Laden an öffentlichen Ladepunkten

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In diesem Artikel werden die verschiedenen Zugangs- und Bezahlsysteme, die an öffentlichen Ladepunkten verwendet werden, für Einsteiger in die Elektromobilität vorgestellt.

Hinweis: Der Artikel befindet sich zur Zeit im Aufbau. Wenn Du Zeit und Lust hast, kannst Du gerne mithelfen!

Es empfiehlt sich, vorher den Artikel Ladung und Ladestecker durchzulesen, um sich mit den verschiedenen Lademöglichkeiten und Ladezeiten vertraut zu machen.

Was kostet das Laden?

Die Kosten für einen Ladevorgang variieren von Ladepunkt zu Ladepunkt erheblich. Generell gibt es die folgenden Möglichkeiten zur Preisgestaltung an Ladestationen:

Kostenlos
Bei einem großen Teil aller Ladestationen ist das Laden gratis. Vor allem an Destination-Ladepunkten wie z.B. an Läden und Einkaufszentren, Kinos, Restaurants und Hotels wird diese Variante gerne verwendet.
Nach geladener Energiemenge
Die wahrscheinlich naheliegendste Abrechnungsvariante, bei der man wie Zuhause pro Kilowattstunde (kWh) einen bestimmten Betrag zahlt. Üblich sind hier 25 bis 50 Cent pro Kilowattstunde.
Nach Zeit
Solange das Fahrzeug angestöpselt ist, bezahlt man für jede Minute / Viertelstunde / ... einen bestimmten Betrag, egal wie viel Energie während dieser Zeit geladen wird. Die Abrechnung nach Zeit wird relativ häufig angewendet, ist aber nicht unumstritten. Einerseits regen Zeittarife dazu an, Ladeplätze nach beendeter Ladung nicht unnötig zu blockieren. Andererseits benachteiligen sie Elektrofahrzeuge, die nicht die volle Anschlussleistung eines Ladepunktes nutzen können. Dies gilt vor allem für nur einphasig ladende E-Autos an dreiphasigen Wechselstrom-Ladesäulen.
→ Weitere Infos zu Ladeleistungen von Elektrofahrzeugen findet man im Wiki-Artikel Ladung und Ladestecker.
Pauschalbetrag
Man zahlt pro Ladevorgang einen festen Betrag, egal wie viel Energie man lädt. Üblich sind hier Beträge zwischen 5 und 10 Euro.
Kombinierte Tarife
Zum Teil gibt es auch Kombinationen aus den drei Abrechnungsmöglichkeiten Pauschalbetrag, Energiemenge und Zeittarif. Beispielsweise zahlt man eine pauschale Startgebühr und zusätzlich wird für jede Minute oder Kilowattstunde ein bestimmter Betrag abgerechnet.
Auf Spendenbasis
Man wird gebeten, einen angemessenen Betrag für die geladene Energiemenge z.B. in einen Briefkasten einzuwerfen oder per Paypal-Link zu bezahlen. Diese Variante wird beispielsweise bei GoingElectric Crowdfunding Ladepunkten eingesetzt.

Zugangssysteme mit Registrierung / Vertrag

RFID-Ladekarte

RFID-Leser an einer Ladesäule

Das derzeit meist verwendete Zugangssystem für öffentliche Ladepunkte basiert auf RFID-Ladekarten (bzw. RFID-Schlüsselanhängern). Man muss sich also im Voraus informieren, welche RFID-Karte man für einen Ladesäulen-Verbund benötigt, und diese bestellen.
Je nach Anbieter werden für die RFID-Karte verschiedene Gebühren fällig oder auch nicht:

  • Einmalige (Freischalt- / Bearbeitungs- / Versand-)Gebühr beim Kauf der Karte
  • Kosten pro Ladevorgang wie oben beschrieben (entweder über eine hinterlegte Bezahlmöglichkeit oder es handelt sich um eine Prepaid-Karte mit einem Guthaben, das immer wieder aufgeladen werden kann)
  • Monatliche / jährliche Grundgebühr – Wenn man an Ladesäulen eines Anbieters regelmäßig lädt, kann es sich lohnen, eine Ladekarte mit regelmäßiger Grundgebühr zu kaufen, da dann die Kosten pro Ladevorgang vergünstigt oder sogar kostenlos (also quasi als „Flatrate“) angeboten werden. Ansonsten sind meist Tarife ohne Grundgebühr die bessere Wahl.


