ADAC E-Mobbing

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ADAC E-Mobbing

Beitragvon dexter » Mi 17. Okt 2012, 21:28

Ich weiss, im Westen nix neues... aber mein Vater (eh schon immer gegen alles Neue) präsentierte mir gestern mit stolzgeschwellter Brust die aktuelle ADAC-Zeitschrift und meinte dazu sinngemäß "siehste, Elektroautos sind dreckiger als moderne Verbrenner".

"Verglichen" hat der ADAC die CO2-Bilanz von zwei Stinkern und dem Volvo C30 electric per Verbrauch. Nach kurzem Blick auf die ADAC-Zahlen meinte ich, dass ich mir nicht vorstellen könnte, wie man einen solchen Verbrauch hinbekommen soll... nämlich 28,3 kWh / 100 km beim Volvo. Beim zweiten Blick fand ich dann die Verbrauchszahlen für die Stinker ziemlich optimistisch.

So hab ich heute mal ein bischen andere Verbrauchswerte recherchiert und neben die ADAC-Angaben gestellt. Hier das Ergebnis:

Mazda 3 1.6 Edition (1,3 t / 77 kW / Super)
...ADAC: 6,3 l
...Mazda: 6,4 l
...Autobild: 7,9 l
...Spritmonitor: 8,3 l

Hyundai i30 1,6 CRDi (1,4 t / 81 kW / Diesel)
...Hyundai: 4,1 l
...ADAC: 4,5 l
...Spritmonitor: 5,7 l
...AMS: 5,8 l

Volvo C30 Electric (1,6 t / 82 kW / Strom)
...Volvo: 16,0 kWh (inoffiziell)
...noch keine Tests / Spritmonitorwerte
...ADAC: 28,3 kWh

Das waren die drei Fahrzeuge in dem aktuellen "Vergleich". Der Volvo ist nirgends normal kaufbar, daher dazu mal noch ein paar weitere Zahlen von kaufbaren Autos, die der ADAC auch schon getestet hat:

Vergleich: Nissan Leaf (1,6 t / 80 kW / Strom)
...Nissan: 13,7 kWh
...Handelsblatt: 15,3 kWh
...Spritmonitor: 17,3 kWh
...Autonews: 17,4 kWh
...ADAC: 20,4 kWh

Vergleich: Opel Ampera (1,7 t / 111 kW / elektrischer Modus)
...Opel: 13,2 kWh
...Spritmonitor: 15,5 kWh
...ADAC: 17,4 kWh

Vergleich: Mitsubishi i-MiEV (1,1 t / 49 kW / Strom)
...Mitsubishi: 11,1 kWh
...Autobild: 12,2 kWh
...Spritmonitor: 13,2 kWh
...ADAC: 16,9 kWh

Ich denke die Tendenz wird deutlich: bei Stinkern ist der ADAC mindestens unter den optimistischsten Verbrauchswerten, bei elektrischen immer das weit abgeschlagene Schlusslicht.

Ein Schelm wer dabei Böses vermutet.
Michael

Twizy Technic (110 km/h; 22 kW) ..... 40.705 km / 4.046 kWh => 9,9 kWh/100km
Emco Novum-Li (45 km/h; 3 kW) ..... 4.003 km / 208 kWh => 5,2 kWh/100km
(Stand: 10/2016, Verbrauch ab Steckdose)

https://dexters-web.de
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon berndine1 » Mi 17. Okt 2012, 21:41

ADAC stinkt halt weiterhin
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon lingley » Mi 17. Okt 2012, 22:03

berndine1 hat geschrieben:
ADAC stinkt halt weiterhin

Stimmt, guckst Du hier: :mrgreen:
ADAC
gruß
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon BuzzingDanZei » Mi 17. Okt 2012, 22:25

Ist mir schleierhaft, wieso die ein nicht kaufbares Kleinstserienauto für einen Vergleich heranziehen. Und die 28kW deuten starke Beschleunigungsorgien an. Kack Käseblatt!
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon green_Phil » Do 18. Okt 2012, 09:03

Das der ADAC so unsympathisch ist, wusste ich gar nicht. Bin ja kein Mitglied, aber was ich immermal so las in deren Zeitschrift, war ja eigentlich ganz nett: Elektroauto hier, Hybridauto da. Aber zu den Zeiten hatte ich mich damit auch noch nicht intensiv beschäftigt. Dennoch bin ich erstaunt, dass der ADAC so unglaublich unseriös testet. Müsste man böse Briefe schreiben...
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon Guy » Do 18. Okt 2012, 09:31

Ich oute mich mal als Mitglied.

Der Eco Test ist ja nichts weiteres als ein Versuch die Realität abzubilden. Das Gleiche versucht man mit dem NEFZ, wie alle wissen, relativ erfolglos. Da der Verbrauch stark vom Einsatz und den eigenen Gewohnheiten abhängt, muss jeder für sich erfahren, wo man ungefähr liegt, im Vergleich zu den verschiedenen Testzyklen.
Gut möglich, dass das Testmuster des ADACs da etwas oberhalb der Realität liegt. Ich gehe jedoch davon aus, dass der Test objektiv durchgeführt wird und man nicht Elektroautos bewusst benachteiligt.

