Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Robert » Mi 18. Okt 2017, 13:22

Ich habe vor 4 Jahren zeitgleich Aktien von TESLA, Plug Power und Fuelcell gekauft.

Ich sage es mal so: Die Brennstoffzellen Abteilung hat sich "anders" als TESLA entwicklet. Hätte da wesentlich mehr erwartet. :?
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon E-lmo » Mi 18. Okt 2017, 19:39

Die Industrie benötigt selbst schon einige Mengen an Wasserstoff. Es wäre doch schon ein guter Anfang, diesen regenerativ aus überschüssigem Strom herzustellen. Wenn sich das noch nicht einmal konkurrenzfähig gegenüber der Herstellung von H2 aus Erdgas darstellt, dann wird es das mit überteuerten H2-Fahrzeugen erst recht nicht gegenüber der direkten Nutzung in Erdgas-Verbrennern.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Basslo » Mi 18. Okt 2017, 19:41

Die Wasserstoffwirtschaft in der Mobilität ist nur konkurrenzfähig am Markt wenn sie den Strom für die CO2 freie Produktion, auf Grund sehr viel Überschuss, geschenkt bekommen.
Das hat mir auch der OTTO Antriebschef von VW bei nem Vortrag gesagt. Das betrifft sämtliche Power to Gas Anwendungen, auch beim synthetischem Erdgas, da sehr viel Strom benötigt wird um 100 km Reichweite zu erzeugen, im Vergleich zu einem BEV.
Die Erneuerbaren werden in den nächsten Jahren noch deutlich zulegen, vorallem PV.
Der Überschuss bei Schönwetter wird deutlich steigen, was den Preis zu dieser Zeit drücken wird.

Nur positionieren sich schon etliche Firmen, die genau das Nutzen werden, um damit Geld zu verdienen. Zb. Firmen die Hallen aufstellen um sie mit Akkus vollzustopfen (Second Life oder neu). Kaufen billig Strom ein und verkaufen ihn zu Zeiten wo der Preis am höchsten ist. Eine Pilotanlage steht bereits mit einer Kapazität von 13 MWh. Die verdient pro MWh im Jahr über 100t€, nur mit Einkaufen und Verkaufen von Strom. Aufwand für den Betrieb so einer Halle nahe null, da alles automatisiert.

Wenn das so kommt wird es bald keinen Strom mehr gratis geben. P2G ist da als letztes Glied am Ende was was abbekommt.
Wenn das Smart Grid so kommt wie viele es anpreisen, dann ist das BEV nicht nur ein Auto, sondern für viel mehr nützlich. Man wird dadurch mehr Möglichkeiten haben an der Stromwirtschaft Teil zu haben um am Ende dabei was zu verdienen oder die Kosten fürs Fahren zu reduzieren.
Da das Brennstoffzellenauto da nicht mitmischen kann, wird das später kaum mehr einen interessieren, da zu wenig flexibel und im Betrieb zu teuer.
Bis leistbare FC-Autos am Markt sind, sind die BEV's und Infrastruktur schon so weit dass da ein FC-Auto nie mithalten kann, preislich nicht und bei der Reichweite auch nicht.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Karlsson » Mi 18. Okt 2017, 19:42

Robert hat geschrieben:
Ich habe vor 4 Jahren zeitgleich Aktien von TESLA, Plug Power und Fuelcell gekauft.

Ich sage es mal so: Die Brennstoffzellen Abteilung hat sich "anders" als TESLA entwicklet. Hätte da wesentlich mehr erwartet. :?
Gibt es Ballard noch?
1999 schien das DIE Firma für die Zukunft zu sein.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Robert » Mi 18. Okt 2017, 21:13

Ballard steht nicht schlecht da.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Elektrolurch » Do 19. Okt 2017, 11:04

Basslo hat geschrieben:
Nur positionieren sich schon etliche Firmen, die genau das Nutzen werden, um damit Geld zu verdienen. Zb. Firmen die Hallen aufstellen um sie mit Akkus vollzustopfen (Second Life oder neu). Kaufen billig Strom ein und verkaufen ihn zu Zeiten wo der Preis am höchsten ist. Eine Pilotanlage steht bereits mit einer Kapazität von 13 MWh. Die verdient pro MWh im Jahr über 100t€, nur mit Einkaufen und Verkaufen von Strom. Aufwand für den Betrieb so einer Halle nahe null, da alles automatisiert.

