minimale Winterreichweite

Volkswagens erstes Blue-e-Motion Elektroauto auf Basis des up!

minimale Winterreichweite

Beitragvon dedetto » Di 18. Nov 2014, 06:05

Hallo.
Wir haben hier ab und an schon so richtig kalte Tage und haben nun alle mit sinkender Reichweite zu kämpfen.
Frage von Elisabeth68 : Ist eigentlich ein Witz dass man das halbe Jahr nicht mal annähernd an die angegebene Reichweite herankommt..
Das sollten wir mal näher diskutieren.

Vorab möchte ich einen Punkt gleich mal ausschließen: Die Winterreifen.
Ich habe auf meinen Standardstrecken auch mit den Dunlop Winterreifen Verbräuche um 10 kWh/100km realisiert. Allerdings waren diese Fahrten bei trocknen 16°C.

Nun zu den interessanteren Punkten:

Eines fällt bei Kälte sofort auf: Die niedrige Reichweite direkt nach dem Laden. Z.Z. liege ich da schon unter 130km.
Ich vermute mal das das normal ist, man kennt das ja auch von den Wohnmobilakkus. Bei Kälte geht weniger rein. Aber ich habe noch keine klare technische Beurteilung zu dem Verhalten der großen e-UP! Akkus bei Kälte gefunden.
Wer weiß hier mehr?

Die Heizung braucht auf den ersten Kilometern zum Aufheizen des Innenraums so richtig Strom.
Ich habe die Climatronic mal auf eine "Komforteinstellung" von 21°C und Automatik gestellt. Zusätzlich fahre ich ohne Rekuperationsstufe ("D"). So kann man beim Ausrollen die Verbräuche "ohne Antrieb" besser erkennen.
Macht euch mal den Spaß und merkt euch bei 0 °C Außentemperatur den aktuellen "Ausrollverbrauch". Ich mache das z.Z. nach 1, 2 und 4 km. Sehr interessant: Beim Ausrollen, also ohne Motorverbrauch, zeigt meine Anzeige einen Verbrauch von bis zu 12kWh/100km an. Bei meinen Fahrten die meist schon nach 2 - 5 km am nächsten Parkplatzenden kommt man dann oft im Schnitt auf 20 kWh/100km Durchschnittsverbrauch. Damit sinkt die realisierbare Reichweite schnell auf unter 100km.
Wie das wird, wenn mehrere kalte Tage aufeinander folgen ... Habt ihr das auch schon mal ausprobiert?

Was ich noch nicht so richtig herausbekommen habe:

Wird der Akku bei niedrigen Außentemperaturen auch etwas angewärmt oder kommt der hohe Verbrauch auf den ersten Kilometern nur von der Innenraumheizung?

Die minimale Winterreichweite liegt ja lt. VW e-UP! Broschüre bei 80km. Ist das eigentlich mit oder ohne Heizung gemessen worden?
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon pressi » Di 18. Nov 2014, 09:06

Das könnte in den nächsten Tagen eine heisse Diskussion werden.....

Wie sich der Akku selber bei tiefen Temperaturen verhält, kann ich nicht beurteilen, Da meiner in der Garage steht, nicht geheizt, aber doch immer um die 10 Grad wärmer als aussen.
Ich denke aber, das als Pendlerauto die Akkus nie extrem auskühlen, da sie ja recht gut geschützt liegen, und beim aufladen auch wieder erwärmt werden.
Anders ist es natürlich, wenn der Up ein paar Tage ungebraucht draussen steht, da wirds dann schon hart.

Unter dem Strich muss man sich unter 10 Grad einfach entscheiden, Wohlig warm, oder weit fahren.
Das mit dem Ausrollverbrauch hab ich auch schon getestet. der variiert natürlich im Verhältnis zur Geschwindigkeit.
Theoretisch wären es mit 100 km/h max 5.5 kW/h, mit 50 km/h dann schon 11 kW/h, schleicht man im Stau, könnte dieser Wert schon mal über 20 kW/h steigen.

Ich habe mich schon vor dem Kauf damit abgefunden, im Winter einfach die Jacke anlassen, und nur soviel wie wirklich nötig heizen. Im meinem Fall höchstens etwas vorheizen bei der Arbeit, wenn die Scheiben gefroren sind. Das geht aber auch nur, weil der Heimweg nur 25 km ist. Daheim vor dem abfahren vorheizen.
Ich tröste mich immer damit: wozu muss ein elektro Fahrzeug zwingend innert Minuten auf 23 Grad geheizt sein?
Bei einem Verbrenner kommt auf Kurzstrecken auch keine Warme Luft, bei Dieseln dann auch nur, weil ein Zuheizer läuft.

