Elektroauto und Einkommensteuer

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Elektroauto und Einkommensteuer

Beitragvon kriton » Di 3. Okt 2017, 11:09

Dazu habe ich nur ganz sporadisch einiges gefunden. Als Selbständiger (Freiberufler) muss ich die Kosten für meinen PKW dem Finanzamt nachweisen. Wie wird das bei E-Autos gemacht, die an der eigenen Steckdose geladen werden? Gibt es dazu eine Übersicht oder eine Leitlinie vom Finanzamt oder -Ministerium?
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Re: Elektroauto und Einkommensteuer

Beitragvon Pianist » Mi 4. Okt 2017, 06:50

Also Du führst ein formvollendetes Fahrtenbuch, richtig? Ich habe zu diesem Thema mit einem Betriebsprüfer meines Finanzamtes telefoniert. Er meint, dass es dazu noch keine verbindlichen Regeln gibt und man das einfach so dokumentieren soll, dass es plausibel ist. Also ich würde nun nicht jede kostenlose T&R-CCS-Ladung ins Fahrtenbuch schreiben, so viel Platz ist da ja nicht. Zumal man da ja keinen Beleg bekommt und damit auch keinen Erkenntnisgewinn hat.

Ich habe mich wie folgt entschlossen: Mein Elektriker hat mir zwei zusätzliche kleine Digitalzähler eingebaut, einen für die Ladestelle in der Garage und einen für mein Schnittstudio (bin Filmproduzent). Künftig werde ich sowohl die komplette Stromrechnung für das Haus erst mal betrieblich buchen und die Vorsteuer ziehen, und dann anschließend den Privatanteil ermitteln. Also Gesamtverbrauch minus Schnittstudio und Ladestelle, und bei der Ladestelle ziehe ich noch mal den Privatanteil laut Fahrtenbuch ab. Gleiches mache ich mit der Ladekarten-Abrechnung. Eigenverbrauch dann der Umsatzsteuer unterwerfen.

Man kann dann noch mal die Gegenprobe anhand des Durchschnittsverbrauches und der gefahrenen Kilometer machen. Da müsste dann ja rauskommen, dass man mehr verbraucht als bezahlt hat, wenn man öfter irgendwo kostenlos laden kann.

Das Argument "man könnte ja auch andere Fahrzeuge laden lassen" zieht meiner Meinung nach nicht, weil man ja schon heute mit jeder Tankkarte fremde Fahrzeuge betanken könnte.

Matthias
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Re: Elektroauto und Einkommensteuer

Beitragvon Eckhard » Mi 4. Okt 2017, 07:32

Habe auch einen extra Zähler für die 5 Steckdosen und das Licht im Carport.
Habe mir den Zählerstand vom Einbau notiert und dann wird der vom Jahresende notiert und auf der Basis der Stromrechnung aus meiner GmbH der Betrag gezahlt.
So macht das auch mein Steuerberater.
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Re: Elektroauto und Einkommensteuer

Beitragvon kriton » Mi 4. Okt 2017, 10:26

Pianist hat geschrieben:
Also Du führst ein formvollendetes Fahrtenbuch, richtig? Ich habe zu diesem Thema mit einem Betriebsprüfer meines Finanzamtes telefoniert. Er meint, dass es dazu noch keine verbindlichen Regeln gibt und man das einfach so dokumentieren soll, dass es plausibel ist. Also ich würde nun nicht jede kostenlose T&R-CCS-Ladung ins Fahrtenbuch schreiben, so viel Platz ist da ja nicht. Zumal man da ja keinen Beleg bekommt und damit auch keinen Erkenntnisgewinn hat....Matthias
Gerade beim Thema Fahrtenbuch, wird dieses gerne daran geprüft, dass die Tank-Belege plausibel zu den eingetragenen Kilomtern sind. Wenn das Laden an der eigenen Steckdose nicht mit Zeit und Menge dokumentiert wird, fehlt dem FA eine Kontrollmöglichkeit. Theoretisch könnte man über die gleiche Steckdose auch Rasenmäher, Beleuchtung, Kühltruhe etc. betreiben. Ich will nicht kleinkariert rüber kommen, aber wenn man sieht wie einiges anderes bezüglich PKW von der Steuer gehandhabt wird....
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Re: Elektroauto und Einkommensteuer

Beitragvon panoptikum » Mi 4. Okt 2017, 10:48

kriton hat geschrieben:
Theoretisch könnte man über die gleiche Steckdose auch Rasenmäher, Beleuchtung, Kühltruhe etc. betreiben.

Deshalb sollte es eine fest verbaute Typ2-Ladestation sein. Ich habe noch keinen Rasenmäher mit Typ2-Stecker gesehen. :D
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Re: Elektroauto und Einkommensteuer

Beitragvon Elektrolurch » Mi 4. Okt 2017, 12:38

Meine privat und beruflich genutzte ZOE wird über die 1%-Regel geführt und ich arbeite im HomeOffice. Da mein Ladeanschluss keinen separaten Zähler hat, notiere ich vor und nach jeder Ladung den Stand des Hauszählers. Diese Werte dokumentiere ich in einer einfachen Excel-Tabelle und am Jahresende reiche ich diese Liste bei meinem Steuerberater ein. Die letzten 3 Jahre wurde das vom FA anstandslos so akzeptiert.
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