Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon Rudi L » Mo 19. Mär 2018, 08:21

Interessant war auch wie man Ergebnisse interpretieren kann.
Daraus folgt,
Populisten sprechen von 133.000 verlorenen Lebensjahren durch Abgase. Was im Grunde eine Falschaussage ist, genauso wie die Mär von den sog "Dieseltoten" die es nicht gibt.
Tatsächlich zeigt der Bericht, dass sich das Leben theoretisch um 14 Stunden aufgrund der Luftverschmutzung verkürzt. Wobei auch dies nicht als gesichert gilt, denn Rauchen,Alkohol und Übergewicht sind die primären Faktoren die das Leben verkürzen können.

Auch interessant, seit den Neunziger Jahren hat sich die Menge an Stickstoff die wir einatmen halbiert. Tatsächlich sind wir auf einem guten Weg und müssen nicht durch Aktivismus einen ganzen Industriezweig gefährden.
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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon Berndte » Mo 19. Mär 2018, 08:50

Der irrwegige Gedanke ist ja, dass eben jeder gleichmäßig 14 Minuten Lebenszeit einbüßt!
Ich behaupte Mal, dass die meisten Leser hier im Forum kerngesund sind und vielleicht "nur" 5 Minuten ihr Leben verkürzen. Aber bereits Lungenkranke, Alte und auch Kinder mit Asthma bekommen dann rechnerisch die Differenz abgezogen. Je nach Krankheitsbild dann eben 20 Minuten bis 20 Jahre weniger Lebenszeit.
Sep 2014: Renault Zoe
Nov 2014: Eigene 43kW Ladesäule
Okt 2015: 2x 43kW und 1x 14kW am Arbeitsplatz
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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon eDEVIL » Mo 19. Mär 2018, 09:31

Rudi L hat geschrieben:
Auch interessant, seit den Neunziger Jahren hat sich die Menge an Stickstoff die wir einatmen halbiert. Tatsächlich sind wir auf einem guten Weg und müssen nicht durch Aktivismus einen ganzen Industriezweig gefährden.

:roll:
Der "ganze Industriezweig" hat sich höchstens selbst durch "kriminellen" Aktivismus und aktives Verhindern selbst geschadet.
Letztendlich ist es doch den Autokonzernen langfristig egal, was für ein Motor das Fahrzeug antreibt. entscheidet ist,d ass man das Fahrzeug verkaufen kann. Man hat halt durch das ewige Hinauszögern die Kompentenzführerschaft bei wichtigen Komponenten eingebüßt. Je länger man da wartet, desto schlimmer wird es.

Warum sollte man LKW/Busse von Fahrverboten ausnehmen? Weil die dt. hersteller es nicht hin bekommen (haben/wollten) entsprechedne Fahrzeuge anzubieten?

Technologisch ist es ja nun wirklich kein Problem. Es fehlt allein der Wille bei den Herstellern.

Am Beispiel Streetscooter / Deutsche post sieht man sehr gut, dass es nicht nicht die Käufer der LKW/Busse sind, die kein Elektro wollen, sondern schlichtweg keine Fahrzeuge zu einem angemessenen Preis am Markt angeboten werden.
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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon Pianist » Mo 19. Mär 2018, 10:13

Im Prinzip muss man sich doch auf diese ganzen Diskussionen um die Kausalketten zwischen Abgasen und Toten gar nicht einlassen. Für mich gilt als erwiesen: Es kann keinesfalls verkehrt sein, weniger Öl zu verbrennen. Und ein Auto, welches lokal keine Abgase verursacht, ist auf jeden Fall besser als ein Auto, welches permanent Diesel oder Benzin verbrennt. Schlechter kann es keinesfalls sein.

Alle Diskussionen um die fehlenden Kausalketten, womöglich noch gespickt mit Nebelkerzen über kongolesische Kobaltkinder, dienen letztendlich nur als Rechtfertigungsversuch der Verbrennerlobby, weiterhin Unmengen von Benzin und Diesel zu verfeuern.

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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon Zoeteaser » Mo 19. Mär 2018, 12:10

Pianist hat geschrieben:
Im Prinzip muss man sich doch auf diese ganzen Diskussionen um die Kausalketten zwischen Abgasen und Toten gar nicht einlassen. Für mich gilt als erwiesen: Es kann keinesfalls verkehrt sein, weniger Öl zu verbrennen. Und ein Auto, welches lokal keine Abgase verursacht, ist auf jeden Fall besser als ein Auto, welches permanent Diesel oder Benzin verbrennt. Schlechter kann es keinesfalls sein.

Alle Diskussionen um die fehlenden Kausalketten, womöglich noch gespickt mit Nebelkerzen über kongolesische Kobaltkinder, dienen letztendlich nur als Rechtfertigungsversuch der Verbrennerlobby, weiterhin Unmengen von Benzin und Diesel zu verfeuern.

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Absolut korrekt. Kein Zweifel, dass das E-Auto die am wenigsten umweltschädliche Alternative ist - sofern mit Ökostrom geladen wird, was man aber bei den meisten E-Autofahrern voraussetzen kann.
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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon Rudi L » Mo 19. Mär 2018, 17:20

Es geht nicht um Rechtfertigung, sondern um Objektivität. Dass ein E-Auto sauberer ist selbst mit Kohlestrom bestreitet niemand. Allerdings sollte man auch die Dieseldebatte ohne Polemik führen. Und diese Sendung bringt das sehr gut rüber.
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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon Pianist » Mo 19. Mär 2018, 18:49

Rudi L hat geschrieben:
Dass ein E-Auto sauberer ist selbst mit Kohlestrom bestreitet niemand.