Letzteres wäre durchaus eine Überlegung wert, als Option. Ist zwar im Kopf nicht ökologisch, aber was sind 0.3 l Diesel (Teillast einer Webasto) schon auf eine Stunde? Könnte natürlich auch Bio-Diesel sein.
Dafür kein Mehrverbrauch an Strom. Den "günstigen" Strom, welcher z.T. auch nicht so ökologisch ist, und durchaus auch auf die Lebensdauer des Akkus schlägt, ist auch schade zu verheizen. Eine Wärmepumpe ist zwar schon viel besser, aber braucht immer noch Strom.

Was ich immer noch etwas am experimentieren bin, was für eine Auswirkung die Umluft-Funktion hat.
Wenn ich Zuhause an der Steckdose vorheize, und danach angenommen 10 km fahre, nehme ich an, saugt der Up auf Automat von aussen kalte Luft an. Das wären dann im extrem Fall weit unter 0 Grad.
Schalte ich aber gleich bei der Abfahrt auf Umluft, nimmt er die vorgewärmte Innenluft, und die Wärme aus dem vorgewärmten Heizaggregat. Hat bei mir schon ein paarmal funktioniert, und es war auf Eco und 18 Grad sogar die ganzen 20 km einigermassen warm. Natürlich beginnen mit der Zeit dann die Seitenscheiben von den Spiegeln her anzulaufen, in meinen Versuchsfällen hielt sich das aber in Grenzen. Würde aber sicher bei mehreren Fahrgästen noch verstärkt werden.
Ich musste aber die Umluft-Taste ein zweites mal drücken, da sie am Anfang schnell wieder rausflog.
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon DeJay58 » Di 18. Nov 2014, 09:10

Für 2-5 km würde ich keine Heizung aktivieren.
Die Klima einzuschalten bei niedrigen Temperaturen ist ebenso sinnlos.
Video Reku Test alte/neue SW: https://youtu.be/mTpot4lZYtA
Video 2: Reku Test: https://www.youtube.com/watch?v=HQd-0jxuzow
Video 3: i3 geht auch quer: https://www.youtube.com/watch?v=lM-mqv72fdY



BMW i3 Verbrauch inkl. Ladeverluste:
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon KraftZwerg » Di 18. Nov 2014, 10:32

Ich glaub, auf die Umluft-Schaltung kann man verzichten.

Ich fahre morgens vorgeheizt los (20°C) und habe die Climatronik auf manuell/18°C/Lüfter 0 Balken
Wenn die Scheiben anfangen zu beschlagen, gehe ich auf 1 Balken

Mein täglicher Weg führt mich über die Autobahn und den Unterschied zwischen 0 und 1 Balken kann man deutlich spüren. Bei 0 Balken zieht's gar nicht, bei 1 Balken deutlich mehr.

Fazit: Bei 0 Balken macht die Lüftung wohl komplett zu und man verliert keine (kaum) Wärme.
Vorteil ist auch, dass der e-up sich diese Einstellungen merken kann und sie bei der nächsten Fahrt wieder da sind.
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon DaZei » Di 18. Nov 2014, 11:12

Hallo in die Runde!
Meine Erfahrungen decken sich im Wesentlichen mit euren. Bei der Winterreichweite ist die Skala sicherlich nach unten offen abhängig von Temperatur, Fahrgeschwindigkeit, Heizung, Vorklimatisierung, Fahrbahnzustand (nass, Schnee, trocken) und Wind.

Heute früh klassisches Beispiel: Temperatur 8°C, nasse Fahrbahn, Heizung Eco auf 20°C
Bei der Hinfahrt starker Gegenwind hatte ich eine hochgerechnete Reichweite von nur 80km.
Bei der Rückfahrt starker Rückenwind ergab sich eine hochgerechnete Reichweite von 125km und das obwohl ich mit Tempomat 90 statt 80km/h gefahren bin und im Normal- statt im Eco-Modus geheizt hab.

Mit der Anzeige der Reichweite bin ich an sich zufrieden, die scheint halbwegs realistisch zu sein und reagiert rasch auf Änderungen durch Geschwindigkeit, Heizung, etc.

Spannend ist eine Grafik aus dem i3 Forum: http://cdn.ecomento.com/wp-content/uploads/2013/12/electric-car-cold-weather-range-02.jpg.
Sie zeigt die Praxisreichweiten von Leaf und Volt in Abhängigkeit von der Temperatur.Die gute Nachricht: die Reichweite fällt nicht ins Unermessliche, sonst stabilisiert sich, wenn auch auf einem deutlich tieferen Niveau. Man darf gespannt sein.
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon pressi » Di 18. Nov 2014, 11:13

KraftZwerg hat geschrieben:
Mein täglicher Weg führt mich über die Autobahn und den Unterschied zwischen 0 und 1 Balken kann man deutlich spüren. Bei 0 Balken zieht's gar nicht, bei 1 Balken deutlich mehr.


