Ökobilanz / Strommix

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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Wäller » Mo 26. Mär 2018, 12:38

Alex1 hat geschrieben:
CO2-Emissionen durch Flugreisen und auch Anderes lassen sich sehr gut kompensieren auf http://www.atmosfair.de

Sorry, aber das ist in meinem Augen reines Green-washing. Auch die beste Kompensation wird niemals ökologischer sein, wie weniger Umweltverschmutzung.

Wenn sich beim Thema Klimawandel wirklich jemals etwas tun soll, dann muss ohnehin beides sein: Die Maßnahmen, die bei dieser Kompesation durch geführt werden - aber nicht als Kompensation, sondern als eigenständige Maßnahme parallel zu weniger Umweltverschmutzung.
Nur mal gerade eben zu Einkaufen übers Wochenende nach Rom fliegen, das geht einfach gar nicht.
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Alex1 » Mo 26. Mär 2018, 13:52

Wäller hat geschrieben:
Alex1 hat geschrieben:
CO2-Emissionen durch Flugreisen und auch Anderes lassen sich sehr gut kompensieren auf http://www.atmosfair.de
Sorry, aber das ist in meinem Augen reines Green-washing. Auch die beste Kompensation wird niemals ökologischer sein, wie weniger Umweltverschmutzung.
Sorry, wenn Du das wirklich so siehst, kansst Du nicht über den Tellerrand blicken. Wenn… ;)

Die Kompensation ist völlig reell. Genauso wie der echte zeitgleiche Ökostrom. Du weißt schon, dass CO2 sich weltweit ausbreitet? Also ist es der Atmosphäre völlig egal, WO ein kg CO2 emittiert wird und wo es eingespart wird, nicht wahr? Wenn z.B. der Resch von der DUH oder der Latif zu ihren Konferenzen fliegen, bringt das in Summe für die Umwelt viel mehr, als wenn sie mit dem Fahrrad dort hin führen. Die zusätzliche – völlig reelle – Kompensation setzt dann nur noch Einen drauf.

Tu mir bitte den Gefallen und schau mal bei atmosfair.de rein, welche Maßnahmen die konkret durchführen. Du wirst leicht erkennen, dass Du dort mit einem eingesetzten Euro viel mehr CO2 einsparen kannst als wenn Du den Euro bei uns z.B. in Wärmedämmung oder Solartechnik investierst.

Das klingt alles erst einmal recht paradox. Der Widerspruch löst sich aber schnell auf, wenn man bedenkt, dass so ein System nur dann seinen Sinn hat, wenn am einen Ort Geld im Überfluss vorhanden ist, die Maßnahmen aber entsprechend teuer sind, an einem anderen Ort aber praktisch überhaupt kein Geld da ist für irgendwelche Maßnahmen außerhalb der blanken Existenzsicherung, die Klimaschutzmaßnahmen aber mit sehr wenig Geld zu bewerkstelligen sind.

Theoritisch könnten wir also eine ganzw Weile lang bei uns nichts für´s Klima tun, dafür Maßnahmen woanders finanzieren. Dann ist aber irgendwann die Lücke gefüllt, und wir müssen doch an unseren Verhältnissen arbeiten.

Da treffen sich halt zwei extreme Haltungen: Die Einen, die überhaupt nichts davon halten, woanders was zu machen, weil hier vor der Haustüre ist und die Anderen, die lieber hier überhaupt nichts machen und alles in den armen Ländern bewerkstelligen wollen. Mal wieder ist der Mittelweg der Beste:
- Hier die dicksten Klöpse ausräumen (zum Fenster raus heizen, 200 km/h auf der Piste, unbegrenzte Flugreisen),
- Dort die Entwicklung stärken und gleichzeitig höchst effizient CO2 einsparen.

