NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

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NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Joerg_R » Mo 12. Jun 2017, 15:22

Moin,

als jemand der seinen Strom nicht selber erzeugen kann aufgrund eines Mietsverhältnisses stelle ich mir die Frage, wie hoch denn die NOx Emission meines E-Golfs unter Berücksichtigung des deutschen Strommixes ist.

Dazu habe ich mal beim UBA nachgesehen und es wird angegeben, dass die kWh 0,454 g NOx verursacht.
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/361/bilder/dateien/uba_tabelle_spezifische_ef_strommix_luftschadstoffe_update_2017.pdf.
Das hieße dass eine nicht lokale Belastung von 55 mg / km bei einem angenommenen Verbrauch von 120 Wh / km verursacht wird. Ich war doch überrascht, dass dieser Wert so hoch liegt, immerhin liegt der aktuelle Grenzwert beim Benziner bei 60 mg/km und beim Diesel bei 80 mg/km. Hab ich da irgendwo einen Denkfehler gemacht ?

Mir ist klar, dass man durch den Bezug von "grünem" Strom das auch anders sehen kann, doch diese Diskussion möchte ich hier nicht führen. Ebenso ist klar, dass der Anspruch in der Realität auch so geringe Abgaswerte beim PKW zu haben oft nicht gehalten wird, doch das soll nicht Gegenstand dieser Diskussion sein :-).

Grüße, Jörg
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Beitragvon Gerhard, OA » Mo 12. Jun 2017, 19:12

Nicht nur der Verbrauch, auch die Herstellung von Treibstoff verursacht Stickoxide und andere Umweltbelastungen. Siehe Umweltbericht von Bayernoil http://www.bayernoil.de/fileadmin/downl ... g_2014.pdf Kap. 4.3 (S. 40): 1150 t NOx bei einem Rohöleinsatz von 9,5 Mio t (das Zusammenzählen des Produktausstoßes und die Umrechnung in Gramm pro km überlasse ich euch als Übung - sinngemäßes Zitat meines Mathematikdozenten, weiß leider nicht mehr wie der hieß)
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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Pumpi » Mo 12. Jun 2017, 20:38

Wichtig ist doch auch, wo die Abgase entstehen und in welcher Konzentration sie vorliegen. Entstehen sie im Stadtzentrum, wo hunderttausende Menschen durch die Stadt laufen, Fahrrad fahren, leben und arbeiten, oder entstehen sie am bevölkerungsarmen Stadtrand sehr lokal in einem Industriegebiet, wo die Abgase extrem schnell verdünnt werden. Die Konzentration in der Luft und damit die aufgenommene Menge ist doch in der Stadt viel größer.

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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon bm3 » Mo 12. Jun 2017, 21:17

Wichtig ist auch dass der EE-Anteil an der Stromerzeugung immer mehr erhöht wird , was durchaus flotter passieren könnte und nicht bis zum Jahr 2050 auf 50% . :mrgreen: Zwischenzeitlich steht man ja da in D. wieder kräftig auf der Bremse. Noch dazu wird bei der Dreckskohle gefeuert was nur geht, das ist nämlich unter den konventionellen Brennstoffen noch das lukrativste für die Kraftwerksbetreiber und auch das Dreckigste bei der Stromerzeugung.
Und dann sind wir auch schon gleich beim Thema was du mit einem Mietsverhältnis tun kannst und das wäre den "richtigen" Stromanbieter auszuwählen oder/und in Anteile an EE-Anlagen zu investieren nochdazu werfen die bei den dauerhaft niedrigen Zinsen deutlich mehr an Rendite ab. :D
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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Alex1 » Mo 12. Jun 2017, 23:04

Zustimmung, Pumpi! Es ist schon ein Unterschied, ob das NOx im Atembereich von Kindern in wenigen Metern Abstand emittiert wird (am besten noch unter einer Glocke wie in Stuttgart) oder in 80 Meter Höhe ein paar m entfernt 8-)
Herzliche Grüße
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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Joerg_R » Di 13. Jun 2017, 06:36

Moin. Danke für die Anregungen. Die Betrachtung Well to pump hatte ich so nicht auf dem Schirm. Da wäre es schön vom UBA noch mehr zu finden.
In Schweden kann man, wenn ich richtig informiert bin, seine Rendite in EE Erzeugung in kWh auszahlen lassen. Das finde ich für Mieter ein sehr schönes Modell.
Grüße Jörg

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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Gerhard, OA » Di 13. Jun 2017, 17:45

Pumpi hat geschrieben:
Wichtig ist doch auch, wo die Abgase entstehen und in welcher Konzentration sie vorliegen.


