Oberwellenbelastung durch Elektrofahrzeuge?

Re: Oberwellenbelastung durch Elektrofahrzeuge?

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folder Do 4. Apr 2019, 21:34
Mei hat geschrieben:
Do 4. Apr 2019, 18:48
Powerfaktor ist hier das Wort und das ist nicht das gleiche wie cos phi.
Power heißt auf Leistung oder irre ich mich da ??

Hiermal ein kleiner Auszug aus dem weltweiten Fachwissen:
Als Leistungsfaktor (auch: Wirkleistungsfaktor) bezeichnet man in der Elektrotechnik das Verhältnis vom Betrag der Wirkleistung P P zur Scheinleistung S. Das Verhältnis wird in folgender Formel ausgedrückt:

Leistungsfaktor = λ = P / S

Der Leistungsfaktor kann zwischen 0 und 1 liegen.

Nicht sinusförmige Größen enthalten neben der Grundschwingung zusätzlich Oberschwingungen, zu denen sich kein einheitlicher Phasenverschiebungswinkel angeben lässt. Dann kann der Leistungsfaktor λ nicht als Wirkfaktor cos ⁡φ angegeben werden. Mit Oberschwingungen ist insbesondere bei Netzteilen mit herkömmlichem Brückengleichrichter, Schaltnetzteilen und Verbrauchern zu rechnen, die halbleitende oder magnetische Bauelemente mit nicht linearen Kennlinien enthalten.

Um die Charakteristik der Last darzustellen, ist auf korrekte Bezeichnung der Blindleistungs-Flussrichtung zu achten (eindeutige Bezeichnungen sind "übererregt" und "untererregt", dagegen ist die alleinige Bezeichnung "induktiv" oder "kapazitiv" mehrdeutig.)

Zusammen mit dem Grundschwingungsgehalt der Stromstärke g = I1 / I oder ihrem Klirrfaktor k = sqr( I² − (I1)² ) / I kann der Leistungsfaktor auch angegeben werden als

λ = P / S = sqr( 1 − k² ) x cos ⁡φ
Da der Klirrfaktor bei modernen Gleichrichtern unter 1% liegt kann man grob annehmen das dann näherungsweise gilt: λ = cos ⁡φ
Bei einem Klirrfaktor von 15% gilt: λ = 0,99 x cos ⁡φ
Zuletzt geändert von ecopowerprofi am Do 4. Apr 2019, 21:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Oberwellenbelastung durch Elektrofahrzeuge?

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    JoDa
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folder Do 4. Apr 2019, 21:48
... Der Unterschied zwischen Power Factor PF und cos(Phi) ist im englischsprachigen Wikipedia gut erklärt: https://en.wikipedia.org/wiki/Power_factor
In diesem Artikel werden auch viele der hier von nicht Elektrikern gestellten Fragen erklärt.

Da Renault ja ein Geheimnis daraus macht wie genau der Chamäleon-Charger aufgebaut ist, wurde hier darüber schon viel spekuliert. z.B. viewtopic.php?f=62&t=19600#p413035
Sicher ist jedenfalls, das Oberschwingungen mit einem 3fachen Vielfachen der Netzfrequenz (=150Hz, 300Hz, 450Hz, ... ) kaum autreten. Da sich bei dreiphasiger symmetrischer Belastung im Sternpunkt die Grundschwingungen und alle anderen Oberschwingungen auslöschen, ist im Neutralleiter daher mit nahezu keinem Strom zu rechnen!
Alle anderen Boardlader haben vermutlich sowieso eine aktive PFC (=Power Factor Correction), wodurch Oberschwingungen nahezu vollständig eliminiert werden.

+1 @
ecopowerprofi hat geschrieben:
Do 4. Apr 2019, 05:25
... Hier wird jetzt wieder die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Wenn ich die ZOE mit Drehstrom lade, dann messe ich auf N nix. Mach ich öffters, wenn ich eine Wallbox prüfe. Das original Renault Ladekabel hat nur 5 x 4². Mir ist nix davon bekannt, dass die abfackeln.
Richtig. "Dank" ZOE bzw. Z.E-Ready Empfehlungen kann der Elektriker folgenden Zusatzschutz verbauen: 30mA FI TypB, 4poliger LS TypK und Schützüberwachung. Das der Elektriker überdimensionierte Leiterquerschnitte mit Oberwellen rechtfertigt ist mir neu, ich dachte die Verlegen sowieso "zukunftssicher" immer 16mm2. :evil:

Re: Oberwellenbelastung durch Elektrofahrzeuge?

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leckermojito
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folder Fr 5. Apr 2019, 01:03
Arg, erst denken dann schreiben.
In einem Punkt habt ihr recht -> Summenstrom im N bei symmetrischer Belastung. Schade über mein Haupt. Ich bitte um Vergebung. Ihr habt recht!

Aber beim Thema cos p und PFC solltet ihr nochmal lesen was ich geschrieben habe. Ev ist es auch etwas seltsam ausgedrückt: Das ist nicht das gleiche aber das wollte ich auch nie sagen. PFC ist die Powerfactorcorrection also die aktive Korrektur des Powerfactor. Hat heute jedes Schaltnetzteil um die Blindleistung so gering wie möglich zu halten.
Aber das wisst ihr ja eh...

Man sieht bei beim Chameleonlader schön das hier aktiv korrigiert wird je nachdem in welchem Betriebsbereich er gerade Arbeitet




Cheers

Ben
Gruß Benjamin

2014er Zoe Intens seit 11.2017 bei uns

Re: Oberwellenbelastung durch Elektrofahrzeuge?

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    kristema
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folder Mi 3. Jul 2019, 12:28
Wenn ich die ZOE lade, hört man die Oberwellen in meinem E-Herd. Je mehr Leistung ich drauf gebe, umso lauter hört man es. Da ich die nicht mehr so gut höre ist das ok, aber meine Frau jammert immer. somit lade ich nur noch mit 5kwund in Ausnahmefällen mit 11kw.

Gruß
Markus

Re: Oberwellenbelastung durch Elektrofahrzeuge?

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folder Sa 6. Jul 2019, 12:32
Die Oberwellen müssen nur minimal vorhanden sein, dann können durch Resonanzen an weit entfernte Orten starke Störungen auftreten. In die Verteilung einfach an jede Phase einen Entstörkondensator setzen, wie die auch in Leuchtstofflampen eingesetzt werden, anschließen.
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