Begriff "Stromtankstelle"

Ankündigungen, Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge

Welcher Begriff soll im goingelectric Forum benutzt werden?

Umfrage endete am Mo 23. Mär 2015, 12:41

Ladestelle
11
34%
Stromtankstelle
21
66%
 
Abstimmungen insgesamt : 32

Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon Bernd_1967 » Mi 8. Jun 2016, 21:47

Zoelibat hat geschrieben:
Berndte hat geschrieben:
... und wenn das jetzt keine Säule ist, sondern an die Wand gedübelt ist?

Ladestation für Elektrofahrzeuge finde ich immer noch passend.

Ladestation, das einzig wahre.

Das einzig blöde ist nur, dass Google bei "Stromtankstelle" mehr gute Treffer ausspuckt als bei "Ladestation", wo man Ladestationen für das Handy und dergleichen angezeigt bekommt.


Dann halt "Ladestation für Elektroautos"
Ich finde, dass wenigstens die Leute, die Berichte schreiben, die Begriffe richtig verwenden sollten und die nicht technisch versierten Menschen nicht ganz verwirren sollten.
Siehe hier zum Beispiel: http://www.merkur.de/lokales/fuerstenfe ... 69044.html

"Strom tanken" Häh ????
Strom = Elektronenfluss. Den kann man nicht tanken.
Genau so wenig kann man "Benzinfluss" tanken.

Wenn man die Begriffe richtig nutzt, wird den Leuten vielleicht eher der Unterschied zwischen E-Auto und Verbrenner klar.
Beim Verbrenner lagert die Energie an der Tankstalle.
Beim E-Auto wird die Energie bsp. von einem Windrad zum Auto tranzsportiert, über Stromleitungen.
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon Joe-Hotzi » Do 7. Jul 2016, 08:37

Bezeichnend für unsere Gesetzgebung zum Thema finde ich, dass in der Ladesäulenverordnung nirgendwo der Begriff der Ladesäule auftaucht!

Konsequenterweise sollte dieses Elektromobilitätsverhinderungskonstrukt dann doch auch "Ladepunktverordnung" heißen ...

Da gibt es nur den Begriff "öffentlich zugänglicher Ladepunkt für Elektromobile" und der definiert genau eine zum Laden nutzbare"Einrichtung". Hat eine "Einrichtung" (wir sagen Stromtankstelle /Ladesäule /Wallbox) mehrere gleichzeitig nutzbare Anschlüsse, handelt es sich um mehrere Ladepunkte (§2/6)!
Sie werden unterteilt in Normalladepunkte bis 22kW (§2/7) und Schnellladepunkte >22kW (§2/8) - ohne sich etwa auf die Akkugröße (C-Rate) oder die Ladegeschwindigkeit als Reichweite in Abhängigkeit von der Ladedauer (km/h) zu beziehen.

Der Begriff für die Infrastruktur zum Laden mit mehreren Fahrzeugen (analog zur "Tankstelle" mit mehreren Zapfsäulen, die wiederum mehrere - meist zwei - gleichzeitig nutzbare Anschlüsse haben kann) ist in der Verordnung als "Ladeeinrichtung" bürokratisch definiert - ein Begriff, der sich m.E.n. schwerlich durchsetzen wird. (Begründung, allg. Teil)
Darüber hinaus wird klargestellt, dass es – unabhängig von der Anzahl der an einer Ladeeinrichtung vorhandenen Steckdosen beziehungsweise (Fahrzeug-) Kupplungen – für die Bestimmung der Anzahl der Ladepunkte im Sinne dieser Verordnung einzig darauf ankommt, wie viele Elektromobile gleichzeitig an der Ladeeinrichtung aufgeladen werden können. Verfügt eine Ladeeinrichtung beispielsweise über eine Kombination aus Steckdose und (Fahrzeug-)Kupplung, kann jedoch zur gleichen Zeit nur an einer Steckdose beziehungsweise (Fahrzeug-)Kupplung Strom für einen Ladevorgang abgegeben werden, so 12 handelt es sich um nur einen Ladepunkt. Können an einer Ladeeinrichtung mit mehreren Steckdosen und (Fahrzeug-)Kupplungen zwei (oder mehr) Elektromobile gleichzeitig aufgeladen werden, so handelt es sich entsprechend um zwei (beziehungsweise mehrere) Ladepunkte.


