Deutsche Autohersteller vs Tesla

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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon e-lectrified » Di 6. Jan 2015, 23:42

Super-E hat geschrieben:
Das TESLA Model E ist auf 3er Größe/Konkurrenz/Preis zugeschnitten. Das hat Herr Musk selber so gesagt. Mann will den Massenmarkt zunächst gar nicht angreifen. Und ein 3er ist meiner Meinung nach keine Kompaktklasse. 20% Kleiner - Teekay hat es ja schon gesagt...


1. Musk hat in der Tat gesagt, dass der 3-er angegriffen werden soll. Aber ich bin mal gespannt, ob es überhaupt niedrigpreisigere Fahrzeuge mit der Reichweite geben wird. Alle anderen scheuen sich ja davor, was in diese Richtung anzukündigen.

2. Der 3-er ist sicherlich keine Kompaktklasse. Aber von den Maßen her wäre ein Model 3 auch nach Teekays Interpretation der Maße immer noch näher am Leaf als an einem 3-er BMW. Preislich müssen wir es noch abwarten. Ich denke nicht, dass die Preise des neuen Nissan-EV mit doppelter Reichweite niedriger ausfallen werden als bisher - die Frage ist nur, wann Nissan das gute Stück bringt.

Super-E hat geschrieben:
Ja, für EV Verhältnisse sind 300-500k Stück wahnsinnig viel, hat aber mit Kompaktklassestückszahlen trotzdem nix zu tun...


Diese Stückzahlen werden andere erst mal liefern müssen, wenn es tatsächlich dabei bleiben sollte, dass Teslas Gigafactory den Batterieoutput aller anderen Batteriehersteller zusammen herstellen wird.

Super-E hat geschrieben:
Und träumt nicht davon das ein Model E mit Supercharger etc. für 30k zu haben sein wird


Wir müssen es abwarten. Ich erwarte mir auf jeden Fall eine käufliche Supercharger-Option. Und dann kann ich immer noch entscheiden, welcher andere Schnickschnack mir wichtig ist und welcher nicht.
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon e-lectrified » Mi 7. Jan 2015, 00:39

Alex1 hat geschrieben:
"Nicht gravierend"?

Ich halte es schon für gravierend, wenn ein Auto den selben Lärm erzeugt wie vier.


Ich habe mal jetzt noch eine andere Quelle gefunden, die ich durchaus für brauchbar halte. Brauchbar deshalb, weil die eigentliche Intention nicht war, zu beweisen, ob das eine oder andere Auto lauter ist, sondern zu überlegen, ob die gemessenen Fahrzeuge Fußgängerwarnmechanismen brauchen oder nicht. Diese Quelle bestätigt eher meine Vermutung, nämlich, dass die Unterschiede nicht so gravierend sind:

Objektiv (Messung):
"(...) kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass bei konstanter Geschwindigkeit im Stadtbereich kein Wahrnehmbarkeitsunterschied zwischen modernen Benzinfahrzeugen und Elektroautos besteht. Sind die Straßen nass, ist die Übereinstimmung noch größer, da bei Nässe auch bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten das Reifenabrollgeräusch stärker zum Tragen kommt."

Subjektiv (Beurteilung durch Personen):
"(...) zeigt deutlich, dass Testpersonen (einschließlich der Blinden) keinen Unterschied in der subjektiven Wahrnehmung zwischen Elektroauto und modernem Benziner erkannten. In den abgefragten Kriterien 'leise, schwach, leichtgängig, dumpf, gewöhnlich, gedämpft, weich, tief' stimmen das Elektroauto Stromos und der Opel Agila fast deckungsgleich überein.

Nun ist es aber so, dass "im Lärmpegel bei Vollgasfahrten und sehr hochtourigem Verhalten" deutliche Unterschiede auftreten. Im Stadtverkehr sei dieses Verhalten "jedoch nur selten zu beobachten."

https://www.uni-due.de/~hk0378/publikat ... _HZwei.pdf

Wie gesagt: spannend wären Messungen auf einer Autobahnstrecke, oder einer Teststrecke mit autobahnähnlichen Bedingungen.
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon TeeKay » Mi 7. Jan 2015, 08:17

e-lectrified hat geschrieben:
2. Der 3-er ist sicherlich keine Kompaktklasse. Aber von den Maßen her wäre ein Model 3 auch nach Teekays Interpretation der Maße immer noch näher am Leaf als an einem 3-er BMW.

