Akkuheizung simulieren

Volkswagens erstes Blue-e-Motion Elektroauto auf Basis des up!

Akkuheizung simulieren

Beitragvon DaZei » Do 1. Jan 2015, 11:47

Bei mir daheim hat sich´s mit den extremen Wintertemperaturen nun zwar eh wieder erledigt, aber trotzdem möchte ich einen Gedanken in die Runde werfen:
Der E-Up dürfte ja keine Akkuheizung haben (DANKE an dieser Stelle an VW für die Nicht-Information), wodurch die nutzbare Akkukapazität und damit die Winterreichweite stark leidet. Es wird empfohlen den Akku möglichst nach dem Fahren gleich wieder zu laden, dann gibt´s aber auch den Tipp durch Laden vor der Abfahrt den Akku anzuwärmen. Letzterer Ratschlag ist bei kaltem Akku (wenn das Fahrzeug mehrere Tage steht) aber für den Akku ev. nicht so gesund.

Deshalb die Idee: Warum nicht den Akku mit reduzierter Ladeleistung laden - im M&M sind 5A als tiefster Wert einstellbar, wenn ich mich nicht irre. Damit bliebe der Akku jedenfalls länger warm.

Hat das schon jemand probiert? Macht das tatsächlich einen merkbaren Effekt aus? Sind die Ladeverluste bei geringerer Stromstärke beim Laden höher?
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon Spüli » Do 1. Jan 2015, 12:43

Moin!
Zumindest bei anderen Modellen lässt sich der Akkublock nicht durch das Aufladen erwärmen. Von daher wird so eine Mini-Ladung wohl leider auch nichts bringen.

Ich meine wir reden hier über einen Metallklotz von einigen hundert Kilo. Stell Dir einfach vor, Du mußt eine Wasser Tonne mit dem Tauchsieder warm bekommen. Viel mehr wie Frostfrei geht da auch nicht. Für eine gut funktionierende Akkuchemie dürfen es aber gerne 20 Grad sein.
Gruß Ingo
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon Twizyflu » Do 1. Jan 2015, 12:45

Langsam warm fahren.
So mit 15 bis 30 kW Leistung.
bringt beim Zoe immer viel.
nur nicht treiben. Das tut den Akkus nie gut
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon DaCore » Do 1. Jan 2015, 13:13

Wenn man mit 5A AC-seitig lädt und selbst die Ladeverluste des Ladegeräts, die bei niedrigen Strömen zwangsläufig höher sein werden, ignoriert, so kommen auf der DC-Seite aufgrund der höheren Spannung der Batterie nur ca. 3A an. Damit erhält man vielleicht 10 W an Verlust in der Batterie aufgrund der kalten Temperatur. Mit diesen 10 W wird quasi geheizt, verteilt auf die ganze Batterie. Die Effekte dürften entsprechend gering ausfallen bzw. nicht messbar sein.
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon sch » So 26. Feb 2017, 17:56

Ich finde das fehlende Akkuheizung als das größte Nachteil des e-Up. Ich bin mit kalten Akku bei minus 3 Grad losgefahren, fast nicht geheizt, bergauf 60 und bergab 80, viel gesegelt und nach 90 war die Restreichweite nur 6 km. Beim Rückfahrt war plus 5 Grad und nach 90 km mit Heizung auf 20 die ganze Zeit war die Restreichweite 35km.
Sehen Sie sich den Winter test der Zoe von Björn an, die Reichweite war beim frieren auch im Keller gewesen.
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon PowerTower » So 26. Feb 2017, 23:34

Für Langstrecken ist das eher weniger ein Problem, sofern es genug Schnelllader gibt. In dem Fall gilt: Akku warm fahren und nach dem ersten Schnellladen ist die Reichweite schon deutlich besser. Problematisch ist das nur, wenn man 100 km fahren möchte und unterwegs keine Schnelllademöglichkeit gegeben ist. Dieses Szenario sollte aber in Zukunft immer seltener vorkommen.

Den Betriebstemperaturbereich des aus Panasonic Zellen bestehenden Akkus gibt VW im SSP mit -30°C bis +50°C an. Das ist echt unempfindlicher "Stoff" und erklärt auch, warum VW keine Notwendigkeit der Akkutemperierung vorsieht.
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon E-lmo » Mo 27. Feb 2017, 08:15

Mir stellt sich die Frage, ob die geringe Reichweite durch Verlusste im Akku, durch den Verbrauch der Heizung (auch wenn man bewusst wenig heizt, schaltet sich zumindest die Frontscheibenheizung unbemerkt selbsttätig ein) oder durch eine Begrenzung der Kapazitätsfreigabe des BMS verursacht wird.

Abhängig davon, ob man auf geringen Energieverbrauch oder auf Reichweite besonderen Wert legt, sollte man über eine wie auch immer geartete Akkutemperierung nachdenken. Die AC-Ladeleistung wird es bei den geringen Ladeleistungen im Gegensatz zur ZOE auf keinen Fall tangieren.

@ sch: Wie war der angezeigte Durchschnittsverbrauch bei deiner angesprochenen Fahrt mit 96km Akkureichweite. Lag dieser über oder unterhalb von 16,6kWh/100km?
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon AndiH » Mo 27. Feb 2017, 10:33

Akkuheizung ist bei den meisten Zellen Stromverschwendung. Um bei wirklich niedrigen Temperaturen den Akku in einen wirklich guten Bereich zu bringen, bei dem der Innenwiderstand deutlich besser ist braucht man einigen kWh. Das gleiche kann man für die Langstrecke erreichen indem man mit vollem Akku losfährt, beim ersten Ladestopp liegt man dann durch die Verluste im Akku in einem erträglichen Temperatur Bereich. Das einzige Szenario welches in einem solchen Fall wehtut ist wenn am Standort kein Ladeanschluss vorhanden ist und man mit fast leerem Akku zum Schnelllader kriechen muss. Dann wäre aber auch eine Akku Heizung sinnbefreit weil die benötigte Leistung am Startpunkt gar nicht zur Verfügung steht. Mit hohem Energieaufwand für die Heizung ein paar km im Winter für die erste Etappe rauskitzeln ist in meinen Augen eher ein Zeichen das man die falsche Akku Größe für die benötigte Strecke hat.
Bezüglich laden bei niedrigen Temperaturen : Der AC Lader des e-Up! bringt den Akku auch bei unter -10°C nicht in Verlegenheit, daher einfach machen lassen und bei wirklich niedrigen Temperaturen an AC zum Startzeitpunkt hin volladen.

Gruß

Andi
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon Twizyflu » Mo 27. Feb 2017, 11:05

Beim ZOE bricht die Ladeleistung massiv ein - vor allem beim neuen R90/Q90, wenn es kalt ist.
Und wie.

Bei den anderen Autos auch.
Der IONIQ lädt trotzdem flott - weiß nicht wieso. Zellchemie?

Und beim Tesla dauerts nur ein wenig bis die Zellen warm sind (Thermalmanagement)...
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Re: Akkuheizung simulieren

Beitragvon sch » Mo 27. Feb 2017, 12:27

In kann mich leider nicht erinnern auf den exakten Durschnitverbrauch bei der Fahrt, ich glaube es war weniger als 16kWh/100km.

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