Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon eDEVIL » Di 19. Sep 2017, 11:13

Elektrolurch hat geschrieben:
Wenn sich jedoch Mobilität als Service durchsetzt, mit vollautonomen E-Fahrzeugen, und man jederzeit bei Bedarf ein solches Fahrzeug ordern kann und sich um nichts weiter kümmern muss als ein- und auszusteigen, und das dann auch noch insgesamt billiger sein wird als ein Auto zu besitzen - dann gibt es weder Lade- noch Parkprobleme.

In großstädten wird das kommen (müssen)
Vollautonom zu akzeptablen kosten wird aber noch min 5 Jahre dauern.

Wenn man bedenkt, wieviele Fahrzeuge jeden Tag herum stehen, soltle es leicht sein, über einen entsprechedne Tarifgestaltung peaks abzufangen. Mit weniger als dem halben Fahrzeugbestand dürfte man ohne einschränkungen jeden glücklich machen. Wer nicht zur rushhour fahren muss, kann halt unglaublich preisgünstig individuell mobil sein.
Wenn mand as dann noch bündelt a la clevershuttle dann können 4 Personen auch zur Rushhour preingünstiger zur arbeit kommen als heute und das ohne Kompfortverlust.
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon Schneemann » Di 19. Sep 2017, 13:37

Ich kann mir das mit dem autonomen Fahren und der Fahrzeugbestellung in fünf Jahren einfach noch nicht so recht vorstellen. Das mag auch an mir liegen.

Aber: Wenn ich bei diesem System von vollelektrischen Fahrzeugen ausgehe, dann frage ich mich, wer die auftankt. Wir das in fünf Jahren schon per Induktion gehen? Mit Kabel wird das ja eher schwierig.

Und die nächste Frage, die ich mir stelle: Wird der Verkehr wirklich abnehmen? Gesetzt den Fall, ich nutze das Auto weiterhin für all meine Fahrten, nur dann halt auf Bestellung. Dann haben wir doch noch mehr Verkehr, da die Fahrzeuge ja erst von ihrem Ladeplatz zu mir kommen müssen und nach der Nutzung durch mich wieder zum Ladeplatz zurück, oder direkt zum nächsten Kunden, wenn der Ladezustand das zulässt. Der Fahrzeugbestand nimmt ab, das stimmt. Aber doch nicht die von den Fahrzeugen zurückgelegten KM.

Mit der Vorstellung, mich morgens zu fremden Leuten ins Auto zu setzen, müsste ich mich auch noch anfreunden. Für die Bahnfahrer sicherlich nicht so das Problem, die sind es gewohnt. Aber die sind ja gerade nicht die Zielgruppe, sondern die Individual-Mobilisten.

Aber wie gesagt, ich bin für Hinweise auf meine Denkfehler sehr dankbar.
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon pjw » Di 19. Sep 2017, 13:59

Schneemann hat geschrieben:
Mit der Vorstellung, mich morgens zu fremden Leuten ins Auto zu setzen, müsste ich mich auch noch anfreunden. Für die Bahnfahrer sicherlich nicht so das Problem, die sind es gewohnt. Aber die sind ja gerade nicht die Zielgruppe, sondern die Individual-Mobilisten.


Du willst wirklich den Sondertarif nutzen für Gemeinschaftsfahrten? ;)
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon eDEVIL » Di 19. Sep 2017, 14:59

Jeder so, wie er es mag. Wer halt den dreifachen Preis zahl, fährt dann komplett allein.

In grostädte kann man dann noch den lieblingsradiosender vorauswählen :lol:
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon Naheris » Di 19. Sep 2017, 18:27

Der Verkehr wird nur abnehmen, wenn wir uns alle seltener fahren lassen als wir bisher selber fahren. Und wie wahrscheinlich ist das?