Genau so hast Du es ja hier ausgeführt:
Wenn sich beim Thema Klimawandel wirklich jemals etwas tun soll, dann muss ohnehin beides sein: Die Maßnahmen, die bei dieser Kompesation durch geführt werden - aber nicht als Kompensation, sondern als eigenständige Maßnahme parallel zu weniger Umweltverschmutzung.
Nur mal gerade eben zu Einkaufen übers Wochenende nach Rom fliegen, das geht einfach gar nicht.
[/quote]Rein von der Klimabilanz ginge das schon, kommt aber nicht gut an bei Denen, die nicht über den Tellerrand blicken können. Und fühlt sich auch nicht gut an...

Deswegen mache ich das ja auch genau so: CO2 einsparen, wo es nur geht und den – momentan noch nicht machbaren – Rest kompensieren. Da ist z.B. noch der ganze Batzen unserer Infrastruktur drin, die ja auch nicht CO2-neutral ist.
Herzliche Grüße
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Wäller » Mo 26. Mär 2018, 14:46

Alex1 hat geschrieben:
Die Kompensation ist völlig reell. Genauso wie der echte zeitgleiche Ökostrom. Du weißt schon, dass CO2 sich weltweit ausbreitet? Also ist es der Atmosphäre völlig egal, WO ein kg CO2 emittiert wird und wo es eingespart wird, nicht wahr? Wenn z.B. der Resch von der DUH oder der Latif zu ihren Konferenzen fliegen, bringt das in Summe für die Umwelt viel mehr, als wenn sie mit dem Fahrrad dort hin führen. Die zusätzliche – völlig reelle – Kompensation setzt dann nur noch Einen drauf.

Wenn irgend jemand zu einer wichtigen Konferenz o.ä. fliegt, dann kann man über den Sinn dieses Systems durchaus nachdenken.
So eine Kompensation aber als Ablasshandel, damit man sich ein gutes Gewissen einreden kann, wenn mal mal gerade eben mit Ryenair für 55€ übers Wochenende zum Shoppen nach Rom fliegt - das ist ein völlig falsches Signal.
Das erzeugt bei diesen Pennern, die so etwas machen, nur den Eindruck, sie bräuchten sich hier zu Hause um eine Verhaltensänderung zum Umweltschutz überhaupt keine Gedanken zu machen, sondern sie können auch weiterhin völlig ungehemmt endlos konsumieren und das Thema Umweltschutz, das wäre schon mit ein paar Euro im Monat als Ausgleichszahlung in Griff zu bekommen.
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Alex1 » Mo 26. Mär 2018, 15:21

Genau so wollte ich das verstanden wissen :mrgreen:
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Michael_Ohl » Mo 26. Mär 2018, 15:39

Ich frage mich bei der Diskussion immer wo ich denn bitte den Braunkohlenstrom für mein E-Auto herbekommen soll. Bei uns in der Firma gibt's Solarstrom aus eigener Ernte und an den Hamburger Ladesäulen nur Ökostrom


MfG
Michael
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Pianist » Mo 26. Mär 2018, 16:21

Michael_Ohl hat geschrieben:
Ich frage mich bei der Diskussion immer wo ich denn bitte den Braunkohlenstrom für mein E-Auto herbekommen soll. Bei uns in der Firma gibt's Solarstrom aus eigener Ernte und an den Hamburger Ladesäulen nur Ökostrom

Da werden die Gegner dann fragen: "Und was ist, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht"?

Üblich ist in solchen Diskussionen auch, dass früher oder später jemand erwähnt, dass ja bei allen der gleiche Mix aus der Streckdose kommt. Meist noch mit dem Hinweis, dass wir dann ganz viel französischen Atomstrom importieren müssen, weil die Kanzlerin aus reiner Panik nach Fukushima eine vollkommen überflüssige Energiewende eingeleitet und damit Milliarden vernichtet hat...

(ich gebe nur wieder, was man ständig unter irgendwelchen Artikeln auf welt.de zu lesen bekommt)

Matthias
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon spark-ed » Mo 26. Mär 2018, 17:37

Pianist hat geschrieben:
Üblich ist in solchen Diskussionen auch, dass früher oder später jemand erwähnt, dass ja bei allen der gleiche Mix aus der Streckdose kommt.