Interessant ist auch, dass Steckdosen, die keine Ladepunkte darstellen, "entsprechend Artikel 2 Nummer 4 der Richtlinie 2014/94/EU Vorrichtungen" sind. Wenn der Hauptzweck dieser "Vorrichtungen" (also keine "Einrichtungen" :roll: ) nicht das Laden von Elektromobilen ist, sind sie aus dem Anwendungsbereich der Verordnung ausgenommen ...

Ich habe an meinem Haus also eine elektrische "Vorrichtung", die kein Ladepunkt ist, da sie nicht diesen definierten Hauptzweck besitzt ... ;)

Ich würde analog zur Tankstelle den Begriff der Ladestelle verwenden, die halt auch mehrere Ladepunkte besitzen kann. Dass dieser Begriff evtl. mehrere Bedeutungen hat. ist so selten nicht.
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon TechnikEn­thu­si­ast » Do 7. Jul 2016, 09:22

In Analogie zur "Tankstelle" wäre doch wohl "Batteriestelle" oder "Akkustelle" angemessen oder? :lol:
"Ladestelle" finde ich gut, oder auch das oben erwähnte, wohl eher umgangssprachliche, "E-Zapfe"!
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon muellae » Do 7. Jul 2016, 10:43

Der Busbahnhof heisst ja auch nur Busbahnhof, damit man sich darunter etwas vorstellen kann. Bushof kann im Gegensatz zu Bahnhof ja alles mögliche sein, nicht? Das hat sich halt einfach historisch festgesetzt. Stromtankstelle finde ich deshalb auch legitim, zumindest in der Übergangszeit. Besser als ein komisches, anglifiziertes Kunstwort wie iFuel oder ähnliches :lol:
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon Kellergeist2 » Do 7. Jul 2016, 11:56

Ich mag den Begriff "Stromtankstelle" nicht, da man Strom (noch) nicht tanken kann.
(Daran wird ja bereits geforscht, nur ist die Energiedichte noch viel zu gering.)

Damit die Gespräche mit Petrol Heads nicht zu kompliziert werden, verwende ich am Anfang der Unterhaltung diesen Begriff, um in während der Unterhaltung dann durch "Ladestation" zu ersetzen.

Ladestation = Das physikalische Gerät, welches auch mehrere Ladepunkte haben kann.
An einem "Standort" können auch mehrere Ladestationen stehen.
Stehen an einem Standort tatsächlich mehrere Ladestationen kann man auch von einem "Ladepark" sprechen.
Gruß, Kellergeist2
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon Vanellus » Do 7. Jul 2016, 12:36

Ladestelle oder besser Ladestation finde ich zwar nicht optimal aber weit besser als Stromtankstelle.

Ich tanke doch nicht, sondern ich lade und die Vorgänge unterscheiden sich doch ganz erheblich. Wenn wir schon tanken und laden gleichsetzen, dann machen das petrolheads allemal und fordern: E-Autos kommen erst dann in Frage, wenn man sie in 5 Minuten wieder komplett volltanken kann. So wie meinen 8-Zylinder BMW. Gerade wieder gehört.
Wir müssen weg vom Begriff "tanken", weil der Ladevorgang dagegen immer schlecht abschneidet.
Wir werden sonst in diesem unvorteilhaften Vergleich immer schlecht aussehen.

Lasst uns doch die Vorteile des Ladens gegenüber dem Tanken herausstellen: ich lade während der Arbeit, des Einkaufs, beim Sport, in der Nacht oder während ich sonstwas sinnvolles tue. Und was machst DU? Musst zur Tankstelle fahren und den stinkenden Rüssel darein halten und dabei stehen bleiben? :o Das ist doch verlorene Lebenszeit!
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon Alex1 » Do 7. Jul 2016, 15:21

eLade oder eZapfe?
Herzliche Grüße
Alex
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Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon Tho » Do 7. Jul 2016, 15:28

Solange ich irgendwo Strom bekomme ist mir der Name eigentlich egal. :?
Renault Zoe Zen, S-Pedelec Grace MX,Tesla Model ≡ reserviert
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Wir müssen uns für unseren Wunsch nach Glück nicht rechtfertigen.(Dalai Lama)
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon R240Pe » Do 7. Jul 2016, 15:44

