Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrswende

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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon m.baumgaertner » So 5. Nov 2017, 14:08

Bernd_1967 hat geschrieben:
Manche e-Auto-Fahrer meinen, wenn sie echten Ökostrom (vom Netz) ziehen, dass sie dann ökologisch handeln.
Aber ist es nicht so, dass dann andere, denen es eh egal ist, den nicht ökologisch erzeugten Strom verbrauchen?
In der Summe ist dann nichts gewonnen.


Das ist richtig, dass ein Effekt erst eintritt, wenn es mehr Nachfrager nach Ökostrom gibt, als die Versorger anbieten können, damit auch in Summe ein Effekt eintritt.

ABER: Selbstverständlich handeln solche eAutofahrer ökologisch (und sie meinen nicht nur ökologisch zu handeln), denn nur dadurch erhöhen sie die Nachfrage nach Ökostrom, bis die Versorger aktiv deren Strom-Mix ändern müssen (in der Produktion). Für diese Personen ist die Fortbewegung dann CO2 frei, wenn dadurch andere durch den bestehenden Strommix deren nicht mehr konsumierte CO2 Erzeugungen dann übernehmen ist das das Problem der Personen die eben nicht ökologisch handeln. Es ist dann schon sehr schräg, diese ökologische Ignoranz den eAutofahrern in die Schuhe zu schieben, die sich bewußt anders verhalten.

Ich würde jetzt die These aufstellen, dass mindestens 80% der eAutofahrer Ökostrom beziehen. Ich glaube auch, dass die überwiegende Mehrheit der Ladesäulenbetreiber die Ladesäulen mit Ökostrom bedienen. Ich denke das müsste man mal mit Daten belegen, dann würde klar wo das Problem liegt: Nicht bei den eAutofahrern, sondern bei denen, die Strom nur billigst beziehen wollen und denen eben egal ist, wie deren konkreter Strom produziert wurde.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Karlsson » So 5. Nov 2017, 14:18

Das mit den Stromquellen ist Haarspalterei. Das E-Auto ist auch mit dem 08/15 Strommix besser als ein Verbrenner und selbst mit Kohlestrom steht es verglichen mit einem Großteil der Verbrenner auf unseren Straßen nicht schlecht da. Dazu ist der Strommix im Wandel und damit wird auch das heute gekaufte E-Auto zukünftig noch besser als es jetzt schon ist. Der weltweite jährliche Energiezuwachs ist inzwischen bereits zum überwiegenden Teil erneuerbar.

Diese ganze Debatte ist für mich nur etwas für Bremser, die nicht nach vorne schauen wollen.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon zoppotrump » So 5. Nov 2017, 14:32

Karlsson hat geschrieben:
zoppotrump hat geschrieben:
Wo soll da der Anreiz sein, wenn beide schon auf Null ausgewiesen sind?

Um es für den Kunden attraktiv zu machen, muss man ihm einen akzeptablen Preis anbieten und trotzdem richtig viel Reichweite.
So eine Monsterkiste braucht aber erheblich mehr Akku für diese Reichweite und das kostet in der Produktion viel Geld. Und alles was man an Ausgaben hat, fehlt als Gewinn.

Du redest davon, E-Autos Kunden attraktiv zu machen. Davon reden die Professoren aber nicht. Sie reden davon, dass es der Staat den Automobilherstellern nicht attraktiv macht sparsame E-Autos zu bauen, sondern derzeit genau das Gegenteil der Fall ist. Siehe 0 CO2 in der Bilanz für tonnenschwere Dickschiffe mit hohem Energieverbrauch.
Das sind zwei verschiedene Aussagen.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon St3ps » So 5. Nov 2017, 14:41

Ich bin der Meinung, das ein E-Auto auch mit dem deutschen Strom-Mix ökologischer, im WORST CASE halt nur lokal, umweltfreundlicher ist. Ich würde gerne Öko-Strom beziehen, aber ich sage ehrlich, das kann ich mir aktuell nicht leisten und mir braucht keiner sagen, dass Benzin/Diesel mit Öko-Strom hergestellt wird.
Für mich ist es ganz einfach: E-Autos mögen nicht der Weisheit letzter Schluss sein, allerdings sind sie für mich ein Schritt in die richtige Richtung.
Und wenn man schon vergleicht, dann darf man nicht, wie es die Auto-Lobby, deutsche Medien und diverse bezahlte Studien tut, Äpfel mit Birnen vergleichen. Aber es werden halt Äpfel mit Birnen verglichen, weil es nahe legt, das se genau wissen, wie schlecht sonst ihre Verbrenner dastehen würden.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Karlsson » So 5. Nov 2017, 15:04

zoppotrump hat geschrieben:
Du redest davon, E-Autos Kunden attraktiv zu machen. Davon reden die Professoren aber nicht. Sie reden davon, dass es der Staat den Automobilherstellern nicht attraktiv macht sparsame E-Autos zu bauen, sondern derzeit genau das Gegenteil der Fall ist. Siehe 0 CO2 in der Bilanz für tonnenschwere Dickschiffe mit hohem Energieverbrauch.