- Erstens (wie schon erwähnt) parkt das Auto ja nicht vor meiner Haustüre sondern muss zu mir kommen.
- Zweitens können dann sehr viel mehr Menschen ein Auto nutzen (Senioren, Kinder, Behinderte).
- Drittens kann man so Zeit sparen indem man nicht eine Reihe von Rundfahrten macht (die Kinder bei drei verschiedenen Orten absetzt) sondern sie direkt fahren lässt.
- Viertens wird Autofahren keine Zeitverschwendung mehr, somit werden einige Leute eher mehr Auto fahren als weniger.
- Fünftens wird es Abends zu Sauftouren keine Fahrgemeinschaften mit einem Dummen/Nichtalkoholiker mehr geben - jeder kommt direkt mit dem Fahrzeug.
- Sechsten wird man sich in Zukunft auch mal kürzere Strecken fahren lassen, wenn die Carsharer schnell genug da sind. Es regnet in Strömen und ich muss 2 km und 120 Höhenmeter nach oben durch die Stadt laufen, während gleich gegenüber ein Carsharing-Stand ist? ;)

Und sehr stark wird der Fahrzeugbestand auch nicht abnehmen. Oder werden wir jetzt dann alle unsere Arbeitszeiten geschickt so verschieben, dass wir nicht mehr morgens um 9 Uhr (setzt Eure Standardzeit) am Arbeitsplatz sein werden? Schichtarbeit stellen wir auch gleich ein, oder? ;)

Wie häufig kann ein Car-Sharer morgens in der Stoßzeit von Augsburg nach München fahren, wenn er wieder zurück fährt? Maximal drei Mal, aber da arbeiten dann alle Gefahrenen im Westen von München. Eher zwei Mal. Und zurück fahren sie dann auch alle noch einmal. Und bei der Rechnung ist das Reichweitenproblem noch nicht einmal mitgerechnet. Klar kann das ein Auto einen Tag lang machen. Aber es sind hunderttausende Fahrzeuge, die da jeden Tag diese Fahrt irgendwie Tanken/Laden müssen. Gereinigt sollten sie vielleicht auch werden.

Und zur Arbeit wollen wir alle kleine, günstige Fahrzeuge und am Wochenende dann lieber große, familientaugliche Kutschen für die Fahrt ins Grüne?

Die Fahrzeuge müssen somit wesentlich mehr km halten als andere, und die dauernde Benutzung von Nicht-Eigentümern wird ihnen sicherlich kaum besser zu Gesicht stehen als konventionellen Carsharern oder Reisebussen.

Also ich weiß ja nicht. Das Carsharing wird mit Autonomie sicherlich schnell einen großen Anteil machen, zumindest wenn es auch für Pendler erschwinglich wird. 80% Reduktion im Bestand erscheinen mir dann aber doch als ziemlich utopisch...
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon Derpostler » Di 19. Sep 2017, 19:21

Was die Kosten betrifft, wird es wohl eine klare Sache zugunsten der Elektroautos werden, jedenfalls nach dieser Studie von Schroders (das ist eine weltweit agierende Investmentgesellschaft). Der break-even-point ist im Jahre 2021. Das stützt Randolls These.

http://www.schroders.com/de/de/privatan ... DEBaseline
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon zitic » Di 19. Sep 2017, 22:03

Man sieht hier bei den Bedenken bzgl. Carsharing und Autonomie, dass hier viele noch sehr mit der alten Denkweise verbunden sind und auf diese Konzepte übertragen. Das wird ja heute schon in den Unternehmen durch gerechnet und ist generell ein schönes Logistikproblemen. Apple, Google etc. wollten nie wirklich tummbe Autos bauen, nur weil sie dann elektrisch oder autonom sind. Mit dem Autoverkaufskonzept bekommen sie da nur klägliche Margen. Da ging es immer schon um die Mobilitätsdienstleistung etc.. Und nicht umsonst orientieren sich alle Autohersteller in die Richtung, weil sie wissen, dass sie mit dem alten Modell nicht weiter kommen.

