Bin ich reif für's E-Auto?

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Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon chris7289 » Mo 23. Feb 2015, 00:22

Hallo,

ich bin mich nun schon seit einigen Wochen in das Thema Elektromobilität am einlesen (vor allem auch hier im Forum) und dachte mir das es Zeit ist, sich mal zu registrieren um ergänzenden Meinungen und Erfahrungen aus der Community einzuholen. Ich hoffe ich langweile euch nicht zu sehr mit meinen Ausführungen.

Zu meiner Situation: ich wohne Mitten im Kölner Zentrum. Sprich die Parkplatz Situation ist genauso schlecht wie die Verfügbarkeit von Ladestellen. Ich fahre jeden Tag etwa 26km zur Arbeit (wo ich auch die Möglichkeit zur Aufladung hätte). Derzeit lege ich die Strecke seit über einem Jahr mit dem guten alten Fahrrad zurück. Aber gerade in der aktuellen Jahreszeit vermiest einem das schlechte Wetter die Tour. Hinzu kommt der Zeitverlust von gut 25min pro Tag gegenüber dem Auto (der klassische Stau im Berufverkehr liegt auf meiner Strecke immer entgegengesetzt, sodass man eigentlich immer freie Fahrt hat). Öffentlicher Nahverkehr scheidet leider auch aus, da die Anbindung auf den letzten 3km eine Katastrophe ist, bzw. nicht existiert. Gleiches gilt für Carsharingdienste. Die letzten 3km liegen leider außerhalb derer Geschäftsgebiete.

Ich bin zugegebener Maßen nicht wirklich jemand der sich um Co2 Ausstoß und ähnliches kümmert. Aber weil ich mich doch für Technik begeistern lasse, wir im Haushalt auch noch klassische Autos für längere Strecken im Einsatz haben (die aber meist anderweitig gefahren werden) und E-Mobile teilweise auch Fahrspaß versprechen, dachte ich mir das es ein E-Flitzer werden könnte. Je nach Bedarf könnte man ja auch immer noch Autos tauschen, wenn die Reichweite für eine Strecke mal eng wird.

Spontan kam mir als gelegentliche Alternative zum Rad der Twizy in den Sinn. Vor allem wegen den geringen Abmaßen erschien er mir optimal für die Innenstadt geeignet (gut dafür wird er ja auch beworben). Also gleich bei Renault mal eine Probefahrt gemacht. Ergebnis: joa, ganz lustig ein wenig rappelig (die Verkleidung klapperte. Beim Umschalten zwischen Gas geben und "rollen" machte sich das Getriebe? auffällig bemerkbar :? ) aber warum eigentlich nicht? Ernüchterung bei einem Blick in die Preisliste 8500€ für die Schaukel + Batteriemiete? Alternativ knapp 200€ im Monat (inkl. Batteriemiete) fürs Leasing... echt jetzt? Ich empfinde es als (etwas) teuer, da man mit dem Twizy doch einige Einschränkungen in Kauf nehmen muss. Gleichzeitig befürchte ich, dass ich mich wegen der laufenden Kosten (Batteriemiete) dazu gezwungen sehe, immer häufiger das Rad stehen zulassen. Was eigentlich nicht unbedingt Sinn der Sache sein sollte.

Alternativ bin ich auch gleich mal den / die? Renault ZOE gefahren. Durchaus ein nettes Auto. Ebenso wie der Twizy jetzt kein Beschleunigungswunder aber ein schönes Gesamtpaket und extrem angenehm auf der Autobahn zu fahren. Allerdings auch hier wieder diese fiese Batteriemiete.

