Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon MarkusD » Fr 2. Jan 2015, 12:20

Lokverführer hat geschrieben:
Michael70 hat geschrieben:
Einmal habe ich sogar schon 330 km/h erlebt, um die Verspätung aufzuholen.
Ganz sicher nicht!
Die Strecke ist nur für eine Geschwindigkeit von 300 km/h zugelassen, das Zugsicherungssystem verhindert höhere Geschwindigkeiten,
Ähm, das kann aber so auch nicht stimmen.
Ich bin da auch schon deutlich über 300km/h im Regelverkehr (ICE3 noch ohne ETCS) mitgefahren. Zuletzt von Düsseldorf runter nach Frankfurt und weiter nach Nürnberg. Da mußten wir wegen der Baustellen zwischen Düsseldorf und Köln auch Zeit aufholen.
Mit dem Velaro D sind wir regelmäßig mit 330km/h (ETCS Level 1) gefahren (Testfahrten).

Ich habe jetzt auch neue BRH- und VMax-Einstelltabellen für die 403er und 406er bekommen (vermute, daß das beim 407er genauso ist, nur habe ich bei dem Zug fast nichts mit den Zugsicherungssystemen zu tun). Die Werte weiß ich jetzt nicht auswendig, liegt alles auf der Arbeit, aber es wird bei über 250km/h unterschieden zwischen KRM mit ETCS und sonstige Strecken ohne ETCS.

Gruß
Markus
MarkusD
 

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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Super-E » Fr 2. Jan 2015, 12:38

Ja, wie immer kann man sich alles so hinbiegen wie man mag.

Wenn man den Verbrauch eines ICEs herannimmt, muss man auch einen TESLA S bei 220km/h heranziehen und noch etwas draufschlagen, weil er so lahm ist. Was hat der dann? 50kwh/100km?
Die Attraktivität der Bahn kommt halt immer mit der Strecke. Wenn ich am Ziel noch 40km Verbrennertaxi in die falsche Richtung fahren muss ists auch wieder schlecht.

Zur Auslastung: Im Schnitt ca. halb voll auf Fernstrecken. Wobei man nicht vergessen darf, dass manche Züge 150% vollgepackt sind und andere fast leer. Letztere könnte man betriebswirtschaftlich und ökologisch zwar streichen, aber sie sind eben für das umfassende Mobilitätsangebot notwendig.

Frage an Markus: War der Verbrauch mit Rekuperation? Oder seid ihr die ganze Strecke durchgerast?
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon MarkusD » Fr 2. Jan 2015, 13:22

Super-E hat geschrieben:
Frage an Markus: War der Verbrauch mit Rekuperation? Oder seid ihr die ganze Strecke durchgerast?
Die Reku über die Distanz war nicht der Rede wert. Das wird getrennt angezeigt. Ich kann nicht mehr sagen, wieviel das war. Wir sind eben immer gefahren nach dem Motto "Rechts ist Gas und wer bremst, verliert".
Den ICE-T überhaupt auf 250km/h zu bringen zieht sich schon etwas hin.

Gruß
Markus
MarkusD
 

Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Lokverführer » Fr 2. Jan 2015, 14:08

MarkusD hat geschrieben:
Ähm, das kann aber so auch nicht stimmen.
Ich bin da auch schon deutlich über 300km/h im Regelverkehr (ICE3 noch ohne ETCS) mitgefahren.
Mit dem Velaro D sind wir regelmäßig mit 330km/h (ETCS Level 1) gefahren (Testfahrten).


Versuchs- und Messfahrten sind grundverschieden vom Regelverkehr. Im Regelverkehr gehen in Deutschland maximal 300 km/h (+ein wenig Toleranz). Für höhere Geschwindigkeiten muss man die Zugsicherung abschalten, benötigt einen zweiten Lokführer, Versuchsleiter, Versuchsanordnung etc. Tagsüber wird man eine solche Versuchsfahrt kaum im Fahrplan unterbringen da die Strecke dann frei von anderen Zügen sein muss.

Der Velaro D musste für seine Zulassung für 320 km/h auch 352 km/h fahren (+10%).

Die Einstelltabellen unterscheiden Fahrzeuge mit ETCS-Fahrzeugausrüstung ohne ohne ETCS-Fahrzeugausrüstung. Vorgaben für VMZ >300 wirst du in keiner davon finden. Zumindest beim 403 ohne ETCS kannst du als VMZ gar keine Werte >300 einstellen. Die Kisten mit ETCS hatte ich erst einmal.
Schnellfahrstrecken mit ETCS gibt es in Deutschland bislang noch nicht, die erste wird VDE 8.2 werden.
Zuletzt geändert von TeeKay am Sa 3. Jan 2015, 14:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Fullquote entfernt
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Harkon » Fr 2. Jan 2015, 14:45

MarkusD hat geschrieben:
Der FAZ-Artikel wurde aber ganz schön hingebogen, daß das dabei herauskommt, was dabei herauskommen soll.
Abgesehen davon: Der Artikel ist auch schon über 7 Jahre alt ...