Was den CO2-Ausstoss angeht, hängt das davon ab, aus welcher Quelle man seinen Strom bezieht. Erfolgt das aus regenerativer Erzeugung, kann natürlich keine Verbrenner mithalten. Es werden jedoch ganz sicher nicht alle ihr Elektroauto nur mit Ökostrom laden. Vlt. muss man den Test einfach als Worst-Case-Szenario betrachten.
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon BuzzingDanZei » Do 18. Okt 2012, 09:36

Ich hab ja durch die Wuppertaler Aktion zu sehr vielen Elektromobilisten Kontakt. Bisher habe ich niemanden getroffen, der nicht Ökostrom konsumiert. Wie das in Zukunft bei der Masse aussehen wird, ist natürlich was anderes.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Tester des Volvo Spaß an dem Auto und dem guten Drehmoment hatte und ordentlich Gas gegeben hat. Für die Verbrenner wurden sicher irgendwelche bereits vorhandenen Testerfahrungen verwertet. Lasst uns abwarten, wie der ADAC kommende Elektroautos testen wird. Wenn da mal ein Massenmodell, wie der ZOE, getestet wird und wieder exorbitante Verbräuche auftauchen, trete ich aus dem Verein aus! :D
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon Guy » Do 18. Okt 2012, 10:00

BuzzingDanZei hat geschrieben:
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Tester des Volvo Spaß an dem Auto und dem guten Drehmoment hatte und ordentlich Gas gegeben hat. Für die Verbrenner wurden sicher irgendwelche bereits vorhandenen Testerfahrungen verwertet.

Die Verbräuche werden auf dem Prüfstand nach NEFZ und WLTP (Weltzyklus) ermittelt.
Habe selten etwas langweiligeres erlebt als solche Prüfstandläufe.
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon harleyblau1 » Do 18. Okt 2012, 10:10

Nichts desto Trotz ist es nicht das erste Mal, dass der ADAC ein Elektroauto nicht gerade objektiv darstellt.

Man denke nur an den Verbrauch von 26,7 Kw/h beim Fluence.
Später hat dann jemand (ich weiss nicht mehr genau wer und wo) erklärt, dass der hohe Verbrauch durch extreme Ladeverluste zustande kommt...

Auch weiterhin ist mir schon früher aufgefallen, dass der ADAC das ein oder ander Mal bereits gegen die E-Mobilität "intoniert" hat.
Daraufhin habe ich (oute mich dann auch mal , als Mitglied ;) ) dann mal dahin geschrieben und mich beschert, z.B. dass sie in aller Regelmäßigkeit Tesla unerwähnt lassen und die Reichweitenthematik immer recht negativ in meinen Augen darstellen.

Zurück kam nur das typische "Gesäusel".... "man müsse objektiv die Probleme darstellen..."

Ich war mal auf einer Podiumsdiskussion vom ADAC zusammen mit RWE. Dabei war auch der stellv. Vorstandsvorsitzende des ADAC.
Der hatte wohl offensichtlich ein wenig Angast vor den drängenden Fagen der beteiligten E-Mobilisten von ü 150 Personen.
Deshalb war er "vorsichtig optimistisch" und werde sich in Zukunft weiter mit dem Thema E-Mobilität vertraut machen...

Für mich erkenne ich da durchaus ölverschmierte Animositäten, um die 17 Millionen Mitglieder und die Industrie nicht zu verprellen. :x
Man lebt in guter Koexistenz. Erstmal was fordern, damit die Mitglieder sehen, "dass was passiert", und sich tatsächlich etwas ändert (die benzinpreise sinken :lol: ).

Dafür muss aber auch die Elektromobilität hinten anstehen und in diversen Übersichten und Vergleichen grundsätzlich schlecht abschneiden.
......für eine Strecke von München nach Hamburg brauch man eine Woche,...

und so weiter....

Das hat sich aber M.M.n. erst in den letzten zwei Jahren so herauskristallisiert. Vorher war das nicht so.

Bestärkt mich aber in dem Glauben, dass der ADAC auch die Zeichen der Zeit erkannt hat, dass EV's immer mehr im Kommen sind, sie aber "noch Angst davor haben".

Man muss Rahmenbedingungen schaffen und diese neutral erklären, für wenn unter welchen Umständen diese Mobilität gegeignet ist und realistische Werte auch für Verbrenner vorgeben. Ich wette, wenn man im ADAC selbst lange genug sucht, dann findet man für die Verbrenner auch noch schlechtere Werte von älteren Tests.

Die ganze - aus meiner Sicht - negative Berichterstattung (siehe auch Welt, etc.) hat aber nichts mit Aufklärung zu tun, wie das immer gerne propagiert wird.

Dazu fehlt mir ein ganzes Stück Objektivität.
Dirk
BMW i3 protonic blue3ird + Loft&darkoak, Soft: I001-16-07-506, Max.Kapa 29,82 kWh, RWE Wallbox Smart Typ2 22kW
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Re: ADAC E-Mobbing

Beitragvon berndine1 » Do 18. Okt 2012, 10:41

Weder die Autoindustrie, noch die Ölmultis oder der ADAC können uns E-Autos schlecht reden. Aber wir sind ja wiedermal alles nur Ökospinner ;)

Btw. Die Innovationen, die TESLA gerade betreibt, gab es in D. in den letzten 20 Jahren nicht. Das liegt daran, dass Elon aus der viel kurzlebigeren PC Branche kommt und ehrlichen Ehrgeiz hat etwas zu ändern.

Mobilität ist für ihn zwar wichtig aber nicht überlebenswichtig, wie für die Dt. Autobauer.
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