REX besser als große Batterie?

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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon Priusfahrer » Do 5. Okt 2017, 10:41

Mei hat geschrieben:
Priusfahrer hat geschrieben:
Wenn der Zweitwagen nur 9000 statt 10000 Euro kostet. Warum soll man dann mehr ausgeben?


Das können wir gern in 5-10 Jahren nochmal diskutieren. Wahrscheinlich eher in 15 Jahren. Vorher glaube ich nicht, dass ein neues BEV unter 10.000€ Brutto zu haben ist.

Warum sollte man mehr Akku kaufen, als man unbedingt braucht?

Da fallen mir gleich einige Argumente ein:

1. längere Lebensdauer da weniger Zyklen und die Degration durch mehr Akkureserve weniger eine Rolle spielt.
2. höherer Wiederverkaufswert
3. besserer Akkuwirkungsgrad und Verbrauch
4. technisch schnellere Lademöglichkeit (DC)
5. weniger Ladesäulensuchstress
6. und wenn doch mal nötig, bessere Langstreckentauglichkeit
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon zottel » Do 5. Okt 2017, 10:43

Ich nehme dann mal für mich mit: Ein REX kann eine gute Sache sein, wenn (und nur wenn) …
  • … die Batterien nicht mit erneuerbaren Energien hergestellt werden und ich eine größere Batterie nur nehmen würde, um wenige Fahrten im Jahr ohne Nachladen zu schaffen.
  • … ich mir kein teures E-Auto mit großer Batterie leisten kann und ansonsten ganz auf Elektromobilität verzichten würde. (Solange das nicht dazu führt, dass nur noch Alibi-Batterien in Hybrid-Größe eingebaut werden.)
  • … er die Nutzung als Erstwagen überhaupt erst sinnvoll erscheinen lässt. (Auch hier nur, wenn dann nicht die REX-Nutzung überhand nimmt.)

Mögliche Gefahr: Der REX ist so praktisch, ich tanke fast keinen Strom mehr. (Halte ich alleine schon aus Preisgründen für unwahrscheinlich. Wenn ich schon ein E-Auto habe, wäre ich doch blöd, da teures Benzin reinzustecken. Wer zu Hause laden kann, wird das auch mit REX tun. Unterwegs bei happigen Strompreisen an Schnellladestationen mag das aber zugegebenermaßen anders aussehen.)

Fazit für mich: Ohne REX ist nicht zwingend besser als mit REX, auch das Gegenteil kann der Fall sein. Es hängt von vielen Faktoren ab. Ich werde REXe nicht mehr so verteufeln, wie ich das früher getan habe. Trotzdem, wo das sinnvoll ist, werde ich immer ein BEV ohne REX bevorzugen.
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon phonehoppy » Do 5. Okt 2017, 11:44

Meine Einstellung GEGEN einen REX ist eine eher grundsätzliche. Die ganzen Vergleiche der CO2-Bilanzen von Verbrennungs- und Elektromotoren finden momentan in einem Umfeld statt, wo die gesamte Wertschöpfungskette "Verbrennungsmotor" hochoptimiert, rationalisiert, und darüber hinaus auch an vielen Stellen auch geschummelt ist. Diese Zahlen vergleicht man dann mit einem aufstrebenden Industriezweig, wo der Großteil der Batterien noch von wenigen, fast konkurrenzlos arbeitenden Herstellern kommt, die sich im Prinzip jede Kosten- bzw. Umweltbilanz leisten können. Zudem werden die meisten BEVs heutzutage praktisch als Einzelstücke in Handarbeit gefertigt.
Was wir daher brauchen, ist die Optimierung und Diversifizierung der Batterieherstellung, und das geht in erster Linie über die Stückzahlen. Die CO2-Bilanz für eine einzelne Batterie wird vor allem dadurch besser, dass mehr Batterien nach optimierten und umweltfreundlichen Prozessen hergestellt werden. Dazu brauchen wir aber eine kritische Masse, die durch öffentliche Subventionen Starthilfe benötigt.
Anstatt in rückwärtsgewandte Technologien, wie z.B. einen Verbrenner-REX zu investieren, wäre es meiner Meinung nach viel vernünftiger, die Herstellungs- und Vertriebsprozesse für reine Batteriefahrzeuge auszubauen...
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon Priusfahrer » Do 5. Okt 2017, 12:15

