SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon Pianist » Do 22. Jun 2017, 19:37

Also ist das nun wahr mit den Kindern oder nicht? Wenn da was dran ist, kommen wir wirklich an den Punkt, wo ich drüber nachdenke, nicht zum Elektroauto zu wechseln.

Ich dachte, dass ich mir und meinen Mitmenschen damit was Gutes tue, aber angesichts dieser Diskussionsverläufe dort bin ich inzwischen mehr als verunsichert...

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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon iOnier » Do 22. Jun 2017, 20:54

Wenn es Dir damit wirklich richtig ernst ist musst Du den westlichen Lebensstil komplett aufgeben. Wir leben alle auf Kosten der 3. (und 4.) Welt. Sehr viele Rohstoffe kommen großenteils von da und sind großenteils zu billig erworben.

Daran sind wir nicht jeder einzeln schuld, wir sind in diese Welt ja auch nur hineingeboren - aber man sollte sich dessen durchaus bewusst sein. Wer dann noch dazu beitragen kann, etwas daran zu ändern, um so besser.

Es aber für sich selbst zu negieren und Einzelnen anderen anzulasten empfinde ich jedoch als bigott.
Gruß
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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon Apollo » Do 22. Jun 2017, 21:28

Es ist eben ein (aus meiner Sicht!!) sehr blauäugiger Punkt vieler zu glauben E-Autos seien für die Umwelt so viel besser. Das erinnert mich an eine Analogie aus meiner Schulzeit. Ich hatte damals noch nicht viel Ahnung von Computern, aber als sich unser Klassen-Linuxnerd vorn hinstellte und sagte, dass es für Linux keine Viren und Malware gibt, hat sich damals schon mein gesunder Menschenverstand dagegen gesträubt das zu glauben. Gut zu dem Zeitpunkt damals mag das noch so gewesens ein, aber später kamen die ersten Viren auf und wenn Linux eine enstprechende Verbreitung erfährt, wie im Falle mit Android, dann wird es für Angreifer auch lukrativer Schadsoftware zu schreiben, die es ja auch zur Genüge nun gibt. Nichts desto trotz ist Linux (mit Ausnahme vielleicht von Android) immer noch sicherer, mag aber vielleicht daran leigen, dass es eher wenige techikaffinere Leute nutzen, als der durschnittliche „DAU“.

Beim E-Auto sehe ich da eine gewisse Analogie. E-Autofahrer behaupten heute gern, das ihr Auto ja umweltfreundlich sei und keine Abgase ausstößt. Letzteres stimmt schon, aber mein gesunder Menschenverstand streubt sich dagegen, zu glauben E-Autos seien so viel „umweltfreundlicher“. Klar man verbrennt lokal keine fossilen Kraftstoffe und aus meiner Sicht ist es auch ein Frevel wertvolles Öl, was über die Jahrmillionen entstanden ist, einfach so zu verbrennen. Aber man muss das Öl durch andere Sachen ersetzen. Wenn E-Autos in großen Mengen hergestellt werden wird man zwangsläufig andere Umweltsünden begehen. Umweltfreundlich kann so etwas gar nicht sein. Irgendwo müssen ja die Rohstoffe herkommen. Klar die Luft wird besser bei uns und ein wenig „umweltfreundlicher“ ist man vielleicht auch unterwegs, aber am Ende verlagert man die Probleme an andere Stellen. Wer also glaubt an würde mit E-Autos „sauber“ fahren belügt sich am Ende selbst. Am Ende stellt sich die Frage durch Ausbeutung welchen Rohstoffes richtet man die geringeren Schäden an. Wenn man auf potentielle Ölkatastrophen schaut, fällt einem die Wahl aber womöglich weniger schwer.

Und da hat iOnier recht, man müsste einfach seine gesamte Lebensweise hinterfragen und überdenken. Brauch man unbedingt ein Smartphone? Für einen Tesla in Zukunft vermutlich schon, um alle Funktionalitäten nutzen zu können. Brauch man unbedingt Individualverkehr? Wirklich säuberer ist es am Ende nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad auf Arbeit zu fahren oder damit in den Urlaub zu fahren (nicht fliegen ;) ).



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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon panoptikum » Fr 23. Jun 2017, 06:44

Pianist hat geschrieben:
Die Medien stürzen sich ja seit einigen Tagen auf diese schwedische Meta-Studie und in den Nutzer-Kommentaren unter den Artikeln rechnen die Leute nun mit dem Elektroauto ab, weil es wohl seine bei der Produktion entstandene CO2-Belastung erst nach acht Jahren wieder eingespielt hat.