Wieder falsch. Der europäische 3er hat eine Grundfläche von 8,4m2. Wie dir vielleicht aber schon einmal auffiel, hat der vorne so ein dickes Ding, genannt Verbrennungsmotor, unter der Haube. Das heißt, 2m2 Minimum sind gar keine Nutzfläche. Auf 8m2 bietet Tesla ein Drittel mehr Nutzen als BMW auf 8,4m2.
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon Alex1 » Mi 7. Jan 2015, 12:41

@e-lectrified: Das mag wohl sein, dass sogar schon bei 30 kmh das E-Auto akustisch gut erkennbar ist. Was Du aufführst, sind ja subjektive Kriterien. Und da wird halt eine Geräuschquelle erst dann als doppelt so laut empfunden, wenn sie 10 dB höher, also 10-mal so laut ist.

Sowohl 68 als auch 74 dB(A), die der Daimler für seine zwei B-Klassen angibt, wären als Immission gesundheitsschädlich (extraaural, also Herz-Kreislauf-mäßig), geben aber nur die Emission an, dh wahrscheinlich das Vorbeifahrgeräusch in 1 m Abstand. Die Immission hängt ja vom Abstand, den umgebenden Flächen, anderen Geräuscherzeugern etc. ab.

6 dB weniger sind also ein Viertel des Schalldrucks und offensichtlich auch der Schädigung, werden aber nicht so empfunden und sind beide geeignet zur akustischen Erkennung.
Herzliche Grüße
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon e-lectrified » Mi 7. Jan 2015, 13:33

TeeKay hat geschrieben:
Wieder falsch. Der europäische 3er hat eine Grundfläche von 8,4m2. Wie dir vielleicht aber schon einmal auffiel, hat der vorne so ein dickes Ding, genannt Verbrennungsmotor, unter der Haube. Das heißt, 2m2 Minimum sind gar keine Nutzfläche. Auf 8m2 bietet Tesla ein Drittel mehr Nutzen als BMW auf 8,4m2.


Also jetzt sind wir aber im Reich der Spekulationen! Weißt du jetzt schon, wo Tesla Motor und Co. im Model 3 unterbringt? Weiterhin: seit wann definiert sich die Fahrzeugklasse nach der reinen Nutzfläche?
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon TeeKay » Mi 7. Jan 2015, 17:42

Was sollte Tesla sonst in den Frunk bauen? Den Elon Musk Gedenkschrein? Und was sollte sonst die Fahrzeugklasse definieren, wenn nicht das Platzangebot?
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon Super-E » Mi 7. Jan 2015, 19:36

Es geht mir jetzt weniger um ein paar cm+- sondern ehere um die Marktpositionierung.

TESLA fährt die Strategie seine Produkte so zu positionieren, dass sie preislich vergleichbar zur gleichklassigen VERBRENNERkonkurrenz sind und man keinen großen EV Bonus aufschlagen muss, wie bei den ganzen EV Kompaktfahrzeugen.

Das hat auch BWM sehr geschickt gemacht. Es ist zwar ein Kompaktfahrzeug, aber ein Edelkompakter, sogar noch mehr wie ein Mini, oder ein A2. Es ist zwar für die Klasse teuer, aber dafür auch etwas besonderes. (hätte BMW dem i3 die größte Reichweite seiner Klasse verpasst (und noch einen 3ph Lader) wäre er sicher selbst bei einem moderat größeren Preis (Batterieoption statt Rex) noch besser positioniert).
Ein up oder eine Zoe, haben nichts "Edles" (obwohl es tolle Autos sind), man zahlt aber bei den EVs einen "edlen" Preis. Und man sieht, dass man bei den Fahrzeugen für ein Verbrennerequivalent deutlich weniger zahlt.

Wenn jetzt TESLA sein Produkt gegen einen 3er positioniert, dann kann man 35k verlangen und bleibt preislich in der gleichen Liga. Wenn man es eher gegen einen LEAF positioniert bleibt es bei gleichem Preis ein überteuertes EV!

e-lectrified hat geschrieben:
Diese Stückzahlen werden andere erst mal liefern müssen, wenn es tatsächlich dabei bleiben sollte, dass Teslas Gigafactory den Batterieoutput aller anderen Batteriehersteller zusammen herstellen wird.


Die anderen liefern deutlich größere Verbrennerstückzahlen. Und wenn das EV den ersehnten Massenerfolg haben will muss es sich mit Verbrennern messen lassen. Und genau so denkt TESLA.