Die einzig seriöse Herangehensweise und argumentativ auch nicht angreifbar.
Dabei stellt man fest, dass ein E-Fahrzeug über seine Lebensdauer bereits jetzt eine bessere CO2 Gesamtbilanz zeigt als ein vergleichbares fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
Der aktuelle Trend sieht dabei gar nicht schlecht aus (->Seite 10), was will man denn mehr beweisen?

Ich habe tatsächlich auch schon die Argumentation gehört, dass jedes Elektroauto, welches einen Verbrenner ersetzt ja ein zusätzlichen Verbraucher darstelle. Da erneuerbare Energien aber nur wenige Stunden im Jahr 100% Abdeckung schaffen, muss die gesamte zusätzliche Leistung theoretisch aus konventionellen Kraftwerken erbracht werden.
Sprich: Für das zusätzliche Elektrofahrzeug müsse man sogar tatsächlich den Strommix aus überwiegend Kohle ansetzen.

Das hört sich bescheuert an, ist für mich aber mindestens genauso plausibel wie "mein Auto fährt mit 100% Ökostrom"
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Alex1 » Mo 26. Mär 2018, 18:05

Das ist grober Unfug und schlichtweg gelogen. Wer echten Ökostrom bezieht, dem garantiert der Versorger zeitgleich (1/4-Stunden-genau) die Versorgung mit neuen Ökostromkraftwerken, die für den neuen Kunden gebaut wurden. Wenn deren Produktion da ist und den Verbrauch übersteigt, werden sie den „überschüssigen“ Strom in Leipzig anbieten. Und das sicher zu unschlagbaren Konditionen. Wenig zu erwirtschaften ist immer noch besser als Abschalten.

Dazu kommt noch, dass jede Menge Windräder abgeschaltet werden, obwohl Wind da ist, weil die Kohledreckschleudern die Leitungen verstopfen. Wäre die bescheuerte Argumentation stichhaltig, würden ja nur bisher still stehende Windräder wieder angefahren.

Es ist doch gerade die Krux mit den Kohledreckschleudern, dass sie ja gar nicht reagieren können, weder auf weniger Bedarf noch auf mehr Bedarf.

Diese bescheuerte Argumentation ist in etwa wie die AMS-Argumentation, man solle in gefährlichen Situationen lieber Gas geben, weil man dann schneller durch ist :roll: :lol:
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon Alex1 » Mi 28. Mär 2018, 13:25

Die „Zeit“ ist ja sonst recht seriös, dieser Artikel mal wieder nicht: http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-03/e ... ettansicht

Da wird wieder mal mit platten Lügen gearbeitet (der Strommix in D WIRD jährlich besser) und bescheuerte Horrorszenarien aufgebaut (alle 44 Mio Pkw stellen morgen auf Elektro um) statt die Fakten seriös zu wichten.

Und mit keinem einzigen Wort wird erwähnt, dass es nicht an den Regenerativen liegt, dass wir so viel Kohledreckstrom haben, sondern an den Kohledreckschleudern mit ihrer garantierten Abnahme, entgegen aller EU-Bemühungen um CO2-armen Strom. Würden wir für die Menge exportierten Stroms die Kohledreckschleudern bremsen statt die Regenerativen, hätten wir schon weit über 40% regenerativen Stromanteil

Aber das Heidelberger Institut hat sich ja schon länger als reaktionär in Hinsicht auf Klimaschutz durch eMobilität ausgezeichnet. Da sind so ein paar Lügen und Verdrehungen nicht mehr wirklich erstaunlich :roll:
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Ökobilanz / Strommix

Beitragvon spark-ed » Mi 28. Mär 2018, 13:54

Das ist das was ich meine. Man kann die eine Extremannahme nicht einfach mit einer anderen Extremannahme kompensieren.
Der UPI Leiter Dieter Teufel ist ja hier schon für seine rückständige Ansicht zur Elektromobilität bekannt.

Das Dumme ist, es fällt mir tatsächlich schwerer diesen zweifellos sachlich falschen Standpunkt zu entkräften, wie die Aussage Ökostrom stände 100% der Zeit zur Verfügung, wenn ich nur den richtigen Anbieter wähle.
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