Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Volkswagens erstes Blue-e-Motion Elektroauto auf Basis des up!

Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon NotReallyMe » Sa 11. Apr 2015, 16:47

Heute hatte ich eine unangenehme Überraschung mit dem E-Up an einer Mennekes Säule: Nach Einstecken des VW Kabels an der ( 32 A ) Säule kam sofort die Meldung, dass das Kabel "zu klein" sei. Die Säule scheint hier nicht erste die Aushandlung der Ladeleistung mit dem E-Up abzuwarten, sondern geht auf Nummer sicher. Das ist natürlich jetzt doof, und ich weiß nicht ob das jetzt bei anderen Mennekes Säulen so sein wird. Muss ich jetzt zusätzlich noch eine 32 A Kabel kaufen um auch an diesen Säulen mit dem E-Up laden zu können, oder gibt es einen anderen Trick um hier weiterkommen?
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon Spüli » Sa 11. Apr 2015, 17:03

Moin!
Die älteren Ladesäulen haben nur einen 32A Pfad. Daher werden dort die 16A Kabel abgelehnt. Neuere Säulen haben je Seite zwei Wege für 16A und 32A.
Gruß Ingo
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon Fluencemobil » Sa 11. Apr 2015, 17:53

Schletterboxen haben auch diese Sicherheitsschaltung drin.
Begründung des Herstellers, wenn das Ladegerät im Auto eine fehlfunktion hätte, würde das Kabel überlastet.

Für so eine fehlfunktion, Ladegerät nimmt 32A statt 16A würden hier viele, viel Geld zahlen.

Frag mal im Forum unter ' öffentliche Ladestationen' wie man die Saeulen erkennen kann, müsste aber auch im Verzeichnis stehen, wenn jeder die Meldung entsprechend einträgt.
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon energieingenieur » Sa 11. Apr 2015, 18:53

Das Verhalten der Ladesäule ist in diesem Fall 100%ig korrekt. Du hast ein 20A-Kabel in einen Anschluss gesteckt der mit 32A abgesichert ist. Da gibt es mit dem Fahrzeug nichts mehr auszuhandeln. Hier ist im Fehlerfall die Sicherheit nicht gegeben, weil das 20A-Kabel durchschmorrt, bevor die 32A-Sicherungs auslösen kann. Die alten Mennekes-Säulen war so aufgebaut. Aber die waren auch eigentlich alle so aufgebaut, dass es auf der einen Seite 16A und auf der anderen Seite 32A gabe. Auf der 16A-Seite muss das laden mit dem e-up! in jedem Falle funktionieren.

Die neuen Mennekes-Säulen - wie es Spüli schon geschrieben hat - haben für jede Dose 2 komplette Strompfade und schalten je nach erkanntem Kabel auf auf 32A oder 16A. Wenn die Säule ein 20A-Kabel erkennt, dann schaltet sie quasi die richtige Sicherung (16A) dazwischen. Sollte nun ein Fehler auftachen, löst die Sicherung früh genug aus, bevor ein Mensch einen Schaden erleiden kann. Diese Technik erfordert natürlich deutlich mehr Bauteile und macht die Säule teurer, aber flexibler.
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon imievberlin » Sa 11. Apr 2015, 21:38

Das Problem hatte ich in Berlin an wenigen Säulen auch. Deswegen ( aber nicht nur aus diesem Grund ) habe ich mir ein 32A codiertes Kabel besorgt Gehabt. Du hättest aber auf jeden Fall mit dem Schuko Ziegel laden können, wenn du ihn dabei hattest.
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon graefe » Sa 11. Apr 2015, 23:29

16A-Kabel sind einfach Käse. Ich würde als Minimum immer ein einphasiges 32A-Kabel empfehlen.

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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon Maverick78 » Sa 11. Apr 2015, 23:37

Und das löst das Problem mit den Sicherungen? Was nützt es ein 32A Kabel für teuer Geld einzustecken wenn der Lader im Auto nicht mehr kann. Damit verlagert man das Problem mit den zu dünnen Leitungen vom Typ-2 Kabel ins Auto! Denn die Kabel im Auto sind auch nur auf 16A ausgelegt.
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon energieingenieur » So 12. Apr 2015, 00:24

Ja, aber dafür muss es dann im Fahrzeug eine entsprechende eigene Absicherung geben. Das Fahrzeug muss sogar damit rechnen, dass eine Säule 63A liefert und damit zurecht kommen! Schließlich passt der Typ2-Stecker in das Auto. Und es gibt auch Säulen, die 63A liefern.

