MIT INFLATIONSAUSGLEICH. Und das für Strom, der nicht herunter geregelt werden kann, weil sonst die Wirtschaftlichkeit noch weiter in die Knie geht.

Die EU war übrigens genauso dagegen wie gegen die Kohleschweinereien von Mutti.
Herzliche Grüße
Alex
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