Genau das wird die Zukunft sein. Mit weitreichenden Auswirkungen. Derzeit muss z. B. erhebliche Kraftwerkskapazität vorgehalten werden, nur um die Verbrauchsspitzen abzudecken. Diese treten aber nur in sehr kleinen Zeitfenstern auf. Kann Elektroenergie effizient in Akkus gepuffert werden und können die Spitzen aus diesen Akkus bedient werden, brauchen wir einen erheblichen Teil der Kraftwerke nicht mehr. Bei insgesamt gleichem Verbrauch! Tschüss, Braunkohle! 8-)
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Naheris » Do 19. Okt 2017, 11:43

Lohnt sich denn eine solche Power To Gas Anlage, wenn sie nur 20-40% der Zeit arbeiten kann, weil der Strom dann gerade kostenlos ist? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man die Anlagen nicht 24/7 betreiben will. Und dann ist das ganze Gerede vom "Überschuss" auch wieder dahin.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon eDEVIL » Do 19. Okt 2017, 11:59

@Naheris genau so ist es. Die ANlagen sidn viel zu teuer, um die nur bei Überschuss laufen zu lassen.

Für solcher speicher sehe ich eher noch RedoxFlow im Kommen. Das geht dann auch für längere Zeiträume
Wenn die redox-flow-batterie-auf-polymerbasis wirklcih die kosten senkt, wäre die geringe Energiedichte zu verschmerzen. Ein Bauer mit großer PV könnte da fleissig Energie bunkern und den Trekker dann schnell wieder auftanken.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Karlsson » Do 19. Okt 2017, 12:07

Elektrolurch hat geschrieben:
Genau das wird die Zukunft sein. Mit weitreichenden Auswirkungen. Derzeit muss z. B. erhebliche Kraftwerkskapazität vorgehalten werden, nur um die Verbrauchsspitzen abzudecken. Diese treten aber nur in sehr kleinen Zeitfenstern auf. Kann Elektroenergie effizient in Akkus gepuffert werden und können die Spitzen aus diesen Akkus bedient werden, brauchen wir einen erheblichen Teil der Kraftwerke nicht mehr. Bei insgesamt gleichem Verbrauch! Tschüss, Braunkohle!

Das ist eine Möglichkeit, um Spitzenlasten im Stundenbereich zu reduzieren. Es hilft aber nicht, um den Überfluss des Sommers in den Winter zu bringen. Hier braucht man wahrscheinlich schon wesentlich besser speicherbare Energieträger. Das wären IMHO Biomasse und eben Wasserstoff bzw Methan (aus Biomasse oder Power to Gas).
In dem Kontext könnte Wasserstoff dann doch noch mal interessant werden. Im Auto aber wohl eher nicht.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Beitragvon Basslo » Do 19. Okt 2017, 17:40

Das stimmt. Akkus sind eher Tages/Wochenspeicher. Um auch im Winter regenerativ um die Runden zu kommen braucht es Saisonale Speicher. Das sehe ich derzeit hauptsächlich mit P2G möglich. Zb. Im Sommer fest syth. Methan erzeugen und speichern ,im Winter in Gaskraftwerken zu Strom machen. Geht mit H2 auch so, aber das Speichern ist da deutlich kostenintensiver.
Riesige Redox Flow Anlagen wären auch denkbar. Kommt halt dann drauf an was ist das wirtschaftlichere womit sich Geld verdienen lässt. Technisch gibt es auf jeden Fall schon alles um allein mit Sonne und Wind sämtliche Energiebedarfe erzeugen zu können.
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