Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

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Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon midimal » Di 16. Dez 2014, 11:43

Der Mann ist gut!

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In Bezug auf die politischen Rahmenbedingungen erklärte er: „Wir haben heute nur 24.000 Elektrofahrzeuge auf dem Markt. Das Ziel der Bundesregierung von 1 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2020 in Deutschland ist quasi noch nicht einmal am Horizont erkennbar. Die Bundesregierung muss aus meiner Sicht sehr, sehr viel tun in diesem Sektor.“ Unter anderem plädierte er für den Einsatz von Elektroautos in Fahrschulen.
In einer Beispielrechnung legte er dar, wie Windenergie und Elektromobilität zusammenfinden: „Wenn wir Windstrom nach EEG vergütet in der Elektromobilität einsetzen, kostet eine Fahrtstrecke von 100 Kilometern 1,35 Euro. Wenn wir das fossil tun, kostet dieselbe Fahrstrecke 9 Euro. Hieran kann man erkennen, dass teure Batterien gegenfinanziert werden können, auch wenn das in letzter Konsequenz die Verbraucher bisher noch nicht überzeugt hat, weil die Anfangsinvestition eben doch zu hoch ist. Deswegen braucht es offensichtlich auch einen politischen Impuls.“ Auf Nachfrage, ob das bisher diskutierte Elektromobilitätsgesetz in der vorliegenden Form als Impulsgeber ausreicht, stellte er klar: „An einem Zuschuss wird man nicht vorbeikommen.“

Die Tatsache, dass der Großteil des deutschen Batterie-Know-hows abgegeben wurde und deswegen zukünftig das Herzstück des Automobils (Motoren- und Batterietechnik), also der Teil mit der größten Einzelwertschöpfung, in Asien zugekauft werden musst, bezeichnete er als „Katastrophe für den europäischen Automobilbau, insbesondere für den deutschen“.

http://www.hzwei.info/blog/2014/12/15/h ... omobilbau/
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Beitragvon TeeKay » Di 16. Dez 2014, 13:27

Was sollen Elektroautos in Fahrschulen? Irgendwie lieben es die Deutschen, permanent mit der Hand an einem Knüppel rumzufummeln, während sie fahren. Außer ein paar umgebauten Verbrennern von Stromos gibt es aber kein Elektroauto mit Handschaltung.
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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon JuergenII » Di 16. Dez 2014, 13:30

@TeeKay: Und selbst wenn Fahrschulen EV's hätten, würde glaube ich kaum jemand damit seine Fahrprüfung ablegen, wäre er danach doch verdammt nur noch Automatikfahrzeuge zu fahren.

Und zu Hermann Albers:

Mag ja alles stimmen. Nur das E-Fahrzeug hat noch gravierende Nachteile:

Seine Reichweite. Heißt, dass zwar 80% aller Autofahrer im Alltag mit dem E-Mobil zurecht kommen, aber schon am Wochenende stößt es an seine Grenze. Von der Urlaubsfahrt ganz zu schweigen.

Die Fahrzeug Art. Es gibt weder SUV, noch Minivans, Kombis oder Mittelklasse Wagen. Und wenn angeboten unbezahlbar (Tesla) oder dank minimaler Reichweite und Lader nicht nutzbar (Renault Kangoo, Nissan SV 200).

Das Ladedesaster, mit immerhin 3 verschiedenen Ladesteckern und einem chaotischen Zugangssystem.
Und selbst wenn das nicht abschreckt, alle 100 km mal zwischen 40 Minuten und Stunden zu warten, bis es weitergeht - ein No Go.

Kaum Fahrzeuge mit Anhängerkupplung oder Dachsystemen

Und natürlich auch der Preis. Denn ganz ehrlich, für die meisten wäre das z.Zt. ein Zweitwagen, und dafür sind die Preise astronomisch.

Der normale Autokäufer will ein Fahrzeug, dass alle seine Mobilitätsansprüche abdeckt. Das ist aber momentan bei weitem nicht der Fall. Da nützen auch keine schützenden Statistiken über die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Tag.

Selbst eine hohe Förderung wird keinen großen Boom auslösen. Das wird erst Ende des Jahrzehnts besser werden, sofern die Regierenden nicht auf die Idee kommen man müsse das idiotische Brennstoffzellenauto massiv subventionieren.


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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon midimal » Di 16. Dez 2014, 13:35

<Das Ladedesaster, mit immerhin 3 verschiedenen Ladesteckern und einem chaotischen Zugangssystem.
Und selbst wenn das nicht abschreckt, alle 100 km mal zwischen 40 Minuten und Stunden zu warten, bis es weitergeht - ein No Go.>

Deshalb ist für viele Pendler PlugIn die Lösung:
In der Woche elektrisch /oder fast elektrisch fahren
Am Wochendende/im Urlaub - einfach los egal wohin (und auch zum Teil elektrisch)
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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon TeeKay » Di 16. Dez 2014, 13:49

Es würde ja schon reichen, wenn Flotten- und Zweitwagen gegen EV ausgetauscht würden. Den Drilling gibts inzwischen für weniger als 10.000 Euro netto als Jahreswagen. Soviel kostet ein Verbrenner-Kleinwagen auch. Und in der Preisregion werden dann Steuer- und Kraftstoffersparnis auch merkbar.
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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon E-Fan » Di 16. Dez 2014, 20:26

TeeKay hat geschrieben:
Was sollen Elektroautos in Fahrschulen? Irgendwie lieben es die Deutschen, permanent mit der Hand an einem Knüppel rumzufummeln, während sie fahren. Außer ein paar umgebauten Verbrennern von Stromos gibt es aber kein Elektroauto mit Handschaltung.