Mal abgesehen davon, dass Schadstoffe auch verfrachtet werden (meine mich zu erinnern, dass das z.B. beim Feinstaub eine Rolle spielt - und Stickoxide haben auch was mit Feinstaub zu tun), geht es nicht nur um die Atemluft. Stickoxide spielen z.B. eine Rolle bei der Ozonbildung und beim Ozonabbau, zählen zu den Treibhausgasen usw.

Außerdem ist es grundsätzlich gut, Schadstoffbelastung zu verringern, auch in mehr als 3m Abstand.
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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Bernd_1967 » Di 13. Jun 2017, 19:51

bm3 hat geschrieben:
Wichtig ist auch dass der EE-Anteil an der Stromerzeugung immer mehr erhöht wird , was durchaus flotter passieren könnte und nicht bis zum Jahr 2050 auf 50% . :mrgreen: Zwischenzeitlich steht man ja da in D. wieder kräftig auf der Bremse. Noch dazu wird bei der Dreckskohle gefeuert was nur geht, das ist nämlich unter den konventionellen Brennstoffen noch das lukrativste für die Kraftwerksbetreiber und auch das Dreckigste bei der Stromerzeugung.
Und dann sind wir auch schon gleich beim Thema was du mit einem Mietsverhältnis tun kannst und das wäre den "richtigen" Stromanbieter auszuwählen oder/und in Anteile an EE-Anlagen zu investieren nochdazu werfen die bei den dauerhaft niedrigen Zinsen deutlich mehr an Rendite ab. :D


Uns hat man hier auf dem Hunsrück (Zwischen Mosel, Nahe, Rhein) mit Windrädern zugeknallt mit dem ERgebnis, dass wir 300% Strom erzeugen, also im Mittel 200% exportieren.
Weiß nur nicht, zu welchem Prozentanteil wir den eigenen Bedarf zeitlich nicht decken können.
Man könnte auf jeden Fall mit vernünftiger Planung noch viel mehr Windräder in Deutschland bauen und auch PV.
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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Themse » Di 13. Jun 2017, 20:34

Windräder im Landesinneren haben ca 2000 Volllaststunden im Jahr.
Das heißt an wenigen Tagen liefern sie in der Nähe der Nennleistung und
an vielen Tagen liefern sie eine Leistung die deutlich darunter liegt.
Da die Windräder über eine relativ große Fläche verstreut stehen,
steht der Strom eher wie aus der Gieskanne bereit.
Windstrom gibts in den Kalten Monaten mehr,
Sonnenstrom in den warmen Monaten, so ergänzen sie sich ziemlich gut.
Aber trotzdem notwendig wird die Speicherung des fluktierenden Öko-Stroms
bei Stromüberschuss zB. in Autoakkus sein.
Diese stehen eh die längste Zeit des Tages auf irgend einem Parkplatz und
können sich derweilen nützlich machen und sogenannte negative Regelenergie
bereitstellen, indem sie Stromspitzen abfedern, dh. Strom laden :-)
So werden auch die WIndspitzen im Hunsrück sinnvoll verwendet, das Stromnetz stabilisiert
und die NOx Emission von Elektroautos auf Null reduziert !
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Re: NOx Anteil deutscher Strommix - NOx Emission E-Auto

Beitragvon Bernd_1967 » Mi 14. Jun 2017, 06:27

Mir wäre es sogar am liebsten, wir wären hier strommäßig autark und könnten uns abkoppeln, falls es mal einen deutschlandweiten Netzausfall gäbe.

Ich habe die Frage nach der zeitlichen Abdeckung an unseren Klimamanager gestellt. Mal sehen, was der antwortet.
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