Akku mit Bordmitteln beurteilen

Volkswagens erstes Blue-e-Motion Elektroauto auf Basis des up!

Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon dedetto » Mo 15. Mai 2017, 18:46

Hallo.
Meine bisherige Methode zur Langzeitbeurteilung des Akkus durch 160km Fahrten klappt ja nur im Hochsommer. Natürlich wäre es besser wenn man immer mit Bordmitteln auf einen Vergleichswert zugreifen könnte, egal ob man schnell oder langsam fährt, mit oder ohne Heizung usw. ...

Und ich glaube das ist mir möglicherweise gelungen! Meine Idee: Die verbrauchten Striche der Akkuanzeige und der Durchschnittsverbrauch korrespondieren sehr gut. Zusammen mit den bereits gefahrenen Kilometern kann ich seit Jahren die "machbare" Restreichweite gut abschätzen. Auf der Basis sollte man doch auch die "verbrauchbare" Akkukapazität hochrechnen können.

Die Umsetzung:
Dazu stellt man die Anzeigen auf Langzeitmessung um und NULLT alles vor dem Laden, z.B. während der Anzeige des Durchschnittsverbrauch 2. Die Tageskilometer nicht vergessen.

Vor dem nächsten Laden liest man drei Werte ab:
1. Die gefahrenen Kilometer.
2. Die verbrauchten Striche der Akkuanzeige.
3. Den Durchschnittsverbrauch.

Als erstes berechnet man die Striche die man nach 100km verbraucht hätte. Beispiel: 89km gefahren, 10,1 Strich abgelesen. Mach bei gleicher Fahrweise voraussichtlich ca. 11,3 Striche nach 100km.
Dann kann man den Verbrauch von 10,9kWh/100km bei 11,3 Strichen auf max. 16 Striche hochrechnen. Das mach bei mir 15,4.
Drei höchst unterschiedliche Fahrten, z.T. auf mehrere Tage verteilt, incl. Kurz und Langstrecken; Immer das gleiche Ergebnis..., ich denke das ist möglicherweise ein für alle Interessierten machbarer Weg um den Akku jederzeit ohne teure Zusatzhardware zu beurteilen.

Lassen wir mal Reifenumfang(-sänderungen), Sensoren Ungenauigkeit und Ablesefehler außer acht, es geht hier ja nicht um den exakten Wert sondern um eine Langzeitbeurteilung. Sollte der Wert weiterhin halbwegs reproduzierbar sein und irgendwann plötzlich markant sinken, z.B. auf 13, dann könnte mE ein Problem vorliegen...

Es wäre schön wenn noch ein paar e-UP! Besitzer mal mitmachen könnten. Eine kleine Exceltabelle auf dem Handy hilft ungemein.

Habt ihr ähnliche, reproduzierbare Werte?
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon DaZei » Di 16. Mai 2017, 11:37

Hallo dedetto,
Kann deine Erfahrung bestätigen: Verbrauchsanzeige in kWh/100km passt gut zusammen mit der Soc-Anzeige. Die hochgerechnete Rest-Reichweite passt umso besser, je länger die Fahrt dauert und je gleichmäßiger das Streckenprofil ist.

Meine Berechnung von der heutigen Fahrt ins Büro:
3 Teilstriche auf der Soc-Anzeige für 33km
Angezeigter Verbrauch 9,1kWh/100km
Restreichweite 115km (ausnahmsweise ein bissl zu pessimistisch)

Was die Akkukapazität betrifft bin ich ein bissl skeptisch, wie valide diese Daten für Berechnungen sind. Hab schon öfters gerechnet und komme zwischen nutzbare Akkukapazitäten zwischen 14 und 16kWh (je nach Akku- und Aussentemperatur). Vielleicht gibt´s Akkuexperten unter uns, die klären können ob das plausibel ist.

Meine Rechnung zu den Werten von heute früh sieht so aus:
3 Teilstriche dividiert durch 3 mal 16 = erzielbare Reichweite von 176km, wenn ich mit diesem Verbrauch weiter bis zum Ende gefahren wäre. Meiner Erfahrung nach geht die Soc-Anzeige linear nach unten und bricht nicht etwa ein bei niedrigerem Soc. 9,1kWh pro 100km ergibt hochgerechnet auf 176km nutzbare 16kWh. Die angezeigte Reichweite beim Losfahren (nach Vollladen) war 139km im normalen Modus und 144km im Eco+ Modus.

Nachdem das so oder so sehr gute Werte sind 2 Beweisbilder :-)

IMG_2040.JPG

IMG_2042.JPG


Der E-Up ist aus 2014, hat mittlerweile knapp 70tkm hinter sich. Hab sicher keinen "Wunderakku", im Winter kommt er bei ungehemmter Heizungsnutzung auch nur zwischen 70 und 100km weit. Heut haben Außentemperatur, leichter Rückwind (fahr ziemlich genau in eine Himmelsrichtung) und der dichte Berufsverkehr (Tempo max 80km/h) geholfen. Der geringste jemals angezeigte Verbrauch lag bei 8,7kWh/100km.
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon E-lmo » Di 16. Mai 2017, 13:09

Klingt auf den ersten Blick recht kompliziert.
Ich sehe beim Start mit vollem Akku auf die Reichweite im Eco+Modus und multipliziere die (Reichweite/100) mit dem eingestellten Normverbrauch. Ich habe meinen auf 11kWh/100km angepasst. (Original war 10,?)

