CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

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CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon rgoetz » Mo 18. Dez 2017, 14:30

Hallo,

Ich weiss, dass Thema ist schon einige mal durchgekaut worden, aber ich habe bisher weder hier
noch anderswo eine Antwort auf eine Frage gefunden:

Wie aus welchen Prozessen kommt das CO2 bei der Akkuherstellung?

Es gibt dazu wohl eine schwedische Studie, die ich aber nur (wenn überhaupt) auf schwedisch gefunden habe.
Alles andere scheint mit der Aussage "Die Herstellung von einer KWh Akkukapazität brauch 150-200 kG CO2 (oder
Äquivalente). Aber wie setzt sich das zusammen? Welche Teile ließen sich durch Öko-Strom ersetzen?

Für eine vernünftig Diskussion fände ich solche Hintergrunddaten wichtig.

Daher kennt jemand zuverlässige Quellen dazu?

Bis dann

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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon cpeter » Mo 18. Dez 2017, 17:25

Ich finde die Ökobilanzstudie des österreichischen Umweltbundesamts für sehr informativ in dieser Hinsicht:

http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0572.pdf

Übersicht:
http://www.umweltbundesamt.at/aktuell/presse/lastnews/news2016/news_160623/

Zur grundsätzlichen Frage: der Energieaufwand in Zusammenhang mit der Fertigung von Akkus ist nach meinem Wissensstand primär elektrisch. Daher hat eine Umstellung auf Öko-Strom auch eine dramatische Auswirkung auf den CO2 Fußabdruck der Akkuproduktion.

Es macht also einen deutlichen Unterschied, ob die Akkuproduktion in Asien mit hohem Kohlestromanteil passiert oder in Kalifornien mit Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien.
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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon spark-ed » Mo 18. Dez 2017, 18:02

Es gibt eine sehr umfangreiche Linksammlung zu dem Thema im Teslaforum:

https://tff-forum.de/viewtopic.php?f=22 ... 03#p195103
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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon motion » Mo 18. Dez 2017, 20:58

Ich habe mal gelesen, dass die Produktion eines Model S 18t CO2 verursacht. Ob das wirklich stimmt weiß ich nicht. Aber wenn wäre es grotesk, von einen umweltverträglichen Auto zu sprechen.
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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon Michael_Ohl » Mo 18. Dez 2017, 21:20

Nun verwirrt doch bitte die E-Auto Gegner nicht mit Fakten. Die wollen so gern glauben, das ein Akku mehr Energie bei der Herstellung verbraucht als während seiner gesamten Lebensdauer darin gespeichert werden kann.
Nachzulesen z.B. bei einem Streitgespräch auf microcontroller.net zum Thema kleine Akkus in Hybridautos. Und dort diskutieren Leute die fast alle ein Physikbuch auch noch einmal nach dem verlassen der Schule in der Hand hatten.


Mfg
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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon bm3 » Mo 18. Dez 2017, 22:22

motion hat geschrieben:
Ich habe mal gelesen, dass die Produktion eines Model S 18t CO2 verursacht. Ob das wirklich stimmt weiß ich nicht. Aber wenn wäre es grotesk, von einen umweltverträglichen Auto zu sprechen.


Wieviel verursacht denn ein gleichgroßes Verbrenner-Auto ? Die werden doch auch nicht einfach aus einem Stein geschlagen ?
Wieviel an Wertstoffen bekommt man bei beiden später beim Recycling zurück ? Wieviel an Brennstoff wird im Vergleich während der Lebensdauer eingespart ? Wieviel mehr an Schadstoffen in der Luft ensteht im Vergleich mehr bei Brennstoff-Förderung, Herstellung und Transport ?
So einfach scheint das wohl Alles nicht zu sein ?
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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon motion » Mo 18. Dez 2017, 22:43

Sieht wirklich nicht so gut beim Model S aus. https://www.google.de/search?ei=bTQ4WvX ... Vrc2w-JZJs

Beim Vergleich zum Verbrenner kommt es darauf an. Ist es ein Diesel, ein großer Benziner, ein Hybrid oder ein CNG-Auto? Hier muss man extrem fein differenzieren. Berücksichtigt man alles, wird wohl das CNG-Auto mit regenerativen Methan (ab Generation 2) die beste Umweltbilanz haben, auf Lebenszeit. Hier braucht man auch keine Akkus wieder aufzubereiten.

Dafür fährt es sich halt nicht so spaßig wie ein Elektroauto, aber das ist ja nicht das Thema.
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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon spark-ed » Di 19. Dez 2017, 08:57

Ja stimmt. Diese neuen Audis fahren jetzt mit Windenergie! Das weiß ich aus der Werbung.

Da man Windstrom ja pratisch nie direkt nutzen kann ist es natürlich viel sinnvoller diesen in superkomplexen PTG-Convertern mit bis zu 60% Wirkungsgrad zu methanisieren und dann mit 20% Wirkungsgrad in einer Wärmekraftmaschine zu verheizen.

Man braucht dann z.B. nur 6 Windräder für 1000 gTron Audis
(oder im Vergleich 1 Windrad für 1000 Elektroautos, die sind aber total unökologisch)
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Re: CO2 bei der Akkuherstellung, Quellen?

Beitragvon nr.21 » Di 19. Dez 2017, 09:43

zu beachten ist auch, dass man für die sogenannte Energiewende ohne Stromspeichermöglichkeit nicht weiterkommt.
Man braucht die Altakkus schlicht als Speicher. Die Alternative wäre, sie direkt für den Hausspeicherbetrieb zu produzieren, was aber Unsinn ist, wenn man sie erst einmal 10 Jahre im Auto nutzen kann. Im Idealfall puffern die allmählich anfallenden Altakkus den steigenden Anteil regenerativer Energiequellen ab.
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