phonehoppy hat geschrieben:
Anstatt in rückwärtsgewandte Technologien, wie z.B. einen Verbrenner-REX zu investieren, wäre es meiner Meinung nach viel vernünftiger, die Herstellungs- und Vertriebsprozesse für reine Batteriefahrzeuge auszubauen...


+1000

Der REX ist nur eine Krücke um die mangelnde Reichweite und Infrastruktur auszugleichen und gleichzeitig bei den Herstellern noch etwas Wertschöpfung zu behalten, bis die eigenen Akkuwerke fertig sind.

Ich bleibe dabei. In 5-10 Jahren wird niemand mehr über REX oder PHEV diskutieren. Diese gelten dann nur noch als Relikt aus den Anfangszeiten der Elektromobilität.

Ein eingeschfleischter Verbrennerfahrer wird sich in 10 Jahren auch noch einen V8 kaufen, wenn er es sich leisten kann. Den kann man nicht mit einem Hybriden hinter dem Ofen hervorlocken. Alle anderen werden BEV´s fahren. Dazwischen sehe ich dann kaum noch Marktchancen für Hybride.

Hybride verbinden heute noch die Vorteile des elektrischen Fahrens mit den "noch" Vorteilen der Verbrenner. In 10 Jahren bleiben nur noch die Nachteile des Verbrenners übrig.
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon delink2000 » Do 5. Okt 2017, 12:46

Hier wird behauptet, dass der Rex zwangsweise teuer sein muss. Ich behaupte, dass der Rex insbesondere im unteren Preisbereich sehr wohl eine Alternative darstellen kann, wenn man rein elektrischen Fahrspass haben will. Möchte man einen einzigen Familienwagen haben, der alles abdeckt wird es mit dem BEV sehr teuer... auch noch langfristig, da bin ich eigentlich der Meinung von Herrn Schuh.

Der (übliche) Familienwagen wird überwiegend in Kurzstrecke gefahren und da reichen 10kwh für den Alltag eigentlich völlig aus. Begnügt man sich mit moderaten Geschwindigkeiten, kann der Rex sehr billig gebaut werden.... da reicht schon ein günstiges 30kw Aggregat, wie das von der RWTH Aachen, welches extrem vibrationsarm, sehr leicht ist und in der Reserveradmulde Platz findet.

Die modulare Bauweise erlaubt zudem (theoretisch) jederzeit ein Upgrade (mehr Akku bis hin zum Wegfall des Generators) des Systems.
Dann wird behauptet, der Rex schluckt 7 Liter auf 100km... dass dies nicht so sein muss (wie beim schlechten Rex vom BMW) zeigt der Nissan Note E-Power.... der schluckt gut 3 Liter. Klar, das gilt für japanische max. 100km/h... möchte man dauerhaft schnell fahren, ist (bei über 100 km/h) ein paralleler Verbrennerantrieb sinnvoll. das geht aber auch relativ simpel/günstig, wenn man nur eine Übersetzung wählt.

Der Spritverbrauch ist meiner Meinung nach nur ein Argument mehr, bei knapper Kasse den seriellen Hybrid zu nehmen und nicht den (nur etwas) billigeren Benziner.... vorausgesetzt der Generatormotor ist nicht zu fett und optimal auf die Betriebspunkte abgestimmt.
Außerdem fahren dann immer mehr quasi ein Elektroauto... eine bessere und schnellere Akzeptanz kann man gar nicht erreichen, um irgendwann auf die Vollelektrischen zu switchen.
Zuletzt geändert von delink2000 am Do 5. Okt 2017, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon umali » Do 5. Okt 2017, 13:09

Blue shadow hat geschrieben:
Was frisst im winter reichweite? Genau die heizung....also wo kann ich den minirex kaufen?


