?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

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?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon novalek » Do 17. Sep 2015, 17:46

Zur Diskussion ein Dokument, das Überraschungen VOR dem Kauf eines Elektrofahrzeug vermeiden helfen soll.

Grund: mich hat der Umfang der Fragen, die ich für mich beantworten mußte, überrascht.
Natürlich ebenso das Wissen und die Meinungen der Fachleute und Privatpersonen.


Was man wissen sollte

0. Vor der Anschaffung eines E-Kfz sollte man sich genau überlegen
0a. welche Fahrstrecke man zurücklegen will
0b. welches Höhenprofil auf der Strecke liegt
0c. ob die AkkuLadung generell und speziell im Winter für die Strecke im Winter reicht
0d. welche Wartezeit man bereit ist, bei Zwischenladungen, zu akzeptieren (Schnelladeverfahren, in Abhängigkeit von der LadeNorm)
0e. ob öffentliche SchnellLadestationen im Nahbereich mit der zum Fahrzeug passenden LadeNorm nutzbar sind
0f. ob für nächtliche AkkuLadung an der heimischen Wohnung / Garage Platz- und Bestromungsmöglichkeiten bestehen
0g. ob sich Nachbarn, bei der durch nächtliche AkkuLadung auftretenden technischen Geräusche, gestört fühlen könnten

1. die Anschaffung eines elektrisch angetriebenen Fahrzeuges ist viel teurer, als die eines Verbrenners

2. der Wiederverkaufswert eines E-Kfz ist sehr dynamisch

3. die Betriebskosten sind gering

4. die Nebenkosten (Versicherung) sind i.d.R. identisch dem eines Verbrenners

5. die Kfz-Steuer wird aktuell für begrenzte Zeiträume erlassen

6. eine Heim-Ladestation erfordert finanziellen Aufwand (um 1000 Euro zuzüglich Anschluß)
6a. alle Elektrofahrzeuge wickeln die Ladung durch spezielle Arbeitsfolgen ab (Steuerung übernimmt ein Ladestation)
6b. Ladevorgänge erfordern spezielle, teure Kabel (ab 300 Euro) mit speziellen Kommunikationsleitungen
6c. Hersteller / Vertreiber fordern einzuhaltende Sicherheits- und Anschlußmaßnahmen
6d. eine Heimladestation (Wallbox) benötigt ein durchgehendes Kabel zur Verteilung
6e. Querschnitte und der Kabeltyp der Kabelverbindung Ladestation - Verteilung müssen entsprechend bestehender Vorschriften ausgelegt sein (Wärme, Widerstand, mechanische Beschädigung)
6f. der Drehstromanschluß bedingt die Einhaltung bestimmter elektrischer Eigenschaften (z.B. Erdwiderstand
6g. Vielfach müssen Heimladeanlagen "eingemessen" werden

7. Anschaffungsförderungen bestehen vom Fahrzeughersteller und von Energieversorgern

8. FahrzeugUnfälle können zusätzliche Maßnahmen erfordern
8a. u.U. muß das Fahrzeug in einen speziellen Betrieb des Hersteller zur Reparatur überführt werden
8b. die Dichte der spezielle E-Reparaturwerkstätten ist je Bundesland unterschiedlich verteilt
8c. i.d.R. sind alle FahrzeugDiagnosen - bzw. Einstellungen an der Antriebseinheit und dem AntriebsAkku ausschließlich in den Werkstätten des Herstellers möglich (Kontakt mit Serverdatenbank nötig)
8d. FahrAkkus werden bei Reparatur und Unfall des tragenden Fahrzeugs durch Auflagen des AkkuHerstellers bzw.AkkuVermieters behandelt
8e. Bei einem größeren Fahrzeugunfall wird ein Akku ausgebaut und zum Hersteller zwecks Prüfung transportiert. Anschlußarbeiten erfolgen erst nach dessen "Freigabe". Die Reparatur bzw. der Ersatz hängt vom Eigentümer des Akkus ab.

9. FahrzeugAkku
9a. E-Kfz können mit einem gekauften AntriebsAkku ausgeliefert (hoher Anschaffungspreis)
Gekaufte Akkus werden von Versicherungsunternehmen bzgl. ihres Zeitwertes unterschiedlich behandelt - monatliche, jährliche z.T. gestaffelte Wertminderung
9b. Ein AntriebsAkku kann zusätzlich zum E-Kfz angemietet werden (niedriger Anschaffungspreis)
Unterlassene Mietzahlungen führen zur ferngesteuerten Abschaltung beim nächsten Ladeversuch.
I.d.R. zählt ein geliehener Akku als zusätzlich erworbenes Zubehör; übersteigt der Neuwert den versicherungsmäßig zugestandenen Neuwert, muß entsprechend nachversichert werden. Bei unfallbedingten Reparaturen bzw. Ersatz macht die Leihfirma Nebenkosten (Ausbau, Prüfung, etc.) und Ersatzkosten bei dem Versicherer geltend. Ist der Akku unterversichert, haftet der Halter.
9c. Manche Versicherer schließen unfallbedingte Akku-Räumung, -Entsorgung und -Nebenarbeiten aus

10. Ein Diebstahl aus Elektrofahrzeugen wird in Abhängigkeit vom Versicherer unterschiedlich behandelt - Beispiel: das Ladekabel zählt zu den Betriebsmittel und ist versichert - ein mobiles Ladegerät hingegen nicht.