App

Viele RFID-Karten-Anbieter bieten eine ergänzende Smartphone-App an, mit der man sich auf einer Karte die in der Umgebung befindlichen Ladepunkte und die dortigen Kosten anzeigen lassen kann.

Immer weiter verbreitet ist aber auch die direkte Freischaltung von Ladestationen per App. Hier hinterlegt man eine Bezahlmethode (z.B. Bankeinzug, Paypal, Kreditkarte etc.) und kann dann den Ladevorgang über das Smartphone starten. Ein Nachteil der Authentifizierung per App ist die notwendige Internetverbindung per Mobilfunk (oder WLAN, falls vorhanden).

Roaming-Anbieter

Die gute Nachricht:
Die Zeiten, in denen man für jeden Ladesäulen-Verbund eine separate RFID-Ladekarte benötigte, sind vorbei. Sogenannte Roaming-Anbieter ermöglichen mit nur einer RFID-Karte Zugang zu verschiedenen Verbünden.
Nur vereinzelt gibt es noch z.B. lokale Stadtwerke, die ihr eigenes Süppchen kochen und ausschließlich die eigene Ladekarte akzeptieren. Eine Auskunft darüber, wo mit welchen Ladekarten geladen werden kann, bietet z.B. das GoingElectric Stromtankstellen-Verzeichnis. Hier kann man sogar auswählen, welche Ladekarten man besitzt, und bekommt nur die Ladepunkte angezeigt, zu denen man Zugang hat.
Die schlechte Nachricht:
Je nach verwendetem Roaming-Partner kann das Laden an ein und demselben Ladepunkt unterschiedliche Kosten verursachen. Über die jeweils geltenden Preise informieren die Apps bzw. Webseiten der Roaming-Anbieter. Es ist nicht immer ganz einleuchtend, welcher Tarif gilt. Aber zumindest ändern sich die Preise nicht ständig wie bei Benzin und Diesel... Glücklicherweise möchte das Eichamt hier für mehr Transparenz sorgen, sodass an Ladesäulen die gültigen Preise z.B. an einem Display angezeigt werden.

Tipps & Empfehlungen

Quasi unverzichtbar für jeden Elektromobilisten ist die Ladekarte inklusive App von NewMotion, die Zugang zu über 64.000 Ladepunkten in ganz Europa ermöglicht. Die RFID-Karte bekommt man kostenlos zugeschickt, auch fallen keine regelmäßigen Grundgebühren an. Die Kosten für eine Ladung werden vom jeweiligen Ladesäulen-Betreiber festgelegt und in der App angezeigt (diese können pauschal, verbrauchs- oder zeitbasiert sein). Zusätzlich berechnet NewMotion pro Ladevorgang eine Transaktionsgebühr von 35 Cent.

Extra-Wissen: Herstellereigene Angebote
Einige Autohersteller bieten eigene Roaming-Ladekarten und -Apps, die man beim Fahrzeugkauf automatisch erhält, z.B.:
  • BMW: ChargeNow
  • Renault: Z.E. Pass
  • VW: Charge&Fuel

Ein weiterer empfehlenswerter Roaming-Anbieter ist Plugsurfing. Mit deren App und RFID-Schlüsselanhänger hat man Zugang zu über 60.000 Ladepunkten in ganz Europa. Der Ladeschlüssel kostet einmalig 9,95 €, eine regelmäßige Grundgebühr fällt nicht an. Genau wie bei NewMotion werden die Kosten für eine Ladung vom jeweiligen Ladesäulen-Betreiber festgelegt und in der App angezeigt (diese können pauschal, verbrauchs- oder zeitbasiert sein).