Bei Webasto oder Eberspächer. Der Volvo C30 EV hatte auch so eine Standheizung.
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon Fire » Do 5. Okt 2017, 14:54

Die Idee mit der modularen Bauweise finde ich noch elegant.
Also quasi einfach nach Bedarf den Generator in den dafür vorgesehenen Platz montieren, wenn man ihn nicht braucht hat man mehr Stauraum und weniger Gewicht. Bei so einem Konzept könnte man sogar so weit gehen dass man keinen eigenen Generator braucht, sondern den für den Jahresurlaub mieten kann. Wenn man keinen Generator will, kann man in den Platz eine Akku Erweiterung einbauen

Bei Autos mit Frunk könnte sowas vermutlich klappen auch wenn man sich natürlich etwas Gedanken über die Luftzufuhr und Auspuff und Tank machen müsste. Der Anschluss ans Elektrische sollte hingegen weniger ein Problem sein.
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon Priusfahrer » Do 5. Okt 2017, 15:14

Blue shadow hat geschrieben:
Was frisst im winter reichweite? Genau die heizung....also wo kann ich den minirex kaufen?


Ein modernes EV hat eine Wärmepumpe. Auch diese "frisst" weniger Energie als Dein REX. Dessen Abwärme zu nutzen ist nicht ganz so einfach. Bei alten Verbrennern war da genug Abwärme übrig. Aber schon die Hybriden der letzten Jahre mussten in die Trickkiste greifen um noch genug Wärme für die Innenraumheizung zur Verfügung zu stellen, weil die Abwärme des Verbrenners im Kühlkreislauf nicht mehr ausreichte. Hier gibt es einen zusätzlichen Abgaswärmetauscher, wie bei einem BHKW. Neuere Hybride haben sogar zusätzlich eine Wärmepumpe.

Dazu sollte man wissen, dass ein Verbrenner um so mehr Benzin verbraucht um so kälter er ist. Die meiste Abwärme der 60-70% Verluste geht über das Abgas verloren. Nur 10-20% kann man am Kühlwasser abzweigen. Bei einem 10 KW REX bleiben dann keine 1000 Watt Heizleistung mehr übrig. Davon geht schon der größte Teil an den Scheiben verloren, eher der Innenraum spürbar temperiert wird. Und wenn man jetzt damit noch den Akku aufheizen will... Im Stadtverkehr muss dieser dann nur für die Heizung laufen, wenn man im Stau oder an der Ampel steht.

Vom Aufwand das Kühlwasser durch das ganze Auto zu pumpen, die Pumpe und so weiter, will ich mal gar nicht reden. Zumindest wenn er in der Reserveradmulde untergebracht wird.
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon Blue shadow » Do 5. Okt 2017, 17:54

Wir fahren viel kurzstrecke...da bringt die wärmepumpe nur wenig...uns würde eigentlich eine frontscheibenheizung reichen

Gehe gerade die bestelllisten vom egolf durch....da überlege ich, ob anstelle der wärmepumpe nicht gleich eine standheizung reinkommt

Der rex ist halt bislang nicht optimiert auf meine wünsche.....am horizont sieht mann ja schon den brennstofzellen rex
ExKonsul leaf blau winterpack ca 34.000 km Spannung und Spass mit Akku und Golfball punktierter Oberfläche zur cw reduzierung....brusa booster in arbeit...in warteschleife auf upgrade 40 kwh in 24 monaten
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Re: REX besser als große Batterie?

Beitragvon Mei » Do 5. Okt 2017, 18:50

Priusfahrer hat geschrieben:
...Ein modernes EV hat eine Wärmepumpe.....


da sind auch viele Häuselbauer drauf reingefallen.
von.. nur.bis..höchstens...
der Rest ist Vollstrom.....
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