Das kann ich auch bestätigen.
Eigentlich ist die Zugluft sowieso ein "Problem".
Es braucht schon wirklich warme Luft aus den Düsen, damit nicht der Eindruck entsteht, das es kalt ist.
Dann wirklich lieber so lange es geht Lüftung aus.
Ich meine nur wegen auf Umluft schalten, damit die Wärme aus dem Heizregister noch genutzt werden kann auf den ersten km.
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon Ladeheld » Di 18. Nov 2014, 12:43

Als kritisch im Winter sehe ich die Kurzstrecken mit Kompfortheizung: Hierzu mal ein Beispiel aus meiner Praxis Mitte November 2014:

Fahrstrecke: 2 km
Durchschnittsverbrauch E-Motor: 19,7 kWh / 100 km
Rekuperation: 8,4 kWh / 100 km
Durchschnittsenergieverbrauch AUX: 18,1 kWh / 100 km
Und hier liegt das Problem: Starke Aufheizleistung bei geringer Fahrleistung. Mit diesen Verbrauchswerten komme ich keine 60 km weit.
Gerade bei der Kurzstecke muss ich die Aufheizung möglichst effektiv begrenzen.
Von 05.08.2014 bis Jan. 2017 Schnarchlader e-up! "Soweit die Akkus halten - Fährst Du schon oder lädst du noch?" :mrgreen:
Seit Feb. 2017 mit dem Model i3 94Ah CCS noREX mobil.
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon Spüli » Di 18. Nov 2014, 13:22

Moin!
Bei den Winterreichweiten muß man ganz klar unterscheiden:
-Strecke am Stück
-Kurzstrecke

Unter der Woche fahre ich hier meist Teilstrecken von 10-15km. Da muß man schon alleine um die Scheiben frei zu halten die Heizung im Winter anwerfen. Das frisst also bei jedem Start so richtig schön Energie und es geht dann auch schnell in Richtung 20-30kWh/100km. Der Wagen bekommt dann auch erst nach 2-3 Tagen eine Ladung, dementsprechend fast immer ohne Vorheizung und mit kaltem Akku.
Wenn man dann aber mal eine längere Strecke von vielleicht 40-50km fährt, merkt man wie der Verbrauch fällt und die Reichweite wächst.

Das sind meine erfahrungen aus dem letzten langen Winter im Smart ED, wollen wir mal schaun was dieser Winter so bringt. Für einige wird es da sicher (negative) Überraschungen geben. Allerdings dürfte inzwischen überall der Ausbau der Ladenetzwerke besser sein wie noch vor einem Jahr.
Gruß Ingo
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon rolfrenz » Di 18. Nov 2014, 21:18

dedetto hat geschrieben:
Vorab möchte ich einen Punkt gleich mal ausschließen: Die Winterreifen.
Ich habe auf meinen Standardstrecken auch mit den Dunlop Winterreifen Verbräuche um 10 kWh/100km realisiert. Allerdings waren diese Fahrten bei trocknen 16°C.


Na ja, vielleicht doch ein Thema: Ich habe auch den Dunlop und ganz bewusst den Semperit mit dem viel schlechteren Rollwiderstandsbeiwert vermieden...

Ansonsten stelle ich auch fest - bei längeren Strecken am Stück derzeit kaum erhöhter Verbrauch - bei Kurzstrecken ist auch der Motorberbrauch um 3-4 kWh/100km höher. Wenn ich es dabei belassen möchte, ist der Ventilator auf Stufe 0, bei gemütlich warmen Fahrten anderer Familienmiglieder kommen bei 2-5 km dann noch einmal 6-7 kWh/100 km dazu ;-)

lg
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Re: minimale Winterreichweite

Beitragvon dedetto » Do 20. Nov 2014, 15:01

Hallo.
Nur wer seine "Extreme" kennt kann das "Normale" genießen.

Ich habe die letzten Tage mal so richtig die Komfortmöglichkeiten des e-UP genutzt. So richtig nach dem Motto "Was kostet die Welt" mit Heizung auf 21°C, Climatronic auf "Auto", Scheibenwischer , Licht, Sitz-, Spiegel- und Scheibenheizungen nach Bedarf, im Zweifel einfach mal "AN" ;) .

Es ist natürlich schon schön wenn es nach 400m schon angenehm temperiert weitergeht... .
Aber der Verbrauch ist dann auf Kurzstrecken echt heftig: 22kWh/100km, Reichweite unter 70km.
Na, egal. Das reicht z.Z. immer noch 2 Tage.

Heute wieder "normal" Fahrt: Komfortunktionen nur wenn nützlich und wirklich angebracht.
Heizen eher mit Sitzheizung: 12kWh/100km, Reichweite eher so um die 130km.

Zum Vergleich:
Bei sommerlichen Kurzstrecken war 10kWh/100km und damit 160km Reichweite immer mal drin.
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