Doch. Lies Dir mal entsprechende Leserkommentare unter Artikeln auf welt.de durch. Das endet meist mit der Tendenz, dass Elektroauto-Fahrer noch größere Umweltsäue sind als Dieselfahrer. Ernsthaft. Zum Glück raffen sich inzwischen auch einige Elektroauto-Befürworter auf, dort mal was zu schreiben, vielleicht auch welche von hier. Aber die Tendenz ist immer noch zu 80 bis 90 Prozent negativ.

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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon eCar » Mo 19. Mär 2018, 18:55

Rudi L hat geschrieben:
Auch interessant, seit den Neunziger Jahren hat sich die Menge an Stickstoff die wir einatmen halbiert. Tatsächlich sind wir auf einem guten Weg und müssen nicht durch Aktivismus einen ganzen Industriezweig gefährden.

Doch woran genau liegt das? Es liegt daran, dass wir immer strengere Abgasvorschriften/Schadstoffgrenzwerte haben und teilweise auch Institutionen, die die Einhaltung dieser Grenzwerte einfordern.

Von sich aus würde die Industrie ganz sicher keine sauberen Autos bauen. Sieht man doch z.B. sehr gut an VW. Man kann bei VW bis heute ausschließlich Euro 6b Diesel neu bestellen, obwohl ab dem 01.09. eine neue Abgasnorm gilt, die die Zulassung solcher Fahrzeuge verbietet. Man baut also nicht proaktiv sauberere Fahrzeuge, sondern nutzt die zulässigen Spielräume bis auf's Äußerste aus. Das gilt in der Form auch für eine Reihe anderer Hersteller.

Zwangs-Hardwarenachrüstungen für Euro 5 Diesel sind in meinen Augen der größte Unsinn. Sinnvoll wären meiner Ansicht nach strenge Fahrverbote in Verbindung mit einer üppig bemessenen Entschädigung (z.B. 2-3000 Euro) für alle betroffenen Fahrzeughalter. Dann passieren 3 Dinge:
- Die erste Gruppe lässt ihr Fahrzeug mit der Entschädigung nachrüsten um auch weiterhin überall hinfahren zu können.
- Die zweite Gruppe gleicht mit der Entschädigung den Wertverlust aus und tauscht das Fahrzeug gegen ein gleichwertiges Modell ohne Fahreinschränkung (z.B. Benziner).
- Die dritte Gruppe nimmt die Fahrverbote in Kauf und freut sich über die finanzielle Entschädigung.

In Summe sollten sich bei dieser Lösung kein Halter benachteiligt fühlen, die Grenzwerte in den Städten werden sehr zügig eingehalten und die sinnlose Zwangsnachrüstung wird vermieden.
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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon Pianist » Mo 19. Mär 2018, 20:37

eCar hat geschrieben:
Rudi L hat geschrieben:
- Die zweite Gruppe gleicht mit der Entschädigung den Wertverlust aus und tauscht das Fahrzeug gegen ein gleichwertiges Modell ohne Fahreinschränkung (z.B. Benziner).

Wobei das aus meiner Sicht nun wirklich keine Lösung sein kann, jetzt vom Diesel auf einen reinen Benziner zu wechseln. Denn damit ruinieren sich die Leute ihre CO2-Bilanz. Wenn Benziner, dann müssten sich mehr Leute als bisher im Bereich der Toyota-Vollhybride umsehen. Und ich verstehe auch nach wie vor nicht, warum nicht noch viel mehr Leute auf Erdgas umsteigen. Die Tendenz ist zwar stark steigend, aber das sind immer noch keine Massenbewegungen. So wie beim BEV.

Meiner Meinung nach sind übrigens die Erdgasfahrer von heute die Elektrofahrer von morgen.

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Re: Abgasalarm - sehenswerter Filmbeitrag bei Youtube

Beitragvon eCar » Mo 19. Mär 2018, 22:36

Im Gebrauchtwagenbereich wird man aber bei dieser Masse nicht am Benziner vorbeikommen. Und die meisten werden sich keinen Neuwagen leisten können oder wollen. Beim Neuwagen ist das Argument teilweise richtig, hier sollten alle Fahrzeuge in naher Zukunft zumindest teilelektrifiziert sein.

Das CO2-Argument für den Diesel wird meiner Meinung nach hochdramatisiert. Man schaue sich mal den CO2-Ausstoß vergleichbarer moderner Diesel und Benziner bei Neuwagen an. Beim Golf z.B. liegen die Unterschiede beinahe im Bereich der Messtoleranz und werden durch den höheren Herstellungsaufwand des Diesel sogar teilweise wieder aufgewogen.

Das aktuelle Dieselproblem ist doch hauptsächlich ein Problem fehlgeleiteter Subventionspolitik. Der Diesel hatte - und hat zum Teil immer noch - seine Daseinsberechtigung im Schwerlast- und Langstreckenverkehr. Dass er sich durch Dauersubventionen auch im städtischen Bereich und im Kurzstreckenverkehr durchgesetzt hat, ist ökologisch gesehen einfach Blödsinn.

Gegen den Umstieg auf Erdgas spricht vor allem das fehlende Fahrzeugangebot. Mittlerweile hat man doch bei E-Autos schon eine größere Auswahl als im CNG-Bereich und das will schon etwas heißen. Davon abgesehen haben die meisten Ergas-Autos - vermutlich auch, weil es oft halbgare Lösungen sind - ein Reichweitenproblem. Nicht etwa auf der Langstrecke, da würde es mir nichts ausmachen, alle 300-400 km nachzutanken. Sondern vielmehr im Alltag, wo es mir sozusagen mit dem E-Auto nichts ausmacht, jeden Tag am Arbeitsplatz oder zu Hause nachzuladen, würde es mich schon nerven, alle 3-4 Tage zur Tankstelle fahren zu müssen.
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