Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Schneemann » So 31. Dez 2017, 14:30

Rudi L hat geschrieben:
@ Schneemann, ich hätte nie gedacht, dass ich Dir mal zustimme. Hast aber 100 % recht mit dem Beitrag.


Rudi, das von dir zu lesen, freut mich deutlich mehr, als dass es mich überrascht. Man wird hier zu schnell in die Ökospinner- und Extremisten-Ecke gepackt, wenn man mal Kritik an der Lebensweise hier in unserem Land übt.

Ich habe immer gesagt, dass z.B. E-Autos für viele Szenarios noch nicht taugen, es wäre ja auch lächerlich, etwas anderes erzählen zu wollen. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass wir mit der Verkehrs- und Energiewende auch ein Umdenken über unsere eigenen Gewohnheiten beginnen sollten. Ein E-Auto muss keine zwei Tonnen wiegen und über 20 kWh auf 100 km verbrauchen und 200 km/h schnell fahren können und dabei noch 1000 km weit kommen. Die Energiewende würde deutlich leichter fallen, wenn wir alle ein wenig maßvoller damit umgehen.

Wenn wir alle genug regenerative Energie haben und keiner unterm Windrad wohnen muss, dann haut das Zeug raus. Dann kann Energie auch verschwendet oder verworfen werden. Aber davon sind wir noch weit entfernt.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Gerhard, OA » So 31. Dez 2017, 14:44

Rudi L hat geschrieben:
An dem Projekt würde ich mich gerne beteiligen, bitte um Kontaktaufnahme per PN

oder so? https://www.africagreentec.com/kontakt
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Rudi L » So 31. Dez 2017, 14:47

@Schneemann, vermutlich sind wir alle ein bisschen in unserer Auffassung gefangen und wollen natürlich nur das vom anderen geschriebene so interpretieren wie es ins eigene Weltbild passt. Da spreche ich mich auch nicht immer davon frei. Wenn ich allerdings nicht an die regenerative Energie und an das Elektroauto glauben würde, dann wäre ich nicht mehr hier. Mir fehlt nur ein tauglicher Speicher, dann wäre es top.

Die Solaranlage auf meinem Dach liefert so viel Strom, dass ich von März bis Anfang November autark bin, drei Elektroautos zum Teil damit füttere und noch einspeise. Erreicht habe ich das dadurch, dass ich die Anlage groß genug dimensioniert habe und natürlich den Stromverbrauch reduziert habe, aber nicht unter Verzicht von Komfort, sondern durch teilweisen Austausch der Verbraucher durch effizientere Produkte.

Wir müssen nicht den Komfort reduzieren, sondern nach Möglichkeiten suchen wie wir so weitermachen können und dabei die Umwelt schonen. Dann klappt es auch mit Afrika, weil auch die bessere Lebensverhältnisse wollen.

Beim Auto sehe ich es so, dass sämtliche Zweitwagen elektrisch laufen könnten, aus meiner Warte. Andere werden dem nicht zustimmen. Auf Fernfahrt sehe ich das noch nicht, nicht weil ich gerne schnell fahre, sondern weil die Batterietechnik noch weiter verbessert werden muss, damit sich das durchsetzt. Dann haben wir nicht nur gute Autos sondern taugliche Heimspeicher um Flauten zu überbrücken.

Grüsse
Rudi
Zuletzt geändert von Rudi L am So 31. Dez 2017, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Abbadon » So 31. Dez 2017, 14:49

Während ihr die Kommentare schreibt, haben wir gerade über 50 % Windkraft und > 70% erneuerbare Energie im Stromnetz bei 60 GW Verbrauch. Die Kohlekraftwerke feuern auf niedrigster Flamme. Der Strommix liegt bei 150g CO2 pro kWh. Die Zeit wird's bringen. Reden wir in 10 Jahren nochmal. Vor 10 Jahren hätte man das auch nicht geglaubt, dass wir heute schon so weit sind.....