Seit fast einem Jahrhundert fahren Autofahrer zum Tanken an eine Tankstelle. Seit 1934 ist das laut Duden "eine Anlage mit Zapfsäulen, wo man Fahrzeuge mit Treibstoff und Öl versorgen kann", also im Ergebnis der Ort, wo man die - unterschiedliche Energie(-form - Treibstoff - nach damliger Kenntnis) bekommt, die man benötigt, um die Fahrt mit seinem Auto fortsetzen zu können.
Dort gab/gibt es Treibstoff als "Normal", "Super", "Diesel", "Gas", "2-Takt-Mischung" und noch ein paar andere Sorten - alles unter der gleichen Bezeichnung "Tankstelle". Selbst die einzelne "Zapfsäule", die früher vorschriftsmäßig nur einen speziellen Treibstoff abgeben durfte, hat heute die Möglichkeit, alle Sorten inkl. Gas aus einer Säule abgeben zu können.
Die Sorten gab es einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen an den verschiedenen Tankstellen und es war klar, wer z.B. ein Diesel-Fahrzeug hatte fuhr halt an eine Tankstelle, die eine Abgabemöglichkeit von Diesel hatte - aber es war einfach eine "Tankstelle".
Niemand hatte in der Vergangenheit mit dieser - unpräzisen - Bezeichnung ein Problem, jeder fuhr an genau die mit dieser Funktion ausgestatteten "Tankstelle", die die Sorte von Energie für sein Fahrzeug bereithielt.

Jetzt gibt es doch tatsächlich Fahrzeuge, die Strom als Energie benötigen, um ihre Fahrt fortsetzen zu können.
Das "Aufladen" der "Batterie" des Menschen wird in einer Vielzahl von Redewendungen als "...tanken" verwendet, z. B. an dem einzig schönen Wintertag kann man mal ausgiebig "Sonne tanken". Niemand hat bisher hier "Sonne geladen" - und kein Mensch hat bei diesem "Auffüllen verbrauchter Energie" tatsächlich "Treibstoff" zu sich genommen oder die Finger zum "Laden" in die Steckdose gesteckt. Der Begriff des "Tankens" ist uns allgemein als "(wieder) auffüllen" oder "bevorraten" - etwas verbrauchten oder verlorengegangenen - geläufig. "Geladen" wird eher Gepäck, Ballast etc - und das kommt in den Kofferraum oder "Frunk".
Die Funktion einer "Tankstelle" ist und war allgemein auf das jeweilige Fahrzeug bezogen absolut präzise bekannt. Wieso sollte das für eine EV-Tankstelle anders sein?
Nur deshalb, weil die Tankstellen-Klientel nicht begriffen hat, dass Ihnen in ein paar Jahren die Kunden ausgehen werden, wenn sie nicht die neue Form des Treibstoffs an ihrer "Tankstelle" zur Verfügung stellen?
Hätte heute bereits jede 2. oder 3. Tankstelle eine Strom-Lademöglichkeit, niemand würde diese Diskussion über deren Bezeichnung führen und mit seinem neuem EV so wie bisher routinemäßig an seine alte/neue "Tankstelle" fahren und dort an der passenden Ladesäule seinen Strom "zapfen/tanken".
Es wird wegen der unterschiedlichen "Tank-/Ladezeiten" wenig Sinn machen, Strom und Treibstoff an der gleichen "Zapf-/Ladesäule" anzubieten. Das ist aber vielleicht auch das einzige Kriterium, das eine echte Unterscheidung der beiden "Energie-Auffüll-Möglichkeiten" an einer "Tankstelle" in der Realität tatsächlich erforderlich macht.

Dass wir EV-Fahrer (gegenüber Treibstoff konsumierenden Fahrzeugen) meistens unsere eigen Zapfpistolen samt zugehörigem Schlauch und passenden Adaptern ständig selbst mit uns führen müssen, und dass wir Wind, Wetter, Sonne, Regen etc. schutzlos ausgeliefert unsere Ladekabel aus dem Dreck der kaum gepflegten Ladesäule unter Verunreinigung der eben frisch greinigten Kleidung in wasserdichte Behältnisse des Kofferraumes verstauen müssen ... - wenn also der Begriff "Ladestelle" ein abwertendes Synonym für derart miserabel ausgestattete "Service-Einrichtungen" für Elektroautofahrer dienen soll, könnte ich mich durchaus damit anfreunden (... dort gibt es "nur eine Ladestelle") - solche primitiven Ladestellen als "Tankstelle" zu bezeichnen, wäre für diese ja schon fast eine Beleidigung.
Da nehme ich wegen des fehlenden Witterungsschutzes TESLA mit seinen SuC überhaupt nicht aus! Für mich ist das, was uns heute in den allermeisten Fällen als "Ladestelle" geboten wird, eher ein Mißstand.