Der Tesla mit 100 kWh-Akku. Beim Leaf sind es nur 3 Jahre.

Wobei nicht berücksichtigt wird, dass der Akku noch weitere 8-10 Jahre als Hausspeicher dienen kann. Das müsste eigentlich dagegen gerechnet werden.

Und zumindest werden diese Akkus recycelt bzw. richtig entsorgt. Ich möchte nicht wissen, wie viele Handy-, Zahnbürsten-, Akkuschrauber-, Rasierer- und sonstige Akkus im Hausmüll und somit auf der Deponie landen.
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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon flow2702 » So 25. Jun 2017, 14:13

Apollo hat geschrieben:
Beim E-Auto sehe ich da eine gewisse Analogie. E-Autofahrer behaupten heute gern, das ihr Auto ja umweltfreundlich sei und keine Abgase ausstößt.
Kein (ernstzunehmender) Elektroautofahrer würde behaupten, das E-Auto wäre umweltfreundlich. Es ist allerdings unbestritten umweltfreundlicher als ein Verbrenner.

Letzteres stimmt schon, aber mein gesunder Menschenverstand streubt sich dagegen, zu glauben E-Autos seien so viel „umweltfreundlicher“.
Über das "wieviel" kann man sicher diskutieren. Mir persönlich ist jedoch egal, wie viel. Hauptsache, es ist so. Auch kleine Schritte führen ans Ziel.

Klar man verbrennt lokal keine fossilen Kraftstoffe und aus meiner Sicht ist es auch ein Frevel wertvolles Öl, was über die Jahrmillionen entstanden ist, einfach so zu verbrennen. Aber man muss das Öl durch andere Sachen ersetzen. Wenn E-Autos in großen Mengen hergestellt werden wird man zwangsläufig andere Umweltsünden begehen. Umweltfreundlich kann so etwas gar nicht sein. Irgendwo müssen ja die Rohstoffe herkommen. Klar die Luft wird besser bei uns und ein wenig „umweltfreundlicher“ ist man vielleicht auch unterwegs, aber am Ende verlagert man die Probleme an andere Stellen.
Kleinere Probleme, beherrschbarere Stellen.

Wer also glaubt an würde mit E-Autos „sauber“ fahren belügt sich am Ende selbst.
Macht aber keiner.

Am Ende stellt sich die Frage durch Ausbeutung welchen Rohstoffes richtet man die geringeren Schäden an. Wenn man auf potentielle Ölkatastrophen schaut, fällt einem die Wahl aber womöglich weniger schwer.
Es ist ja nicht nur das, wie du selbst schon beschrieben hast. Allein die Tatsache, dass wir mit Verbrennern über 70% eines kostbaren Rohstoffs sinnlos in Wärme umwandeln, reicht schon aus, um davon Abstand zu nehmen.
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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon corwin42 » So 25. Jun 2017, 19:01

flow2702 hat geschrieben:
Es ist ja nicht nur das, wie du selbst schon beschrieben hast. Allein die Tatsache, dass wir mit Verbrennern über 70% eines kostbaren Rohstoffs sinnlos in Wärme umwandeln, reicht schon aus, um davon Abstand zu nehmen.


Und das ist einer der Hauptgründe, warum ich mich jetzt für ein Bev entschieden habe. Das Erdöl ist eine extrem kostbare Ressource dieser Erde. Wir sollten schleunigst damit aufhören, sie so zu verpulvern. Ich weiss ja nicht, wie lange die Menschheit diesen Planeten noch bewohnen will, aber wenn wir nicht schonender mit ihm umgehen, werden zukünftige Generationen extreme Probleme bekommen.

Und ganz ehrlich. Wenn jemand glaubt, für einen Verbrenner werden sämtliche Rohstoffe unter familienfreundlichen Bedingungen von lieben Unternehmen gewonnen, die nur das Wohl ihrer Mitarbeiter im Sinn haben, glaubt wohl auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.