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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Schneemann » So 31. Dez 2017, 15:03

Größtenteils d'accord. Einzig beim Komfort bin ich skeptisch. Den haben wir uns halt zu billig erkauft. Die in unserer Gesellschaft verankerte Lebensart mit permanentem Zugriff auf unbegrenzt viel Energie war bislang nur auf Kosten unserer Umwelt möglich. Vielleicht kommt die Energiewende sogesehen auch zwei Jahrzehnte zu spät. Andererseits setze ich meine Hoffnung in die kommende Generation, die hoffentlich mit anderen Werten und Mobilitätsvorstellungen aufwächst.

Ein Beispiel: In der Stadt, in der ich arbeite, ist das Parken derzeit noch kostenlos. Ab nächstem Jahr soll ein Beitrag von 2 Euro pro Tag erhoben werden. Ich habe von einigen Kollegen gehört, die 2-3 km entfernt wohnen und täglich mit dem Auto kommen: Wenn ich dafür bezahlen soll, dann komme ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Und dann frage ich mich, warum erst dann?

Ich kann mir vorstellen, dass mit einer dezentralen Energieversorgung wie zum Beispiel einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach das Verständnis für Erzeugung und Verbrauch von Energie ein ganz anderes wird. Das könnte den Ehrgeiz wecken, sparsam mit Energie umzugehen, um, wie du es ja auch schon sagst, möglichst lange autark zu sein.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Alex1 » So 31. Dez 2017, 15:17

SirTwist hat geschrieben:
Ich setze mich sehr intensiv mit der Thematik auseinander. Wo haben wir denn die Möglichkeiten, Speichersysteme aufzubauen, die sowohl die Intraday-Schwankungen ausgleichen als auch die saisonellen Schwankungen?
Diese zwei Sätze stehen sich diametral entgegengesetzt gegenüber. Hättest Du Dich damit auseinandergesetzt, kenntest Du Dutzende von Möglichkeiten.

Aber auch der zweite Satz ist widersprüchlich. Es macht keinen Sinn, ein Speichersystem aufzubauen, das BEIDES gleichzeitig schafft. Nur mal aus dem Bauch ein paar Möglichkeiten:
- Kurzfristige Schwankungen:
- Supercaps,
- Abschaltungen bzw. Einschalten nach Marktangebot,
- Ladesteuerung von eAutos,
Mittelfristige Schwankungen (mehrere Tage):
- V2G-Technologie von eAutos (Meine Zoe reicht für fast eine Woche für eine deutsche Familie),
- Stationäre second-life-eAuto-Akkus,
- Redox-Flow-Akkus
- Saisonale Schwankungen:
- Windgas (H2 oder CH4),
- eFuel (EtOH oder Längerkettige),
- Große Wasserspeicher für Wärme,
- Feststoffspeicher (Steine) für Wärme
und und und

Auf http://energyload.eu/ erfährst Du fast täglich von neuen Speichermöglichkeiten.
Und wir reden hier nicht über 50 Jahre Horizont. Wenn wir die Klimaziele ernst nehmen möchten, dann müssen wir viel früher unsere Mobilitätsenergie genauso wie Heizenergie von den fossilen Energieträgern wegbekommen.
Mein Reden die ganze Zeit :mrgreen:

Und bis ich ganz decarbonisiert leben kann, kompensiere ich den Rest auf atmosfair.de. Die sind nämlich nicht nur für die Kompensation von Flugreisen gut :mrgreen: :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
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Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
Rest-CO2 kompensieren: http://www.atmosfair.de Goldstandard
Der neue Trend: Plogging
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Rudi L » So 31. Dez 2017, 15:19

@Schneemann, bei mir war das vom Ehrgeiz getrieben autark zu sein. Auch beim fahren weitgehend unabhängig zu sein, letzteres war noch zu ambitioniert, aber der technische Fortschritt wird mir das auch noch ermöglichen.

Natürlich geht man mit Energie anders um wenn man sich mit deren Erzeugung näher befasst, weil eben bei PV auch die Möglichkeiten auf dem Dach begrenzt sind. Ich wollte auch ein horizontales Windrad auf dem Dach, man hat mir von abgeraten weil es sich tatsächlich nicht rechnet. Aber gerade jetzt wäre das geil, hier weht es jetzt, dafür habe ich gerade viel zuwenig Strom vom Dach.

