Das erstes Mal

Volkswagens erstes Blue-e-Motion Elektroauto auf Basis des up!

Das erstes Mal

Beitragvon steff2306 » Mi 27. Dez 2017, 21:55

Meine erste “Fernreise” mit dem e-Up!

Hallo zusammen, seit Anfang letzter Woche bin nun auch ich stolzer Besitzer eines e-UP!

Dieser wird zwar in erster Linie dazu dienen, mich zur Arbeit und zurück zu bringen, was mich nie in Reichweitenangst versetzen wird, aber ich wollte nun auch mal die Strecke bewältigen, die für meinen e-Up! eine Fernreise darstellt: Der Besuch bei meinen Eltern.

Zum Anlass habe ich mir die Weihnachtsfeiertage genommen, packte mir sowohl Frau als auch Kind in den voll geladenen e-Up! und machte mich auf den Weg.
Das Ziel lag 65 KM entfernt. Laut dem hiesigen Routenplaner sind auf dem Hinweg 826 Hm Steigung zu bewältigen, die lediglich 560 Hm Gefälle gegenüberstehen. Die 65 KM beinhalten 40 KM Autobahn, es waren 5°C bei Abfahrt, wir hatten kontinuierlich Gegenwind und es regnete leicht. So, wie ich im Forum bisher las: Ideale Bedingungen für ein Elektroauto…

Die Heizung stand auf 19°C und ich pendelte mich auf der Autobahn bei ca. 110 Km/h ein. Die mir angezeigte Restreichweite puzelte… nein, fiel… nein stürzte quasi der Null entgegen. Meiner Tochter war das egal, meine Frau schaute skeptisch und ich gab mich positiv, da ich wusste, dass nach 57 KM auf der Strecke noch ein Rasthof inkl. Schnelllader zur Verfügung stand, den ich dann direkt auch mal testen wollte.

Wir erreichten den Schnellader mit einer Restreichweite von 27 KM. Der Schnellader war frei, flott das Auto abstellen, anstöpseln und: “Keine Berechtigung zum laden”
Ok, kurzer check: Ladestation in der App von Plugsurfing: check! App und Ladeschlüssel freischalten lassen: check! Nochmal versuchen: Kein Strom für mich. Also rief ich die Hotline an. Dort informierte mich eine freundliche Bandansage: Weihnachten, keiner da! Bitte am nächsten Werktag nochmal versuchen.

Die restliche Strecke bis zu meinen Eltern war dennoch problemlos zu bewältigen, sodass wir mit einer Restreichweite von 14 KM dort ankamen. Über den Notladeziegel konnte der e-Up! nun erstmal wieder aufladen.

Abends stand dann der Rückweg an. Der e-Up! zeigte mir nach abstöpseln eine prognostizierte Reichweite von 61 KM an. Zu wenig, aber es geht ja bergab und nun hatten wir Rückenwind.
Ein kurzer Abstecher an die Südvariante der Raststätte, die mir auf dem Hinweg das laden verweigerte brachte mir auch auf dem Rückweg keinen Strom.
Erst ein allego Lader in Koblenz ließ dann endlich das laden zu. Meine Tochter freute das, denn dort ist auch ein Burger King.

Die restliche Heimfahrt war natürlich kein Problem, da nach einem kurzen Happen bei Burger King der Akku fast voll war.

Nun denn, mein persönliches Fazit: Ich bin mit der Anschaffung des e-UP! restlos zufrieden. Ein tolles Auto. Das was von uns an Strecke zurückgelegt wurde, ist eigentlich nicht als Fernreise zu bezeichnen. Dennoch war es weit abenteuerlicher, als mit einem Verbrenner.
Ich kann verstehen, wenn semi-professionelle Journalisten ohne Fachkenntnisse, oder Laien, die sich nicht im Vorfeld informiert haben, ängstlich werden, wenn die Reichweitenanzeige meint, ein Freefalltower zu sein. Allerdings denke ich, dass man sich daran gewöhnt und das Auto gut einschätzen kann, wenn mal die Routine da ist.
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Beitragvon PowerTower » Mi 27. Dez 2017, 22:09

Hallo steff und willkommen im Forum. ;)

Glückwunsch zum neuen Auto. Ist es denn ein Neuwagen geworden oder ein günstiger Gebrauchter? Sofern die Ladeinfrastruktur mitspielt, kann man auch längere Strecken gut absolvieren. Unsere längste Tour lag bei 600 km und dafür haben wir 9,5 Stunden benötigt. Zugegeben, das war bei schönerem Wetter und das macht tatsächlich einen großen Unterschied. Wo du im Winter auf der Autobahn mit 18-19 kWh/100 km unterwegs bist, schaffst du es bei mildem Frühling oder Herbst mit 12-13 kWh/100 km. Du hast ja selbst bemerkt, dass wenn die Schnellladung funktioniert, man den Akku flott wieder gefüllt bekommt. Für Strecken um die 100-150 km ist er daher sehr gut geeignet. Dazu zählt dann auch einfach mal der typische Wochenendausflug.