Renault erschien mir schon im Vorfeld mehr als inkompetent und kundenfeindlich. Im Autohaus konnte man mir spezielle Fragen zu dem Mietvertrag nicht beantworten. Den Mietvertrag konnte man mir angeblich auch nur zusammen mit einem ausgefüllten Kaufvertrag ausdrucken. Alternativ verwies man mich mit meinen Fragen an die Renault Bank. Da hieß es: "das Autohaus sei zuständig". Wollen die eigentlich keine Kunden? Das Ende vom Lied: das Autohaus hat mir einen Batteriemietvertrag von einem anderen Kunden ausgedruckt und dessen persönlichen Daten mehr schlecht als Recht mit Kulli übermalt. Na vielen Dank. Der Kommentar der Bank auf meine Frage was denn wäre , wenn ich den Vertrag einmal nicht verlängern wolle hat mir dann den Rest gegeben: "dann kommt die Batterie raus. Sie bekommen dann aber auch keine Neue mehr von uns." Das die Batterie raus kommt, was evtl. auch mit Kosten verbunden ist, war mir ja noch klar, aber der Rest... :shock:

Als nächstes Plane ich eine Probefahrt mit einem Smart ED. Bei den klassischen Smarts missfiel mir bisher immer diese grottige Automatik. Aber da soll die E-Version ja um Welten besser sein. Außerdem gefällt mir beim Smart, das die Batterie gekauft werden kann bzw. die Miete nicht wie bei Renault an die Kilometerleistung gekoppelt ist.

Zu meinen konkreten Fragen:
- sollte man Renault doch noch eine Chance geben? Viele scheinen ja mit Twizy und co. doch recht zufrieden zu sein. Trotz Miete und qualitativen Einschränkungen beim Twizy.
- beim Smart ED: mit oder ohne Schnelllader? Batterie kaufen oder mieten? Den kommenden Sommer auf dem Rad genießen und mal abwarten wie der neue Smart ED wird? - Auch wenn mir das neue Smart Design nur bedingt gefällt.
- und vorallem: sollte ich überhaupt zu einem E-Mobil greifen? Im Moment erscheint mir das Radfahren mit einem kleinen Benziner auf Abruf fast noch die sinnvollste Variante zu sein - leider.

Ich könnte mir hingegen auch gut vorstellen in Zukunft andere Strecken mit einem E-Mobil zurück zulegen. Demnächst werde ich wohl auch häufiger mal nach Bonn pendeln müssen (38km. Mit der Bahn 2 Std! mit dem Auto 30min, wenn man die Autobahn meidet 55min - je Richtung!).

Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

Gruß, Chris
chris7289
 
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon typ9 » Mo 23. Feb 2015, 00:29

Zoe: ja, noch eine Chance. Sehr viele hier sind sehr zufrieden.

Alternative: eUp
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon e-lectrified » Mo 23. Feb 2015, 00:47

1. Ja, du bist ein guter Kandidat für E-Mobilität. Kann ich selbst sehr gut beurteilen, weil meine Arbeitsstrecke ähnlich ist, wie deine (2x30km). Ich habe mir als Gefährt(en) einen Nissan Leaf ausgesucht, der das natürlich bravourös meistert.

2. Zoe ist ein ganz gutes Auto, aber wie du es schon beschreibst, weiß man da wohl nicht, wie man mit Kunden umgehen muss, sonst wäre der wahrscheinlich noch viel viel erfolgreicher.

3. Smart ist wegen des Kaufakkus eine Alternative, aber eben nur ein Zweisitzer. Falls das für dich kein Thema ist, warum nicht?

4. Ein weiterer Kandidat wären noch die Drillinge (i-Miev, C-Zero, i-On = baugleich). Da kämst du bei den Gebrauchten gerade für wenig Geld zu einem interessanten Gefährt. Wäre eben ein "vollwertiges" Auto im Gegensatz zum Smart.

Wofür du dich auch immer entscheidest - niemals ohne Probefahrt (möglichst einen ganzen bis drei Tage)!
e-lectrified
 

Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon chris7289 » Mo 23. Feb 2015, 00:55

Danke für die ersten Antworten.