Grundsätzlich hat sich aber an den Zahlen wohl nix geändert:
Auslastung der Bahn im Personenverkehr 16-40% (je nachdem welche Quelle man nimmt, und wie die Jahres/Monatskarten einberechnet werden - in diesen 16-40% sind die U- und S-Bahnen schon mit drin)
Anteil am Personenverkehr insgesamt unter 10% (Auto 85%)
Anteil an den Infrastrukturkosten (Bund/Länder etc) 43%

und Verbrauch pro Person und km .. ca. 8l Super

also effizient ist das nun nicht unbedingt.
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon MarkusD » Fr 2. Jan 2015, 15:01

@Lokverführer:
Ab kommenden Mittwoch arbeite ich wieder. Dann schaue ich mal nach.

Die Testfahrten, die ich mit dem Velaro D gemacht habe, fanden alle am helllichten Tag statt. Wir sind unzählige Male zwischen Köln Wahn und Frankfurt Flughafen hin und her gefahren. Das waren Bremstests, SBs aus VMax runter auf 0, mit und ohne WB, wie lange dauert es, Bremsweg, Temperaturverlauf der Scheiben etcpp.
BTW, der 407er fuhr beim Nachweis der Leistungsreserve 356 Sachen. Warum nicht schneller? Weil der Rekord der Lok mit 357km/h unangetastet bleiben sollte. Noch schneller wäre aber kein Problem gewesen.

Gruß
Markus
MarkusD
 

Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Lokverführer » Fr 2. Jan 2015, 18:08

MarkusD hat geschrieben:
BTW, der 407er fuhr beim Nachweis der Leistungsreserve 356 Sachen. Warum nicht schneller? Weil der Rekord der Lok mit 357km/h unangetastet bleiben sollte. Noch schneller wäre aber kein Problem gewesen.

Bereits in 2000 fuhr man mit dem ICE 3 doch bereits 368 km/h, 2006 mit dem Velaro E 404 km/h und 2011 mit dem Velaro CN 487 km/h.
Die Fahrt mit der Lok ES64U4 fand erst nach der des Velaro E statt, insofern brach man mit der Lok keinen der beiden für Triebzüge bestehenden Rekorde aus eigenem Hause. Eine Lokomotive und ein Triebzug sind allerdings ohnehin kaum miteinander zu vergleichen.
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon MarkusD » Fr 2. Jan 2015, 19:07

Lokverführer hat geschrieben:
..., insofern brach man mit der Lok keinen der beiden für Triebzüge bestehenden Rekorde aus eigenem Hause.
Nicht Hersteller, sondern Betreiber-Rekord!
War unklar von mir ausgedrückt.

Die 368km/h vom ICE3 (mit dem bin ich laut MFA auch schon 371km/h mitgefahren) erfüllten nicht die Bedingungen für eine Rekordfahrt. Daher zählt der nicht.
Die gleiche Frage hatte ich den Lok-Kollegen nämlich auch gestellt, warum die ~370km/h vom ICE3 nicht zählen, aber die 357km/h der Lok hingegen schon.

Gruß
Markus
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Alex1 » Fr 2. Jan 2015, 22:19

Nehmen wir doch mal wirklich neutrale Quellen statt der ganzen Rumbiegerei:

Vergleich nach Verkehrsmittel[Bearbeiten]
Bahn: ca. 2 l pro 100 Personenkilometer (Deutsche Bahn 52 Gramm CO2 pro Personenkilometer; 0,20 kWh pro Personenkilometer)[4]
PKW: ca. 3-5 l pro 100 Personenkilometer (pro Fahrzeug 6-10 l Benzin pro 100 km; 185 Gramm CO2/km; 0,60 kWh pro Personenkilometer)[4]
Flugzeug: ca. 3-8 l pro 100 Personenkilometer (Lufthansa: Flüge unter 800 km 7,5 l, Langstreckenflüge 2,7 l; 0,60 bis 2,0 kWh pro Personenkilometer; Stand: 2012)[5]


http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftstoff ... ehrsmittel

Das ist eben keine vom ADAC geschönte Statistik.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Elektroauto versus Zug (Verbrauch)

Beitragvon Alex1 » Fr 2. Jan 2015, 22:51

Man muss auch mal ein klein wenig den Verstand ankurbeln:

Nehmen wir an, Bahn und Auto transportieren jeweils 1 Passagier pro Tonne Fahrzeuggewicht. Dann schauen wir uns mal die Fahrwiderstände an:

- Rollreibung? Bei der Bahn praktisch null; Rollreibung geht ja umgekehrt proportional zur Radgröße und Koeffizienten betragen
0,001–0,002 Eisenbahnrad auf Schiene,
0,011–0,015 Autoreifen auf Asphalt, Pkw,
also 20-fache Werte beim Auto.

- Luftwiderstand? Der cw eines Zuges ist zwar durch seine Länge etwa 4-mal so hoch wie beim Pkw und die Aufstandsfläche ca. 5-mal, aber die Passagierzahl ist eben etwas mehr als 20-mal höher als beim Auto.

So wundert es schon erheblich, wie der FAZ-Autor auf solche Zahlen kommt.

Ich kann mich auch noch gut erinnern, wie der ADAC (der in dieser Sache die selbe Sprache spricht wie die FAZ) über genau solche hanebüchenen Rechnungen "bewiesen" hat, dass der Mensch üüüüberhaupt nicht Schuld sein KANN an CO2-Emissionen und globaler Erwärmung.
Herzliche Grüße
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