Möglicherweise gibt es dann 2020 das Model Y (S3XY) und wir bekommen einen wirklichen Volkstesla für unter 20k.

Die käufleiche Superchargeroption und 22kW halte ich für gegeben. Es ist nur die Frage welche Aufpreise man für diese Optionen verlangen wird/verlangen kann. Das hängt von der Konkurrenz ab. Vielleicht gibt es die ja dann doch noch?!?
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon e-lectrified » Mi 7. Jan 2015, 19:42

TeeKay hat geschrieben:
Was sollte Tesla sonst in den Frunk bauen? Den Elon Musk Gedenkschrein? Und was sollte sonst die Fahrzeugklasse definieren, wenn nicht das Platzangebot?


Jetzt tust du so als hättest du nicht schon dutzende Motorhauben von EVs gesehen:

Bild

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Da sind doch wohl das Model S und der i3 eher die Ausnahme. Und sag jetzt nicht, dass das Model 3 unbedingt einen Frunk haben muss, nur, weil das Model S auch einen hatte. Vielleicht wird es aus anderen, uns noch nicht zugänglichen Gründen, notwendig sein, den Frunk mit anderen Komponenten zu füllen.

Und ja, ich wage zu behaupten, dass es bei der Frage der Fahrzeugklassen nie vorwiegend nur um das Raumangebot ging. Es gibt kleine Fahrzeuge, die den vorhandenen Raum sehr gut nutzen und es gibt große Fahrzeuge, die den vorhandenen Raum nicht besonders gut nutzen...
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon Super-E » Mi 7. Jan 2015, 20:05

e-lectrified hat geschrieben:
Da sind doch wohl das Model S und der i3 eher die Ausnahme. Und sag jetzt nicht, dass das Model 3 unbedingt einen Frunk haben muss, nur, weil das Model S auch einen hatte. Vielleicht wird es aus anderen, uns noch nicht zugänglichen Gründen, notwendig sein, den Frunk mit anderen Komponenten zu füllen.

Und ja, ich wage zu behaupten, dass es bei der Frage der Fahrzeugklassen nie vorwiegend nur um das Raumangebot ging. Es gibt kleine Fahrzeuge, die den vorhandenen Raum sehr gut nutzen und es gibt große Fahrzeuge, die den vorhandenen Raum nicht besonders gut nutzen...


Ich gebe Dir in beiden Punkten Recht.
Kann sein, dass Ladegeräte etc. den Platz verbrauchen.

Aber ich hatte ja uersprünglich auch geschrieben, dass sowohl Größe als auch "Wertigkeit" eine Rolle spielen. Ich denke Tesla sieht sich auch eher als "Premiummarke" (ich hasse diese Begriffe eigentlich, aber sie sind halt etabliert)

Wenns nur um die Größe ginge könnte man auch einen Octavia mit dem 3er vergleichen. (Übrigens auch ein Grund warum verkaufstechnisch eigentlich Audi EVs hätte bringen sollen und nur zweitrangig VW und erstmal gar nicht Skoda -> bei Audi könnte man die Mehrkosten unter dem Premiumdeckel besser verstecken)
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Re: Deutsche Autohersteller vs Tesla

Beitragvon e-lectrified » Mi 7. Jan 2015, 20:15

Wir reden sicherlich noch über sehr viele ungelegte Eier. Was ich nur sagen wollte, war, dass wir die Bedeutung des Model 3 für den Massenmarkt nicht unterschätzen dürfen, denn allein schon die Ankündigung hat viele Effekte und wird sicher noch viele haben.

1. Wäre Tesla in den Planungen noch nicht so weit gegangen, gäbe es garantiert noch keine Ankündigungen zu "Teslafightern" (auch wenn nur in der Oberklasse!).

2. Nissan hat hier ja schon Farbe bekannt und wird spätestens 2016 schon die eigene Reaktion auf ein potentielles Model 3 starten müssen, um sich eine gute Position zu verschaffen. Andere Hersteller könnten folgen.

3. Und ist erst einmal eine Lawine von Mittelklasse- und Kompaktfahrzeugen losgetreten, kann auch an die Kleinstfahrzeuge gedacht werden. Natürlich immer vorausgesetzt, dass die Batteriekapazitäten da sein werden, aber damit rechne ich fest, weil der Markt das so diktieren wird.

uvm ...
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