Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

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Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon redvienna » Do 1. Jan 2015, 21:25

Eben gelesen...ob das stimmt ?

Naja, ein Elektroauto (das es übrigens auch schon seit über 100 Jahren gibt) steht der elektrischen Eisenbahn in Sachen Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit um nichts nach. Die Bahn braucht günstigen Rechnungen zufolge rund 20kWh/100km/Passagier und schleppt auch mindestens soviel Gewicht pro Passagier, wie ein Elektroauto. Sobald also in einem E-Fahrzeug zumindest zwei Personen sitzen, ist das E-Auto schon um die Hälfte effizienter wie der Zug.

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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon MarkusD » Do 1. Jan 2015, 22:17

Hm, mal rechnen:
München Hbf nach Nürnberg Hbf sind rund 170km (geschätzt nach der PKW-Strecke, weil GoogleMaps bei der Bahnstrecke keine Entfernung mit angibt).

Ich habe vor einigen Jahren mal eine Testfahrt auf dieser Strecke mit gemacht, ICE-T Doppeltraktion, also 14 Wagen. Die bieten Platz für rund 770 Passagiere.
Bei der Testfahrt haben wir knapp 4000kWh Strom benötigt (inkl. Klima, Beleuchtung & Co). Wir sind gefahren, was die Kiste hergibt, weil wir einen Test gemacht haben, ob man bei über 230km/h den Panto auch wieder hochbekommt. Dazu war es notwendig, die Leistungsreserve bis 250km/h auszureizen.
Wir waren aber auch nur 4 oder 5 Leute an Bord. Das Gesamtgewicht von leer auf voll besetzt erhöht sich um weniger als 10%.
Und die Strecke geht über die Distanz bergab.

Ok, 4000kWh auf 170km macht 2353kWh auf 100km.
2353kWh durch 770 Passagiere sind 3.05kWh pro 100km pro Passagier.

Wenn der Zug auch nur halb besetzt ist, sind es auch nur 6.1kWh pro Passagier.

Ich müßte mir mal die Verbrauchsdaten von ICE3, Velaro D & Co mal besorgen, wie das hier aussieht.

Gruß
Markus
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Alex1 » Do 1. Jan 2015, 22:36

Kommt drauf an, was man als Basis nimmt:

- Die Durchschnittsberechnung: Da sehen ÖPN/FV schnell alt aus, weil sie aus öffentlichem Auftrag heraus auch unwirtschaftliche Strecken bedienen müssen. Spätestens wenn man zu zweit fährt.

- Die Grenzberechnung: Wieviel braucht der Zug mehr, wenn ich drin sitze :?: Dann schlagen die Öffis jeden Pkw.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon DeJay58 » Do 1. Jan 2015, 22:52

Wenn er voll besetzt ist, mag er weniger brauchen. Aber wie oft sind Züge schon voll besetzt? Vielleicht hat die Berechnung im Link ja anders gerechnet...?! Alle km die alle Züge letztes Jahr fuhren und den Stromverbrauch dazu.
Video Reku Test alte/neue SW: https://youtu.be/mTpot4lZYtA
Video 2: Reku Test: https://www.youtube.com/watch?v=HQd-0jxuzow
Video 3: i3 geht auch quer: https://www.youtube.com/watch?v=lM-mqv72fdY



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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon redvienna » Do 1. Jan 2015, 22:55

Sind wir froh, dass die Zugfahrer nicht alle mit dem E-Auto fahren.

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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Michael70 » Do 1. Jan 2015, 23:57

Wenn man beim ICE die Reisegeschwindigkeit ins Verhältnis zum Verbrauch setzt, fällt die Bilanz allerdings eindeutig zugunsten der Bahn aus. Oder welches E-Auto kann dann überhaupt so schnell fahren? Besonders faszinierend ist es auf dem Abschnitt Frankfurt Flughafen - Siegburg, wo die Bahntrasse parallel zur A3 verläuft. Du weist, der 7er fährt auf der ganz linken Spur mit 250 km/h auf Anschlag und der ICE überholt ihn locker mit 300 km/h. Einmal habe ich sogar schon 330 km/h erlebt, um die Verspätung aufzuholen. Das ganze wurde nur getoppt von einer Testfahrt mit dem Transrapid im Emsland in den 90er Jahren. Da fühlen sich 410km/h wie 150 an. Flug auf Höhe 20m ;-)