Der Verkehr wird sich m.E. durch die Digitalisierung drastisch wandeln. Roboterautos werden uns fahren, wir sind Passagier, ich bin mir sicher das erleben wir noch, dies löst einige heutige Probleme die der Verkehr mit sich bringt. Wenn ich meinen Enkeln dann erzähle, dass wir früher noch selber gelenkt haben wird ihnen das so unwirklich vorkommen wie uns heute ein individueller Flug ins All.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon AfricaGreenTec » So 31. Dez 2017, 15:26

@ Rudi, danke für die Klarstellung, bin neu im Forum, mir wurde nur der Link zugeschickt, weil hier einiges "quer" lief, freue mich auf die Kontaktaufnahme meine e-mail ist ts (a) africagreentec (punkt) com

Back-to-topic:
Übrigens umfasst unser Konzept tatsächlich ein Elektromobilitätskonzept, das hat weniger mit den "Jungs von Sono" zu tun, die ich sehr gut kenne, sondern dem A-Car was die Technische Uni München entwickelt hat und was im Baukastenprinzip in Afrika montiert wird. Das Fahrzeug hat eine multiple Plattform und kann für die Bedürfnisse der dörflichen Region eingesetzt werden. Es hat mit einem Tesla oder einem Zoe wenig zu tun, sondern ist als Arbeitstier gedacht:
https://www.acar.tum.de/index.php?id=5&L=0

Wer unser Konzept als Ganzes verstehen möchte, dem empfehle ich diese Präsentation (ca. 12 Min.), die ich gerade auf der Cop23 vorgestellt habe: https://youtu.be/4vUWmAy2xdg
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon INRAOS » So 31. Dez 2017, 15:27

Schneemann hat geschrieben:
Ich kann mir vorstellen, dass mit einer dezentralen Energieversorgung wie zum Beispiel einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach das Verständnis für Erzeugung und Verbrauch von Energie ein ganz anderes wird. Das könnte den Ehrgeiz wecken, sparsam mit Energie umzugehen, um, wie du es ja auch schon sagst, möglichst lange autark zu sein.


So ist es. Ich trage die täglichen Ertragswerte unserer PV-Anlagen sowie Eigenverbrauch/Strombezug/Speicherung kontinuierlich in meine Excel-Tabelle ein.

Vorgestern hatte ich richtig Spaß : nach ca 8 Wochen in Betrieb war zum ersten Mal der Batteriespeicher zu 100 % vollgeladen :hurra: :hurra:

Meine Einstellung zum Stromverbrauch hat sich definitiv verändert - nicht zuletzt auch durch das mitlesen hier im Forum
BMW i3 BEV 94 Ah seit 29.12.2016. Mittlerweile schon über 27.000 km vollelektrisch gefahren.
Passat GTE seit 28.08.2018. Das Abenteuer PHEV beginnt - es gibt noch viel zu entdecken.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Schneemann » So 31. Dez 2017, 15:57

Wir planen für das kommende Jahr auch eine PV für unser Dach. Wir haben einen Atriumbungalow mit einem Ost- West- und Süddach. Eigentlich also perfekte Bedingungen für PV. Mal sehen, was die Statik dazu sagt.

Wir werden uns von Naturstrom mal ein Angebot machen lassen. Die bieten das https://www.naturstrom.de/privatkunden/strom/sonnendach-und-sonnenspeicher/ zur Pacht an. Ist zwar teurer als über die KfW einen Kauf zu finanzieren, aber Versicherung und Wartung sind mit enthalten. Wenn wir nächstes Jahr das Cabrio durch einen Twizy ersetzen für meinen Arbeitsweg bei Regen, dann verbrauchen wir so ungefähr 5000 kWh pro Jahr für Strom und Mobilität. Ich überlege noch, ob wir einen Speicher dazu pachten oder ob ich auf die nächste Generation E-Auto warte, die dann hoffentlich als Hausspeicher funktionieren. Das wäre für uns ideal.

Ich hoffe, ich bin nicht zu offtopic. Es geht ja auch um unsere Stromversorgung.
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