Ansonsten empfiehlt sich immer ein Blick ins GoingElectric Stromtankstellen-Verzeichnis, um herauszufinden, ob Du für die Ladesäulen auf Deinen häufig zu bewältigenden Strecken spezielle Ladekarten bzw. Apps benötigst oder ob es dafür eventuell besonders günstige Angebote gibt.

Für Viellader sind für bestimmte Ladesäulen Lade-Flatrates erhältlich, bei denen man eine regelmäßige Grundgebühr zahlt und dafür so viel laden darf, wie man möchte. Eine Übersicht über solche Angebote findet sich im Wiki-Artikel LoadFlat.

Für Gelegenheitsnutzer eignen sich Tarife ganz ohne regelmäßige Grundgebühren, das heißt, man bezahlt nur für jeden getätigten Ladevorgang. Eine Übersicht über solche Angebote findet sich im Wiki-Artikel EasyLoad.

„Barrierefreie“ Zugangssysteme bei kostenpflichtigen Ladepunkten

Ladesäulen, die ohne einen abgeschlossenen Vertrag bzw. ohne vorherige Registrierung nutzbar sind, werden als „barrierefrei“ bezeichnet. Hierfür gibt es je nach Ladesäule verschiedene Zahlungsmöglichkeiten, die im Folgenden genauer beschrieben werden.

Teilweise bieten auch Ladesäulen, bei denen man sich über RFID-Karte oder App authentifiziert, zusätzlich barrierefreie Zugangssysteme an.

Neu installierte Ladesäulen müssen aufgrund der Ladesäulenverordnung zwingend ein barrierefreies Zugangssystem anbieten.

Im GoingElectric Stromtankstellen-Verzeichnis kann man einen entsprechenden Filter aktivieren, sodass nur barrierefreie Ladesäulen angezeigt werden. Hat man zusätzlich Ladekarten/Apps ausgewählt, werden sowohl barrierefreie Ladestationen als auch solche, zu denen man über die Registrierungen Zugang hat, angezeigt.

Mobile Webseite

Solche Aufkleber der eRoaming-Plattform intercharge direct des Berliner Unternehmens Hubject kleben an zahlreichen Ladesäulen in ganz Europa.

Das am weitesten verbreitete barrierefreie Zugangssystem ist derzeit eine Authentifizierungs-Webseite, die z.B. mit einem internetfähigen Mobiltelefon aufgerufen werden kann.

Meist ist an der Säule sowohl die Internetadresse als auch ein QR-Code zum einfachen Abrufen der Webseite (per geeigneter Smartphone-App) angebracht.

In der mobilen Webseite kann dann ein Zahlungsverfahren ausgewählt werden (meist stehen PayPal und Kreditkarte zur Auswahl), nach erfolgreicher Bezahlung startet der Ladevorgang.

SMS

Auf der Ladesäule ist eine Ladesäule- oder Ladepunkt-Kennung und eine Telefonnummer angegeben. Die Kennung wird per SMS an diese Telefonnummer gesendet. Damit wird der Ladevorgang gestartet. Unter Umständen muss auch eine SMS zum Beenden des Ladens gesendet werden, oder es reicht das Beenden des Ladevorgangs am Fahrzeug. Meist ist auch ein QR-Code aufgedruckt, so dass die Nummern nicht abgetippt werden müssen (entsprechende eigene Technik vorausgesetzt).

Die Bezahlung des Ladevorgangs erfolgt dann über den Mobilfunkvertrag. Dazu müssen gegebenenfalls beim Mobilfunkanbieter entsprechende Dienste freigeschaltet sein (teilweise als Premium-SMS bezeichnet).

Zum Teil können auch alternative Bezahlmöglichkeiten ausgewählt werden, wenn man sich vorher beim Abrechnungsdienstleister registriert hat; die SMS dient dann nur zur Freischaltung des Ladevorgangs.

Nach Starten des Ladevorgangs kommt eine Bestätigungs-SMS, nach Beenden eine weitere SMS mit den Abrechnungsdaten. Je nach Betreiber muss entweder zuerst das Ladekabel angesteckt und dann die SMS gesendet werden (andernfalls kommt eine Antwort der Art „kein Ladekabel eingesteckt“), oder es muss zuerst die SMS gesendet werden, z.B. um die Dose an der Säule zu öffnen, damit das Kabel überhaupt eingesteckt werden kann.