@e-lectrified: guter Tip mit der längeren Probefahrt. Den Gedanken hatte ich auch schon. Den Twizy hatten wir uns mit zwei Mann angeschaut und wollten auch beide mal Probefahren. Renault hat uns mit zwei Fahrern, ebenso wie beim ZOE nur jeweils eine Stunde eingeräumt. (jeder konnte das Fahrzeug mal 30min fahren!) Viel zu wenig also um einen Eindruck von den Autos zu bekommen. Geschweige denn auch mal in eine Ladesituation zu kommen.
Leider habe ich bei uns in Köln bisher keine Möglichkeiten gefunden solche Fahrzeuge eben mal etwas länger zu testen. Ein Fritze hier vermietet den Twizy für um die 120€ am Tag und das wars.

Habt ihr da evtl. Tips zu dem Thema?
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon fbitc » Mo 23. Feb 2015, 01:06

Stand schon mal hier im Forum, das die Kölner Ecke in Bezug auf gute Renault Händler schwächelt.
Twizy ist meines Erachtens aber zu teuer mit Batteriemiete. Evtl noch ein gebrauchter (zw. 5000 und 6.500 €), ändert aber an der Miete nix.
Evtl. Noch interessant für dich die aktuellen "Botschafter" Leasing Angebote hier im Forum.

Ansonsten, testen testen testen.
Grüße Frank
Twizy, Zoe, Leaf, Outlander PHEV, i3 Rex
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon chris7289 » Mo 23. Feb 2015, 01:31

Mein letzter Gedanke zum Twizy war auch: wenn dann nur gebraucht für um die 5500€. Im Idealfall mit max. einem Jahr Batteriemiete. Bei dem juckt es mich irgendwie in den Fingern selber einen alternativen Akku einzusetzen. Bin selbstständig, habe Platz, Maschinen und etwas Erfahrung mit solchen Zellen und Elektronik.
Hier wäre nur die Unsicherheit: was will Renault für den Ausbau der original Batterie haben und was sagt der TÜV zu einem Eigenbau? Der Spaß kostet neben Zeit dann ja auch wieder um die 2000€ an Material + ich will mir ja eigentlich was zum Fahren und nicht zum Basteln holen.

Im Leaf habe ich vor 2 oder 3 Jahren durch Zufall mal in einem Autohaus Platz genommen. Ich habe das Armaturenbrett noch als "bunt leuchtendes Xylofon" in Erinnerung.
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon acpacpacp » Mo 23. Feb 2015, 06:46

Ich bin seit einem Jahr überzeugter Tesla-Fahrer, habe aber mal interessehalber Probefahrten im Zoe und Leaf gemacht. Die Autos waren beide ganz nett, Leaf wirkte etwas hochwertiger. Aber das grösste Erstaunen habe ich bei den Händlern ausgelöst als ich mit dem Tesla vorgefahren bin.

Der Renault-Händler hat mir kommentarlos den Zoe-Schlüssel gegeben und mich alleine auf die Probefahrt geschickt, ich denke er war froh das ich keine weiteren Fragen gestellt habe nachdem ich bemerkt habe das er fachlich keine Ahnung hat.

Der Nissan-Händler war ganz ähnlich freizügig was die Probefahrt anbelangt, hat nachher allerdings ganz offen zugegeben das man sich nicht erwarten kann das die Vertriebsmannschaft, die seit Jahrzehnten Verbrenner verkauft, nach einem zweitägigen Kurs in Sachen E-Mobility in irgendeiner Form kompetente Kaufberatung geben kann.
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon redvienna » Mo 23. Feb 2015, 07:10

Bei jedem Kauf sollte man systematisch vorgehen.

1.) Preisvorstellunge - Preisrange
2.) Was will ich haben, was brauche ich ?