Das Problem liegt ganz woanders: Nämlich bei der Frage, wie das Ladekabel selbst abgesichert wird: Bzgl. des Kabels kann nur die Säule eine Absicherung liefern. Sie ist die letzte Instanz mit Sicherungseinrichtungen, bevor der Strom ins Kabel geht. Stell dir vor, in dem Stecker des Ladekabels liegt ein Fehler vor. Nehmen wir an, es sei der Stecker, welches in das Fahrzeug gesteckt wird. Nehmen wir an, hier gibt es einen Kurzschluss.

Selbst wenn jetzt eine Sicherung im Fahrzeug auslöst und das Fahrzeug schützt, und das Schütz in der Säule zufällig festklebt, dann steht das Kabel immer noch unter Strom, weil die Sicherung in der Säule noch nicht ausgelöst hat. Wenn das Kabel nur 20A hätte, die Säule aber erst bei 32A Stromfluss auslöst, dann ist das für das Kabel und die Personen, die damit hantieren gefährlich.

Kurz gesagt: Die Vorgelagerte Sicherung muss immer das Absichern, was "nach ihr" kommt.

Die Trafostation liefert vll. 300A
Der Hausanschluss ist mit 63A abgesichert, weil die Leitungen danach im Haus maximal 63A vertragen.
In der Unterverteilung sind einzelne Leitungen zu einzelnen Räumen mit 16A abgesichert, weil die Drähte in die Räume dünner sind und nicht mehr als 16A vertragen.
Daran angeschlossene Haushaltsgeräte haben eigene Sicherungen verbaut, die auf die größe ausgelegt sind, welches das Gerät verträgt.

So ist es bei den Ladestationen auch.
Die Säule muss ihre nachgelagerten Bauteile ausreichend absichern. Wenn da 32A-Sicherungen drin sind, MUSS das nachgelagerte Kabel auch 32A können. Das prüft die Säule. Wenn Jemand ein zu kleines Kabel mit nur 20A einsteckt, kann die Säule die Absicherung nicht gewährleisten und gibt den Strom nicht frei.
Was das Auto dahinter kann, spielt für die Säule erstmal keine Rolle. Hier ist der Autobauer für die Absicherung im Fahrzeug verantwortlich, je nachdem, was seine Leitungen im Fahrzeug vertragen.
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon mlie » So 12. Apr 2015, 06:20

Sorum ist es ja nicht schlimm, denn wenn die Fahrzeugverdrahtung suf 16A ausgelegt ist, kann das Fahrzeug ja Herstellerseitig auch nur auf 16A ausgelegt sein. Z.B. Fluence, Kangoo, Leaf I und eUP/eGolf, alle auf dem technischen Stand von 2010. Da kann ja im Normalfall nichts passieren. Das schwächste Glied ist das Fahrzeug, im Fehlerfall wird gar nicht geladen oder es gibt einen Kurzschluss, dann knallt das einmal kurz und dann ist aus Sicht des Kabels auch wieder Ruhe.

Gefährlich wird es bei den 32A fähigen Autos, also Leaf II, env200 und i3, wenn ein Doppellader eingebaut ist. Da kann es Konstellationen geben, wo die Säule 32A vorgibt, das Auto auch sehr gerne die 32A nimmt aber das Kabel auf 16A ausgelegt ist. Das geht nur laut Norm gar nicht und in der Praxis nur recht kurz gut!
Genau diesen Fall habe ich aber hier gerade, ich stelle gerade die Reproduzierbarkeit nach.
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Mennekes Säule lehnt VW Typ 2 Kabel ab

Beitragvon Solarstromer » So 12. Apr 2015, 10:06

NotReallyMe hat geschrieben:
Muss ich jetzt zusätzlich noch eine 32 A Kabel kaufen um auch an diesen Säulen mit dem E-Up laden zu können, oder gibt es einen anderen Trick um hier weiterkommen?


Ja, ein 32A Kabel, möglichst einphasig damit es nicht zu unhandlich wird, ist der technisch richtige Weg.

Technisch auch einigermaßen ok wäre im ladesäulenseitigen Stecker eine 20A Sicherung zu verbauen und den Kodierwiderstand auf '32A' anzupassen. Nur wie kriegt man im Stecker eine Sicherung unter?

Ich persönlich bin den falschen Weg gegangen und habe nur den Kodierwiderstand auf '32A' getauscht.
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