Wichtig ist, dass du zufrieden bist. Die Reichweitenanzeige ist leider ein großes Thema beim e-up!, weil sie so viel verspricht und so wenig halten kann. Mit der Zeit lernt man damit umzugehen, schön ist es trotzdem nicht. Du wirst hier im Forum einige Themen finden, wie man das nach seinen Wünschen anpassen kann.

Welche zwei Ladestationen waren das denn, die euch im Stich gelassen haben? Vielleicht findest du sie im Verzeichnis. Es ist schon sehr ärgerlich, wenn so etwas passiert. Einmal mit ein bisschen weniger Reserve angekommen und schon steht man da und überlegt, wie es weiter geht. Waren das EnBW Ladestationen? Und falls ja, hattest du da nicht die Chance, den Ladevorgang mit EC Karte freizuschalten? In seltenen Fällen hilft auch ein Neustart via Not-Aus, in dem von dir geschilderten Fall jedoch eher nicht.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon steff2306 » Do 28. Dez 2017, 18:16

Hallo PowerTower,

es ist ein e-Up! mit EZ 03/16 geworden. Knappe 8000 KM gelaufen und bis zur Übernahme durch mich als Vorführfahrzeug des Autohauses zugelassen, also auch regelmäßig bewegt worden.

Die beiden Ladestationen waren https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/Deutschland/Kehrig/Autobahnraststaette-Elztal-Sued-A48/22176/ und https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/Deutschland/Kehrig/Autobahnraststaette-Elztal-Nord-A48/22177/.

Eine Möglichkeit, direkt mit der ec-Karte zu zahlen, hab ich leider nicht vorgefunden, obwohl es EnBw Säulen waren. Nach einstecken am Fahrzeug sagte mir die Säule, dass sie bereit sei und ich entweder per Smartphone oder RFID Karte die Authorisierung durchführen soll. Es war noch ein Logo und ein Slot von Intercharge vorhanden, aber da wäre ich nicht auf die Idee gekommen, meine ec-Karte reinzuschieben. Hätte das funktioniert? Das wäre ja quasi viel zu einfach :shock:
Da ich denke, dass die Säule in Ordnung war gehe ich eher davon aus, das mit Plugsurfing etwas nicht ok war.

Mit dem e-Up! an sich bin ich sehr zufrieden. Ein tolles Auto, dass sich sehr angenehm fährt und als Zweitwagen und insbesondere für meine Ansprüche völlig ausreicht.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon AndiH » So 31. Dez 2017, 15:28

Also 65km am Stück sollte selbst mit einigen Höhenmetern machbar sein, auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Im schlimmsten Fall auf der AB auf der rechten Spur bleiben, dann ist man immer noch schneller als wenn man nachladen muss. Meine Arbeitsstrecke ist hin und zurück insgesamt 66km mit 100 Höhenmeter, das geht auch bei -10°C solange kein Stau ist, mit einem Zwischenhalt und Akku auskühlen, eilig sollte man es dann aber nicht mehr haben.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon the@rtist » Do 11. Jan 2018, 10:44

(Teil)zitat steff2306:
Ich kann verstehen, wenn semi-professionelle Journalisten ohne Fachkenntnisse, oder Laien, die sich nicht im Vorfeld informiert haben, ängstlich werden, wenn die Reichweitenanzeige meint, ein Freefalltower zu sein. Allerdings denke ich, dass man sich daran gewöhnt und das Auto gut einschätzen kann, wenn mal die Routine da ist.


Hallo !

Es ist ganz einfach, wenn man ausschliesslich auf das Zeigerinstrument achtet.

Bei uns sind es im Sommer (Fahrstufe normal, Lüftung 2 Striche, nur Kurzstrecken)
immer 9-9.5km pro Strich, jetzt in der kalten Jahreszeit deren 5.5-6.0.
Hat man diese Werte erst einmal für sich ermittelt, dann kann man via Zeigerinstrument
immer sehr genau vorhersagen wie weit man noch fahren kann.