Im Übrigen: In der Logistik gibt es 10tausende von "Ladestellen", die haben aber mit unserem "Strom laden" überhaupt nichts zu tun.

Ich fahre ganz einfach wie bisher - ohne jede Ideologie und vollkommen unkompliziert - mit meinem jetzt EV-Auto dem Sinn und Zweck einer allseits bekannten Tankstelle entsprechend zum "Tanken" und jedem meiner Bekannten, Abeitskollegen, Beifahrer u.ä. ist - funktionell - klar, dass ich damit meinen Verhältnissen entsprechend eine "Ladestelle" für (mein) Elektro-Auto(s) gemeint habe.

Also wer´s braucht, kann
a) sich im elitären "Laden" an Ladestellen, Ladesäulen, Ladestationen, Elektronenaustauschboxen oder sonst wie mit aller dafür für erforderlich gehaltener Distanz von "Tankstellen" abgrenzen oder
b) aus dieser Frage eine Doktor-Arbeit machen - aber Achtung: Zitiergebot beachten, sonst wird der Doktor-Titel "Dr. EV" wieder aberkannt.

99 % aller Autofahrer - gleich welcher Energieform - wird nur interessieren, dass sie dort genau diejenige Energie herbekommen, die sie für ihr Auto zur Fortsetzung ihrer Reise benötigen. Und morgen wird niemand mehr wissen, dass es früher einmal an Tankstellen "flüssigen Treibstoff" gab.
Das Bessere ist der Feind des Guten ... :idea: ZOE ist da - jetzt wird gefahren ... bis der Q90 geliefert wird.
Alle sagten, das geht nicht! - Da kam einer, der wusste das nicht und hat´s einfach gemacht ... :?
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Re: Begriff "Stromtankstelle"

Beitragvon Bernd_1967 » Do 7. Jul 2016, 18:50

R240Pe hat geschrieben:
Seit fast einem Jahrhundert fahren Autofahrer zum Tanken an eine Tankstelle. Seit 1934 ist das laut Duden "eine Anlage mit Zapfsäulen, wo man Fahrzeuge mit Treibstoff und Öl versorgen kann", also im Ergebnis der Ort, wo man die - unterschiedliche Energie(-form - Treibstoff - nach damliger Kenntnis) bekommt, die man benötigt, um die Fahrt mit seinem Auto fortsetzen zu können.
Dort gab/gibt es Treibstoff als "Normal", "Super", "Diesel", "Gas", "2-Takt-Mischung" und noch ein paar andere Sorten - alles unter der gleichen Bezeichnung "Tankstelle". Selbst die einzelne "Zapfsäule", die früher vorschriftsmäßig nur einen speziellen Treibstoff abgeben durfte, hat heute die Möglichkeit, alle Sorten inkl. Gas aus einer Säule abgeben zu können.
Die Sorten gab es einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen an den verschiedenen Tankstellen und es war klar, wer z.B. ein Diesel-Fahrzeug hatte fuhr halt an eine Tankstelle, die eine Abgabemöglichkeit von Diesel hatte - aber es war einfach eine "Tankstelle".
Niemand hatte in der Vergangenheit mit dieser - unpräzisen - Bezeichnung ein Problem, jeder fuhr an genau die mit dieser Funktion ausgestatteten "Tankstelle", die die Sorte von Energie für sein Fahrzeug bereithielt.