Bei genügend langer Fahrt rechne ich ( gefahrene Kilometer+Reichweite)/100 und multipliziere dies mit dem aktuellen Verbrauch.

Komme bisher immer so auf 14,2 kWh, so wie es mir auch in VCDS bei vollem Akku angezeigt wird.
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon dedetto » Di 16. Mai 2017, 14:02

Hallo.
Bitte vergesst bei diesen Berechnungen mal die "Reichweite". Alle Reichweitenberechnungen des
Bordcomputers sind ja schon mit irgendwelchen Entwicklerparametern verfälscht. Mir geht es
hier um einen Referenzwert zur privaten Beurteilung des Akkus. Ich gehe möglichst nah an die
Ursprungswerte.

Es ist für diese Berechnung sollte es völlig egal in welchem Modus man fährt
oder wie die Wettervoraussetzungen sind. Vielleicht sollten es schon etwas
mehr als 33 km sein denn grade der erste Verbrauchsstrich ist bekanntermaßen
etwas arg ungenau. Trotzdem finde ich bei dem Beispiel 33 / 3 / 9,1 das Resultat
mit 16 schon mal nicht schlecht. Möglicherweise sind die Werte bei 10-12 Strichen
reproduzierbarer.

Und wenn da wirklich unterschiedliche Werte rauskommen:
Wer sagt denn das da nicht je nach Fahrweise, Modi oder Temperaturen unterschiedliche
Akkukapazitäten freigegeben werden können? Ist doch alles nur Software...

Ich werde es jedenfalls mal weiter betrachten. Mal sehen was noch bei rauskommt.
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon E-lmo » Di 16. Mai 2017, 16:48

Nach meiner Erfahrung ist der Anzeigewert in Eco+ unabhängig von der Außentemperatur, da hier kein Heizbedarf eingerechnet wird, daher wird nach meiner Meinung vor Fahrtantritt nur die fest eingestellte Normreichweite für die Reichweitenabschätzung herangezogen. Daran müsste man dann auch bei kälteren Temperaturen eine geringere Kapazitätsfreigabe ablesen können.
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon rolfrenz » Di 16. Mai 2017, 20:55

Habe heute zwei Testfahrten gemacht, jeweils 32 km. Ergebnisse nach der o.g. Formel: 1x 13,92 kWh 1x 15,13 kWh Kapazität. Ich beobachte einmal weiter...
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon dedetto » Mi 17. Mai 2017, 09:02

Hallo.
Neue Werte meines e-UP!: 70km / 8,1 Striche / 11,1 kWh/100km

100*8,1/70 = voraussichtlich 11,6 Striche für 100km
16*11,1/11,6 = voraussichtlich 15,3 kWh verfügbare Akkukapazität
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon Alfi » Do 18. Mai 2017, 05:46

Sehr interessante Berechnung!
Danke für den Tipp.

Hab heute mal meinen Hinweg zur Arbeit nachgemessen.
Dabei komme ich auf 16.54 Kapazität nach nun 3 Jahren und 60.000km.
(Durchschnittsverbrauch 10.0 kWh, 36.2 km Strecke, 3.5 Striche)
Allerdings war das auch eine sehr sparsame Bergabfahrt - obwohl das ja eigentlich keinen Einfluß haben sollte
Dennoch glaube ich das sich das Bild noch mal ändern wird.
Ich werde weiter berichten.
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon PowerTower » Do 18. Mai 2017, 06:09

dedetto hat geschrieben:
Es ist für diese Berechnung sollte es völlig egal in welchem Modus man fährt
oder wie die Wettervoraussetzungen sind.

Das ist aber so nicht richtig. Die Zellen im e-up! mögen gut sein, aber auch sie unterliegen dem Peukert Effekt, was zu Spannungsreduzierung bei hoher Last führt. Im Winter kommt zusätzlich ein erhöhter Innenwiderstand dazu, der dieses Problem nochmal verschärft.

Wenn man die Daten also vergleichen will, braucht man einen halbwegs genormten Zyklus. Muss jetzt nicht der NEFZ sein, aber Wetter und Verbrauch sollten nicht zu stark voneinander abweichen. Wer diesen Test im Winter bei -10°C oder bei 120 km/h auf der Autobahn durchführt, der wird mit dieser Methode definitiv eine geringere Kapazität feststellen - und dann hoffentlich nicht unruhig werden.
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Re: Akku mit Bordmitteln beurteilen

Beitragvon Alfi » Do 18. Mai 2017, 13:37

Ich hab den Eindruck das ist nicht sonderlich stabil.
Rückfahrt, jetzt mit Regen und Bleifuss.
Gesamtstrecke 74,1 km komme ich auf eine Kapazität von 14,3.
Das sah heute morgen noch deutlich besser aus.
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