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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon wrzlpfrmft » Mo 26. Jun 2017, 06:48

Selbst wenn nur ein geringer Anteil des Stromes, den unsere EVs saugen, wirklich "grüner" Strom ist: der konventionell erzeugte Strom wird in Großkraftwerken unter optimierten Verbrennungsbedingungen, mit Maschinen, die im optimalen Drehzahlbereich gefahren werden. Außerdem ist bei Großkraftwerken eine weitgehende Abgasreinigung möglich. All das habe ich bei Verbrennungsmotoren nicht. Sondern dort habe ich Lärm und Abgase in den Städten, dort wo ich den ganzen Tag lebe.
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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon Pianist » Mo 26. Jun 2017, 08:07

Ich sehe das mit der lokalen Emissionsfreiheit auch als großen Vorteil, aber dann kommt von den Kritikern folgendes Argument: "Ihr Städter wollt saubere Luft, und dafür sollen wir auf dem Land mehr belastet werden, weil die meisten Kraftwerke auf dem Land stehen". Da sage ich dann: "Ja, und die Dorfbewohner stellen sich jeden Morgen am Stauende auf den Haupteinfallstraßen an, und verpesten mir auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz in der Stadt die Luft in einem städtischen Außenbezirk".

Ich finde: Wer auf dem Land wohnt, und dort die Vorteile von Ruhe und sauberer Luft genießt, aber seinen Arbeitsplatz in der Stadt hat, sollte dann seinen täglichen Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Aber dann kommt sofort die Antwort: "Auf meinem Dorf fährt kein Bus". Oder: "Nein, mit den Öffentlichen fahre ich nicht, da sitzen ja nur Bekloppte drin".

Manchmal glaube ich, dass es besser ist, sich diese ganzen Kommentare in den Online-Medien nicht mehr durchzulesen...

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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon Elektrolurch » Mo 26. Jun 2017, 09:50

Ab dem Zeitpunkt, ab dem BEV billiger herzustellen und somit auch billiger zu kaufen sein werden als vergleichbare Verbrenner (und dieser Zeitpunkt wird unweigerlich kommen), wird dieser ganze Kommentarspam schlagartig versiegen. Am Ende zählt doch wieder nur der eigene Geldbeutel. Einfach zurücklehnen und abwarten. ;)
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Re: SPON Forum - Dem Volk aufs Maul geschaut (zum lachen ...

Beitragvon Chrisludwigs » Mo 26. Jun 2017, 11:32

Pianist hat geschrieben:
Also ist das nun wahr mit den Kindern oder nicht? Wenn da was dran ist, kommen wir wirklich an den Punkt, wo ich drüber nachdenke, nicht zum Elektroauto zu wechseln.

Ich dachte, dass ich mir und meinen Mitmenschen damit was Gutes tue, aber angesichts dieser Diskussionsverläufe dort bin ich inzwischen mehr als verunsichert...

Matthias

Ohmann. Da Dir die Lebensbedingungen der Kobaltfördernden Kinder wichtig sind, solltest Du generell auf Mobilität verzichten.

Im Ernst: Es ist furchtbar, dass die Kinder nicht zur Schule gehen, bzw. spielen können. Aber wenn sie nicht zum Familienunterhalt beitragen, hat die Familie schlichtweg kaum bis kein Einkommen. der Ansatz muss ein ganz anderer sein, um zu vermeiden, das Kinder dort arbeiten müssen.

Hier sähe ich Potential für deutsche Autobauer, die ein fair produziertes Auto, analog zu dem Fairtrade Siegel bei den Nahrungsmitteln forcieren sollten und sich in Sachen E-Mobilität mit verantwortungsbewusstem Handeln im Marketing besser positionieren könnten. Das würde mit vermutlich auch einen Teil der höheren Kosten einspielen.

Und was mir ein gewisses nervöses Augenzucken bereitet: Ich habe das Gefühl, das es Dir wichtig ist, andere zu bekehren. Nämlich, indem Du deine moralischen Grundsätze zu der Messlatte des Handelns anderer machst. Ich finde, grundsätzlich muss man aber immer erst selbst mit dem handeln anfangen. so wie du es ja löblicherweise bereits mit dem Erwerb eines E-Fahrzeuges machst. Ich habe das schon in dem Thema "Arbeitsbedingungen bei Hyundai" erwähnt:
Chrisludwigs hat geschrieben:
Mann, Mann, mach ihr Euch Gedanken. Ich hoffe ihr macht Euch genauso darüber Gedanken, dass eure Handies in irgendeinem Chinesen-KZ zusammengedengelt werden. Oder das ihr dafür sorgt, nur fair produzierte Kleidung zu kaufen. Und Bio!! ..Z.b. Bioobst aus Fernost (!), ganz großes Kino... :lol:
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