Fahrschulen würden 50% ihrer "Lehr"tätigkeit und anrechenbaren Fahrstunden einbüßen, wenn Fahrschüler nicht mehr wochenlang die Schalt-/Kuppel-Quälerei abhoppeln müssten, sondern dann schon tatsächlich das sichere Bewegen im Straßenverkehr lernen könnten.
Und im Erstkontakt mit einer Technik, die auf jegliche lächerliche Schalterei als technische Krücke für eigentlich laufunwillige Stampfmotoren verzichten kann, würde die "Liebe" zum Getrieberühren vielleicht gar nicht erst aufkeimen.
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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon TeeKay » Di 16. Dez 2014, 20:34

Das ist mir klar. Ich habe nach der Fahrschule nur noch zwei oder drei Mal Schaltwagen bewegt. Meine Freundin lernt gleich Automatik. Aber der Ottonormalverbraucher liebt seine Schalterei und die Ersparnis beim Verbrenner (Automatikgetriebe kostet oft Aufpreis). Der wird einen erzwungenen Automatikkurs nicht akzeptieren, nur weil die Fahrschule unbedingt EVs einflotten will oder muss.
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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon Elektrolurch » Mi 17. Dez 2014, 09:42

Das könnte sich doch aber gut von selber regeln. Wenn ich eine Fahrschule betreiben würde, hätte ich allermindestens ein EV als Fahrschulwagen parat und würde damit werben, wie kinderleicht das Fahrenlernen damit ist. ("Sie können Autoscooter fahren? Dann können Sie auch Auto fahren!") Ich wette, es spricht sich sehr schnell rum, wie einfach das ist. Dann ersetze ich wegen der Nachfrage nach und nach wohl meine Verbrenner-Fahrschulwagen durch EV und grabe damit der Konkurrenz die Kundinnen und Kunden ab. Irgendwann müssen die dann auch nachziehen.

Schalterei? Wer wäscht denn seine Wäsche noch per Hand?
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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon kai » Mi 17. Dez 2014, 10:02

Der Vorteil für Fahrschulen wird nicht gesehen:

Die Leute die da Führerschein machen, sind versicherungstechnisch SF0

Da schlägt z.B. ein ZOE oder e-UP jeden Verbrenner um ca. 900€ in den Versicherungskosten p.a.

Und die Menschen die Führerschein machen sind im allgemeinen am Anfang Ihres Lebens und werden bestimmt nicht heiss darauf in 50 Jahren einen Verbrenner mit Schaltung fahren.
Für die ist ein Automatik-Führerschein ideal, gibt es doch aus Ihrer Sicht eh bald nur noch Elektroautos.
Und sie machen dank fehlender Schaltung und Kupplung auch den Führerschein schneller, ist es doch so wesentlich einfacher ein Auto zu fahren, wenn man sich nicht ums Kuppeln usw. kümmern muss.

Schalten ist was für Rentner und Opas aus der (aussterbenden) Kriegs- und Nachkriegsgeneration.

Gruß

Kai
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Re: Hermann Albers: Katastrophe für den EU Automobilbau

Beitragvon Mike » Mi 17. Dez 2014, 10:49

E-Fan hat geschrieben:
die auf jegliche lächerliche Schalterei als technische Krücke für eigentlich laufunwillige Stampfmotoren verzichten kann

Sehr gut beschrieben! :thumb:

kai hat geschrieben:
Schalten ist was für Rentner und Opas aus der (aussterbenden) Kriegs- und Nachkriegsgeneration.

Nö, viele Rentner fahren aus reiner Bequemlichkeit im Alter gerne Automatik.

JuergenII hat geschrieben:
Selbst eine hohe Förderung wird keinen großen Boom auslösen.

Bei entsprechendem Kaufpreis könnten fast alle Zweitwagen durch ein EV ersetzt werden. Und der würde dann, an der Nutzungshäufigkeit gemessen, zum Erstwagen. ;)

In meiner Bekanntschaft gibt es zwei wirklich ernsthafte Interessenten für ein EV. Bei beiden scheitert es am Kaufpreis. Und mal ganz ehrlich - 36.000 € hätte ich für meinen Botschafter Leaf (vor einem Jahr) nicht ausgegeben.
Zuletzt geändert von eDEVIL am Mi 17. Dez 2014, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Falsche Zitat korrigiert
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