PS: Bei der Elektromobiliät ist derzeit auch noch etwas Enthusiasmus notwendig. ;)

Auf Dich bezogen, verstehe ich, dass Du eher nur 10.000 Euro ausgeben magst oder eventuell doch 20.000,-- ?
Unser Wagen extrem günstig. 19.990,-- (Kurios muss englisches oder US-Modell sein, da mit Vollleder gab es bei uns in Europa (Festland) nicht.
http://suchen.mobile.de/auto-inserat/fo ... ORT&noec=1

Bis 10.000,-- kommen nur die Drillinge in Frage (gebraucht)
Darüberhinaus würde ich persönlich einen gebrauchten E-Wagen mit Kaufakku suchen.´

Die Ladezeit ist bei Dir anscheinend nicht so ein Thema, da Du auch in der Arbeit nachladen kannst.
Zuletzt geändert von redvienna am Mo 23. Feb 2015, 10:01, insgesamt 2-mal geändert.
Tesla S70D 3/16 + 50.000km + Tesla M3 + Tesla Roadster 2020 reserviert
https://www.goingelectric.de/garage/red ... eslaS/706/
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https://www.facebook.com/ELECTRIC-CARS- ... 768868062/
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon Nik » Mo 23. Feb 2015, 08:10

Hallo,
Carsharing ist Großstädten auch immer eine Option, wenn Du nur ab und zu ein Auto brauchst.

Für Deinen Anwendungsfall (30km pro Strecke) ist das E-Auto perfekt.
Reichweite passt.
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher. Du schreibst, daß Du selbständig bist? Ist das also Deine Firma, wo Du dann auch laden würdest? Denn "rechnen" - solltest Du Dir die Frage irgendwann stellen - tut sich das E-Auto nur extrem selten für Neuwagen.
Und die "Spritersparnis" frisst sich durch den Strompreis + Mietpreis ggf. wieder auf. Gerade bei einem Mietakku ist das eine wichtige Kalkulationsgröße. Laden an einer öffentlichen, kostenlosen Säule - perfekt. Laden zu Hause oder in der eigenen Firma - kostet halt auch.

Ich finde nicht, daß der Smart schlecht ist. Im Gegenteil. Für die Stadt die perfekte "Größe" und schnelladefähig.
Diesen Punkt solltest Du übrigens nicht unterschätzen.
Wenn Du nämlich doch mal im Umkreis von 100km (offen, Dach im Kofferraum, bei Sonnenschein in die Eifel, oder so) einen gemütlichen Picknickausflug mit Deiner besseren Hälfte machst, dann wirst Du den kurzen Halt an einer Eisdiele noch begründen können. Die dritte oder vierte Portion Eis, weil das Auto noch etwas zum Laden braucht, bestimmt nicht mehr.

Dann viel Spaß beim Probefahren
Gruß Nik
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Re: Bin ich reif für's E-Auto?

Beitragvon Poolcrack » Mo 23. Feb 2015, 08:22

Bei der schlechten Parkplatzsituation in Köln ist wohl der Smart ED am Besten für Dich geeignet. 80% der Smart ED Käufer wählen die Batteriemiete. Wieso? Weil man dann bis zu 10 Jahre eine Batteriegarantie hat mit einer Batteriemiete, die nicht von der Fahrleistung abhängig ist. 10 Jahre ist eine lange Zeit, da kann sich ein Fahrprofil auch schnell mal ändern. Deswegen würde ich Dir zu der Schnellladefunktion raten. Bei mir hat es keine 2 Monate gedauert und es kamen längere Freizeitfahrten hinzu, die ohne Schnellladeoption unmöglich gewesen wären. Außerdem kannst Du ja daheim nicht laden, da ist eine 3-phasige 22 kW Ladeoption esentiell. Die Ladeoption beim Arbeitgeber kann ja auch mal ausfallen. Damit Du aber nicht nur Geld "verbrennst", solltest Du >10.000 km pro Jahr fahren.
i3 BEV (SW: I001-17-07-500), BJ 04/2014, LL >87.000 km, Gesamtdurchschnitt 12,8 kWh/100 km im BC (=netto)
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