Beispiel-Anleitung: Ladeverbund Franken+ / solid

Siehe auch GoingElectric-Seite: Angebot Travipay

Debitkarte („EC-Karte“) / Kreditkarte

...

NFC-Kreditkarte

...

Münzautomat

Eine relativ selten (und vermutlich immer seltener) angebotene Bezahlmethode ist das Einwerfen von Bargeld. Im Zweifelsfall gibt es hier keine Wechselgeld- oder Restbetrag-Rückgabe. Einfache Automaten nehmen sogar häufig nur bestimmte Münzen an, z.B. nur 50-Cent-Stücke.

Verrechnung mit Parkticket

Bei Ladepunkten in (Tief-) Garagen, bspw. hier, kann man bezahlen, indem man vor der Ladung sein Parkticket von dem Ladepunkt einlesen lässt und vor dem Ausfahren beim Kassenautomat die Parkgebühren plus die Ladegebühren bezahlt.

Plug & Charge – einfach einstecken

In Zukunft könnte sich womöglich das Konzept Plug & Charge durchsetzen, ein Konzept, bei dem sich das Fahrzeug automatisch über das Ladekabel authentifiziert und über eine vorher vom Nutzer hinterlegte Bezahlmöglichkeit abgerechnet wird, sodass der Nutzer nicht mehr mit irgendwelchen Karten, Smartphone oder sonstigen Bezahlsystemen hantieren muss.

Bei einigen CCS-Schnellladesäulen geht das schon heute, da das Kommunikationsprotokoll eine Fahrzeugidentifizierung ermöglicht. Bisher muss man sich allerdings hierfür bei jedem Ladesäulenbetreiber separat registrieren und eine Bezahlmethode hinterlegen.

Auch für den Typ2-Standard gibt es bereits eine Erweiterung nach ISO 15118, welche eine Authentifizierung über das Ladekabel ermöglicht. Hier dürfte sich in Zukunft noch einiges tun. Wir sind gespannt!

Zugangssysteme bei kostenlosen sowie bei spendenbasierten Ladesäulen

Bei kostenlosen Ladepunkten und auch bei Ladepunkten auf Spendenbasis gibt es einige besondere Zugangsmöglichkeiten, die im Folgenden vorgestellt werden. Einige davon sind barrierefrei, andere nicht!

Im GoingElectric Stromtankstellen-Verzeichnis kann man einen entsprechenden Filter aktivieren, sodass nur kostenlose Ladesäulen angezeigt werden (Ladesäulen auf Spendenbasis gehören dann natürlich nicht dazu).

Zugang nur mit Registrierung / Vertrag

Leider bedeutet ein kostenloser Ladepunkt nicht automatisch, dass dieser barrierefrei nutzbar ist. Bei manchen benötigt man – warum auch immer – eine RFID-Karte oder App zur Authentifizierung, muss sich also vorher beim Betreiber oder bei einem Roaming-Partner registrieren, um dort laden zu können.

Plug & Charge – einfach einstecken

Die mit Abstand komfortabelste Zugangslösung ist die ohne jegliche Authentifizierung: Einfach das Ladekabel einstecken und der Ladevorgang startet automatisch (eventuell muss an der Ladesäule noch ein Knopf betätigt, auf einem Touchscreen die Ladung gestartet werden oder ähnliches). Dies ist die meist verwendete Variante bei kostenlosen sowie bei spendenbasierten Ladesäulen.

Telefonanruf / SMS

Auf der Ladesäule ist eine Telefonnummer angegeben, die zum Freischalten angerufen werden muss oder an die per SMS eine bestimmte Nachricht geschickt werden muss.

Beliebige RFID-Karte

Einige kostenlose Ladesäulen kann man mit jeder beliebigen RFID-Karte freischalten, z.B. mit einer Ladekarte irgendeines Anbieters, dem neuen Personalausweis oder einer anderen RFID-Karte.