Man darf nicht vergessen, dass wir hin diesem Forum auch in einer extremen Bubble sind. Man beschäftigt sich extrem mit Autos, sonst würde man nicht seit längerem BEV fahren und dafür so viel Geld ausgeben, die ganzen Behinderungen etc. hinnehmen. Da ist man schon ein Autotyp. Und dann sind wir hier nun halt auch eher im Bereich der bessergestellten, die sich diese Wagen leisten können. Und natürlich kommen die Leute dann mit ihren extremen Szenarien und ihren extremen ÖPNV-Beispielen. Natürlich geht es immer besser, aber diese Darstellung von Bus und Bahn als Molloch von Besoffenen, Pöblern und Gestank etc. sagt dann mehr über den Autor aus.

Wesentlich ist die geringe Flexibilität abseits des Individualverkehrs. Das fällt weg. Es wird dann nicht nur die reinen Auto-Modelle geben. Da wird dann gesammelt und z.B. zur Bahn gebracht, die in die Metropolregion fährt und von da wieder individuell verteilt. Wenn man dann sein eigenes Auto nicht bereitstellen muss für Fahrgemeinschaften, sieht das Interesse auch schon anders aus. Oder warum nicht vier getrennte Kabinen in einem Auto? Gerade bei den neuen BEV-Konzepten sieht man ja das da genug Platz sein wird. Da kann dann jeder für sich sein, egal wer noch mit fährt. Solche Geschichten liegen alle schon in den Schreibtischen. Und davor haben die Autokonzerne Angst. Da wollen die IT-Unternehmen teilhaben. Auf die Finanzierung des Commodity-Fuhrparks freuen sich dann schon Versicherungen und Pensionsfonds.

Es wird halt nicht alles sofort kommen, es ist halt nicht alles schwarz oder weiß. Wenn man das Geld hat, wird man auch weiter mit seinem dicken Schlitten exquisit kutschiert. Mit der Autonomie werden dann sicherlich auch diverse Auswüchse kommen, die den Verkehr zunehmen lassen. Aber das ist unabhängig vom Carsharing. Letzteres kann man viel besser koordinieren. Da fährt man halt nicht erst A zur Arbeit und fährt man wieder zurück und holt B, da macht das ein Auto in der Nähe.
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon Schneemann » Mi 20. Sep 2017, 12:13

Dann reden wir aber sicherlich nicht von fünf Jahren.
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon Themse » Do 12. Okt 2017, 08:14

Die neue Niederländische Regierung hat das Aus für den Verkauf von Verbrennern ab 2030 bestätigt:

https://www.electrive.net/2017/10/11/ni ... mment-2444

Außerdem wollen sie nicht nur die Luftverschmutzung durch den Verkehr vermindern,
sondern auch durch die Stromerzeugung :-)
Sämtliche Kohle-Kraftwerke sollen ebenfalls bis 2030 stillgelegt werden:

https://www.pv-magazine.com/2017/10/11/ ... s-by-2030/

Ich finde, dass unsere Jamaika-Verhandler bei den Holländern einmal ein paar Nachhilfestunden nehmen sollten :thumb:
Sion reserviert am10.9.2017
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Re: Physiker R. Randoll: Keine Verbrenner mehr ab 2026

Beitragvon AbRiNgOi » Do 12. Okt 2017, 08:39

ich finde dieser Bericht trifft es besser, weshalb, weswegen die Elektromobilität kommt:
http://www.alainveuve.ch/umweltschutz-die-moralische-saettigungsbeilage-des-elektroautos/
(sicher schon irgendwo im Forum vorhanden, aber passt gut zu diesem Faden... sehr interessant auch ein Komendar, der genau das macht was oben als Wertlos dargestellt ist: Beweisen dass die Elektromobilität auch nicht 100% alle Probleme löst)
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