Nein, das hängt zusammen. Die Hersteller wollen und müssen die Autos dem Kunden attraktiv machen, sonst kauft der Kunde etwas anderes, Und je sparsamer das E-Auto, desto billiger ist der Akku bei gleicher Reichweite = gleicher Attraktivität.
Der Aufwand, ein fettes Schiff auf die gleiche Reichweite zu bringen, ist ungleich höher.
Für den Hersteller gehen aber beide Fahrzeuge gleichermaßen in den Flottenverbrauch ein. Von daher hat er eigentlich weniger Aufwand wenn er mit mit möglichst wenig Akku die Fahrzeuge mit wenig Fahrwiderständen (=Verbrauch) elektrisch ausführt.

Es ist auch eine Fehlannahme, dass die Kunden einfach mehr fette Karren kaufen würden wenn die Hersteller mehr fette Karren wollen. Und wenn ich eine fette Karre will und da statt einem Verbrenner ein Elektroauto nehme, ist der Effekt bei Tesla S vs Audi A7 sogar noch größer als bei Citroen C1 vs Citroen C-Zero.

St3ps hat geschrieben:
Ich würde gerne Öko-Strom beziehen, aber ich sage ehrlich, das kann ich mir aktuell nicht leisten

Der ist doch nicht wirklich teurer. Und Du hast Dir gerade einen Neuwagen bestellt. Wie passt das zusammen?
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon zoppotrump » So 5. Nov 2017, 18:20

Karlsson hat geschrieben:
Der Aufwand, ein fettes Schiff auf die gleiche Reichweite zu bringen, ist ungleich höher.
Für den Hersteller gehen aber beide Fahrzeuge gleichermaßen in den Flottenverbrauch ein.

Der Flottenverbrauch wird doch derzeit am NEFZ gemessen, oder irre ich? Also reichen 40-50 km E-Reichweite um einen fetten X5 oder Porscher Cayenne PHEV als super sparsames Auto gelten zu lassen. Das gelingt schon mit 9 oder 10 KW Batterien. Der E-Motor kommt fertig vom Zulieferer. Da ist der Aufwand nicht groß und schon ist der Flottenverbrauch schön gerechnet.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon harlem24 » So 5. Nov 2017, 18:20

@St3ps

Ganz ehrlich, wie viel Strom verbrauchst Du, dass Du Dir den Aufpreis für Ökostrom nicht leisten kannst?
Ich bezahle für TüV-zertifizierten Ökostrom aktuell 24,79ct/kWh.
Gruß

CHris

Wenn Ihr Euch für Fotografie interessiert, schaut doch mal im http://forum.digitalfotonetz.de vorbei.
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Bernd_1967 » So 5. Nov 2017, 18:50

Weiß jemand, ob Logo Enrgie auch dazu gehört, zu den echten Öko-Stromanbietern?

Was halt doof ist:
Wenn ich einen Ökostromvertrag habe und im Jahr nur 200kWh beziehen würde und 7000kWh aus PV und Batterie ziehen würde,
dann bezieht sich das Finanzamt auf den Preis des Ökostromanbieters.
Je teurer die KWh ist, desto höher die Steuern bei der Privatentnahme.
25ct/kWh sind ja OK. Wären es mehr, würde ich zu einem nicht Öko-Anbieter wechseln. Bei 200kWh im Jahr fast egal.
Dafür speise ich ja über 10.000kWh ein (bald).
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Basslo » So 5. Nov 2017, 20:07

Elektrolurch hat geschrieben:
Wieso soll es ökostrommäßig ungünstig sein, E-Autos nachts zu laden? Gerade nachts scheint doch der Anteil erneuerbarer Energie im Netz am höchsten zu sein, wenn ich dem Grünstromindex glauben darf, Photovoltaik hin oder her...

Edit: Ach und übrigens: Reifenverschleiß und Fahrbahnverschleiß sichern Arbeitsplätze! ;)


Naja, PV ist ja nicht die einzige erneuerbare Energie. Biomasse, Wind und Wasserkraft funktionieren auch in der Nacht besonders gut ;)
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Re: Das sitzt! Professoren debattieren über die (E)Verkehrsw

Beitragvon Karlsson » So 5. Nov 2017, 20:58

zoppotrump hat geschrieben:
Der Flottenverbrauch wird doch derzeit am NEFZ gemessen, oder irre ich? Also reichen 40-50 km E-Reichweite um einen fetten X5 oder Porscher Cayenne PHEV als super sparsames Auto gelten zu lassen. Das gelingt schon mit 9 oder 10 KW Batterien. Der E-Motor kommt fertig vom Zulieferer. Da ist der Aufwand nicht groß und schon ist der Flottenverbrauch schön gerechnet.

Stimmt alles. Und außerdem gilt zukünftig WLTP und dann sieht das schon anders aus.
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