Jetzt gibt es doch tatsächlich Fahrzeuge, die Strom als Energie benötigen, um ihre Fahrt fortsetzen zu können.
Das "Aufladen" der "Batterie" des Menschen wird in einer Vielzahl von Redewendungen als "...tanken" verwendet, z. B. an dem einzig schönen Wintertag kann man mal ausgiebig "Sonne tanken". Niemand hat bisher hier "Sonne geladen" - und kein Mensch hat bei diesem "Auffüllen verbrauchter Energie" tatsächlich "Treibstoff" zu sich genommen oder die Finger zum "Laden" in die Steckdose gesteckt. Der Begriff des "Tankens" ist uns allgemein als "(wieder) auffüllen" oder "bevorraten" - etwas verbrauchten oder verlorengegangenen - geläufig. "Geladen" wird eher Gepäck, Ballast etc - und das kommt in den Kofferraum oder "Frunk".
Die Funktion einer "Tankstelle" ist und war allgemein auf das jeweilige Fahrzeug bezogen absolut präzise bekannt. Wieso sollte das für eine EV-Tankstelle anders sein?
Nur deshalb, weil die Tankstellen-Klientel nicht begriffen hat, dass Ihnen in ein paar Jahren die Kunden ausgehen werden, wenn sie nicht die neue Form des Treibstoffs an ihrer "Tankstelle" zur Verfügung stellen?
Hätte heute bereits jede 2. oder 3. Tankstelle eine Strom-Lademöglichkeit, niemand würde diese Diskussion über deren Bezeichnung führen und mit seinem neuem EV so wie bisher routinemäßig an seine alte/neue "Tankstelle" fahren und dort an der passenden Ladesäule seinen Strom "zapfen/tanken".
Es wird wegen der unterschiedlichen "Tank-/Ladezeiten" wenig Sinn machen, Strom und Treibstoff an der gleichen "Zapf-/Ladesäule" anzubieten. Das ist aber vielleicht auch das einzige Kriterium, das eine echte Unterscheidung der beiden "Energie-Auffüll-Möglichkeiten" an einer "Tankstelle" in der Realität tatsächlich erforderlich macht.

Dass wir EV-Fahrer (gegenüber Treibstoff konsumierenden Fahrzeugen) meistens unsere eigen Zapfpistolen samt zugehörigem Schlauch und passenden Adaptern ständig selbst mit uns führen müssen, und dass wir Wind, Wetter, Sonne, Regen etc. schutzlos ausgeliefert unsere Ladekabel aus dem Dreck der kaum gepflegten Ladesäule unter Verunreinigung der eben frisch greinigten Kleidung in wasserdichte Behältnisse des Kofferraumes verstauen müssen ... - wenn also der Begriff "Ladestelle" ein abwertendes Synonym für derart miserabel ausgestattete "Service-Einrichtungen" für Elektroautofahrer dienen soll, könnte ich mich durchaus damit anfreunden (... dort gibt es "nur eine Ladestelle") - solche primitiven Ladestellen als "Tankstelle" zu bezeichnen, wäre für diese ja schon fast eine Beleidigung.
Da nehme ich wegen des fehlenden Witterungsschutzes TESLA mit seinen SuC überhaupt nicht aus! Für mich ist das, was uns heute in den allermeisten Fällen als "Ladestelle" geboten wird, eher ein Mißstand.

Im Übrigen: In der Logistik gibt es 10tausende von "Ladestellen", die haben aber mit unserem "Strom laden" überhaupt nichts zu tun.

Ich fahre ganz einfach wie bisher - ohne jede Ideologie und vollkommen unkompliziert - mit meinem jetzt EV-Auto dem Sinn und Zweck einer allseits bekannten Tankstelle entsprechend zum "Tanken" und jedem meiner Bekannten, Abeitskollegen, Beifahrer u.ä. ist - funktionell - klar, dass ich damit meinen Verhältnissen entsprechend eine "Ladestelle" für (mein) Elektro-Auto(s) gemeint habe.

Also wer´s braucht, kann
a) sich im elitären "Laden" an Ladestellen, Ladesäulen, Ladestationen, Elektronenaustauschboxen oder sonst wie mit aller dafür für erforderlich gehaltener Distanz von "Tankstellen" abgrenzen oder
b) aus dieser Frage eine Doktor-Arbeit machen - aber Achtung: Zitiergebot beachten, sonst wird der Doktor-Titel "Dr. EV" wieder aberkannt.

99 % aller Autofahrer - gleich welcher Energieform - wird nur interessieren, dass sie dort genau diejenige Energie herbekommen, die sie für ihr Auto zur Fortsetzung ihrer Reise benötigen. Und morgen wird niemand mehr wissen, dass es früher einmal an Tankstellen "flüssigen Treibstoff" gab.


Meinetwegen kannst Du Dein E-Auto tanken, oder auch elektrische Energie tanken, aber bitte keinen "Strom tanken".
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