Viele Grüße
Michael
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Harkon » Fr 2. Jan 2015, 08:30

die Bahn ist nicht besonders umweltfreundlich, ein PKW (selbst ein Verbrenner) distanziert sie in den Punkten Flächenverbrauch/Kosten der Infrastruktur/Lärm/Verbrauch/Anteil am Personenverkehr deutlich.

http://www.faz.net/aktuell/wissen/klima/klimabilanz-der-bahn-noch-eine-unbequeme-wahrheit-1488587.html
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Kim » Fr 2. Jan 2015, 09:25

Hab meine Standartstrecken mal via Bilanzrechner der SBB gegengerechnet.
Der Zug verliert dabei sowohl beim Verbrauch (40% mehr als mein Flu) als auch bei der Zeit (bin mit dem Auto stets 20-40 Minuten schneller), liegt aber auch daran, wo ich wohne.

Ganz abgesehen davon, dass ich mir Zugtickets hier in der Schweiz preislich fast nicht leisten kann :?
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon MarkusD » Fr 2. Jan 2015, 10:17

Hier geht's nur um den Energie-Verbrauch.
Es geht hier nicht darum, wieviel Platz irgendeine Strecke benötigt oder womit man schneller unterwegs ist.

Der FAZ-Artikel wurde aber ganz schön hingebogen, daß das dabei herauskommt, was dabei herauskommen soll.
Abgesehen davon: Der Artikel ist auch schon über 7 Jahre alt ...

Die ganz neuen ICEs der DB AG werden nur noch bis 250km/h fahren, weil Geschwindigkeiten darüber wirklich ein Energiefresser sind. Das mit den 250km/h hat zulassungstechnische Gründe.

Die Chinesen haben das mit der Geschwindigkeit auch erkannt, wie sind mit ihren Velaros (zugelassen bis 350km/h) zeitweise auch ständig 380km/h gefahren - und weil Chinesen immer punktgenau in den Bahnhof reinbremsen (anders als in D, wo schon 10km vorher nur noch "Schrittgeschwindigkeit" gefahren wird), waren die Bremsanlagen einem deutlich erhöhten Verschleiß ausgesetzt. Jetzt fahren die Chinesen in aller Regel nur noch so um die 300km/h.

Gruß
Markus
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Lokverführer » Fr 2. Jan 2015, 12:02

Michael70 hat geschrieben:
Einmal habe ich sogar schon 330 km/h erlebt, um die Verspätung aufzuholen.


Ganz sicher nicht!
Die Strecke ist nur für eine Geschwindigkeit von 300 km/h zugelassen, das Zugsicherungssystem verhindert höhere Geschwindigkeiten, ein paar km/h Toleranz sind drin, danach gibt es eine Zwangsbetriebsbremsung bis die zulässige Geschwindigkeit wieder unterschritten wurde. Schneller kann man im ICE nur nach Paris fahren, dort gibt die Strecke immerhin 320 km/h her.

Siemens hat vor einigen Jahren auf der Fachmesse Innotrans mal 250-ml-Dosen eines Energy-Drinks verteilt mit der Aufschrift "Energy for 75 km if you were a Velaro". Siemens wirbt beim Velaro mit einem Verbrauch von 1/3l/100 km Benzinäquivalent.
Der neue ICx soll noch weniger benötigen (niedrigere Geschwindigkeit, verlängerte Wagenkästen, optimierte Aerodynamik).

Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von Fahrplanreserven ab und noch mehr von der Pünktlichkeit anderer Züge. Einmal anhalten und wieder beschleunigen kostet viel Energie, ebenso das Ausfahren der Höchstgeschwindigkeit.
Beispiel aus der Praxis: Nürnberg-Passau fahre ich mit etwa 1600 kWh Energieverbrauch wenn es gut läuft, bei Verspätungen kann der Wert um mehr als 50% ansteigen. Das Fahrzeug wiegt rund 400 t und bietet 389 Sitzplätze. Die Strecke von 219 km wird planmäßig in 2:04 h zurückgelegt, zwei Halte inklusive.
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