11. Vorsichtsmaßnahmen
11a. Bevor man einen Ladezugang nutzt, sollten Stecker, Steckdose und Kabel auf unzulässige Beschädigungen geprüft werden.
11b. Prüfung der Preisgestaltung (Einschaltgebühr, PauschalGebühr pro Zeit, Kilowatt pro Zeit)
11c. Kontaktangaben bei Störungen
11d. Betriebszeiten (z.B. bis 17 Uhr)
11e. Zugang und Zahlsystem (RFID, Handy, Münzen)
11f. Ladeoperationen über Schuko-Steckdosen bedingen zur Vermeidung von Kabelbränden entsprechende für Dauerlast ausgelegte Leitungsstärken und Absicherungen
11g. Ladeoperationen per Drehstrom-CEE-Steckdosen und mobiler Ladebox erfordern die vorgeschriebene / zulässige Kabelstärke und Absicherung
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon Datenknecht » Do 17. Sep 2015, 18:39

Wirklich relevant sind meiner Meinung nach nur die Punkte 0 bis 0f.
Alles andere kann man auch auf Verbrennerfahrzeuge umlegen und eine Wissenschaft daraus machen.
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon stromer » Do 17. Sep 2015, 18:51

Mann ist das kompliziert mit diesen Elektroautos. Hätte ich das vorher gelesen hätte ich keines gekauft.
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon umberto » Do 17. Sep 2015, 18:58

stromer hat geschrieben:
Mann ist das kompliziert mit diesen Elektroautos.


Da es für Otto Normalverbraucher tatsächlich auch noch kompliziert ist, kauft er es ja auch nicht.

Ohne ein vollidiotensicheres einheitliches Nachladesystem dauert die Ankunft des e-Autos in der Breite noch lange...

Gruss
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon Elektrolurch » Do 17. Sep 2015, 19:08

novalek hat geschrieben:
0g. ob sich Nachbarn, bei der durch nächtliche AkkuLadung auftretenden technischen Geräusche, gestört fühlen könnten

Fragt mich einer, ob ich mich allmorgendlich, besonders im Winter, von den warmtreckernden Verbrennern und den damit einhergehenden Geräuschen, Geruchsbelästigungen und Gesundheitsbelastungen gestört fühlen könnte?

stromer hat geschrieben:
Mann ist das kompliziert mit diesen Elektroautos. Hätte ich das vorher gelesen hätte ich keines gekauft.

:lol:
Bei mir war das so: Ich bin eine Woche eins gefahren (Werkstattwagen, während versucht wurde, die Probleme meines Verbrenners zu diagnostizieren) - und 4 Wochen später hatte ich dann mein eigenes. :D
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon umberto » Do 17. Sep 2015, 19:14

Elektrolurch hat geschrieben:
Fragt mich einer, ob ich mich allmorgendlich, besonders im Winter, von den warmtreckernden Verbrennern und den damit einhergehenden Geräuschen, Geruchsbelästigungen und Gesundheitsbelastungen gestört fühlen könnte?


Das ICE-Gelärme ist nach 30s weg, wenn aber im Sommer nachts um 2 eine Stunde lang ein Lüfter läuft, damit die Batterie nicht überhitzt, ist das schon ein Thema.
Aber das regelt die TA Lärm, in Wohngebieten max. 35 db(A) nach 22 Uhr....wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe.

Von einer Probefahrt anfixen (so war es bei mir auch) lassen sich halt leider nicht alle...

Gruss
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon Pivo » Do 17. Sep 2015, 19:15

0e. würde ich ersatzlos streichen.
Denn im Nahbereich braucht man i.d.R. keine Schnellader, eher auf Fernstrecken; also ab halber Reichweite.
Ausserdem wachsen alle Systeme derzeit noch stark an. Morgen siehts wieder ganz anders aus.
Als ich vor fast 2Jahren meinen Leaf gekauft habe, gab es nur eine, mit einfacher Ladung erreichbare, Chademo-Station.
Jetzt sind es 4, in kürze 5.

0g. ob sich Nachbarn, bei der durch nächtliche AkkuLadung auftretenden technischen Geräusche, gestört fühlen könnten
Ergänzung:
Oder ein EV kaufen, dass keine Ladegeräusche macht. Was eigentlich der Normalfall sein sollte bzw. ist.

Neu ergänzen würde ich noch:
6h. Eine Heimladestation/Heimlademöglichkeit ist in vielen Fällen nicht notwendig.
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon Elektrolurch » Do 17. Sep 2015, 19:18

umberto hat geschrieben:
Das ICE-Gelärme ist nach 30s weg

Schön wär's. Bis alle Pendler aus meiner Straße hier morgens weg und alle Busse und der Lieferverkehr durch sind, gehen 2-3 Stunden ins Land. DAS nervt.
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon Greenhorn » Do 17. Sep 2015, 20:11

Und mein Leaf kostet in der Versicherung nur die Hälfte gegenüber dem Vorgänger Focus Diesel
Gruß Bernd
Seit 26.02.15 Leaf Tekna: schon über 70.000 km Erfahrung :-)
In Planung: Ford Streetka-E-Roadster.
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Re: ?Hilfe? für potentielle E-Fahrer

Beitragvon eDEVIL » Fr 18. Sep 2015, 06:45

Wer in einer Reihenhaussiedlung wohnt, muss dann eben aufpassen,das er kein besonders lautes modell nimmt oder ein,das vor 22 uhr wieder voll ist.
Zoe macht zwar bei 22 kw krach, aber man fänht ha nicht um 21 uhr mit dem laden an.
Vom leaf war nie etwas zu hören
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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