Viele Grüsse,
G.S.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon Timohome » Do 11. Jan 2018, 15:48

In der Tat, wenn man sicher weiß dass man nach den 65 Kilometern bei den Eltern oder sonst wo laden kann, dann hätte ich da im tiefsten Winter keine Bedenken. Auch mit Heizung auf Normaltemperatur. Denn wenn man durch fährt, geht das sicherlich einwandfrei. Mit mehreren Zwischenstopps und immer wieder aufheizendem Wagen könnte es natürlich enge werden, aber so ist das meiner Einschätzung nach wirklich kein Thema. Etwas anderes in dem Bezug ist der Ladeziegel, der bei mir eigentlich regelmäßig Probleme macht, bei längeren Ladeeinheiten. Daher kann ich auf das Ding auch nicht vertrauen.

Nutze den Ladeziegel aber auch so gut wie nie, wenn dann wäre es wirklich Ladenot und dann reichen auch schon 1 Stunde sprich 2 KWh im Akku um evtl nach Hause zu kommen. Und eine Stunde laden geht mit dem Teil immer.

Ist natürlich alles andere als weit wenn man das so hört 65 KM und dann schon in Frage stehender Entfernung wenn seitens der Hersteller ja mit 160 KM geworben wird :) Sowas ist immer blöde und sollte einfach verboten werden, aber dann kauft auch wieder keiner mehr die Autos.

Man muss das alles wollen, dann geht das auch. Natürlich darf man es auch nicht übertreiben. Wenn ich irgendwo zeitlich ankommen muss, was jenseits der 150 KM sich befindet, da nehme ich nicht den E-Up, das steht halt fest. Das wird sich zukünftig alles noch etwas entspannen, aber es wäre schonmal hilfreich, wenn einfach an JEDER Tankstelle Schnelllader stehen.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon the@rtist » Do 11. Jan 2018, 16:22

(Teil)zitat Timohome
Ist natürlich alles andere als weit wenn man das so hört 65 KM und dann schon in Frage stehender Entfernung wenn seitens der Hersteller ja mit 160 KM geworben wird :) Sowas ist immer blöde und sollte einfach verboten werden, aber dann kauft auch wieder keiner mehr die Autos.

Nun, selbst der Hersteller hatte seinerzeit mit 80km Reichweite im
Winter "geworben" soweit ich mich erinnere.
In der kälteren Jahreszeit ist die RRW-Prognose schon beängstigend,
vor allem bei Ladeständen > 75%. Wir fuhren heute Morgen mit 150km
RRW los und sind nach 8km Strecke bei nur noch 113km RRW !
Ginge es in diesem Tempo weiter, wäre nach 4 Fahrten a 8km bereits
Schluss. In der Realität jedoch schaffen wir 11 Fahrten zur Zeit,
also sehr genau 5.5km pro Strich. Gegen das Ende hin wird dann auch
die RRW-Prognose genau. Gestern z.B. kam meine Frau mit genau 3
Reststrichen an und der BC meldete: 16km RRW. Punktlandung.

Viele Grüsse,
G.S.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon PowerTower » Do 11. Jan 2018, 17:06

Die Erklärung für die miserable Reichweitenprognose findet sich hier.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon JuGoing » Do 11. Jan 2018, 20:56

Timohome hat geschrieben:
Wenn ich irgendwo zeitlich ankommen muss, was jenseits der 150 KM sich befindet, da nehme ich nicht den E-Up, das steht halt fest

Das ist doch auch nicht schlimm. Ein eAuto ist als Zweitwagen an >300 Tagen im Jahr ausreichend.
Das ist doch schon ein großer Schritt für saubere Luft in den Städten. Ich würde das gar nicht so negativ sehen, dass nicht alles "einfach" elektrisch klappt.
Doof ist, wenn man keinen Verbrenner hat, auf den man ausweichen kann. Keinen Verbrenner mehr im Haushalt zu haben, könnte ich mir für mich im Moment nicht vorstellen. Aber die ZOE als Zweitwagen, ist für mich perfekt.
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Re: Das erstes Mal

Beitragvon steff2306 » Do 11. Jan 2018, 20:59

the@rtist hat geschrieben:
Hallo !

Es ist ganz einfach, wenn man ausschliesslich auf das Zeigerinstrument achtet.


Das Zeigerinstrument habe ich in der Tat schon zu schätzen gelernt. Ich habe auch das Maps&More mittlerweile demontiert, da es mich genervt hat. Die ganzen Anzeigen benötige ich nicht. Darüber hinaus fand ich es Morgens/Abends zu hell :oops:

In nächster Zeit werde ich mir noch OBDEleven zulegen, um z.B. den der RRW Anzeige zugrunde liegenden Verbrauch zu ändern. Und ein paar andere Kleinigkeiten ggf dann auch noch :geek:

@ JuGoing
Genau so sehe ich das zur Zeit auch. Der e-Up ist für mich und meine Pendelei ideal. Sollte es weiter weg gehen, wird halt noch der Verbrenner meiner Frau genutzt.
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